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Grüne: Schwerpunktschulen für behinderte Kinder

21.06.2012 | 14:27 |   (DiePresse.com)

Die Grünen kritisieren den "Stillstand" bei der Abschaffung von Sonderschulen. Sie fordern inklusiven Unterricht und regen die Einrichtung von Schwerpunktschulen an.

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Vier Jahre ist es her, seit sich Österreich mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung dazu verpflichtet hat, Kinder "nicht aufgrund von Behinderung" vom Schulbesuch auszuschließen. Die Grünen orten bis heute "Stillstand", eine für das Frühjahr in Aussicht gestellte Behandlung im Parlament werde stets aufgeschoben. Bei einer Pressekonferenz erneuerte die Grüne Behindertensprecherin Helene Jarmer deshalb ihre Forderung nach einem inklusiven Unterricht und regte die Errichtung von Schwerpunktschulen für unterschiedliche Formen von Behinderung an.

Seit 1993 besteht grundsätzlich die Wahlfreiheit für Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (SPF) zwischen Sonderschul- oder Integrationsklasse. ÖVP- und Grünen-Mandatare sowie Interessensvertretungen kritisieren seit jeher das zweigleisige System, in dem es u.a. an Ressourcen, unterstützendem Personal, Weiterbildung für Lehrende und baulichen Maßnahmen für Barrierefreiheit fehle und bei dem Kinder auf der Strecke blieben.

Mit einem Inklusionsfahrplan, der die Errichtung von Sonderpädagogischen Zentren "als Anlaufstelle für Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen" vorsieht, wollen die Grünen optimale Bedingungen für Kinder mit SPF schaffen. Erreicht werden soll das mit der Errichtung von Schwerpunktschulen: "Pflichtschule A" könne beispielsweise komplett barrierefrei für Schüler mit Mobilitätseinschränkungen geführt werden, während "Pflichtschule B" auf hörbeeinträchtige Kinder spezialisiert ist. Ziel sei die österreichweite Erreichbarkeit zumindest einer spezialisierten Schule im Umkreis von 30 Minuten, während größere Schulstandorte auch mehrere Schwerpunkte anbieten sollen.

Als Vorbild fungiert Südtirol, wo das integrative Schulsystem bereits seit 35 Jahren "sehr erfolgreich" praktiziert wird, so Erica Fassa, Inspektorin für den technisch-berufsbildenden Bereich in Bozen. "Lehrpersonen planen hier gemeinsam mit Eltern unter Berücksichtigung der Behinderung den Bildungsweg des Kindes", so Fassa. Für jedes Schuljahr würden Ziele gesteckt, alle Kinder absolvieren die Schule bis zur Matura bzw. einem differenzierten Abschluss und "haben so einen einfacheren Einstieg in die Arbeitswelt". In Österreich endet die Betreuung von Kindern mit SPF hingegen mit Polytechnischen Schulen bzw. einjährigen Haushaltungsschulen nach der Pflichtschulzeit.

Mithilfe von Best-Practice-Modellen wollen die Grünen bei einer Experten-Tagung der Grünen Bildungswerkstatt Wien sowie des Grünen Parlamentsklubs am Donnerstagabend ihren Forderungen einen "Feinschliff" verpassen, so Jarmer. Beim Unterrichtsausschuss kommende Woche will sie diese vorlegen und die Einrichtung eines eigenen Unterausschusses fordern. Der UN-Behindertenrechtskonvention widmet sich auch die Interessensvertretung sozialer Dienstleistungsunternehmen für Menschen mit Behinderung (IVS Wien) im Rahmen ihrer Tagung "Wien wird anders - Inklusion und Vielfalt im Sozialraum Wien". Am 25. und 26. Juni werden Ideen von Fachleuten eingeholt, die schließlich in Forderungen und Impulsen für Politik, Sozialpartner und Dienstleister münden sollen.

 

(APA)

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28 Kommentare
 
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Gast: Nachdenklicher
22.06.2012 09:59
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Schwerpunktschulen

Wir brauchen nicht nur Schwerpunktschulen für Behinderte, wir brauchen grundsätzlich Schwerpunktschulen.

Pflichtschule soll einfach Schule sein, ohne Gesamt- ohne Volks-, ohne Haupt-, ohne sonstwas.

