19.05.2013 02:18 Merkliste 0

Maturareform: Angst vor dem zentralen Niveauverlust

ROSA SCHMIDT-VIERTHALER (Die Presse)

Die zentrale Mathematikmatura lässt in vielen Gymnasien die Furcht vor einer Nivellierung nach unten wachsen. Die neuen Rechenbeispiele würden lediglich ein "niedriges Grundniveau" abdecken, so die Kritik.

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Wien. Ist die neue Mathematikzentralmatura leichter als die bisherige Reifeprüfung? Ja – wenn man die Quote der negativen Arbeiten im erstmals durchgeführten Schulversuch als Maßstab nimmt. Bisher schrieben alljährlich durchschnittlich 15 Prozent der Schüler ein Nicht genügend. Am 9. Mai fielen nur 8,6 Prozent durch.

Leichter ist die Zentralmatura auch nach Ansicht vieler Lehrer an der AHS. Denn über die einzelnen Schultypen hinweg gibt es vom Realgymnasium bis zum Borg – je nach Schwerpunkten – ein starkes Gefälle beim Mathematikniveau. So prüfte für die „Presse“ ein AHS-Lehrerteam aus Braunau jene Aufgaben, die für den Pilotversuch verwendet wurden.

Die Lehrer kommen zu dem Schluss, dass nur ein „sehr niedrig angesiedeltes Grundniveau“ gesichert werde. „Die Mathe-Wahlpflichtgruppe einer 7.Klasse konnte die Übungen zu den Grundkompetenzen ohne Vorbereitung in einer Stunde recht gut bewältigen“, sagt Mathematiklehrer Josef Schmid. Zwar sei der zweite Maturateil, der die Grundkompetenzen vernetzt, schwieriger als der erste. Aber insgesamt gebe es „keinen Vergleich zu einer Matura in unserem Gymnasium“. Auch AHS-Lehrer aus Wien urteilen, dass der erste Teil das Niveau der 5. oder 6. Klasse habe: Diese Aufgaben könne „wirklich jeder schaffen“.

 

Heftige Kritik der Gewerkschaft

Weit schärfer formuliert das AHS-Gewerkschaftschef Eckehard Quin: „Die Nivellierung nach unten ist systembedingt. Es gibt schon an den verschiedenen AHS-Standorten sehr unterschiedliche Leistungsniveaus. Weil das Ministerium nicht zulassen kann, dass an Brennpunktschulen 80 Prozent negativ sind, muss das Niveau gesenkt werden.“ Schon im Probedurchlauf wurden „ziemlich große Unterschiede zwischen einzelnen Schultypen“ festgestellt, sagt der für den Schulversuch verantwortliche Werner Peschek von der Universität Klagenfurt.

(c) APA

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Die Lösung, die Gewerkschafter und Uni-Didaktiker vorschlugen, war eine teilzentrale schriftliche Matura, bei der nur die Grundkompetenzen zentral vorgegeben werden und die Schule zusätzliche Aufgaben einbringt – wobei die Schüler beides positiv absolvieren müssten. Für Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) drängte jedoch die Zeit. Es gab wenig Spielraum. So wird 2014 Mathematik schlechter vorbereitet als jedes anderes Maturafach an den Start gehen. „Bei Schulversuchen sollte man etwas ausprobieren. Es ist schade, dass das unterbunden wurde. Das Ministerium wusste offenbar schon, wie es funktioniert“, sagt Didaktiker Johann Humenberger von der Uni Wien. Er wartet darauf, wie sich der zweite komplexere Teil bewährt – und sieht dabei noch eine Gefahr: Hier könnten künftig weit mehr Schüler durchfallen, was zu einer Streichung des zweiten Teils führen würde. Dann käme es für die Gesamtheit der Schulen zur Nivellierung nach unten.

Übrigens: Die Zahl der Nicht genügend beim Schulversuch ist mit Vorsicht zu genießen. Die Maturanten wurden durch Pilotversuche gut vorbereitet und ihre Lehrer von der Uni Klagenfurt speziell unterstützt. Außerdem nahmen nur 220 Schüler aus 13 Klassen teil.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.05.2012)

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194 Kommentare
Gast: kana da
25.05.2012 08:50
2 0

eine frage ...

... ins publikum: habe mir gerade diese beispielgrafik rausgezoomt und die beispiele angesehen. frage: gehe ich recht in der annahme, dass ich bei keinem dieser beispiele was RECHNEN muss? oder seh ich da was falsch? bitte um antworten/richtigstellungen.

Antworten Gast: Hudriwudri
25.05.2012 13:23
1 1

Re: eine frage ...

