20.05.2013 14:50 Merkliste 0

Buddies, Coaches, Frühförderung als Lösung

14.06.2012 | 12:02 |   (DiePresse.com)

Migranten haben in Österreich schlechtere Bildungschencen bzw. nutzen ihre Möglichkeiten weniger. Lösungen von Sebastian Kurz bis Franz Küberl.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Verstärktes Mentoring für Migrantenkinder durch "Buddies" bzw. Coaches, eine Ausweitung der Frühförderung sowie Maßnahmen gegen das Schwänzen sollen die Bildungschancen von jungen Migranten verbessern. Integrations-Staatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) plädierte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag für einen Ausbau des Hausbesuchsprogramms für Migranten, mehr Ganztagsschulen vor allem im urbanen Raum sowie ein zweites und drittes verpflichtendes Kindergartenjahr für Kinder, die dies bräuchten. Von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) verlangte er erneut ein "Maßnahmenpaket gegen Schulpflichtverletzungen".

Der designierte Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, sprach sich bei der Pressekonferenz anlässlich der Präsentation einer Studie zum Thema Migranten und Schule für mehr Prävention aus: "Reparieren im Nachhinein ist schwierig." Den Schülern sollten "Buddies" zur Seite gestellt werden, um sie besser zu informieren und zu unterstützen.

Jugendliche lassen sich schwer steuern

Auch Integrationsexperte Kenan Güngor setzt auf solche Bezugspersonen. Als Mentoren schlug er junge Studenten mit Migrationshintergrund vor, die als realistische jugendliche Vorbilder dienen könnten. Gleichzeitig würde dieser ehrenamtliche Zugang auch weniger kosten. Neben der Elternarbeit müsse aber auch der Sozialraum der Jugendlichen beachtet werden. Im Alter von zwölf bis 17 Jahren würden Eltern und Schule an Einfluss verlieren und die "Peer Groups", also die Gleichaltrigen, entscheidend werden. Problem: Diese ließen sich nur schwer steuern.

Caritas-Präsident Franz Küberl wünschte sich einen "deutlichen Qualitätsschub in den Kindergärten". Als Vorbilder könnten die Early Excellence Centers in Großbritannien dienen. An den Schulen wiederum brauche es eine neue Qualität der Zusammenarbeit und der Kontakte zwischen Schule, Eltern und Kindern. In Finnland oder Schottland gelte etwa die Regel, dass Lehrer mindestens einmal pro Jahr die Familie besuchen. Zuwanderern müssten außerdem die Vielfalt der komplizierten Bildungswege in Österreich klar gemacht werden: "Da kennen sich nicht einmal die Einheimischen aus."

Ähnlich argumentierte auch der Migrationsforscher Bernhard Perchinig. Vielfach sei das Schulsystem in den Heimatländern der Migranten ganz anders aufgebaut. In der Türkei existiere so etwas wie die Schulpartnerschaft gar nicht. Auch die Bildungsansprüche der Eltern seien aufgrund mangelnder Informationen über das System ein Problem: "Der Anspruch ist oft Anwalt oder Arzt." In der Realität werde oft daraus eine Friseurlehre - wobei das breite Angebot an anderen Berufen und Ausbildungswegen nur wenigen bewusst sei. Auch eine Lehre sei eine hochwertige Ausbildung.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
1 Kommentare
Gast: aber hallo
14.06.2012 13:39
0 0

Schulpflicht

gibt es die noch oder nicht?Warum wird immer so ein Theater gemacht?Ich habe Freunde die sind Migranten,sie verstehen aber selber nicht warum bei Integrationsunwilligen,nicht härter durchgegriffen wird.

Schlagzeilen Bildung