Das heißt aber nicht, dass alle Schule ein Einheitsbrei sein müssen. Jede Schule soll Schwerpunkte setzen und soll abhängig vom Schwerpunkt auch eine Auswahl treffen dürfen.

Allein durch richtige Organisation des Schulwesens könnte man mit dem zur Verfügung stehenden Geld viel mehr für die Kinder erreichen.

Aber die Schulkinder haben keine Gewerkschaft und der Lehrergewerkschaft ist es völlig egal, ob die Kinder ihren Fähigkeiten entsprechend ausgebildet werden oder ins Ausseits gedrängt werden.

Re: Schwerpunktschulen

Wer trifft die Auswahl? Die Schüler oder die Schule? Außerdem benachteiligt das von Ihnen propagierte System von Schwerpunktschulen eindeutig die Menschen auf dem Land. Wie das System dadurch billiger werden kann, ist auch vpllig unklar.
Billiger wäre eine Einheitsschule - die Frag ist nur, was dabei herauskäme.

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Also jetzt bitte nicht böse sein - ich weiß es wirklich nicht:

In Österreich kommt ein Kind mit Hörapparat in die Sonderschule ? Und eins im Rollstuhl "wegen Mangels an Barrierefreiheit" gleichfalls ? Ist das wahr ? Ich habe bisher wenig Anlass gehabt, die Grünen für witzig zu halten - aber ist das vielleicht politisch korrekter Schwarzer Humor ?

Also noch einmal: AHS-Reife läge vor, aber "in Österreich endet die Betreuung . . . mit Polytechnischen Schulen bzw. einjährigen Haushaltungsschulen" ?

Antworten Gast: Blaubeere
22.06.2012 10:23
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Re: Also jetzt bitte nicht böse sein - ich weiß es wirklich nicht:

In Österreich bekommt die Schule für jedes "behinderte" Kind 1/4 mehr Lehrer zugeteilt. Wenn es in einem Jahrgang 2 behinderte Kinder gibt, dann kann es schon passieren, dass ein Kind mit Hörapparat in den "Genuss" der Integration kommt. Es kann auch passieren, dass ein lebhaftes oder ein schüchternes Kind "integriert" wird. Da wird auch mal ein patschertes Kind als "motorisch schwer behindert" eingestuft. Irgendwie schafft man es immer, dass ein ganzer Lehrerposten rausschaut.

Hallo Redaktion, hat diese Meldung eine Chance veröffentlicht zu werden?

Gast: matrix1
21.06.2012 21:55
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Gute Nacht Österreich

Auch Hochbegabte werden als "Behindert" abgestempelt und in die Sonderschule verwiesen, aber unser System hat kein Interesse, sich mit diesen Kindern zu beschäftigen, da diese Arbeit viel anspruchsvoller ist und dem Lehrer mehr abverlangt! Wahrscheinlich fürchten sich unsere Lehrer vor intelligenten Kindern!Solche Talente zu fördern wäre dringendst angebracht!!! Aber lieber macht man diese Kinder zuerst kaputt und wenn sie dann auffällig werden,drückt man ihnen einen Behindertenstempel auf! Und - die Benötigten Wissenschafter, Forscher... holen wir dann aus dem Ausland!
Gute Nacht Österreich

Glaube kein Wort

Solange die roten und grünen Herrschaften ihre Kinder in Privatschulen stecken, weil das rosarote La-La-Land für den eigenen Nachwuchs dann doch nicht gut genug ist, glaube ich ihnen kein Wort.

Außerdem wäre es viel wichtiger, Begabte zu fördern und Talente ausfindig zu machen, weil wenn uns im internationalen Wettbewerb die Luft ausgeht, ist auch kein Geld mehr da für das grüne Wolkenkuckucksheim.

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Für Abtreibung sein, aber dann in Erziehungfragen

mitquaken - das ist Verlogenheit pur.

Re: Für Abtreibung sein, aber dann in Erziehungfragen

Und inwiefern ist das jetzt ein Widerspruch?

Nur, weil man Frauen die Wahl zugestehen will, heißt das nicht, dass man Kinder grundsätzlich ablehnt.