Richtig, und das umfaengliche Hinschreiben der Antworten dauert ungefaehr fuenf Minuten (das meint wohl "nach unten nivelliert"). Mit dem Malen der "typischen" Kurven kann man natuerlich auch ein bisserl mehr Zeit verbringen, wenn man ein Maedchen ist.

0 1

Re: eine frage ...

Mathematik ist nicht "Rechnen"!

Antworten Antworten Gast: kana da
25.05.2012 12:29
1 0

na ja, ...

... numerische oder analytisch/allgemeine, nachvollziehbar ermittelte ergebnisse objektivieren eine etwaige korrektur solcher arbeiten aber ganz gewaltig. ansonsten ist aufgabe #1 z. b. durch ein wort, nämlich "mittelwert" offenbar vollständig gelöst. aber bitte, vielleicht ist das ja die intention.

0 0

Re: na ja, ...

Aber dadurch, dass sie das wissen, haben Sie mehrere Sachen bewiesen: Dass Sie wissen, wie ein inneres Produkt funktioniert, dass Sie wissen, wie eine Mittelwertsberechnung funktioniert, dass Sie nicht schauen wie der Ochs vorm neuen Tor, wenn Sie einen Mittelwert einmal in dieser unüblichen Art präsentiert bekommen. Vor allem der letzte Punkt ist für mich eine der Hauptkompetenzen, die man in gutem Matheunterricht erwerben kann (nicht anscheißen, anschauen, analysieren, verstehen, verwenden können).

Ganz richtig ist die Antwort übrigens nicht - es ist ein arithmetisches Mittel. Und ja, das macht einen gewaltigen Unterschied.

Antworten Gast: jojodes is a waunsinn
25.05.2012 10:18
3 0

Re: eine frage ...

Jo, so is des... Bin zwar schon über 25 Jahre aus dem Verein draußen, aber die Beispiele ind er Grafik haben mich ca. 5 Minuten gekostet..Polymonfunktion n-ten Grades: man stellt sich die Kurven vor dem geistigen Auge vor und wie die Sache nach 1 und 2 Differential aussieht - Stichwort Wendepunkte, Nullstellen und so...
Integral ist auch gaanz schwierig hier darzustellen - wie korrekt angemerkt nicht zu rechnen, sondern nur eine Funktion anzugeben: subtrahiere a von b im Bereich über 0 bis 15...
1. Beispiel ist überhaupt besonders anspruchsvoll, was sagt einem das Stichwort Durchschnitt???

Also da wird wirklich was gefordert von unseren armen Maturanten!

Antworten Gast: 2Cent
25.05.2012 09:41
2 0

Re: eine frage ...

"Bisher hat man bei der Matura den operativen Aspekt überbetont."

Aussage von einem Mitglied der klagenfurter Arbeitsgruppe.

Mit anderen Worten, wir berechnen die Tragfähigkeit von Brücken in Zukunft nicht mehr, sondern wir probieren einfach aus, ob die Brücke hält und diskutieren anschließend unter Verwendung von Fachvokabular über die Todesopfer.

Sie gehen recht in Ihrer Annahme.

Der Maturant von heute braucht die Grundrechnungsarten nicht mehr zu beherrschen.

Gast: Leopold Figl
25.05.2012 08:48
0 0

Überaus witzig, diese Qualitätssicherer!

Ich kann mich noch halbwegs an meine Matura erinnern.

In Mathematik war ich nie schlecht und vor der Matura sind alle möglichen Beispiele geübt worden, die "unter Umständen" zur Matura kommen könnten. Irgendwie war dann die Mathe-Matura auch nicht gerade schwer ...

Und soweit ich informiert bin, ist das in allen Gymnasien landauf, landab noch so (zumindest bereitet eine Verwandte, die Mathelehrerin an einem Gymnasium in Gottes eigenem Land Tirol ist, ihre Schüler auch so gut wie möglich auf die Matura vor) - es sei denn, Dein Mathelehrer (Tschuldigung: Gymnasiallehrer schimpfen sich gern Professor - auf was hinauf eigentlich?) ist ein ******

Gast: Rolling down the river
25.05.2012 08:43
2 0

Schmied und Darabos sollten sofort zurücktreten



Wegen erwiesener Unfähigkeit ihr Ministeramt adäquat auszuüben.

Gast: 1. Parteiloser
25.05.2012 08:41
0 0

Missbrauch von genormten Leistungsanforderungen?

Bei den sehr unterschiedlichen Leistungen und Fähigkeiten zwischen den einzelnen Schülern, auch den verschieden Schulen, ist die Normung von Mindeststandards der Fähigkeiten der Absolventen auf jeden Fall ein notwendige Maßnahme.

