Nicht nur in Österreich ist in Zukunft mit einem Engpass bei Lehrern zu rechnen. Ein Bildungsbericht der EU-Kommission warnt nun vor einem Lehrermangel in mehreren europäischen Staaten, darunter Deutschland, Belgien, Luxemburg, Türkei, Großbritannien und Niederlande. Der Bericht wurde am Freitag den EU-Bildungsministern in Brüssel vorgelegt.
Sogar die Fächer, für die Pädagogen fehlen, sind annähernd dieselben. Quer durch Europa am dringendsten gesucht werden Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften. Besonders akut ist die Lage in der Türkei und in Luxemburg: Acht von zehn 15-jährigen Schülern besuchen in den beiden Ländern eine Schule, an der Mathematiklehrer fehlen. Auch im französischsprachigen Teil Belgiens sind die Mathematiker Mangelware; knapp jeder zweite Schüler (46 Prozent) ist dort vom Lehrermangel betroffen.
Im Nachbarland Deutschland fehlen bei 42 Prozent der Schüler Lehrer für Naturwissenschaften und bei 18 Prozent wiederum Mathematiklehrer. In Österreich ist die Lage ähnlich, wenn auch nicht so gravierend: Jeder zehnte Schüler besucht hierzulande eine Schule, an der die naturwissenschaftlichen Fächer unterbesetzt sind, in knapp sieben Prozent der Fälle fehlen Sprachlehrer, in sechs Prozent Mathematiker.
Dem EU-Bericht zufolge droht Österreich neben Deutschland und Italien in den kommenden Jahren aufgrund einer Pensionierungswelle ein Lehrer-Engpass. So sind in der Sekundarstufe II (berufsbildende mittlere Schule, Lehre, Matura) 23 Prozent der Lehrer in Österreich in der Altersgruppe von 50 bis 55 sowie 16 Prozent von 55 bis 59 Jahren.
Investitionen gleichbleibend
In der Mehrzahl der EU-Staaten seien Investitionen im Bildungsbereich auch bis zum Krisenjahr 2008 stabil geblieben, heißt es weiter in dem Bericht. In der Antwort auf die Krise hätten mehrere Regierungen spezielle Maßnahmen erwogen, um die bestehende Mittelausstattung weiter abzusichern. Im Durchschnitt geben die 27 EU-Staaten demnach weiter rund 5,1 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) für Bildung aus. Österreich wendete laut dem EU-Bericht im Jahr 2008 5,5 Prozent seines BIP für die Bildung auf. Spitzenreiter ist Dänemark mit 7,8 Prozent des BIP, Schlusslicht die Slowakei mit 3,6 Prozent.
(APA)
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