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Schulschluss: Jeder zehnte Schüler benötigt psychologische Hilfe

22.06.2012 | 13:31 |   (DiePresse.com)

Lernschwierigkeiten, Leistungsabfall und Motivationsprobleme belasten die heimischen Schüler. Die schulpsychologischen Beratungsstellen können nicht einmal die Hälfte des Bedarfs an Unterstützung abdecken.

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Schlechte Noten, Unverständnis, Streit und Tränen: So endet für manche Schüler der Zeugnistag. Zu Schulschluss spitzen sich längst brodelnde Konflikte zu. Beratungsstellen sind derzeit gefragt. "Schüler kommen mit der ganzen Palette an Fragestellungen", sagte Mathilde Zeman, Leiterin der Schulpsychologischen Bildungsberatung in Wien. Laut der Expertin benötigen rund zehn Prozent aller Schüler psychologische Hilfe. Die schulpsychologischen Beratungsstellen decken davon nicht einmal die Hälfte ab. "Es gibt einfach zu wenig Schulpsychologen", meinte Zeman.

Seit 20 Jahren ist der Personalstand in Wien unverändert - und der Bedarf ist gestiegen. "Ich halte es für gefährlich, wenn man Jugendlichen psychologische Hilfe nicht gewähren kann", meinte die Psychologin.

Ganz oben auf der Liste an Anfragen stehen Lernschwierigkeiten und Leistungsabfall, gefolgt von Motivationsproblemen, wenn die Freude am Lernen verloren geht, und von Schullaufbahnfragen. Aber auch Probleme mit dem sozialen Umfeld - mit Freunden, Familie oder Klassenkollegen - werden zur Belastung.

Überforderung und Frustration

Der Lernstoff überfordert manche Schüler, er wird als zu viel empfunden - und das sorgt für Frustration. Häufig sind die Kinder auch einfach fehl am Platz, sagte die Psychologin. "Die Schulart entspricht nicht ihren Interessen", meinte Zeman. Ein Schüler, der Mathematik nicht gerne mag, aber in einer kaufmännischen Schule mit Schwerpunkt Rechnen sitzt, den freut das Lernen wenig, zeigte Zeman Verständnis. Teilweise orientieren sich die Eltern bei der Schulwahl zu sehr an den Erfolgschancen am Arbeitsmarkt oder sie suchen einen Nachfolger für das eigene Unternehmen, während das Kind lieber etwas Kreatives machen würde, meinte die Schulpsychologin.

Was tun, wenn das Kind mit der Schule unglücklich ist? Quält sich der Schüler im ersten Jahr und schafft gerade den Abschluss, "dann ist noch eine gute Zeit gegeben, um abzuzweigen", sagte Zeman. Ein Schulwechsel soll aber immer mit einer differenzierten Laufbahnberatung einhergehen, wo die Fähigkeiten und Potenziale eines Kindes genau erhoben werden. Ein zu schneller Wechsel kann sich schnell zum Flop entwickeln. "Man muss sich die Schule genau ansehen, auch das Gebäude besuchen, immerhin verbringt man als Schüler viel Zeit darin." Tritt die Motivationskrise kurz vor dem Abschluss auf, "dann ist unser Ziel zu schauen, wie es der Schüler schaffen kann, bis zum Schluss durchzuhalten".

Pubertät als Belastung

Als belastend werden aber auch Probleme mit dem sozialen Umfeld erlebt - nicht zuletzt gilt die Pubertät als eine herausfordernde Lebensphase. "In einem gewissen Alter haben andere Dinge im Leben eine größere Wertigkeit als die Schule", so Zeman. Jugendliche beschäftigt der erste Liebeskummer oder die Trennung der Eltern. Was in den vergangenen Jahren zunimmt, sind nach Angaben der Expertin Probleme nach persönlichen Beziehungs- und Freundschaftsabbrüchen. "Das kann erhebliche Probleme und Krisen auslösen (...) in diesem Alter nehmen Freundschaften einen großen Stellenwert ein."