Die Zeugnisse müssen wieder eine Aussagekraft bekommen und die vorhandenen Fähigkeiten der Absolventen korrekt und vergleichbar beschreiben.

Diese Mindeststandards müssen aber so definiert sein, dass auf jeden Fall ausreichende Fähigkeiten der Absolventen zur Bewältigung des eigenen Lebens gewährleistet sind. Eine Normung, welche auf hohe Quoten der Absolventen abzielt, eine solche Normung kann nur den Absolventen die Zukunft stehlen.

Es ist auch keine Frage, dass brauchbare Mindeststandards Schwächen einzelner Schulen, einzelner Lehrpersonen und vielleicht Massen an Schülern offenlegen werden. Diese Schmerzen müssen die Betroffen, ja die gesamte Gesellschaft, so lange aushalten bis die Schwächen beseitigt sind.

Die einfachen Grundrechenarten beim Bildungsstandardtest, welcher dann als Kompetenzüberprüfung in "Mathematik" bezeichnet wurde, die lassen das Schlimmste für das Österreichische Bildungssystem erwarten.

Wenn die Normung der Mindestfähigkeiten ideologisch, politische Motivationen haben wird, dann kommt, wie immer, nur Misswirtschaft und Propaganda raus. Das bringt die Gesellschaft aber nicht weiter, das ist immer nur eine Rückwärtsentwicklung.

Gast: naservas
25.05.2012 08:34
1 0

hintertüre

genial, wie die ministerin die bildungspolitische nivellierungsmaschinerie der sozialisten quasi durch die hintertüre einführt, indem sie das maturaniveau senken lässt. so wird der rote traum wahr - matura für alle, auch für die dümmsten.
frage mich, warum man nicht schon den neugeborenen beim verlassen der säuglingsstation das Maturazeugnis in die hand drückt.......
die sozialisten werden immer unwählbarer, nicht nur wegen faymanns inseratenkampagne und gusenbauers diner bei kim, um € 5.500.- auf kosten der telekom.....
aber die schwarzen sind dank ihrer korruptionsverstrickungen leider auch unwählbar geworden.....
der herbst 2013 wird sehr interessant werden !

Halbwahrheiten

um mal vorweg etwas klarzustellen, weil hier einige Poster den Untergang der Bildung prophezeien- wer von diesen leuten kann sich denn wirklich noch an die Matura erinnern bzw hat sie...
hier. wird so getan, als wäre das die goldene Krönung der schulischen Laufbahn, was doch überhaupt nicht stimmt.., wenn man es bis in die 8te geschafft hat, dann hat man auch die Matura so gut wie.. vielleicht nicht beim ersten antritt, dann beim zweiten nach den ferien... oft waren dann auch noch viele Beispiele bekannt.. wie soll da dann das niveau sinken?

Re: Halbwahrheiten

Richtig - eine Halbwahrheit. Der Kritikpunkt (zumindest meiner) ist auch gar nicht die Durchführung der Matura selbst - sondern der Weg dorthin.

Ich könnte Ihnen täglich 10 Beispiele aus meiner beruflichen Praxis zeigen: Mails, die aus unvollständigen Sätzen (Unwichtiges wie Prädikate wird weggelassen) bestehen. Dafür enden sie mit 4 Rufzeichen und mind. 2 Fragezeichen. Dann gäb´s da noch den Klassiker der Mundartschreibung.
Täglich kommen Kollegen, für die ich einen Text verfassen soll, weil sie nicht wissen, wie sie das, was sie meinen, hinschreiben sollen.

Menschen, die die Prozentrechnung nicht beherrschen.
Die keine Kommunikation im Englischen auf wirklich allereinfachstem Niveau zustandebringen.

Das ist ein Massenphänomen. Aber das Lustige kommt noch: Den "Ing."-Titel hat da jeder. Die meisten haben einen akademischen Titel. Die Matura ist nunmal Voraussetzung dafür.

Wer kennt den Unterschied zwischen Zinsen und Rendite ? Was ist ein Anleihenkupon ? Auch das sollte (gerade in Zeiten wie diesen) Basiswissen sein. Apropos Basiswissen: Geschichte scheint inzwischen nicht mehr gelehrt zu werden.
Ich persönlich werde - einfach aus meiner Beobachtung - das Gefühl nicht los, dass das Niveau nicht ganz unabsichtlich abgesenkt wird. Überspitzt formuliert: Dumme von noch Dümmeren wählen lassen.

Re: Re: Halbwahrheiten

Leider eine Tatsache. Und trifft leider auch für die technischen Bereiche zu.

