23.05.2012 08:03 | Meine Presse Merkliste 0

Wiener Eliteschule erhält fünf Millionen Euro pro Jahr

THERESA AIGNER (Die Presse)

Internationale Gepflogenheit oder grobe Ungleichbehandlung? Die Vienna International School erhält mehr Förderungen als alle anderen freien Privatschulen zusammen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Ist es gerechtfertigt, dass eine einzelne Privatschule mehr Geld vom Staat bekommt als alle anderen Privatschulen – die konfessionellen ausgenommen – zusammen? Das fragt sich jedenfalls Grünen-Bildungssprecher Harald Walser. Er richtet heute eine parlamentarische Anfrage an Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), in der er wissen möchte, warum die Vienna International School Förderungen von knapp fünf Millionen Euro bekommt. Während alle anderen rund 100 freien Privatschulen (zu ihnen zählen Waldorf- oder Montessorischulen) in Summe nur 4,88 Millionen Euro beziehen.

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, muss man einige Jahrzehnte zurückblicken: Die Vienna International School wurde im Jahr 1978, anlässlich der Ansiedlung der UNO-City, auf der Basis eines völkerrechtlichen Vertrages zwischen UN-Direktion und österreichischem Außenministerium geschaffen. Die Einrichtung der internationalen Schule für Kinder von UN-Bediensteten war eine der Bedingungen für die Schaffung des neuen Quartiers der Vereinten Nationen in Wien.

Sehr privat, sehr teuer: Die exklusivsten Schulen Österreichs

Alle 11 Bilder der Galerie »

Eine Schule für „Privilegierte“?

Dass die Schule eine besondere Klientel bedient, zeigt sich an den Auflagen, die sich durch den Vertrag ergeben: Es werden nur Kinder aus bestimmten Familien aufgenommen. Dazu zählen unter anderem die Kinder von Mitarbeitern der UN sowie Kinder von Diplomaten oder von internationalen Geschäftsleuten.

34 Jahre später ist das genau der Punkt, an dem Walser sich stößt: „Jedes Kind sollte gleich viel wert sein. Es ist daher unverständlich, dass die Regierung eine Schule mit Kindern aus privilegierten Elternhäusern unverhältnismäßig fördert.“ In Anbetracht dessen, dass die Schule zusätzlich Schulgeld bis zu 15.000 Euro im Jahr pro Kind von den Eltern nimmt, seien die fünf Millionen Euro ungerechtfertigt, sagt Walser.

Sowohl im Unterrichtsministerium als auch im Außenministerium will man diese Kritik nicht gelten lassen. Die Vienna International School sei eine historisch gewachsene Institution, die im Rahmen von internationalen Gepflogenheiten durchaus ihre Berechtigung habe. Im Außenministerium untermauert man das mit ökonomischen Argumenten: Die Mitarbeiter der Vereinten Nationen seien ein nicht zu unterschätzender volkswirtschaftlicher Faktor. Jährlich würden sie 400 Millionen Euro in Österreich ausgeben. Insofern sei es wichtig, diese – unter anderem durch ein attraktives Schulangebot – an Wien zu binden.

Bis zum Jahr 2014 wird der Vertrag, auf dem die Fördermittel basieren, neu verhandelt. Dass man die Schule auch weiterhin behalten will, wird von den zuständigen Stellen bestätigt. Harald Walser hingegen sähe das Geld lieber anderweitig investiert: Es sollte künftig den Schulen in freier Trägerschaft zugutekommen. Diese seien experimentierfreudig und könnten wesentliche Impulse für das ganze Schulsystem liefern.

Dass dieses Argument auch die UNO und die zuständigen Ministerien überzeugen wird, ist unwahrscheinlich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

57 Kommentare
 
1 2
Gast: Steve
09.02.2012 18:44
1 0

Herr

Vienna is perhaps the most important international city in Central Europe, and we all benefit from this. It is said that when Britain lost its Empire it did not find a role. In many ways Vienna did and our city leads the world in so many fields. A commitment to international education is one, and this includes of course the Vienna state bilingual schools. However if the government wants to act ethically (and within EU competition law?) then the taxpayers' support must follow the children and the families and not the school. All private schools should receive grants in proportion to the number of children they take from the United Nations and other worthy organisations. If the parents all still choose VIS then it is fair that all the money goes to VIS. What is not fair is for the Austrian Government to decide to support only one school and to give parents no choice in the matter. That is not fair trading. (In UK I suspect it would be ruled unlawful by the Office of Fair Trading). Does Austria not sign up to European agreements on fair competition? If Herr Walser is serious about this he should refer Austria to the European commission.

Gast: PLOÖ
08.02.2012 14:55
0 0

100% Ausländeranteil

in jeder Klasse? Eigentlich sollte es der Strache sein, der da schreit ... aber gegen diese Ausländer hat die FPÖ nix. Nur auf die Kleinen, da hauens hin.

