25.05.2013 01:01 Merkliste 0

Walser will AHS-Unterstufenlehrer abschaffen

BERNADETTE BAYRHAMMER (Die Presse)

Der grüne Bildungssprecher Harald Walser fordert einen neuen Lehrertypus für die Mittelstufe, klagt über vorgegaukelte Bewegung in der Bildungspolitik und kritisiert die AHS-Lehrergewerkschaft scharf.

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Die Presse: Das vergangene Jahr sollte laut Regierung das Jahr der Bildung sein. Wie ist Ihre Bilanz?

Harald Walser: Es wird nur Bewegung vorgegaukelt. Wir beschließen zwar ein Gesetz nach dem anderen, die zentralen Probleme – ein sozial und regional ungerechtes Bildungssystem – harren aber einer Lösung anhand einer grundlegenden Reform. De facto ist nichts weitergegangen, weder im Bereich der Elementarpädagogik noch bei der Schule der Zehn- bis 14-Jährigen.

 

Auch das Thema Lehrerdienstrecht sollte schon längst gelöst sein.
In welche Richtung muss es hier gehen?

Derzeit wird nur darum gefeilscht, die Anfangsbezüge etwas zu erhöhen, die Endbezüge etwas zu senken. Ich fordere einen Lehrertypus neuen Stils – einen Mittelstufenlehrer, der für die Zehn- bis 14-Jährigen zuständig ist.

Sie fordern also, den Typus AHS-Lehrer überhaupt abzuschaffen?

Für die Unterstufe möchte ich ihn abschaffen. Für die AHS-Oberstufe wird es diesen Lehrertypus natürlich weiterhin geben müssen. Aber wenn ich eine gemeinsame Schule fordere, brauche ich natürlich auch dafür ausgebildete Lehrkräfte.

 

Man muss dafür aber erst einmal die gemeinsame Schule zum Ziel haben.

Ich möchte sie. Wenn Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) bereit ist, das so auch zu formulieren, haben wir eine klare Position. Umbenennungsaktionen wie die Neue Mittelschule bringen uns nicht weiter. Derzeit täuscht die ÖVP Bewegung vor – und Schmied macht mit.

 

Ansätze gibt es ja. So soll die neue Lehrerausbildung, an der derzeit gearbeitet wird, eine gemeinsame sein...

Auch hier bin ich leider nicht optimistisch. Die Regierung ist sich ja nicht einmal einig, wo diese LehrerInnenausbildung stattfinden soll.

Ist das denn die entscheidende Frage?

Es ist eine wichtige. Die Ausbildung muss auf universitärem Niveau geschehen. Dach muss die Uni sein, die Pädagogischen Hochschulen sind wertvolle Teile der Ausbildung und sollten eingegliedert werden.

Zurück zum Dienstrecht: Ist es realistisch, das umzukrempeln?

Warum nicht? Wir haben Lehrkräfte, die ein modernes Schulsystem wollen. Der Widerstand wird von ein paar Uralt-Gewerkschaftern organisiert: den Herren Eckehard Quin (Chef der AHS-Gewerkschaft, Anm.) und Co., die nur den Status quo erhalten wollen. Es ist keineswegs die Mehrheit in der Gewerkschaft und schon gar nicht in der Lehrerschaft, die diese Blockadepolitik befürwortet.

 

Ihre Differenzen mit Eckehard Quin sind ja bekannt...

Die AHS-Gewerkschaft unter seiner Führung vertritt weder die Interessen der Junglehrer noch pädagogische Interessen. Es ist schade, dass er sich nicht traut, öffentlich mit mir zu diskutieren, ich habe ihn mehrfach dazu aufgefordert.

 

Was wünschen Sie sich für 2012?

Ein Bekenntnis zu einer gerechten und leistungsfähigen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen, zum Ausbau der elementarpädagogischen Einrichtungen und entsprechender Ausbildung der PädagogInnen: Dann könnte man von einem wirklichen Reformschub sprechen. [Fabry]

Zur Person

Harald Walser (58) ist seit 2008 für die Grünen im Nationalrat und dort Bildungssprecher. Der ausgebildete AHS-Lehrer ist seit 2003 Direktor des Gymnasiums Feldkirch (derzeit karenziert). Er fordert eine echte gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen – die Umstellung aller Hauptschulen auf Neue Mittelschulen kritisiert er als „Etikettenschwindel“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2012)

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33 Kommentare
 
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Leider klappt die Antwort an "Martin_01" nicht,

daher auf diesem Weg:
Ich beziehe seit meinem Einzug in den Nationalrat (Oktober 2008) natürlich keinen Cent mehr. Wir Grüne sind in finanziellen Dingen nämlich sehr genau. Wie halten es da die PolitikerInnen jener Partei, die Sie bevorzugen?

grüner schwachsinn


Er kassiert ja ein AHS-Lehrer-Gehalt mit Direktorenzulage, ohne je seine Schule von innen gesehen zu haben ..., natürlich plus 8000 Abgeordnetengehalt plus Spesen ...