Das bisher extremste Beispiel war ein E-Technik-HTL-Absolvent (danach DI FH), welcher es nicht einmal zusammenbrachte die Schaltung für ein Wechselschaltersystem (1 Lampe wird von 2 Stellen aus geschalten) zu Papier zu bringen. Etwas, was ein Elektroinstallateur-Lehrling schon im 1.ten Lehrjahr allein montieren muss.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
25.05.2012 08:54
1 1

Ich kann mich noch sehr gut erinnern und habe an einer HTL maturiert.

Nach den 5 Jahren Unterricht waren wir alle in den meisten Gegenständen einfach nicht ausreichend für die Matura vorbereitet, weil die Lehrpersonen zum Teil extrem schwache Leistungen erbracht haben und auch wenig konsequent bei der Überprüfung der Fähigkeiten waren. Für die Matura wurden uns dann 15 mögliche Fragen gegeben, welche so umfangreich waren, dass diese den kompletten Lehrstoff umfassten. Dann hatten wir mehrere Wochen Zeit die Versäumnisse der letzten Jahre aufzuholen, natürlich in Heimarbeit und ohne dass Lehrpersonen zur Verfügung gestanden sind.

Nicht alle haben es geschafft den gesamten Stoff bis zur Matura nachzuholen und waren daher nicht für alle 15 Fragen pro Gegenstand vorbereitet. Viele mussten daher eine Reduktion vornehmen und waren nur für Teilbereiche (einige Fragen) vorbereitet und hatten auch die erforderlichen Fähigkeiten. Das war dann eben Glückssache ob das Maturazeugnis gut, weniger gut oder auch schwach wurde. Irgendwie hat es dann aber, mit wenigen Ausnahmen von "Glücklichen", doch gepasst und die Zeugnisse den Fähigkeiten doch entsprochen, wenn eine Gesamtbetrachtung über alle Gegenstände machte.

Es waren genau die Wochen vor der Matura, welche den Absolventen den Riesenschritt nach Vorne ermöglicht haben und das Versagen der Lehrpersonen teilweise kompensierten.

Die Absolventen, welche sich bei mir beworben haben, die haben schon lange kaum mehr Fähigkeiten, auch keine persönliche Kraft und oft keinen Willen Kraft zu haben.

Re: Ich kann mich noch sehr gut erinnern und habe an einer HTL maturiert.

Sie sprechen hier, nicht zu Unrecht, auch die Mentalität = den Willen an, etwas zu lernen. Ich fürchte mit Ihnen, dass dieser Wille schon länger, und bei vielen, durch "ich muss nur irgendwie durchkommen" ersetzt wurde.

Aber auch verständlich. In meinem Fall wurde uns schon in der 1.ten Woche HTL mitgeteilt, dass nur eine bestimmte Anzahl das 3.te Jahr "überleben" werden. Das 3.te positiv abzuschließen galt als abgeschlossene Lehrlingsausbildung, aber ein positives Zeugnis war keine Garantie für's weiter kommen.

Man hatte halso einen (internen) Wettbewerb ausgerufen, welche so heute ziemlich unvorstellbar ist. Nur die Leute haben das (damals) so akzeptiert. Und das Ergebnis war zudem, dass sich Absolventen danach nicht bei Firmen bewerben mussten, sondern sogar die Firmen mit Arbeitsanboten zu den Absolventen gekommen sind.

Aber solche "Elitenbildungen" sind heute politisch und moralisch weitgehendst verpönt. Denn es darf, unabhängig von Fähigkeiten und Begabung, keine Verlierer mehr geben. Übersehen dabei wird jedoch, die gibt es zwar dann nicht mehr in der Schule / Uni, jedoch im späteren Leben. Ob jedoch diese Verlagerung auf später, was auch alternative Ausbildungen erschwert, sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln.

Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
25.05.2012 13:31
0 0

Re: Re: Ich kann mich noch sehr gut erinnern und habe an einer HTL maturiert.

Obwohl ich die gleichen Beobachtungen in meiner HTL Zeit gemacht habe, in einem Aufwaschen (ohne Wiederholungen) sind immer nur etwa 10% bis zu Matura gekommen, fühle ich mich nicht einer Elite zugehörig. Die Fähigkeiten und Kenntnisse waren zwar ausreichend um erfolgreich zu sein, mehr war es aber auch nicht.

