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Teacher of the Year: Engagierte Lehrer ausgezeichnet

10.06.2012 | 18:16 |  MAGDALENA LIEDL (Die Presse)

Ein Charity-Fußballturnier, selbst produzierte Filme und Radiofeatures: Die WBS kürte besondere Projekte an Wiener Schulen.

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Wien. Zum fünfzehnten Mal bereits wurden von der WBS (Wiener Gesellschaft für Bildungspolitik und Schulmanagement) die „Teacher of the Year“-Awards vergeben. Sieben außergewöhnliche Schulprojekte und Lehrer, die sich weit über den Unterricht hinausgehend für ihre Schüler einsetzen, wurden dabei ausgezeichnet. Denn: „Die Schule darf nicht zum Mistkübel der Nation werden“, sagte WBS-Präsident Walter Strobl in seiner Eröffnungsrede. Eine Jury aus Vertretern des Unterrichtsministeriums, Medien und der Wirtschaftskammer wählte die sieben besten Projekte aus.

Die Jurymitglieder stellten auch bei der Preisverleihung jedes ausgezeichnete Projekt vor. Und trotz ihrer verschiedenen Hintergründe – Medien, Wirtschaft oder Politik – waren sich die Laudatoren in zwei Punkten einig: Mehr Schulautonomie und damit liberalere Rahmenbedingungen fördern das Engagement der Lehrer. Und: Gute Lehrer überfordern ihre Schüler auch manchmal.

 

Schulprojekte für gute Zwecke

Wie zum Beispiel bei einem Siegerprojekt am Gymnasium Wasagasse: Die Schüler kochten jeden Abend im Vinzi-Heim für Obdachlose mit Hilfe von Spenden ein Abendessen. Eine außergewöhnliche Erfahrung für alle Beteiligten, wie ihr Lehrer betonte. „Ich bin ein Fan von Überforderung.“ Ebenfalls für einen guten Zweck engagierten sich die Schüler der HAK Sacré Coeur. Sie organisierten mit ihrem Lehrer ein Charity-Fußballspiel mit Prominenten zugunsten der „Rote Nasen Clowndoctors“. Die Schüler nahmen an Presse- und Sponsoringterminen teil und konnten am Ende 4000 Euro für die Roten Nasen sammeln.

Vom Gymnasium Parhamerplatz wurde ein ganzes Lehrerteam ausgezeichnet: sieben „Native Speaker“. Sie engagierten sich nicht nur in den Englischstunden, sondern organisierten Kunst-, Theater- und Filmprojekte außerhalb des Unterrichts.

Bei vielen der ausgezeichneten Projekte stand die Kreativität der Schüler im Zentrum: Schüler der Berufsschule in der Castelligasse produzierten zum Beispiel Radiobeiträge zum Thema Integration und andere Kulturen – und zwar in gleich mehreren Sprachen.

Die Schüler der Volksschule Marianum nahmen wie jedes Jahr am Wiener Faschingsumzug teil – und belegten dieses Jahr dabei den ersten Platz in der Kategorie Kindergruppe. Wie jedes Jahr hatten die Schüler ihre Kostüme selbst gemacht: Diesmal bastelte jedes Kind ein Schiff aus Karton. Ebenfalls kreativ betätigten sich die Schüler der Volksschule Grubergasse. Sie beschäftigten sich mit der römischen Antike. Die Lehrerinnen luden dafür Archäologen ein, bastelten mit den Schülern Kostüme und schrieben sogar Drehbücher für Unterrichtsfilme. Am Ende des Projekts standen die Schüler für diese Filme selbst vor der Kamera.

Für eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Leseförderung wurde eine Lehrerin an der Berufsschule in der Kempelengasse ausgezeichnet: Sie organisierte zum Beispiel Sponsoren, die die Schule bei der Errichtung von Lesekojen unterstützten. Außerdem leitet sie den Buchklub der Schule und versucht auch so, die Jugendlichen zum Lesen zu bewegen.

Auf einen Blick

Teacher Of The Year. Jedes Jahr zeichnet die Wiener Gesellschaft für Bildungspolitik Lehrer für besondere Schulprojekte aus. Die Projekte können von Schülern, Eltern oder Kollegen vorgeschlagen werden und müssen gut dokumentiert werden. Die Jury besteht aus Vertretern von Wirtschaft, Eltern und Schülern.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2012)

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6 Kommentare
Gast: Tornado
11.06.2012 09:04
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Was hat das mit Unterricht zu tun?

Microsoft zeichnete im letzten Jahr 50 Lehrer weltweit als "most innovative teacher" aus und lud sie im Juli nach Redmond ein um ein internationales Netzwerk zu fördern.

Darunter zwei (!) Österreicher.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Denn leider weigerten sich Fr. Schmied, Fr. Brandsteidl und der Wirtschaftsminister, dem Microsoft VP Europa die Hand zu schütteln, um das publik zu machen.

Schmied und Brandsteidl weigern sich gleichzeitig in einem Zimmer zu sein/gemeinsam eine Pressekonferenz zu besuchen und der Wirtschaftsminister war bei einem wichtigen Fußballspiel.

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projekte, das unwort

ich habe mich als ehemalige volksschullehrerin vor jeder konferenz gefürchtet, wenn dicke stapel von projektaufforderungen vor dem direktor lagen und ich schräge blicke erntete, wenn ich darauf bestand, dass die vermittlung von grundkenntnissen im grundschulbereich wichtiger wären, als wochenlange zeitverschwendung für projekte. ein projekt bringt immer unruhe in eine klasse. die vermittlung von kulturtechniken wird dann als noch langweiliger empfunden, wenn in anderen klassen getanzt, gebastelt, gekocht etc. wird und diese aktivitäten dann auch noch von jedem noch so kleinen provinzblatt als das non plus ultra hochgespielt wird. ich würde eher leistungsorientierte wettbewerbe fördern, als diesen firlefanz.

Antworten Gast: Gast Lehrerin
11.06.2012 17:26
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Re: projekte, das unwort

Bravo! Ich gebe Ihnen zu 100% recht. Kaum lässt man nur das Schlagwort "Projekt" fallen, ist man modern, engagiert, schülernah usw. Gleichzeitig wird man medial geprügelt, weil die Kinder die elementaren Grundfertigkeiten nicht beherrschen.

Antworten Gast: bärig
11.06.2012 10:35
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Re: projekte, das unwort

Danke für Ihren Beitrag! Die "Projektitis" ist eine Krankheit, die unsere Schulen vor einigen Jahren befallen hat!

Gast: dirge
11.06.2012 05:50
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man of the year

des berühmten time-magazins. wer da alles dabei war.

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Toll!

Unterrichten diese Lehrer auch? Sind sie gut und engagiert beim unterrichten, oder sind sie nur auf Charity Turnieren oder bei Faschingsumzügen dabei? Was frage ich so dumm, denn genau diese "Kompetenzen", die ihren Niederschlag in den Medien finden, sind im Ranking ganz vorne. Wie sollen die Kinder anders werden. Gründliche Ausbildung ist out, Medienpräsenz ist in.

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