Auch die ORF-Telefonberatung "147 Rat auf Draht" verzeichnet vor Schulschluss einen leichten Anstieg bei den Anrufen. Das Thema Schule ist das ganze Jahr über präsent, sagte Birgit Satke, Leiterin von "147 Rat auf Draht", kurz vor Ferienbeginn aber besonders. Hauptsächlich geht es um die Frage "Wie bringe ich meinen Eltern die schlechten Noten bei?" oder "Wie kann ich es anstellen, dass ich trotz Nachzipf auch die Ferien genießen kann?". Der Druck ist in den vergangenen Jahren deutlich spürbarer geworden, betonte Satke. "Ziemlich viel fokussiert sich auf zweieinhalb Prüfungsmonate." Wenn es einen Nachzipf gibt, rät die Expertin zu einer guten Planung, die beides ermöglicht: Lernen und Ferien genießen. "Nicht nahtlos von Schule und Lernen zum Lernen für die Nachprüfung übergehen. Kinder brauchen eine Erholungspause", meinte Satke.

(APA)

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49 Kommentare
 
12
Gast: ringel
25.06.2012 14:10
4 0

Ich sage Ihnen:

Noch mehr Psychologen = noch mehr Quacksalber = noch mehr Verblödung.

Gast: Lehrerlehrerlehrer
25.06.2012 09:15
3 0

wundert einen das ?

1. sitzen gut 15+ % etwa völlig überfordert im Gymnasium (insbes. Unterstufe - die dadurch trotz der diese Gruppe "überfordernden" Zustände nach unten nvelliert...) - statt in eine HS(NMS zu gehen - dort wären auch lt Schmiedts famoser Strategie nicht 29 sondern unter 24 Schüler in einer Klasse, oft mit 2 Lehreren...
2. lassen Eltern immer mehr in ihre Empathie und Erziehungsfunktion aus....und bauen viel zu wenig emotionale Bindungen zu ihren Kindern auf - oft sind die Fehler da in den 10 Jahren davor schon nachhaltig passiert.)
3. Gehen viele Kräfte in der Gesellschaft, auch manche Schulbehörden, dem Trend nach, dass alles nur Spaß machen müßte - und keine Bringschuld btw. der Ethos harter Arbeit eingefordert werden müßte.
4. Folge: WU Eingangsphase 70% (!) Nichtgenügend in Englisch... Umgekehrt sehen es viele als Prestigeverlust, satt einer AHS-Matura eine Lehre zu machen (mit pot. Studienberechtigungsprüfung für FH etc...) Und klammern sich an eine von der Grundkonstruktion theoretisch abstrakten und breit angelegten Gymnasialausbildung. Der Irrtum: siehe letzte berichte: schlechte Maturanten sind die zukünftige 2. Problemgruppe neben denen, die die Pflichtschule nicht abgeschlossen haben und ebenso unvermittelbar sind...(weil man sie etwa als Nichtleser in die 1. HS (0der gar AHS !) aufsteigen ließ. anstatt sie in ein 5. VS-Jahr heranzuführen...

3 0

Die "Pressestunde" von heute Sonntag, 24. Juni

mit Claudia Schmied sollte als Lehrbeispiel für praxisfernen Politspeech aufbewahrt werden. Diese Frau ist ein Teil des Problems unserer heutigen Bildungsmisere. Allein bemerkenswert ist ihr "Eye Brush" - nach seinerzeitiger Spesenabrechnung nunmehr aus der eigenen Tasche bezahlt.

Anekdote aus dem Alltag:

Aggressiver Schüler kommt zum Schulpsychologin, weil er in der Klasse gewalttätig ist. Schulpsychologin fliegen nach 5 Minuten Buntstifte (in ihre Richtung) entgegen. Schulpsychologin beendet Sitzung mit der Argumentation, dass auf Grund des hohen Aggressionspotentials die Sitzung heute keinen Sinn macht und vertagt auf nächste Woche. Der Schüler wird in die Klasse zurückgeschickt... und das lustigste daran ist, dass es zu diesem Vorfall nur gekommen ist, weil die Eltern überhaupt ihre Zustimmung zu dem Treffen mit der Sp. gegeben hatten, denn soetwas funktioniert verpflichtend, also ohne Einverständnis, nicht. Fiktion oder Wirklichkeit, was glauben Sie?

Re: Anekdote aus dem Alltag:

die schulpsychologin hat den vorteil, die sitzung nach ein paar minuten zu beenden und in ihr büro zurückzukehren. sie kann sozusagen vertagen.

Wenn die Gesellschaft will, dass sich der Schüler

nur hinsetzt und passiv darauf wartet, bis der Lehrer ihn "motiviert", darf man sich über diese Entwicklungen nicht wundern.

