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Kinderporno-Verurteilung: Lehrer bleibt angestellt

20.06.2012 | 12:10 |   (DiePresse.com)

Ein Salzburger Lehrer wurde verurteilt, weil er Kinderpornos heruntergeladen hatte. In Oberösterreich darf er trotzdem weiter als Pädagoge an einer Hauptschule arbeiten.

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Ein Salzburger Hauptschullehrer, der vor einigen Jahren zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt worden ist, weil er Kinderpornos heruntergeladen hatte, darf weiter unterrichten. Der Mann ist gegen eine Kündigung durch den Landesschulrat Oberösterreich vor Gericht gezogen und hat recht bekommen. Das berichtete die "Kronen Zeitung" am Dienstag. Das Büro des Landesschulrats kann die Entscheidung des Gerichts nicht nachvollziegen.

Zum Hintergrund: Der Pädagoge wurde 2006 zu drei Monaten auf Bewährung verurteilt, weil er 200 pornografische Bilder Unmündiger bzw. Minderjähriger aus dem Netz heruntergeladen und gespeichert hatte. Aufgrund dieses Verfahrens wurde sein damaliges Dienstverhältnis einvernehmlich gelöst. Als sich der Mann wenig später in Oberösterreich bewarb, schien die bedingte Verurteilung im Strafregisterauszug nicht auf. Der Lehrer begann wieder zu arbeiten.

Kündigung zu spät ausgesprochen

2011 brachten mehrere anonyme Hinweise die Vergangenheit des Mannes ans Licht. Weil man ihn nicht zu einer einvernehmlichen Lösung bewegen konnte, wurde er schließlich gekündigt. Das bekämpfte er erfolgreich vor Gericht. Mit einem Urteil des Oberlandesgerichts Linz vom 30. Mai 2012 ist die Entscheidung rechtskräftig. Das Gericht beruft sich dabei auf formalrechtliche Gründe. Die Kündigung hätte unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe ausgesprochen werden müssen. Es sei aber zehn Wochen lang zugewartet und das Kündigungsrecht damit verwirkt worden.

Was kann man mit dem Lehrer machen?

Der Lehrer darf somit weiter seiner Tätigkeit nachgehen. Für das Büro des Landesschulrats ist die Entscheidung nicht nachvollziehbar, das Gericht würde sich "auf Formalrechtliches zurückziehen". Nun fragt man sich, was man mit dem Lehrer machen könne. Keinesfalls soll er wieder allein in einer Klasse stehen, sagt Karl Steinparz vom Büro des Landesschulrats gegenüber DiePresse.com. Man habe leider wenig Möglichkeit, den Kontakt zu Schülern völlig zu unterbinden. Bei Bibliotheksarbeit etwa könnte es zu der Situation kommen, dass der Lehrer allein mit Schülern sei, was es allenfalls zu verhindern gelte. Der Elternverein hat schon Proteste angekündigt, sobald klar ist, an welcher Schule der Lehrer künftig arbeiten soll. Damit hätte dann auch der Landesschulrat wieder mehr Spielraum zu Handlungen.

Derartige Fälle sollen mittlerweile nicht mehr möglich sein: Bei Neueinstellungen habe die Schulbehörde Einblick in die Sexualstraftäterdatei. Wäre das zum Zeitpunkt der Einstellung des betreffenden Pädagogen bereits der Fall gewesen, hätte man neben dem blütenweißen polizeilichen Führungszeugnis auch die Information über die Verurteilung bekommen.

Anfang dieser Woche war erst bekannt geworden, dass ein anderer Salzburger Lehrer, der wegen angeblichen Besitzes von kinderpornografischem Material vorläufig vom Dienst suspendiert worden war, inzwischen gerichtlich rechtskräftig freigesprochen worden war.

(APA/rovi)

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13 Kommentare
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Die Formaljuristik ist ein Hund.

Das muss einem denkenden Richter doch wehtun, wenn er so entscheiden muss.

Ich denke aber, ein wirklich guter Jurist hätte schon ein Schlupfloch gefunden.
Der Ainedter hätte sicher was gefunden! Aber als Verteidiger verdient man eben mehr.