Ich bin aber der Meinung dass es seit dieser Zeit wesentliche Verschlechterungen gegeben hat. Verschlechterungen, welche die Fähigkeiten der Absolventen schwer beeinträchtigt haben. Nicht nur, dass es irgendwann zu 2 möglichen Wiederholungsprüfen gekommen ist, auch das Aufsteigen mit unzureichenden Kenntnissen wurde ermöglicht. Die Schulklassen verkleinert aber in der Masse erhöht und mit Schülern ohne Basiskenntnisse angefüllt. Dann auch noch die Reduktion der Anzahl der Schularbeiten um die Lehrpersonen weiter zu entlasten, den Schülern so die laufende Überprüfung der Entwicklung der Fähigkeiten genommen. Um statistischen Vorgaben entsprechen zu können, dazu wurden dann auch noch laufend die Anforderungen bei den Prüfungen reduziert, vor allem betreffend den Fähigkeiten zum selbstständigen Arbeiten und Denken. Zusätzlich wurden den Eltern auch noch der Rechtsweg geöffnet um den Kinder ein Fortkommen entgegen der Meinung der Lehrpersonen erzwingen zu können.

Zusammenfassung:
Elite - Nein!
Demontage des Bildungssystems Ja!

Rückstellung der Rechtslage auf 1970/80?

Und das Ergebnis war zudem, dass sich Absolventen danach nicht bei Firmen bewerben mussten, sondern sogar die Firmen mit Arbeitsanboten zu den Absolventen gekommen sind.

Wir machen das auch so. Der Grund ist jener, den Sie indirekt ansprechen:

Wir wollen jene, die nicht nur durchkommen sondern tatsächlich besser sind (intelligenter, kreativer, interessierter etc.), haben. Die Suche nach den besten Mitarbeitern muss nach wie vor aktiv angegangen werden.
Da ist Bildungspolitik ausnahmsweise mal nicht Schuld;-)

Ansonsten gebe ich Ihnen Recht. Der "jeder muss durchkommen"-Ansatz führt sicher zu weniger Frustration im Schulbetrieb. Und erhöht ihn nachher zu einem Zeitpunkt, zu dem sich weniger (bis gar keine) Alternativen bieten.

Versager ...

Ich wäre dafür, dass jedes Regierungsmitglied zuvor mindestens 10J erfolgreich in der Privatwirtschaft gearbeitet haben muss, bevor es angelobt werden darf. Mit "erfolgreich" meine ich, dass man zumindest kein Unternehmen in die Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung geführt hat.

Dann wär wahrscheinlich kein jetziges Regierungsmitglied mehr auf seinem Posten.

0 0

fortsetzung:

... und keine töchtersöhne in der politik.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
25.05.2012 09:00
2 1

Re: Versager ...durch systemimmanente Fehler?

Ich würde das Gleiche auch bei den Lehrpersonen als wesentlichen Schritt zu Verbesserungen sehen. Wie können Menschen, welche ein Leben lang in den geschützten Bereichen irgendwie tätig waren die jungen Menschen auf das reale Leben vorbereiten?

Die wissen ja selber nicht wie das Leben in der Realwirtschaft ist, welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhänge in der Praxis wirksam sind und daher auch nicht was Leistung wirklich bedeutet. Die können das auch nicht wissen, weil diese das Leben in Freiheit und Eigenverantwortung niemals erleben haben dürfen.

Es konnte so doch schon systemimmanent nicht funktionieren und die Entwicklungen im Bildungssystem zeigen auch deutlich, dass wirklich nicht funktioniert. Es ist daher auch Null Verständnis der vielen Beschäftigten und Verantwortlichen im, und für, das Bildungssystem vorhanden und so kann es nur eine absolute Kritikresistenz geben, welche wir auch haben.

bescheuert!

Wozu ein bewährtes System zwanghaft verändern? neu heißt nicht automatisch besser.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
25.05.2012 09:02
0 0

Re: bescheuert!

Die laufend fallenen Fähigkeiten der Absolventen zeigen aber doch deutlich, dass es kein bewährtes System ist!

Dass die neuen Absichten wahrscheinlich in der Praxis keine Verbesserungen bringen, eher ein Trend zur weiteren Nivellierung nach unter sein wird, da bin ich aber Ihrer Meinung.

Antworten Antworten Gast: kana da
25.05.2012 10:10
0 0

ihrer ratio folgend ...

... müsste aber gelten, dass, wenn seit (hausnummer) 1960 die fähigkeiten der absolventen monoton fallend sind, am ehsten der zustand von 1960 wieder anzustreben wäre. stell ich mal nur so sine ira et studio in den raum.

Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
25.05.2012 13:32
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Re: ihrer ratio folgend ...

Ich würde die veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen eher im Zeitraum 1970/80 sehen und würde eine Rückstellung der Gesetze auf diese Zeit als Verbesserung sehen.

