Öffentlicher Verkehr wird für Schüler billiger

Wien und Niederösterreich wollen ab Herbst eine VOR-Schülerjahreskarte um höchstens 52 Euro anbieten. Auch die Freifahrt soll reformiert werden. Jugendliche sollen an die Nutzung der Öffis gewöhnt werden.

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(c) AP (Frank Augstein)

Wien/St. Pölten. Nach der Schule mit dem Zug aus Wien hinaus zur Oma nach Altlengbach oder von Wiener Neustadt zum Baden an den Neusiedler See – alles um einen Euro die Woche: So stellen sich Wien und Niederösterreich künftig den öffentlichen Verkehr für Schüler vor.

Konkret geht es um die Ergänzung der (vom Bund finanzierten) Schülerfreifahrt zwischen Wohnort und Schule durch billige Netzkarten: Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SP) erklärte der Gratiszeitung „Heute“, dass der Verkehrsverbund Ostregion (VOR), der sich von Wien aus bis tief nach Niederösterreich und in das Burgenland erstreckt, bis Herbst eine „supergünstige Jahreskarte“ für Schüler einführen soll – um „maximal einen Euro pro Woche“ sollten Schüler damit das gesamte Netz nutzen dürfen. So soll der höheren Mobilität der Familien Rechnung getragen, und Jugendliche sollen an die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gewöhnt werden.

52 statt 60 Euro jährlich

Bisher zahlen Wiener Schüler für die Nutzung der Wiener Linien abseits des Schulweges sechs Euro im Monat, in den Ferien fahren sie gratis – diese „Zusatzmonatskarte“ gilt eben nur in der Stadt. Außerdem verursacht die Verwaltung dieser Zusatzkarten bei Wiener Linien und betroffenen Schülern (und Eltern) erheblichen Aufwand.
In Niederösterreich signalisiert Verkehrslandesrat Karl Wilfing (VP) Zustimmung – und reklamiert die Idee für die Initiative für sich. Ob sich die neue Regelung bis Herbst ausgehen wird, will er aber noch nicht fix sagen – im VOR seien so viele unterschiedliche Gruppen vereint, dass man erst die Verhandlungen abwarten wolle, bevor ein fixes Datum genannt wird.

Darüber hinaus laufen derzeit auch Gespräche mit dem Familienministerium über eine grundsätzliche Neuregelung der Freifahrt zwischen Schule und Wohnort: Fälle wie Internatsschüler, die am Wochenende nach Hause fahren, und Maturanten, die die Schule in der Vorbereitungszeit nur sporadisch besuchen, sollen künftig erfasst werden – derzeit bekommt nur einen Freifahrtsausweis, wer mindestens an vier Tagen pro Woche zur Schule fährt.

Aktion scharf gegen Parksünder

Abseits der Tarifdiskussionen wollen die Wiener Linien den öffentlichen Verkehr rascher und pünktlicher machen. Da gibt es aber ein Problem im 18. Bezirk. In der engen, links und rechts der Schienen verparkten Währinger Straße kommt es bei den Linien 40 und 41 täglich zu Verzögerungen durch Lenker, die ihr Fahrzeug so parken, dass sie die Durchfahrt der Trams behindern.

Bezirksvorsteher Karl Homole (VP) hat nun eine Eingreiftruppe aufstellen lassen, die ab Mitte Mai gegen diese Falschparker vorgehen wird. „Es ist wirklich ein großes Problem, andere Aktionen wie Plakate oder Bodenmarkierungen haben bisher nichts gebracht“, erklärt Homoles Büroleiter Harald Ebner der „Presse“. Teams aus Mitarbeitern der Parkraumüberwachung, Polizei und Wiener Linien werden mehrmals pro Woche unterwegs sein und Falschparker sofort strafen bzw. eine rasche Entfernung der Fahrzeuge organisieren, berichtet Ebner.

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