Re: Re: Für Abtreibung sein, aber dann in Erziehungfragen

Da Kinder der "Selbstverwirklichung" bzw der Karriere entgegenstehen?
Dafür dann ab 50 Depressionen, Burnout etc. Nicht gesagt daß es allen "Powerfrauen" so geht, einige sind halt dann recht einsam.

Re: Re: Re: Für Abtreibung sein, aber dann in Erziehungfragen

Jetzt würfeln Sie aber 2 Themen durcheinander!

Der Artikel handelt von Kindern mit Behinderungen und ich habe Ganymed so verstanden, dass er die Abtreibung behinderter Kinder kritisiert bzw. dass Abtreibung generell erlaubt ist. Da die Gründen Abtreibungen in Ordnung findet, sieht Ganymed einen Widerspruch darin, dass die Grünen nun behinderte Kinder gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern in die Schule gehen lassen wollen.

Was Sie ansprechen ist ganz was anderes. Frauen können leider nicht gleichzeitig genügend Geld verdienen und Kinder bekommen bzw. erziehen. Das ist nicht machbar. Folglich müssen sie sich für das Eine oder das Andere entscheiden. Wenn sie einen Partner haben, der selbst genügend verdient und sie finanziell unterstützt, dann können Frauen sich um die Kinder kümmern und ihre Arbeitszeit zurückschrauben. Das tun viele sogar gerne. Nur hat leider nicht jede Frau diese Wahl. Was sollen denn die Frauen Ihrer Meinung nach tun, die einen Partner haben, der nicht genügend verdient, um eine Familie zu erhalten oder jene, die überhaupt keinen Partner haben bzw. einen, der keine Kinder will?
Die müssen doch arbeiten bzw. die Alleinstehenden konzentrieren sich logischerweise auf die Arbeit, wenn sie sonst nichts anderes haben.

Re: Re: Re: Re: Für Abtreibung sein, aber dann in Erziehungfragen

Wenn die Frauen keinen Partner haben, brauchen Sie auch nicht schwanger werden und das Kind abtreiben. Müssen sie eben aufpassen oder enthaltsam leben.

Re: Re: Re: Re: Re: Für Abtreibung sein, aber dann in Erziehungfragen

Sie sind ein Scherzkeks! Glauben Sie, die Frauen sind gerne alleinerziehend? Man kann nicht alles im Leben vorausplanen und schon gar nicht kontrollieren!

Manche (Ehe-) Partner sterben, andere werden krank, und sind dann vielleicht körperlich anwesend, können aber nicht helfen oder unterstützen. Manchmal geht eine Beziehung auch kaputt, sodass eine Trennung leider unausweichlich ist.

Anscheinend denken Sie, dass die Frauen die "Bösen" sind, wenn sie sich trennen. Zur Trennung gehören immer noch zwei und ohne Grund trennt man sich nicht. Schon gar nicht, wenn Kinder da sind.

Abgesehen davon gibts auch Fälle, wo die Männer einfach abhauen, wenn die Partnerin ein Kind bekommt, weil ihnen das zu viel Verantwortung ist.

Den Frauen den schwarzen Peter zuzuschieben, damit machen Sie es sich reichlich einfach!

Abgesehen davon gibt es auch Frauen, die einfach abhauen und die Männer mit den Kindern alleine zurücklassen!

Bisher zwar selten, aber immer öfter !

Und so mancher Mann haut eben ab, weil er das böse Weib zu hause einfach nicht mehr aushält. Soll es ja auch geben, oder ??

alle 30 Minuten ....

eine Spezialschule...
auch wenn im Einzusbereich nur ein oder zwei gehörgeschädigte Kinder wohnen...

Ich bin dafür, dass innerhalb einer Viertelstunde jedem Grün-geschädigten Kind eine Schule zur Wiederherstellung des Verstands zur Verfügung steht!

Zu Hilfe!

Erst Geschlechter abschaffen, dann gleich wenig Bildung für alles und jeden, Kraftwerke und Stromleitungen verhindern -> dann braucht auch keiner mehr Auto (da kein Job + nix im Hirn).
Zum Schluss haben sich dann alle lieb und tun sich ganz fest umarmen (und zwar weil es kalt ist im Winter ohne Heizung, woran aber die Nazen schuld sind).
So ähnlich stellen die sich das vor, scheint mir.

