Wien/Thea. Auch die dritte Verhandlungsrunde zum neuen Lehrerdienstrecht endete mit mehr Fragen als Antworten. Denn während Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) darauf beharrt, dass der Regierungsentwurf ein Gehaltsplus von zehn bis 15 Prozent beim Lebenseinkommen bringen würde, ortet Lehrer-Gewerkschafter Paul Kimberger im „Presse“-Gespräch „starke Probleme bei den Grundrechnungsarten im Ministerium“.
Seiner Berechnung nach bringe das neue Dienstrecht vielmehr „dramatische Verluste“ beim Lebenseinkommen. Grund dafür sei, dass die Lehrer zwar mehr verdienen würden, allerdings auch sechs Stunden mehr arbeiten sollen. Somit könne man die neue und die alte Gehaltskurve nicht miteinander vergleichen.
Schmied will nun die Schlagzahl bei den Verhandlungen erhöhen, sie soll den Lehrern einen wöchentlichen Jour fixe angeboten haben. Davon will Kimberger allerdings noch nichts gehört haben, es seien aber eine Reihe von Verhandlungen auf Beamtenebene bis Ende Juli vereinbart worden.
Für ihn würde ein wöchentliches Treffen mit der Ministerin aber ohnehin wenig Sinn machen, solange kein „Gesamtpaket am Tisch liegt“. Denn es würden nach wie vor wesentliche Punkte in den Verhandlungen fehlen. Darunter die Frage nach mehr Unterstützungspersonal und das versprochene Aufgabenprofil für Lehrer. Und bei der Reform der Lehrerausbildung, kritisiert Kimberger, sei offenbar grundsätzlich nur noch ein Bachelor anstelle des Masters als Regelabschluss geplant. Insofern hält er Schmieds Ziel, bis zum Sommer die Eckpunkte fix zu machen, „für unrealistisch“.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.06.2012)
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