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Schulschwänzen: Paket geht demnächst in Begutachtung

 (Die Presse)

Schmied und Kurz klärten nach tagelangem Hickhack Unstimmigkeiten. Ein Ergebnis: Über Schulbesuche Kurz' entscheiden die Direktoren.

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Wien/Beba. Nach längerem Hickhack zwischen Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) kam es am Mittwoch zur Aussprache. Kurz hatte Schmied vorgeworfen, seine Initiativen für die Schule zu blockieren, und das Arbeitstempo kritisiert, was die Maßnahmen gegen Schulschwänzen betrifft, die vor dem Sommer akkordiert worden sind.

Klar ist nun: Das Paket der Regierung wird im November in Begutachtung gehen. Damit wird nicht nur die Verdoppelung der Strafen fürs Schwänzen auf 440 Euro durchgesetzt, sondern auch ein Stufenplan zur Bekämpfung des Schulschwänzens festgeschrieben.

Das Projekt der Integrationsbotschafter – prominente Migranten besuchen Schulen, um Vorurteile abzubauen – wird fortgeführt. Kurz hatte bekrittelt, dass die Botschafter an Schulen nicht mehr willkommen seien. Dazu Schmied: Die Schulen könnten darüber autonom entscheiden. Und: Auch über Kurz' Besuche entscheiden die Direktoren. Diese Frage sorgte zuletzt für gröbere Unstimmigkeiten. Man habe Kurz über die Rechtslage aufgeklärt, heißt es aus dem Büro der Ministerin. Grundsätzlich gelte: Als Parteipolitiker sei er nicht willkommen, als Integrationsstaatssekretär im entsprechenden Kontext schon.

Debatte über Deutschklassen

Was eigene Deutsch-Förderklassen betrifft, die Kurz vorgeschlagen hat, gab es ein erstes Gespräch – in dem Schmied einmal mehr betonte, sie lehne solche „Ghettoklassen“ ab. Stattdessen solle die Finanzierung der schulischen Sprachförderung, die bisher bis 2014 garantiert ist, auch über diese Frist hinaus gewährleistet werden. Auch ein zweites Kindergartenjahr sei sinnvoll, so Schmied – auch Kurz ist dafür.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2012)

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8 Kommentare

Viel Feind - viel Ehr: zur Bekämpfung des Schuleschwänzens

Viel Feind - viel Ehr: zur Bekämpfung des Schuleschwänzens kann man nur sagen: Sie bekommen, was sie verdienen, die Schulemacher einer Schule, die das Gegenteil von Schule ist.
In der Ich-kann-Schule weiß jedes kleine Kind, dass: actio = reactio, Druck erzeugt Gegendruck.
In der Pädagogik ignorieren alle bis zur Ministerin hinauf Naturgesetze. Das kann lustig werden - wenn man in der Zuschauerposition ist.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe

Gast: asd po tz
18.10.2012 17:34
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Eigenverantwortung statt Gesetze und Strafen

Die von Kurz und Schmied angedachten Inhalte geistern bereits zu lange durch die Medienwelt und dienen letzten Endes scheinbar ausschließlich dem persönlichen Bedürfnis der beiden, regelmäßig medial präsent zu sein.

Weshalb sollen Schulschwänzer und deren Eltern bestraft werden? Möglicherweise lernt ein Schulschwänzer mehr als ein anwesender Schüler dies in einem System macht, das sich ausschließlich diskutiert und nicht implizit verbessert / reformiert. Machte ein Strafgeld für Schulschwänzen Sinn, es könnte schon seit Monaten eingehoben werden (und damit Planstellen / Beamtenstellen am bmukk geschaffen werden)!

Politiker haben an Schulen grundsätzlich keinen "Bildungsauftrag" - Direktoren wollen zumeist zunächst dem eigenen politischen Background gefallen, die restlichen Parteien werden zwecks neutraler / objektiver Meinungsbildung auch noch den Schülern präsentiert; zur Befriedigung des eigenen Ego gibt es hoffentlich nicht nur einen Eintrag mit Foto auf der bmukk- / Partei-Homepage, sondern auch eine Ehrung, also irgendeinen Titel. Parteipolitik ist Privatsache: der Eltern, der Freizeitgestaltung durch Mitgliedschaften in parteinahen Organisationen, durch Medienkonsum,...!

Ein zweites Kindergartenjahr ist ebenso entbehrlich.

Die Politik möge nicht noch mehr Zwangsauflagen gesetzlich einführen, sondern ein Umfeld schaffen, in dem das Individuum wachsen, lernen und sich entwickeln kann - Eigenverantwortung statt Politikzwangsnormierung!

Gast: asterix der gallier
18.10.2012 15:01
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"...entscheiden die Rektoren"

Schreibt BITTE "Direktoren".
Der Anschluss an Deutschland war einmal und ist uns nicht besonders gut bekommen.

Gast: Knozzer E
18.10.2012 09:18
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Letztlich wird nur ein kleines Pausensackerl übrigbleiben.

Klar ist nun: Das Paket der Regierung wird im November in Begutachtung gehen. Damit wird nicht nur die Verdoppelung der Strafen fürs Schwänzen auf 440 Euro durchgesetzt, sondern auch ein Stufenplan zur Bekämpfung des Schulschwänzens festgeschrieben.

Was macht eigentlich der "Schwänzbeauftragte" so??

Nie mehr was von ihm gehört!

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Wer ist ein Schulschwänzer?

Wenn ein Schüler ein von den Eltern unterschriebenes Entschuldigungsformular dem Klassenvorstand vorlegt, wird das Fehlen entschuldigt. Manche Schüler haben Blankounterschriften mit. Schulschwänzer, deren Eltern dies decken fliegen nicht auf, und die Eltern werden es nun noch mehr tun, denn dann brauchen sie nicht zahlen.

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Re: Wer ist ein Schulschwänzer?

leider sind derlei 'unbedachte nebenwirkungen' oft der haupteffekt staatlicher intervention in moeglichst alle belange unseres lebens.

Gast: bärig
17.10.2012 21:19
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Ghettoklassen

Sind Schulen speziell für Hochbegabte eigentlich auch Ghettoschulen? Wir da mit zweierlei Maß gemessen?

Re: Ghettoklassen

Klassen mit Hochbegabten funktionieren, weil diese SchülerInnen auch voneinander profitieren können. Umgekehrt: Warum soll ein Schüler nichtdeutscher Muttersprache besser Deutsch lernen, wenn in der ganzen Klasse kein einziger Deutsch spricht? Ich würde das GEGENTEIL empfehlen und die sprachunkundigen SchülerInnen aufteilen. Ich habe (an einer chinesischen Schülerin) einmal gesehen, wie schnell der Spracherwerb gehen kann, wenn ein gutes deutschsprachiges Umfeld gegeben wird. Ein Jahr als a.o. SchülerIn, und dann gings schon dahin!

Eduard 2013

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