Ein bisschen viel für Nichtstun und Verzapfen von Schwachsinn.

Etwas gar viel an Unwahrheiten:

Ich beziehe seit meinem Einzug in den Nationalrat (Oktober 2008) natürlich keinen Cent mehr. Wir Grüne sind in finanziellen Dingen nämlich sehr genau. Wie halten es da die PolitikerInnen jener Partei, die Sie bevorzugen?

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AHS-Unterstufenlehrer abschaffen...

Und so was ist AHS-Direktor. Was derzeit im österreichischen Bildungswesen zerstört wird, werden wir in den nächsten 50 Jahren nicht aufholen können. Diese unverantwortliche, ideologisch bedingte Nivellierung nach unten - angefangen von der neuen Mittelschule (Werbeschmäh) über die modulare Oberstufe (die keine ist), den völlig inhaltsleeren "kompetenzorientierten Lehrplänen" (nicht mal heiße Luft), der Zentralmatura (Unterstufennieveau) bis hin zur realitätsfremden Lehrerausbildung an den PHs (fachliche Ausbildung völlig untergeordnet) - wird als die bildungspolitische Katastrophe des 21. Jahrhunderts in die Geschichtsbücher eingehen. Herr Walser kann sich auf die Fahnen heften, hier "erfolgreich" an vorderster Front mitgewirkt zu haben.

Zuviel der Ehre:

Wir sind - noch - in der Opposition. Also bedanken Sie sich für die jetzige Situation bei Rot und Schwarz.

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Re: Zuviel der Ehre:

Sie liegen aber nicht nur inhaltlich voll auf der Linie NMS-modulare Oberstufe-Zentralmatura, nein, es kann ihnen dieser Prozess auch gar nicht schnell genug gehen. Sie fungieren quasi als "Brandbeschleuniger" in diesem grandiosen, bildungspolitischen Zerstörungswerk. Gratulation!

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Re: Zuviel der Ehre:

Bei ROT und ihren grünen Handlangern!!

Re: Re: Zuviel der Ehre:

Haben Sie schon einmal etwas über die mehr als ein Jahrzeht dauernde "Herrschaft Elisabeth Gehrer" gehört? Ist die aus Ihrer Sicht Rot oder Grün?

3 0

Re: Re: Re: Zuviel der Ehre:

Ist mir gut bekannt. Sie hat durch ihre "kinderfreundlichen" Stundenkürzungen sehr große Probleme hinterlassen, aber bei weitem nicht diesen Flurschaden angerichtet, der durch diese Unterrichtsministerin (mit Unterstützung der Grünen) entsteht und noch lange dauern wird. Bitte besinnen sie sich zurück auf eine gute AHs- Langform und eine verbesserte Hauptschule, die sehr wohl durchlässig nach oben ist, aber grundsätzlich Fachkräfte ausbilden soll.

Gast: elitebuerger2137
23.01.2012 17:34
2 0

unzufriedenheit

so wie es aussieht ist der ehemalige ahs direktor mit ahs unterstufe und den qualitaeten seines lehrpersonals nicht besoders zufrieden.
ich hab mir gedacht die ahs ist doch die bessere schule?
ich hoffe unsere leistungstraeger langweilen sich nicht in der schule und lernen auch genug

Re: unzufriedenheit

Mit der Leistung der Lehrkräfte an meiner Schule war ich sogar sehr zufrieden. Am ungerechten und ineffizienten System ändert das aber nichts.

Grüner Unterricht

Politische Korrektheit
Gender
Homosexualität

Antworten Gast: Lastkahn
23.01.2012 14:45
2 2

Re: Grüner Unterricht

Unverbindliche Übungen: Homosexualität

Im Zeugnis steht: Teilgenommen

Re: Re: Grüner Unterricht

solang nicht steht "befriedigend"...

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Unnötige Komplikation

Das heißt also, eine AHS mit Unterstufe und Oberstufe braucht dann zwei verschiedene Lehrertypen? Wie wird das denn bei kleinen Standorten gehen? Chemieunterricht z.B. gibt es doch nur in der 7. Klasse, wenn die Schule jetzt 2 Parallelklassen hat (war in meiner der Fall), kommt dieser Lehrer auf 4 Stunden. Hat er Physik als Zweitfach (gibt es, wenn ich nicht irre, in der 5. und 6. jeweils mit 2 Stunden), hat er 12 Stunden. Mit Pech ist die nächste Schule 50km weg, da geht dann pendeln untertags auch nicht so ohne weiteres.