Re: Wenn die Gesellschaft will, dass sich der Schüler

Wenn das Kind in diesem Stil erzogen wird, muss man sich nicht wundern.
Aus der Praxis: Oma füttert noch den Schüler. Wenn der Popo abgewischt werden soll, bittet er die Lehrerin darum.
Fällt ein Stift zu Boden, weist er die L frustriert darauf hin- auf die Idee, ihn aufzuheben kommt er nicht einmal.

Antworten Antworten Gast: Gesellschaft ist moralisch am Ende
24.06.2012 08:38
2 0

Re: Re: Wenn die Gesellschaft will, dass sich der Schüler

die neoliberale Umformierung und Ökonomisierung der Gesellschaft ist mitschuldig an dieser Entwicklung. Das sieht man allerorten - die Mütter die ihre kinder aus finanziellen Gründen immer früher in Krippen schleppen - in Ostdeutschland sogar ganztrags ca. 8 bis 12% der unter Einjährigen! Da kann mir keiner erzählen, dass es da nicht zu Auffälligkeiten kommt.

der Normalbürger erstickt in Abgaben und Steuern, soll er doch als letzter alles finanzieren, während andere immer reicher und Staaten immer pleiter werden.

Beide müssen dann arbeiten gehen, die Familien zerbrechen immer früher, hohe Scheidungsraten und viele Alleinerziehende. Singularisierung der Gesellschaft, Burnout, mobbing, zunehmende Arbeitsbelastung, da immer weniger immer mehr arbeiten sollen. Die Ökonomisierung zieht auch in die Schulen ein und das System wird immer totalitärer - da gehts nur noch um Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt - der Staat braucht Zahler, die Wirtschaft Arbeitsdrohnen. Die guten Sitten hat die Moderne schon längst verloren! die Wirtschaft möchte konsumzombies und Drohnen - mehr müssen die nicht können, also werden sie mit Werbung zubombadiert, Panem et Circenses - Konsumieren, Abgaben zahlen und Arbeiten, Arbeiten - mehr sollen Bürger heute nicht mehr. Natürlich hinterlässt das Spuren bei den Kindern.

und Leistungsstress und Survival of the fittest ist das ewige Mantra der Neoliberalen -- natürlich soll man nachher trotzdem möglichst früh ableben und wenig verdienen


Re: Re: Re: Wenn die Gesellschaft will, dass sich der Schüler

Natürlich ist es eine Sauererei, wie mit Menschen umgegangen wird und das schwächste Glied in der Kette bekommt am meisten ab.
Bei den Kindern oben handelt es sich aber um solche, die nirgendwohin abgeschoben werden mussten, sondern von der Mutter oder auch der Oma zu Hause liebevollst betreut werden konnten. Auf eine altersadäquate Erziehung zur Selbständigkeit wurde vergessen.

Gast: Techtl S
23.06.2012 15:42
9 0

Überforderung und Frustration Der Lernstoff überfordert manche Schüler, er wird als zu viel empfunden - und das sorgt für Frustration.

Und was lernen wir daraus?

Wir brauchen die Schmied`sche Gesamtschule, damit endlich dieser Böse Leistungsdruck aufhört und die Schüler genüsslich der Roten Vorfeld Organisation AMS und in weiterer Folge als Rote Sozialhilfe Empfänger entgegen dümpeln können.

Außerdem darf das Bildungs-Niveau nicht steigen, da dann die Gefahr bestehen würde, das viele zu gebildet wären um die Roten zu wählen.

Also lieber jammern wie arg der Druck in unseren Schulen ist.

Das wir in einer Leistungs-Gesellschaft leben, die nicht nur aus Spass haben besteht, hat sich bis zu den Roten Minder Leistern anscheinend noch nicht durchgesprochen.

