Reform der Schulverwaltung auf Schiene

 (Die Presse)

Die Bezirksschulräte werden abgeschafft. Einsparungen sind allerdings überschaubar. Auch bei den Landeslehrern bleibt Sparpotenzial ungenutzt.

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Wien/Apa. Wenige Monate vor der Nationalratswahl – und nachdem etliche selbst gesetzte Deadlines verstrichen sind – hat die Regierung doch noch die schon lange angekündigte Reform der Schulverwaltung auf Schiene gebracht. Die entsprechenden Gesetzesentwürfe wurden am Dienstag in Begutachtung geschickt.

Geplant sind die Abschaffung der Bezirksschulräte sowie ein effektiveres, transparenteres Controlling der Landeslehrer. Außerdem sollen die Bundesländer die Mitsprache der Pflichtschuldirektoren stärken können. Die Maßnahme ist nicht näher definiert, könnte aber dazu führen, dass sich Schulleiter ihre Lehrer aussuchen dürfen. Zudem soll künftig möglich sein, dass ein Direktor mehrere Schulen bzw. Schultypen gleichzeitig leitet, was angesichts des Mangels an Interessenten Vereinfachungen brächte.

 

Ein Fünftel weniger Inspektoren

Anstelle der 98 Bezirksschulratsbehörden inklusive der nach Proporz besetzten Kollegien soll es künftig ein regionales Schul- und Qualitätsmanagement mit flexiblen Außenstellen des Landesschulrats geben. Das Einsparungspotenzial ist aber überschaubar: So soll ein Fünftel der derzeit 130 Planstellen bei den Bezirksschulinspektoren eingespart werden.

Auch beim Controlling der Landeslehrer bleibt Sparpotenzial ungenutzt. Der Kostenersatz wird – anders als von Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) gefordert – nicht angetastet. Weiterhin gilt also: Setzen Länder mehr Lehrer ein als vereinbart, schießt der Bund das Gehalt vor. Die Länder zahlen dann nicht das echte Gehalt zurück, sondern nur das geringere für einen Neueinsteiger.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2013)

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7 Kommentare

wichtig ?

ich denke, dass das aber mit weitem Abstand das unwichtigste Thema im Zusammenhang Schule - Bildung - Reformen ist

bei Reformen

ist es wie bei Gulaschdosen, manchmal steht Schweinefleisch drauf und es ist Gammelfleisch drinn.

schmäh

das ist doch der oberschmäh unserer schmied! die abschaffung der bezirksschulräte bringt geringste einsparung. gemeint ist naemlich das "bezirksschulratskollegium"dieses gremium wird in jedem bezirk entsprechend dem jeweiligen landtagswahlergebnis eingerichtet und tagt einmal oder zweimal pro jahr. dafuer bekommen diese geringes sitzungsgeld.
die abschaffung ist wahrscheinlich nicht einmal spuerbar, weder von der fehlenden bedeutung noch von der finaziellen einsparung. gleichzeitig werden unsere kinder waehrend der unterrichtszeit immer mehr getestet und ueberprueft, angefuehrt von konzepten welche hoch bezahlte beraterfirmen erstellen . dorthin fliessen die grossen summen des bildungsbudgets. schmied macht dem wahlvolk doch nur was vor.

Re: schmäh

Genau! völlige Zustimmung!!!

ein kleiner Schritt

aber langsam in die richtige Richtung, nämlich VERWALTUNGSREFORM.

Re: ein kleiner Schritt

Verwaltungsreform: ja. Findet in diesem Fall aber nicht statt. Chef (Präsident) der Bundesbehörde Landesschulrat ist der Landeshauptmann. = Zementierung der Parteibuch- und Freunderlwirtschaft, Inkompetenz und Mehrkosten.

Aussuchen

Das Aussuchen der Lehrer öffnet der Freunderlwirtschaft Tür und Tor und macht den Direktor erpressbar. Was soll er antworten, wenn der Bürgermeister die Höhe des Schulbudgets mit dem Satz verbindet:"Weißt eh, mein Neffe ist jetzt mit der Ausbildung fertig..." Außerdem haben Schulleiter (die selbst unterrichten) genug um die Ohren.

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