Gast: Gerechtigkeits_sinn
07.02.2012 12:59
2 0

ich finde das nicht gerecht.

ich finde das nicht gerecht.

Antworten Gast: bärig
07.02.2012 16:17
0 0

Re: ich finde das nicht gerecht.

Und wollen Sie dagegen ankämpfen?

Gast: Geh
07.02.2012 11:11
3 0

Im Außenministerium untermauert man das mit ökonomischen Argumenten

Ein blöderes Argument habe ich noch nie gehört!
Die Kameraden verdienen ein Schweinegeld - steuerfrei - zahlen für ihre Wohnungen aufgruind von Subventionen fast nichts, tanken ihre Autos, weil steuerfrei, für ein paar Euros voll und müssen vom österreichischen Steuerzahler gestützt werden. Die Armen!!!!!

Blöder gehts nicht mehr!

Gast: bärig
07.02.2012 11:04
2 0

Privatschule kontra öffentlich Schule

Eltern, die ihre Kinder in Privatschulen schicken, wissen genau, dass sie sich auch in das Schulgeschehen einbringen MÜSSEN! es gibt immer wieder Veranstaltungen, an denen sie sich beiteiligen sollen- sei es mit Kekse backen zu Weihnachten, Mitgestalten von sonstigen Veranstaltungen- und tun dies auch gerne: für ihre Kinder!
Würden Eltern die Schulpartnerschaft (Eltern- Schüler- Lehrer) auch an öffentlichen Schulen in diesem Umfang auch leben, Interesse am Schulgeschehen zeigen, würde es auch an den öffentlichen Schulen anders aussehen!
Leider werden dort aber Eltern erst dann aktiv, wenn ihren Kindern das Handy vom Lehrer abgenommen wird! Dann kommen sie sofort in die Schule gerannt!

Antworten der__mann
08.02.2012 11:28
0 0

Re: Privatschule kontra öffentlich Schule

lächerlich, was sie da schreiben.

weil ein widerspruch in sich.

wer aktiv werden will, kann immer aktiv werden.

somit wäre jede öffentliche schule eine räuberhöhle . man kann echt nur mehr den kopf schütteln.

dann sollens auch selbst zahlen, wenn sie eh so engagiert sind.

Jenny_
07.02.2012 08:02
0 0

hm,..

..ich persönlich finde das eine frechheit!

Antworten Gast: smilefile
07.02.2012 09:56
2 0

Hm....



...ehrlich ich empfinde das nicht nur als "Frechheit",...es ist eine unglaubliche Frechheit,..."Sondergleichen",...


Gast: Anonym
06.02.2012 19:19
2 1

Die Wahrheit

Es ist sehr leicht: Wer das Geld hat, bekommt einen Platz, unabhängig von ihrem Status. Die Schule ist von der UN finanziert. Die Lehrer werden vom Einkommen der Schule bezahlt, NICHT vom Staat.

jurist0815
06.02.2012 17:25
0 0

Schulgeld + Förderung

wäre interessant zu erfahren was man in dieser SChule so geboten bekommt.

Antworten Gast: bärig
06.02.2012 18:37
2 0

Re: Schulgeld + Förderung

Die Schule legt VIEL Wert darauf, dass sich Eltern in der Schule engagieren! Verlangen Sie das einmal von Eltern, deren Kinder eine öffentliche Schule besuchen (bei Sportveranstaltungen, sonstigen meetings)!

Antworten Gast: Bildungsexpertin
06.02.2012 17:34
6 2

Unterrichtssprache Englisch, damit die Kinder der UN-Bediensteten nicht Deutsch lernen müssen.

Das traut man sich von denen schließlich nicht zu verlangen, sind ja keine ungebildeten Türken ...

Antworten Antworten fefe
07.02.2012 10:48
4 0

Re: Unterrichtssprache Englisch, damit die Kinder der UN-Bediensteten nicht Deutsch lernen müssen.

Kinder von Diplomaten oder Managern von internationalen Konzernen wechseln mitunter jährlich das Land. Die brauchen einen international einigermaßen einheitlichen Schulbetrieb. Die Sprache des Landes lernen Kinder nebenbei und wird sowieso zusätzlich unterrichtet.

Ja, es sind typischerweise keine ungebildeten Türken und sie wollen ja auch nicht hier bleiben.

Antworten Antworten Stephanos
07.02.2012 00:13
1 0

Re: Unterrichtssprache Englisch, damit die Kinder der UN-Bediensteten nicht Deutsch lernen müssen.

Die Diplomaten lassen sich hier nicht nieder, streben nicht die österr. Staatsbürgerschaft an usw.
Den Rest müssten Sie als Bildungsexpertin wohl kennen.