Gast: johnnychesterfield
23.06.2012 10:24
11 0

na arg

der lernstoff wird als zuviel empfunden....macht das nicht nachdenklich? der hat sich nämlich seit über dreißig jahren nur nach unten entwickelt. ganz ehrlich? wer nicht wirklich lesen kann ist auch von einer speisekarte überfordert. darin liegt das problem. schuld sind natürlich, wer denn sonst, die lehrerInnen. einfaches rezept. niemand anderer. ach, fast hätte ichs vergessen: psychologen ordinieren in der schule während der unterrichtszeit. wie holen denn die armen kleinen den lernstoff dann nach? ist realität. believe me. meine lösung: die 24h schule mit gleitzeit für schüler, dazu massiver einsatz von hilfspersonal (köche, hauswarte, ärzte, elektriker, psychologen,..). erweiterung des einsatzes von computern (natürlich mit stehendem internetzugang) weiters verbannung aller buchstaben aus räumen, wo sich kinder aufhalten (überforderungsvorbeugung) und möglichst heterogene gruppen mit wahlweise einem unausgebildeteten lehrer. klingt dystopisch? ist schon so (bis auf die 24 stunden). mahlzeit

Antworten Gast: bergziege
24.06.2012 00:50
2 0

Re: na arg

Kein Wunder, dass der Lernstoff zu viel ist. Kommen doch viele Schüler mit Kopfhörern zum Unterricht und entfernen diese - wenn überhaupt - nur äußerst widerwillig aus den Ohren. Was ganz diskret unter dem Tisch mit dem Handy passiert, kann nicht immer sofort festgestellt werden. Wie weit intellektuelle Inhalte, die noch dazu oft absolut nicht zum Interesse mancher Schüler gehören, in ihr reizüberflutetes Gehirn gelangen, fragt sich. Ob eine
24-Stunden-Gleitzeit die vielen Fehlstunden so manchen Schüler überhaupt beheben könnte glaube ich nicht. Die mangelnde Moral und Unwilligkeit wie sie derzeit "zelebriert" werden, können nur zur allgemeinen Verblödung führen. Mit wenigen Ausnahmen. Das Aufwachen könnte grausam werden.

Re: na arg

Selbstverständlich wir der Lernstoff als zuviel empfunden. *WEIL* er weniger geworden ist, sodass dann einfach die Grundlagen fehlen. Und auch, weil oft nur vor den Prüfungen am Jahresende wirklich gelernt wird.

Wenn man einen Jahresstoff auf ein paar Wochen komprimiert, ist er natürlich zuviel.

aus der praxis:

man sieht daran, wie komplex dieses system ist: schüler können ihre frustrationen oft nur bei facebook, computerspielen und happy slapping abbauen; manche erwachsene tun sich da leichter; man braucht nur auf eine autobahn zu fahren, dort sieht man, wie die psychisch überfordertern der arbeitswelt agieren: aggressives autofahren etcetc.
ich habe schon so viele verschiedene schwierige einzelfälle von schüler(-schicksalen) miterlebt, dass ich mit gutem gew.issen sagen kann, es gibt keine patentrezepte!
positiv für eine gedeihliche entwicklung erscheint mir aber eine hohe wertschätzung der schule bzw. der bildung überhaupt; es ist nicht uncool, etwas nicht zu können.
daran sollten wir alle arbeiten; wir lehrer leisten gerne unseren beitrag dazu!

Antworten Gast: 1. Parteiloser
23.06.2012 11:38
0 10

Re: aus der praxis:

wir lehrer leisten gerne unseren beitrag?

Wurde nicht erst berichtet, dass auch Lehrpersonen überraschend stark zur Gewalt gegen Schüler neigen?

Meinen Sie diese Methode als Beitrag der Lehrpersonen?

Antworten Antworten Gast: bergziege
24.06.2012 00:53
0 0

Re: Re: aus der praxis:

Schreiben ist Silber. Nicht schreiben Gold.

Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
24.06.2012 12:00
0 0

Re: Re: Re: aus der praxis:

Gewalt in der Schule, vor allem von Lehrpersonen, ist die Hölle.

Gewaltfreies Arbeiten mit den Schülern und vermitteln von Fähigkeiten wäre Gold.

Nur, das Österreichische Bildungssystem ist eben die Hölle!

Lehrpersonen, welche mit den Schüler arbeiten und die Fähigkeiten zum Leben vermitteln, die wären Gold.

Lehrpersonen, welche kaum mit den Schülern arbeiten und die Aufgabe nicht erfüllen, die sind aber die Hölle für die Gesellschaft.

In Österreich, wo sich die Lehrpersonen lieber mehr als 1.000 Stunden pro Jahr mit Nebentätigkeiten wie zB dem Heftverbessern abgeben und vor den Schülern flüchten, da hat die Gesellschaft doch die Hölle bekommen.

Die Aufgabe für die Gesellschaft auch erledigen wäre Gold, die Aufgabe nicht erledigen ist dann nur ein asozialer Misthaufen!