Ich bin aber der Meinung dass es seit dieser Zeit wesentliche Verschlechterungen gegeben hat. Verschlechterungen, welche die Fähigkeiten der Absolventen schwer beeinträchtigt haben. Nicht nur, dass es irgendwann zu 2 möglichen Wiederholungsprüfen gekommen ist, auch das Aufsteigen mit unzureichenden Kenntnissen wurde ermöglicht. Die Schulklassen verkleinert aber in der Masse erhöht und mit Schülern ohne Basiskenntnisse angefüllt. Dann auch noch die Reduktion der Anzahl der Schularbeiten um die Lehrpersonen weiter zu entlasten, den Schülern so die laufende Überprüfung der Entwicklung der Fähigkeiten genommen. Um statistischen Vorgaben entsprechen zu können, dazu wurden dann auch noch laufend die Anforderungen bei den Prüfungen reduziert, vor allem betreffend den Fähigkeiten zum selbstständigen Arbeiten und Denken. Zusätzlich wurden den Eltern auch noch der Rechtsweg geöffnet um den Kinder ein Fortkommen entgegen der Meinung der Lehrpersonen erzwingen zu können. Wahrscheinlich gibt es noch eine Masse an zusätzlichen Punkten.

Zusätzlich kann bemerkt werden, dass staatliche Organisationen immer planwirtschaftlich geführt werden (müssen). Planwirtschaften ist aber als Naturgesetz mitgegeben, dass diese sich immer zu Mangelwirtschaften entwickeln. Rettung durch Privatisierung?

Gast: b754
25.05.2012 07:52
4 0

War ja auch nicht anders zu erwarten ...

Schon Winston Churchill sagte: Trau keiner Statistik die Du nicht selber gefälscht hast! Und genau so ist es hier ... der Wunsch nach dem ideologisch bedingten (sehr niedrigen) Bildungseinheitsbrei muss ein Erfolg werden .. daher werden die Aufgaben entsprechend gestellt wir zuletzt bei den Tests der Standards.
Ob das gut für die Zukunft ist bezweifle ich .. aber das kümmert die Bildungsministerin ja nicht ... ist doch ein schlecht gebildetes Wahlvolk viel leichter zu regieren und in die gewünschte Richtung beinflussen. Daher wird hier ja auch schon die Grundlage für die zukünftigen Wahlsiege gelegt ...

Gast: tc_t
25.05.2012 07:51
2 0

der gag ist gut! das niveau ist sowieso unter aller kritik...

also wozu noch zögern....

0 0

Re: der gag ist gut! das niveau ist sowieso unter aller kritik...

meinen sie da derzeitige niveau der mathe matura? da muss ich sie leider enttäuschen.

Antworten Antworten Gast: tc_t
25.05.2012 10:13
0 0

Re: Re: der gag ist gut! das niveau ist sowieso unter aller kritik...

im allgemeinen.... sie sollten z.B. einmal die schreiben lesen, die ich bei mir in der arbeit bekomme, verfasst von doktoren, magister oder anderen titelträgern... mit diesem deutsch hätte mein deutschprofessor im gymnasium geteert und gefedert... von allgemeinbildung etc ganz zu schweigen... ob es nun in mathe im besonderen besser ist, wäre zwar schön, aber es beschleichen mich zweifel

Antworten Antworten Antworten Gast: Frau
25.05.2012 21:09
0 0

Re: Re: Re: der gag ist gut! das niveau ist sowieso unter aller kritik...

Gut, dass wenigstens Sie sich bemühen, grammatikalisch korrekte Texte zu formulieren! Einer muss ja die Fahnen der deutschen Sprache hochhalten!

Eurozone: Generation Hoffnungslos

Nach Bankenrettung und Staatsschulden zeigt sich der nächste Krisenherd: Europas Jugend findet keine Arbeit mehr.

http://bit.ly/JI7V9Y

Gast: b754
25.05.2012 07:36
6 0

Matura?

waß isd tas? wOZu Präuchd mann tie?

1 9

ha!

da können die kampfposter wieder mal Dampf ablassen. allerdings bezweifle ich das Niveau der bisherigen Matura, wenn ich den inhaltlichen Gehalt der Postings bewerte. oder sind hier keine qualitäts Maturanten a la Stillstand Schulsystem?

Antworten Gast: bhsdh
25.05.2012 08:59
1 1

Re: ha!

Sollten Sie mit ihrer Rechtschreibung eine Matura geschafft haben, bezweifle ich dieses allerdings auch!

Ich finde es den anderen gegenüber unfair, dass das Niveau gesenkt wird. Frage mich, wie sich das auf die Universitäten auswirken wird, wenn nur noch unfähige, ungebildete Maturanten daherkommen und studieren wollen - besonders in den naturwissenschaftlichen Fächern wie Chemie oder Physik, in welchen relativ viel Mathematik verlangt wird!

