23.05.2012 08:03 | Meine Presse Merkliste 0

Gewerkschaft kritisiert Wirtschaft: Schulzeit für Lehre anrechnen

 (DiePresse.com)

Jedes Jahr würden tausende BMHS-Absolventen in eine Lehre gedrängt, kritisiert die Gewerkschaft. Unternehmen ersparen sich dadurch viel Geld, die Wirtschaft blockiere eine neue Regelung.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Jedes Jahr würden Absolventen berufsbildender Schulen trotz abgeschlossener Ausbildung in die Lehrausbildung gedrängt, kritisiert die GPA-djp. Der Grund sei ein profaner: Diese Variante sei für die Unternehmen einfach billiger. Die Gewerkschaft fordert nun, die Schulbildung wieder verbindlich für eine Lehrausbildung anzurechnen. Das Problem, so GPA-djp-Chef Wolfgang Katzian am Dienstag in einer Aussendung: die Wirtschaftskammer.

Diese habe im Vorjahr die Wiedereinführung des §28 im Berufsausbildungsgesetz blockiert, der zuvor eine wechselseitige Anrechnung von Schul- auf Lehrzeiten und vor allem eine Anerkennung von Schulabschlüssen als Lehrabschluss geregelt habe. "Es gibt nur Soll- aber keine Mussbestimmungen", so Katzian. Im Klartext bedeute das: Es hänge vom Goodwill eines Unternehmens ab, ob eine HAK-Absolventin diesen Abschluss angerechnet bekomme oder noch einmal in die Lehre gedrängt wird und ob ihr dann zumindest ein Teil der Schulbildung auf die Lehre (etwa als Bürokauffrau) angerechnet wird.

Im schlechtesten Fall könne das Fehlen dieser Regelung bedeuten, dass ein HAK-Maturant eine Bürolehre bei Null beginnt oder dass eine Absolventin einer Tourismusfachschule bei einem Arbeitsplatz in der Reisebürobranche als Lehrling neu starten muss. Für das zweite Beispiel beträgt der Unterschied für die Betroffene laut GPA-djp 13.137 Euro im ersten Jahr - die Lehrlingsentschädigungen inklusive Sonderzahlungen im ersten Lehrjahr machen 6454 Euro aus, das Gehalt als Reisebüroassistentin hingegen 19.591 Euro.

"Tausende Betroffene"

"Natürlich nützt nicht jeder Unternehmer und jede Firma diese Lücke", sagt GPA-djp-Bundesjugendsekretär Helmut Gotthartsleitner. "Aber auf diese Art und Weise werden schon Jahr für Jahr tausende AbsolventInnen von BMHS in die für die Unternehmen billigere Lehrausbildung gedrängt." Eine Einigung, die im vergangenen Jahr in Reichweite gewesen sei, sei von der Wirtschaftskammer zurück gezogen worden. Die GPA-djp hat nun gemeinsam mit der AK Wien und mit anderen Gewerkschaften eine Informations- und Mobilisierungskampagne gestartet.

(Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

8 Kommentare
Gast: absolvent HLT
07.02.2012 01:51
0 0

... na ja

ich muss sagen...
welcher HLT Absolvent hat schon das notwendige wissen für ein Reisebür... natürlich LEHRE!!!

Das ganze Ausbildungssystem in der Tourismusschule für praktische Berufe ist eh fadenscheinig

Gast: werner_
01.02.2012 09:32
2 0

@ merkwürdig

was geht denn mit dir?
du hast ja 0 plan.. informier dich mal richtig, um was es da überhaupt geht! und dann äußere deine meinung, denn die wird dann eine andere sein^^

Antworten Gast: international_
01.02.2012 18:02
0 2

Re: @ merkwürdig

entschuldigung, aber beispiele zu bringen, wie einen hak-maturanten, der nachher eine bürolehre macht ist einfach dumm.

das kaufmännische wissen einer bürolehre hat die hak nach spätestens 2 semestern vermittelt. ein hak-maturant kommt im büro daher wohl eher als lehrlingsausbilder als als lehrling in frage!
wenn er sich trotzdem als lehrling bewirbt, dann ist ihm wohl nicht zu helfen.

Antworten Antworten Jenny_
02.02.2012 10:27
0 0

Re: Re: @ merkwürdig

Oh mein Gott! - Les dir mal alles durch, worum es im 'Bündnis Berufsberechtigung' geht!!

..und zu deiner Aussage: 'Wir sollten froh sein, wenn Betriebe die Lehrlinge ausbilden, und ihnen nicht Steine in den Weg legen'
Klar, tolle Sache! Nur dann sollten Sie Lehrlinge nehmen, die WIRKLICH DIE LEHRE MACHEN WOLLEN! Die Maturanten, oder HAS-, HLW- usw. absolventen nehmen dadurch den von der Poly kommenden Schülern die Lehrplätze weg! Ohne das sie das eigentlich wollen.
Komm mal klar mit dir..

Antworten Antworten Gast: werner_
02.02.2012 10:10
1 0

Re: Re: @ merkwürdig

bistuuu.. bitte les dir mal alles durch, nicht nur diesen artikel, sondern um was es sonst noch geht!

wenn ein maturant z. B. in ein Unternehmen geht, und die sagen dann: entweder du fängst bei uns als Lehrling an, oder bleibst arbeitslos ..da bleibt dem maturanten ja keine andere wahl..
die unternehmen dürfen selbst bestimmen, ob sie den maturanten als lehrling, oder als fixen angestellten annehmen! - natürlich entscheiden sie sich für die lehrlingsvariante, weil ihnen das billiger kommt!
ohne spaß.. du bist a wachbirn - 0,00 ahnung, aber mitreden!

Gast: international_
31.01.2012 19:06
1 4

merkwürdig

wenn ein hak-absolvent nachher eine lehre in einem kaufmännischen beruf macht, dann hat er wohl was falsch gemacht.
wenn er aber einen handwerklichen beruf dazu lernen will, dann dürfte das hak-wissen dabei nicht viele vorteile bringen.

ich glaube, die gewerkschaft sucht wieder krampfhaft probleme, dort wie gar keine sind.
wir sollten froh sein, wenn betriebe lehrlinge ausbilden und ihnen nicht steine in den weg legen.

0 0

Re: merkwürdig

na wenns eh kein problem gibt, dann kann die wkoe ja der wiedereinfuehrung der anrechnung als "muss"-bestimmung ratzfatz zustimmen.

Kritias
31.01.2012 17:44
3 1

Na was wollen wir denn mehr?

Zuerst nehmen wir eine ausgebildete Kraft, dann zahlen wir ihr die Lehrlingsentschädigung und schließlich lassen wir sie noch von der Berufsschule befreien, weil sie die Ausbildung ja hat. Die Unternehmen müssten wissen, dass sie es sind, die von der Einhaltung der Gesetze profitieren. Ausnahmsweise hat die GPA vollkommen recht!

Schlagzeilen Bildung