Ich gehe aber davon aus, dass Bergziegen das niemals verstehen können. Wie auch, sind Bergziegen doch alleine am Fressen interessiert!

Antworten Antworten Gast: spark
23.06.2012 13:26
2 0

Re: Re: aus der praxis:

"werde nicht eben erst berichtet"

der 1. arbeitet ohne statistiken? ohne netz sozusagen.

Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
24.06.2012 12:05
0 0

Re: Re: Re: aus der praxis:

Hihi, die Lehrpersonen arbeiten gleich fast nichts, brauchen also auch kein Netz!

Lehrpersonen brauchen auch keine Daten und keine Kenntnisse, die brauchen nur das menschenrechtswidrige Beamtendienstrecht zur eigenen Existenz. Die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, vor allem den Schutzbefohlenen wurde zur einer Verantwortung der Gesellschaft gegenüber den Lehrpersonen umgedreht.

Ignorieren und Negieren der Tatsachen wird der Gesellschaft aber die Existenzgrundlage nehmen. Absolventen, welche die Fähigkeiten zum Bestreiten des eigenen Lebens immer mehr fehlen, die werden es niemals schaffen die Ruhegenussansprüche der Beamten zur erfüllen.

Die Lehrpersonen entziehen sich also selber das Netz zur eigenen Altersabsicherung. Und, das Negieren und Ignorieren wird an dieser Tatsache auch nichts ändern.

ganzes Jahr faulheit

und wenn die Bewertung dafür kommt brauchen sie psychologische Hilfe. wie soll das im Berufsleben weitergehen? wenn der Chef einen Auftrag erteilt brauchen sie einen Psychiater weil überfordert?

Antworten Gast: bergziege
24.06.2012 00:54
1 0

Re: ganzes Jahr faulheit

Für viele gibt es kein Berufsleben. Oder ein kurzes und danach das AMS.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
24.06.2012 12:49
0 0

Re: Re: ganzes Jahr faulheit

Diese Menschen, wie von Ihnen skizziert, die gibt es in Massen.

Das kommt daher, weil diese Menschen die Fähigkeiten fehlen eine eigene Existenz zu schaffen. Wer kaum die Grundrechenarten beherrscht und nicht sinnerfassend Lesen kann, der kann doch niemals ein Unternehmen führen.

Diese Masse an Menschen sind aber auch für die meisten Beschäftigungsverhältnisse in der Realwirtschaft ungeeignet. Die verstehen dann ja auch nicht die zu erfüllenden Aufgaben, bzw. sind nicht fähig diese Aufgaben zu erfüllen.

Wenn diese Menschen keinen geschütztes Beschäftigungsverhältnis in einem der vielen geschützten Bereiche in Österreich, auf Kosten der Mitmenschen, bekommen, dann sind diese Menschen eben Beschäftigungslos.

Diese Menschen kommen, mit den geringen Fähigkeiten das eigene Leben zu bestreiten aus dem Österreichischen Bildungssystem.

Genau diese Phänomene, Phänomene welche die Gesellschaft zersetzen und der Gesellschaft die Lebensgrundlage nehmen, sind auch der Grund für meine Kritik am Bildungssystem und der Verantwortlichen im, und für, das Bildungssystem.

Können Sie diese Problematik wirklich nicht verstehen?

Gast: In Ehrfurcht erstarrt
22.06.2012 19:37
2 5

Gibt es etwas herrlicheres als die Schule?

Die Schule steht da wie ein unverrückbarer Felsen.
Die Schule ist das Maß aller Dinge.
Am Schulsystem wird niemals gerüttelt.
Die Schule bewegt sich außerhalb von Gut und Böse.
Überall kann man Fehler suchen und finden. Aber die Schule steht da in strahlendem Glanz, unfehlbarer als der Papst.

Egal was die Schule macht, die Schule macht immer alles richtig, an der Schule darf niemand zweifeln.

§ 1 Die Schule hat immer recht.
§ 2 Sollte die Schule einmal ausnahmsweise nicht recht haben, tritt automatisch § 1 in Kraft.

Selbst wenn 90% aller Kinder psychologische Hilfe brauchen wird man niemals der Schule, sondern immer nur den Kindern psychologische Hilfe anbieten.

Wenn etwas nicht so läuft wie man es erwartet liegt das ausschließlich an den fehlerhaften Kindern, niemals an der perfekten Schule.