Gast: Gast987
06.02.2012 13:03
11 1

Schön, dass immer mehr dieser Schweinereien öffentlich gemacht werden und einer Diskussion unterzogen

"Es werden nur Kinder aus bestimmten Familien aufgenommen. Dazu zählen unter anderem die Kinder von Mitarbeitern der UN sowie Kinder von Diplomaten oder von internationalen Geschäftsleuten."

Das ist falsch. Wer die 15.000EUR/Kind und Jahr zahlt (und ein paar Beziehungen spielen läßt) wird auch bei anderen Berufen der Eltern aufgenommen. Ich kenne 2 solche Fälle persönlich.

Ansonsten: Privatschule ist Privatschule und sollten alle gleich behanderlt werden. Wenn die Eltern was besseres sollen, sollen sie halt mehr zahlen als die 15.000, ist für diese Schicht ja eh kein grosses Problem.

Und für die anderen zum Trost: Sind nicht immer die klügsten/bestausgebildetsten/erfolgreichsten/zufriedensten/..., die aus solchen Schulen hervorgehen, die haben einfach bloss mehr Geld.

Antworten dench
08.02.2012 10:27
0 0

Re: Schön, dass immer mehr dieser Schweinereien öffentlich gemacht werden und einer Diskussion unterzogen

Auch dem Grasser sein Kind und die seiner Frau gehen in diese Schule, soviel zu UN Beamte !

Antworten Gast: Gasttt
07.02.2012 12:57
0 0

Und wer,

außer den Kindern von UN-.Mitarbeitern, Diplomaten oder internationalen Geschäftsleuten hat Eltern, die so mir nichts, dir nichts 15.000 € im Jahr aus dem Hut ziehen können?

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Einhebung von Schulgeld verboten werden muss. Leistung soll zählen, und zwar die EIGENE. Nicht die der Eltern!

Antworten Gast: Gast Kommentar
06.02.2012 15:02
4 0

auch österr. Kinder

Stimmt, kann Ihre Ausage nur bestätigen. Auch Kinder von österr. Eltern, sind an dieser Schule eingeschrieben. (z.B. von Ärzten).
Diese umfangreiche budgetäre Bevorzugung ist nicht nachvollziehbar und ist in keinster Weise gerechtfertigt.
Vgl. auch die Zahnuni in Krems (DPU), üppige staatl. Förderungen, üppige Studiengebühren, die nurmehr sehr sehr gut verdienende, reiche Eltern bezahlen können. Völliger Skandal. Und die staatl. Unis haben Budgetmängel!

Antworten Gast: ASVG-Sklave
06.02.2012 13:17
7 1

Re: Schön, dass immer mehr dieser Schweinereien öffentlich gemacht werden und einer Diskussion unterzogen


Nicht die Klügsten? Das ist in Österreich zweitrangig: Die Rutsche ist jedenfalls gelegt. Nicht umsomnst stecken unsere grünen Weltverbesserer und Multikulti-Prediger ihre eigenen Kinder in Eliteschulen wie das Theresianum: Dort haben sie schon mit dem Briefkopf am Zeugnis ausgesorgt, noch ehe das Leben richtig beginnt.

Antworten Antworten Gast: bärig
06.02.2012 18:25
4 0

Re: Re: Schön, dass immer mehr dieser Schweinereien öffentlich gemacht werden und einer Diskussion unterzogen

Wer sich an einer Privatschule daneben benimmt (z.B. sich nicht an die Schulordnung hält, Lehrer beschimpft...) fliegt schnell wieder raus! An den öffentlichen Schulen aber haben die Kinder jedwede Narrenfreiheit und die Eltern schieben alles auf die Schule ab.

Gast: ASVG-Sklave
06.02.2012 11:31
1 2

solche und solche:



http://kurier.at/nachrichten/wien/4483833-malaria-versuche-an-wiener-heimkindern.php

Aller Kinder sind uns gleich viel wert?

Antworten Gast: S. Sonneborn
06.02.2012 12:01
0 3

Re: solche und solche:

Also ich bitte Sie! Welches Kind hat heutzutage schon die Chance an einem Forschungsprojekt mitzuwirken? Na eben. Aber anstatt stolz zu sein tuns herumsudern.

Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklave
06.02.2012 13:01
2 1

Re: Re: solche und solche:


finde ich nicht lustig.

Gast: free111
06.02.2012 11:29
4 0

frau schmied...

...sieht hier also keinen handlungsbedarf. ich möchte einen dieser diplomanten sehen, müsste er sein kind in ottakring in die schule schicken. geh bitte!!!

es sind nunmal manche gleicher als gleich - und die spö scheint sich nicht daran zu stören. das ist aus der arbeiterpartei geworden.

Antworten Gast: bärig
06.02.2012 18:30
6 0

Re: frau schmied...

Auch die Schulen in Ottakring könnten einen besseren Ruf haben, wenn die Schülerklientel und deren Eltern über bessere Manieren verfügten!

 
1 2

Schlagzeilen Bildung