Gast: Paulchenchen
21.06.2012 12:20
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verpolitisierte Beamten

Ist doch typisch für Österreich. Jeder Beamte denkt wie ein Politiker: Ja bei niemanden anecken, egal wer es ist.

Das ist doch auch der Grund warum in so einer eindeutigen Situation wochenlang gewartet wird weil man unbedingt eine "einvernehmliche" Lösung will.

Kündigung muss in so einem Fall wie in der Privatwirtschaft sofort erfolgen, danach kann man ja noch zusammensitzen und klären ob es demjenigen wirklich leid tut und er begreift was er getan hat.
Dann kann man auch über eine Wiedereinstellung in der Verwaltung weit weg von allen Kindern reden damit der Mann nicht sofort seine Lebensgrundlage verliert.

Kinder darf man aus Sicherheitsbedenken solchen Menschen nie wieder anvertrauen, da selbst viele moderne Psychologen zugeben, dass Pädophälie nicht wirklich heilbar ist.

Es gibt immer einen machbaren Weg zwischen Gefährdung von Kindern und totaler Zerstörung der Lebensgrundlage des Täters.

Allerdings muss man sowas immer mit Konsequenz und rasch angehen, etwas wozu unsere Beamten mit Ihrer politischen Brille schon lange nicht mehr fähig sind.

Gast: Blankensteiner Husar
21.06.2012 08:26
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Bei dem Beruf ist es wohl egal für was der verknackt wurde oder was er gemacht hat.

Wichtig ist, dass er mit dem neuen Dienstrecht 400 Euro im Monat mehr bekommt.

?

Ich bin selbst als Kind von einem pädophilen Religionslehrer sexuell belästigt worden und mir ist es unverständlich, wie man derartige Leute auf Schüler loslassen kann.

Gast: yoshi1
20.06.2012 14:27
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Versagen des Landesschulrates

Jeder Arbeitgeber (auch und besonders im öffentlichen Sektor) hat sich mit den rudimentären Entlassungs- und Kündigungsvorschriften auszukennen. Hier hat offenbar jemand entschieden der wenig Ahnung hatte und sich auch nicht informiert hat. Die Rechtslage ist klar, die Gerichte können gar nicht anders entscheiden.

Schuld an dem Zustand hat irgendein Beamter in irgendeinem schönen Büro fernab des Schulalltags. Davon gibts ohnehin zu viele mit Langeweile - wenn ich Bekannten aus dem Lehrerkreis Glauben schenken kann.

angeblich will er umschulen...

er möchte pfarrer werden :-)

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die Kinder

des Richters sollten in die Klasse des Lehrers gehen und schon wäre er weg

Gast: daddys girl
20.06.2012 12:39
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Was für ein Bild ist das denn??

Liebe Presse,

ich finde es empörend, dass Sie eine pornografische Seite abbilden.

Sind die Mädchen volljährig auf den Bildern??


Antworten Gast: Redalunke
20.06.2012 16:13
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Re: Was für ein Bild ist das denn??

Alles fuer die Auflage!

Re: Was für ein Bild ist das denn??

Sind sie wahrscheinlich

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Re: Was für ein Bild ist das denn??

wegschauen, ist ohnehin das was alle machen

Gast: sadfsfd
20.06.2012 12:29
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Der übliche österr. Täterschutz.

Lange geht das nicht mehr gut und das Volk nimmt die Sache in die Hand.

Gast: 1. Parteiloser
20.06.2012 12:09
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Unglaublich!

Ein Mann mit diesen Tendenzen werden weiter die Kinder anvertraut. Die Eltern müssen, per Gesetz, die Kinder in die staatliche Obhut geben, der Staat ist aber nicht fähig eine ordentliche Betreuung, eine gefahrlose Betreuung, zu gewährleisten.

Dieser Rechtsstaat, dieser öff. Dienst, ist schon länger nur Bankrott. Ethisch verfallen treiben diese pragmatisierten Totalversager mit den irren Kosten das ganze Land immer mehr in Abgrund.

Alle diese grausigen Vorgänge basieren auf rechtlichen Grundlagen, welche im Ö Parlament gemacht worden sind. Bei einer Gesetzgebung wo Interessensvertreter (=Lobbyisten!) einen direkten Zugriff auf die Gesetzgebung haben, da darf man sich über auch nicht wundern.

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