An den Kindern kann man ganz leicht alles ändern. An der Schule wird niemals etwas geändert, denn die Schule ist die Richtigkeit schlechthin.

Die Kinder müssen der Schule angepasst werden. Die Schule ist Selbstzweck, sie muss niemals den Anforderungen angepasst werden.

Antworten Gast: Sacher K
23.06.2012 15:53
4 1

Re: Gibt es etwas herrlicheres als die Schule?

Sie haben wohl so manche Klasse wiederholen müssen ihrem Schulfrust nach zu schliessen.

Antworten Antworten Gast: In Ehrfurcht erstarrt
23.06.2012 18:28
2 2

Re: Re: Gibt es etwas herrlicheres als die Schule?

Ich war nicht nur Klassenbester sondern Schulbester. Zu meiner Zeit war aber Schule noch erträglich. Außerdem hatte ich Glück, selbst für damalige Zeit waren an unserer Schule die meisten Lehrer ganz anständig.
Trotzdem habe ich mich nicht sehr wohl in der Schule gefühlt. Manche (nicht alle) Lehrer hatten Probleme mit mir. Sie wussten nicht recht, wie sie mit meiner Hochbegabung umgehen sollen. Es war ihnen oft peinlich, weil ich mehr konnte als sie.

Meine Argumente habe ich auf die Schule von heute bezogen. Die Schule hat sich inzwischen von Alltag sehr weit entfernt.
Mit dem Argument, man müsse die Kinder fordern, damit man sie fürs Leben vorbereitet, werden die Kinder einem Druck ausgesetzt der nicht nur nichts nützt sondern auch sehr schadet.
Die weltfremden Forderungen der Lehrer an die Kinder zeigen, dass die Lehrer null Ahnung von den Anforderungen des Berufslebens haben.

Nur ein Beispiel: Im Beruf bekommt man alles Wissen das man braucht um eine Aufgabe erfüllen zu können.
In der Schule kommt es sehr häufig vor, dass etwas geprüft wird, was im Unterricht gar nicht gelehrt wurde. Das erzeugt Stress welcher Bildung nicht fördert sondern verhindert.
Anstatt dieses Fehlverhalten der Lehrer zu unterbinden, werden die Kinder psychologisch betreut. Welch eine Ressourcenverschwendung!

Es wäre zielführender die Psychologen dafür einzusetzen dass der Disstress gar nicht erst entsteht, d.h. die Psychologen müssen bei den Lehrern, nicht bei den Schülern ansetzen.

Für all diejenigen, die es noch nicht gemert haben sollten:

Es krankt in unserem Bildungssystem. Und zwar gewaltig. Das Budget wird gekürzt. Gleichzeitig steigen die Ausgaben für Verwaltung und Personal. Die EDV an vielen Schulen ist nicht zeitgemäß, die Räumlichkeiten schimmeln, die Gebäude haben einen (nicht nur) leichten Hauch von Gefängnis.

Es werden an Gymnasien Stunden von Menschen gehalten, die man getrost und ohne schlechtes Gewissen als V0ll!d!0ten bezeichnen kann. Die von den praktischen Anwendungen ihrer Gebiete ungefähr soviel Ahnung haben wie Verona Poth von Quantenmechanik. Die nicht mehr beherrschen, als die Dinge, die sie den Schülern beibringen sollen. und selbst diese nur mittelprächtig.

Die ohnehin mangelhafe Motivation der Schüler wird durch antiquierte Unterrichtsmethoden und Benotungen weiter geschmälert. Parallel werden sie mit geistigem - und man verzeihe mir den ausdruck- Dünnpfiff aus Film und Fernsehn beschossen, weil die Eltern sie dort parken, anstatt sich mit ihnen zu beschäftigen. Das macht auch mehr Spaß als zu lernen und ist weniger anstrengend. Dann wundern sich die Kinderchen, wenn am Jahresende nur 5er im Zeugnis stehen und brauchen einen Psychiater, weil doch alles zuviel ist.

Dabei muss man für ein Gymnasium nicht einmal mäßig intelligent sein. Fleiß reicht völlig.

Momentan ist das Bildungssystem in Österreich nicht mehr als solches zu bezeichnen. Wir brauchen mehr, wir brauchen bessere Lehrer. Die sich mit den Kindern beschäftigen und sie fördern und fordern.

 
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