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Lehrerbildung: Gewerkschaft warnt vor Bachelor als Regelabschluss

12.06.2012 | 13:07 |   (DiePresse.com)

Ein Bachelor als Regelabschluss für Lehrer sei "international unüblich" und "nicht klug", sagt Lehrer-Gewerkschafter Paul Kimberger. Er fordert den Master für alle.

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Die Gewerkschaft befürchtet, dass künftig der Bachelor der Regelabschluss für Lehrer beim Berufseinstieg sein soll. "Man geht grundsätzlich nur noch von einem Bachelorabschluss aus", berichtet ARGE-Lehrer-Chef Paul Kimberger (FCG) von der Verhandlungsrunde zum neuen Dienstrecht. "Das ist international unüblich, ich halte das nicht für klug", warnt er vor einer Abwertung der geplanten neuen Lehrerausbildung mit einem gleichwertigen Abschluss für alle Pädagogen.

Angesichts der Vorschläge der Regierung für ein neues Dienstrecht "liegt die Vermutung nahe, dass es auch hier finanzielle Aspekte im Hintergrund gibt. Aber das kann aber nicht auf Kosten der Lehrer und der Kinder gehen", so Kimberger. Auch Wolfgang Weissengruber, Vertreter der Lehrenden an Pädagogischen Hochschulen (PH) in der Gewerkschaft, glaubt, dass die Idee eines Berufseinstiegs mit Bachelor finanzielle Hintergründe hat. "Wenn Lehrer erst nach dem Berufseinstieg den Master machen, bekommen sie nicht mehr bezahlt. Das ist derzeit schon so, wenn ich den Magister habe und später ein Doktorat abschließe."

Damit würden künftig vor allem die Lehrer an AHS und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), die derzeit dank ihrer längeren Uni-Ausbildung mehr verdienen als Pflichtschullehrer (Volks, Haupt-, Sonder-, Berufs- Polytechnische Schule), billiger werden. Immerhin sollen künftig nicht nur alle Pädagogen auf demselben Niveau ausgebildet werden, sondern auch dasselbe Gehalt beziehen, wobei es für bestimmte Fächer und höhere Schulstufen Zulagen geben soll.

Derzeit brauchen Lehrer an Pflichtschulen für den Berufseinstieg eine dreijährige Ausbildung mit Bachelorabschluss an einer PH, Lehrer an AHS und BMHS ein neunsemestriges Magisterstudium an einer Uni sowie ein einjähriges Unterrichtspraktikum.

Gewerkschaft für Master als Regelabschluss

Die Gewerkschaft fordert jedoch einen Master als Regelabschluss für alle Lehrer. Auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) hatte ursprünglich dieses Ziel ausgegeben, betonte aber auch, dass ein Berufseinstieg mit Bachelor möglich sei und dass diese Frage nicht Inhalt der Dienstrechtsverhandlungen sei.

Entsprechend dem Konzept der von Unterrichts- und Wissenschaftsministerium beauftragten Expertengruppe soll jedoch künftig der Berufseinstieg bereits mit dem Bachelor erfolgen und der Master erst berufsbegleitend absolviert werden. Dafür sollen Lehrer fünf Jahre Zeit bekommen; machen sie innerhalb dieser Zeit keinen mindestens einjährigen Master, kann der Schulleiter sie, wenn er das will, dennoch weiter anstellen.

Kimberger warnt vor einer Überlastung der Junglehrer: "Es braucht niemand glauben, dass nach dem Berufseinstieg nebenbei locker Zeit ist, den Master zu machen". Er fürchtet, dass dies vor allem zulasten von (unter Lehrer stark überrepräsentierten) Frauen geht. Es müsse auf jeden Fall die Möglichkeit geben, dass der Master schon direkt im Anschluss an den Bachelor absolviert werden kann. "Ich würde nicht verstehen, wenn man jungen Menschen ohne Grund diese Wahlmöglichkeit nimmt, außer es stehen andere Aspekte im Hintergrund."

(APA)

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2 Kommentare
Gast: superquant
15.06.2012 20:08
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Ist derzeit weniger als ein Bac.

Was soll die ganze Diskussion. Das Lehramtsstudium Physik oder Mathematik auf der TU hat derzeit weniger Fachausbildung als der Bac. Also was soll das ganze.
Und bevor jetzt alle aufschreien das ganze kann man leicht nachprüfen:
Studienplan LA:
http://www.tuwien.ac.at/fileadmin/t/rechtsabt/downloads/Studienplaene/Lehramt_Mathematik_Darstellende%20Geometrie_Physik_Chemie.pdf
Studienplan Bac:
https://tiss.tuwien.ac.at/curriculum/public/curriculumFileDownload.xhtml?windowId=c26&date=20111001T000000&key=37273

bzw.
https://tiss.tuwien.ac.at/curriculum/public/curriculumFileDownload.xhtml?windowId=c26&date=20111001T000000&key=63529

Also eine echte Scheindiskussion das ganze.

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Abgesehen von finanziellen Auswirkungen

halte ich es für fatal, den Bacchelorabschluss zum Regelfall werden zu lassen - in einer Unterstufenklasse mag das ja noch hingehen (rein fachlich gesehen, auch wenn ich es für mehr als problematisch halte zwei "Klassen" von Lehrern zu schaffen), aber spätestens in der Oberstufe würde es sich mehr als fatal auswirken: wenn ich als Lehrperson meinen Schülern inhaltlich nur um eine oder eine halbe Unterrichtsstunde voraus bin und keine Fragen, die etwas mehr in die Tiefe gehen, beantworten könnte, so hielte ich das für eine Katastrophe. (Bitte nicht missverstehen, das soll keine Missachtung der Arbeit der Pflichtschullehrer sein.)

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