Aber andererseits sind die Unis bereits jetzt schon mit Leuten voll, die überhaupt nicht mehr über eine Matura verfügen und sich durch relativ einfache Studienberechtigungsprüfungen einen Platz an der Uni ergattern - ob das bei den überfüllten Hörsälen tatsächlich sinnvoll ist, wenn idR 35 bis 40-jährige auf diesem Weg ihr erstes Studium beginnen, die es beruflich nicht mehr brauchen werden und dies nur tun, um ihr Ego aufzumöbeln und sich selbst etwas zu beweisen, ist mehr als fraglich. Besonders, da die Unis immer häufiger über die hohe Zahl an Studierenden und die damit verbundenen Ausgaben und knappen Ressourcen jammern und daher die Klausuren immer mehr als Knock-out-Funktion nutzen. In meinen Vorlesungen sitzen mindestens 10-15%, die weit über 40 sind.

Antworten Antworten Gast: UNHQ
25.05.2012 11:01
1 0

Re: Re: ha!

Immer schön zu lesen wenn sich mal wieder jemand aufschwingt, um in präpotentester Form anderen Menschen (weil älter) das Recht auf Weiterbildung abzusprechen versucht.

Da sitzen doch wirklich Menschen in Ihrer Vorlesung herum die nachträglich die Studienberechtigungs,- oder Berufsreifeprüfung abgelegt haben und es wirklich wagen Ihnen ihr angeborenes, heiliges Recht auf einen Studienplatz streitig zu machen.

Das sich viele dieser Menschen, meist nach einem langen Arbeitstag, ihr Recht auf das Studium erarbeitet haben, bereits seit vielen Jahren im Arbeitsleben stehen und im Gegensatz zu Ihnen seit langem wirklich Steuern bezahlen ist Ihnen wohl noch nie in den Sinn gekommen. Bedanken Sie sich mal lieber bei denen!

Wäre doch schön wenn Ihr zukünftiger Chef seine Qualifikationen ebenfalls auf dem zweiten Bildungsweg erworben hätte.
Ob Sie dann auch noch so eine dicke Lippe riskieren?

Antworten Antworten Antworten Gast: ghdkjg
25.05.2012 15:40
0 1

Re: Re: Re: ha!

Bildung ja, warum nicht. Dazu gibt es VHS oder ähnliches. Aber niemand kann mir erzählen, dass ein über 50-jähriger oder eine 5-fache 40-jährige Mutter (mit Kindern ab 3 Jahren) noch unbedingt Jura, Molekularbiologie oder Pharmazie studieren muss. Bis jene fertig sind, sind sie der Pension näher als sonstwas. Eine universitäre Ausbildung sollte in erster Linie als Investition in die berufliche Zukunkft verstanden werden und nicht dazu dienen, die einst versäumten Chancen zu nutzen, denn dazu ist ein Studium nicht vorgesehen und auch zu teuer. Ich finde, wenn man 5 Kinder in die Welt gesetzt hat, hat man sich bereits entschieden, welches Leben man führen möchte und auch mit einem Alter jenseits der 40 oder 50, sollte man sich dessen schon längst bewusst sein. 2. Bildungsweg schön und gut, aber in einem Alter, in dem es noch Sinn macht. Für alles andere kann man sich auch anders fortbilden, denn eine BERUFSausbildung in so einem fortgeschrittenen Alter zu machen, ist schlicht und ergreifend lächerlich. Kursplätze stehen schließlich auch nicht unbegrenzt zur Verfügung und diese sollten in erster Linie an jene vergeben werden, die das Studium betreiben, um später davon zu leben. Akademiker werden gebraucht - aber keine, die bei der Sponsion bereits zu alt sind, um jemals in diesem Beruf zu arbeiten (wer würde denn ernsthaft einen 60-jährigen, frisch promovierten Chemiker einstellen?)

wenn es ziel ist, dass mmer mehr jugendliche diesen abschluss

schaffen sollen, MUSS das niveau sinken!

nur so kann frau schmied dieses ziel erreichen!

Re: wenn es ziel ist, dass mmer mehr jugendliche diesen abschluss

können sie sich noch an ihre Matura erinnern? durch eine zentralmatura kann es nur schwerer werden, statt leichter... auch wenn die Bsp schwerer waren, haben sie halt mehr Hinweise bekommen, was kommt..

Re: Re: wenn es ziel ist, dass mmer mehr jugendliche diesen abschluss

Schwerer kann es nur für die Wiener werden, die sind unterstes Niveau.

Und zu meiner Matura: die mußte ohne "Hinweise" geschafft werden, aber damals mußte man auch lernen, für feiern war wenig Zeit.