Für die Qualität tut diese Spaltung nichts. Das hilft nur dabei, die AHS wieder ein Stück näher an die heilige Kuh NMS hinzuzerren. Sonst kommen Eltern ja noch auf die Idee, dass in der AHS-Unterstufe die besser ausgebildeten Lehrer sind und dass die Schule deshalb vielleicht ihren Kindern mehr bringen könnte...

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Re: Unnötige Komplikation

Ich fände eine Unterscheidung in Unterstufen- und Oberstufenlehrer durchaus sinnvoll, da sowohl fachlich als auch pädagogisch die Anforderungen in der Unterstufe ganz andere sind, also in der Oberstufe.
In der Unterstufe spielt vermutlich die pädagogische Aufarbeitung des Unterrichtsstoffs eine größere Rolle, während die fachliche Kompetenz noch nicht so ausgeprägt sein muss (Bsp: Mathematik: Bruchrechnen, elementare Geometrie usw. Englisch: grundlegende Grammatik etc.). In der Obstufe hingegen kann den Schülern durchaus schon mehr selbstständige Arbeit zugetraut werden, die weniger pädagogische Fähigkeiten des Lehrers erfordert, dafür ist aber die fachlichen Anforderungen höher, da im Allgemeinen tiefer in das jeweilige Fach eingetaucht wird.

Momentan haben wir großteils Lehrer, die in ihrer fachlichen Kompetenz den Anforderungen einer Oberstufe kaum gerecht werden und gleichzeitig weit davon entfernt sind, pädagogisch sinnvoll zu arbeiten.

Re: Re: Unnötige Komplikation


Das würde bedeuten, dass die Schüler erst etwas üben, von dem keiner wirklich was versteht und nach vier Jahren möglichst wieder alles mit einem Mal zu vergessen, um dann im 15. Lebensjahr wieder von vorne zu beginnen.

hahahaha

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Re: Re: Re: Unnötige Komplikation

Nein... das würde bedeuten, dass die Schüler in der Unterstufe Themen pädagogisch wertvolle Lehre erhalten, auch wenn die Materie leichter ist oder nur oberflächlicher dargeboten wird, und dann in der Oberstufe darauf aufbauend schwierigeren Stoff lernen können oder das in der Unterstufe gelernte auf einer "tieferen Ebene" verstehen können.

Sie beschreiben eher einen Zustand, wie er JETZT in praktisch allen Nebenfächern herrscht.

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Re: Re: Unnötige Komplikation

In einer großen Schule oder einer Schule in einem Ballungsgebiet wie Wien, Graz oder Linz ist es machbar, aber ich sehe hier einfach organisatorische Probleme. Der AHS-Stundenplan hat zu viele verschiedene Fächer, als dass das problemlos klappt, weil für eine Vollanstellung einer Lehrkraft nicht immer ausreichend Stunden vorhanden sein werden. Dann kommen wieder die Ausnahmeregelungen, und dann führt sich die Sache sowieso wieder ad absurdum. Schauen Sie sich die BORG-Struktur an, da muss an den kleineren Standorten jetzt schon ständig der halbe Lehrkörper in einer anderen Schule ebenfalls unterrichten und pendelt permanent.

In den BHS funktioniert die Fokussierung auf 5 Jahre doch nur deshalb, weil einerseits die Fächeranzahl beschränkt ist und andererseits ein großer Teil der Fächer von den Kommerzialisten unterrichtet wird, die eben nicht auf zwei Fächer spezialisiert sind, sondern alle wirtschaftlichen Gegenstände übernehmen können.

Gast: shb
23.01.2012 10:42
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...

...das was er da über Quinn sagt, glaubt er ja selbst nicht. Angeber.

Gast: Na Sowas Von
23.01.2012 10:16
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Herr Walser!

Sie sind, meine gute Kinderstube verbietet es mir, es ihnen zu sagen!

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Re: Herr Walser!

Wir freuen uns alle über ihr Privileg einer "guten Kinderstube". All jene, die dieses Privileg nicht hatten, wären vermutlich sehr dankbar, wenn zumindest einige der in dem Interview genannten Vorschläge umgesetzt würden.

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Re: Re: Herr Walser!

noch ein versuch
wollte er sich vielleicht einen jux machen , der herr jox?
dann passt ja das niv ea u

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Re: Re: Herr Walser!

also die zensur hat schon zugeschlagen
herr jux, aber leider nur bei meinem posting, ihren ganzen unsinn hat man belassen. gratuliere

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Re: Re: Herr Walser!

sollte da in ihrem postingnamen nicht ein vokal ausgetauscht werden. es gibt ohnehin genügend U's.
im übrigen verbietet mir meine kinderstube nicht, zu sagen, was ich von ihnen halte - nämlich nach dem ihnalt ihrer postings - gar nichts.
stärker geht es nicht - sie wissen schon, wegen der zensur!

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Re: Re: Re: Herr Walser!

Ich fasse das jetzt einmal als Kompliment auf :-)

 
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Eduard 2013

Schlagzeilen Bildung