18 0

tja liebe grüne.

würden eure zuwanderer nicht soviel geld kosten, hätten wir geld für unsere leute übrig.
entscheidet euch endlich, wollt ihr euren zuwanderen helfen oder den österreichern?

Gast: Get
21.06.2012 16:03
16 0

Wer zahlts?

Die Grünen und ihre ewigen Forderungen....

Gast: 2Cent
21.06.2012 15:48
16 0

Wir haben Schwerpunktschulen für Behinderte.

Wenn das Taferl "Sonderschule" gar so böse ist, kann man sicher ein anderes schaffen. Die Hauptschulen heißen ja auch nicht mehr Hauptschulen.

Dieses ewige Integartionsgetue...

schadet nur dem allgemeinen Leistungsnivau und kostet zu viel. Sinnloser Aufwand für Kinder, aus denen nicht viel rauszuholen ist, Störung für die Leistungsfähigen.

4 5

Re: Dieses ewige Integartionsgetue...

ganz so kann und will ich das aber nicht stehen lassen.
Sie können von "behinderten" zumindest was Sozialkompetenz angeht eine Menge lernen
und das sage ich aus vollster Überzeugung, da mein Bruder eben geistig "behindert" ist und ich ganz sicher weiß wovon ich rede.

ich bin zwar der Meinung, dass es auch klüger ist, kein Mischmasch zu erzeugen, da es mitunter der Selbstwert in der eigenen Umgebung gestärkt werden kann, viel mehr aber sollte man überlegen wie und wieviel an GEMEINSAMEN für beide Gruppen nötig ist um Toleranz und gegenseitiges akzeptieren der Andersartigkeit zu fördern.

So eine kategorische Ablehnung wie Sie es fordern lehne ich für mich ab.

Gast: LegendIn
21.06.2012 14:45
16 0

Genau diese Ressourcenverschwendung hat Europa in die Krise geführt!

Anstatt die Starken zu stärken werden sie geschwächt - um damit die hoffnungslos Schwachen in bestenfalls hoffnungsfrohe Schwache zu verwandeln.

Antworten Gast: bergziege
21.06.2012 17:33
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Re: Genau diese Ressourcenverschwendung hat Europa in die Krise geführt!

Nicht jede Behinderung ist integrierbar. Erzwungen sollte daher gar nichts werden. Dass nicht behinderte Schüler, wenn sie gemeinsam mit behinderten in einer Klasse sitzen, benachteiligt werden, muss nicht der Fall sein. Soziale Kompetenz zu lernen, darf nicht unterschätzt werden. Mit Teamteaching und Klassen zwischen 20 und 25 Schülern ist gemeinsamer Unterricht sehr wohl möglich. Wofür weitaus zu viel Geld investiert wird, sind Sprachförderstunden für Schüler nicht deutscher Muttersprache, die Deutsch bloß als lästiges Kommunikationsmittel betrachten. Stattdessen sollten Behinderte weitaus mehr gefördert werden. Das sind Kinder/Jugendliche wie alle anderen, manche intelligenter, einige weniger, mit - leider - einer Behinderung.

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Re: Re: Genau diese Ressourcenverschwendung hat Europa in die Krise geführt!

Ich bin ganz Ihrer Meinung!
Mein Vorschlag wäre: Geteilter und somit angepasster Unterricht, jedoch im selben Schulhaus, damit zumindest die Pausen oder Freizeiten den gemeinsamen Kontakt ermöglichen.
Selbst hier denke ich braucht es ein sehr behutsames Vorgehen.

Antworten Gast: 2Cent
21.06.2012 15:46
8 0

Re: Genau diese Ressourcenverschwendung hat Europa in die Krise geführt!

Der österreichische Weg: was nicht alle kriegen können, soll keiner haben.

Ja, eh !! PISA läßt schön grüßen !!

Ich höre überhaupt nie, daß sich irgendwer für die Förderung der Begabten, von den Hochbegabten einmal ganz abgesehen, einsetzt !!!

Schi- oder Fußballtalente werden gesucht und gefördert.......

Re: Ja, eh !! PISA läßt schön grüßen !!

Hochbegabte? Bei den GrünInnen?

 
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