Re: Re: Re: wenn es ziel ist, dass mmer mehr jugendliche diesen abschluss

na dann werdens die letzten 8 Jahre davor nix gelernt haben ;)

Antworten Gast: hahallo
25.05.2012 07:51
2 0

Re: wenn es ziel ist, dass mmer mehr jugendliche diesen abschluss

stimmt.

kein wunder, dass ein maturaabschluss kaum noch zählt.

aber bei der kompetenz der heutigen jugendlichen bleibt den verantwortlichen garnichts anderes mehr übrig, sonst sitzen in der maturaklasse nur noch vereinzelt schüler.

und nach der matura heißt es dann wieder, dass die maturanten unqualifiziert seinen, viele werden ein studium nachschmeißen und damit die vollgestopften unis noch weiter belasten - teufelskreis

Antworten Gast: Saiffenstayn
25.05.2012 07:13
0 3

Re: wenn es ziel ist, dass ...

nur ausgewählte Jugendliche das Zeil schaffen ...

ABER mit welchem Recht wird hier Standesdünkelerhalt und Ausgrenzung betrieben ?

Gast: Sternsinger
25.05.2012 06:11
15 0

Sozialismus heißt MEHR für alle!


MEHR Steuern für alle!
MEHR Schulden für alle!
MEHR politische Halbwahrheiten für alle!

Nur das Bildungsniveau wird weniger...

Re: Sozialismus heißt MEHR für alle!

na dann müssen sie ihren Kindern die Matura in Zukunft ja vielleicht nicht kaufen, auch was nettes ;)

Antworten Gast: Senior Gottlieb Fürchtegott
25.05.2012 07:05
1 3

Re: Sozialismus heißt MEHR für alle!

auch
MEHR Gerechtigkeit für Alle
MEHR Sicherheit für Alle
MEHR sozialen Frieden für Alle
Mehr FRIEDEN (statt Krieg) für Alle

wenn wir die letzten 70 Jahre betrachten,
hat die Teilnahme von Menschen mit "Sozialistischen" Gedanken in der Politik doch eher Gutes bewirkt,
zum Vergleich die 70 Jahre vorher !!!

Warum haben denn die Adeligen und Bürgerlichen Kräfte die "Soziale Frage" nicht einmal ansatzweilse zu lösen versucht.
Warum hat man den dämlichen Nationalismus so hochgespielt und Kriege als unausweichlich hingestellt;
weil man daran verdient hat und seine Eitelkeit wichtiger nahm als das "Gemeinwohl" ....

Auch als Christ und "bürgerlicher Mensch" denke ich dass eine Prise Sozialismus das Lebensmenü unserer Generation erheblich verbessert hat !

5 0

nur, das begreifen nicht alle!


13 0

Die Zentralmatura ist ein zentralistischer Unfug -

aber vielleicht ist nach 2013 diese Sackgasse vorbei.

Antworten Gast: Senf-Geber
25.05.2012 07:07
1 0

Re: Die Zentralmatura ist ein zentralistischer Unfug -

Wenn bei der bisheriogen "lokalen" Maturaform nicht soviel gemoggelt worden wäre hätten sie recht.

Wo die Anhänger der Zentralmatura irren, ist der Umstand, dass dieselben lehrer und Prüfer das auch weiterhin tun werden.

Re: Re: Die Zentralmatura ist ein zentralistischer Unfug -

glaube ich nicht.. wenn die Kontrolleure die Prüflinge nicht kennen kônnen einzelne nicht bevorzugt werden..

Antworten Antworten Antworten Gast: dhsh
25.05.2012 09:19
0 0

Re: Re: Re: Die Zentralmatura ist ein zentralistischer Unfug -

Wäre mir völlig neu, dass Lehrer bei der Matura den Schülern unter die Arme greifen würden. Uns wurden weder Tipps gegeben, noch hat man uns gezielt auf die Maturabeispiele vorbereitet! Maturajahrgang: 2011

In welches Gymnasium sind Sie bitte gegangen?

Dass das Niveau gesunken ist, hat sicher auch den Grund, dass man heute auch an vielen anderen Schulformen wie BAKIP ("Kindergartenschule") oder Koch/Kellner-Schule eine Matura erreichen kann, die gar nicht das Niveau einer gymnasialen Ausbildung haben kann, da ein wensentlicher Teil der Schulzeit mit Praktikas und Vorbereitungen auf den Job verbracht wird. BAKIP-Absolventen sprechen nur eine einzige Fremdsprache und wurden in Mathematik (wie allen naturwissenschaftlichen Fächern) nach vereinfachtem Lehrplan unterrichtet (auch mit gesonderten, leichteren Schulbüchern). Trotzdem finde ich es gut, dass neben der Matura die Möglichkeit geboten wird, eine Berufsausbildung zu machen. Auch wenn die wenigsten im Endeffekt dann diesen Beruf ergreifen.

Eduard 2013

Schlagzeilen Bildung