Wiens erster Tanzkindergarten eröffnet

SARAH AL-HASHIMI (Die Presse)

Das Tanzstudio arriOla hat ausgebaut und eröffnet ab Jänner einen Kindergarten und einen Hort. Hip-Hop, Schauspiel, Yoga und Waldausflüge gehören zu den Angeboten.

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Wien. „Das Tanzstudio steht den ganzen Tag leer, da sollen die Kinder doch etwas davon haben“, sagt Rebekka Rom, Leiterin des Tanzstudios arriOla Wien. Die Idee hatte Rom schon vor Jahren – es sei ja schade, dass das Tanzstudio bis 15 Uhr leer steht. Im Jänner soll nun der erste Tanz- und Bewegungskindergarten „riOriO“ in Wien Neubau eröffnen, schnuppern können Kinder schon seit dem 3. Dezember.

Tanz als „Urtrieb“

Rom, die Pädagogik studierte, ausgebildete Tanztrainerin ist und ein Zertifikat in Tanzmedizin vorweisen kann, eröffnete 2006 das Kindertanzstudio arriOla als gemeinnützigen Verein mit nur einem Raum. Vier Jahre später zog sie mit ihrem Studio in die Schottenfeldgasse im 7. Bezirk um, wo sie heute auf drei Tanz-Floors unterrichtet. „Tanz ist ein menschliches Grundbedürfnis, das in unserem Kindergarten gefördert werden soll“, meint Rom, eine gebürtige Vorarlbergerin, die selbst mit Tanz aufwuchs und schon mit 14 Jahren begann, jüngere Kinder zu unterrichten. Sie sieht Tanz als „Urtrieb“ – aber auch als unterstützende Vorbereitung auf die Schule.

 

Freier Tanz und Unterricht

Ähnlich wie bei einem Waldkindergarten, in dem sich die Kinder den ganzen Tag im Wald aufhalten und sich mit in der Natur vorgefundenen Materialien beschäftigen, biete der Tanzkindergarten den nötigen Platz und die Ausstattung, um mit den Bewegungsmöglichkeiten zu experimentieren.

Für ihren neuen Kindergarten, der am 7. Jänner seinen Betrieb aufnimmt, hat Rebekka Rom daher freie Bewegungszeiten mit und ohne Musik geplant, in denen sich die Kinder selbst ausprobieren können. Daneben werden sie von Tanzpädagogen drei- bis viermal in der Woche unterrichtet. Tanzkurse wie Märchentanz, Hip-Hop oder Aktivitäten wie Yoga und Akrobatik sind nur einige der vielen Auswahlmöglichkeiten. Ebenfalls angeboten werden Themenworkshops wie Schauspiel oder Zirkuskünste.

Für eine andere Art Bewegung sorgen Spielplätze und Grünflächen in der Nähe des Kindergartens. Einmal in der Woche soll es in ein Theaterstück, eine Tanzaufführung, ins Museum, in den Tiergarten oder in die Bibliothek gehen; einmal im Monat noch ein Stück weiter – in den Wald. Und zweimal im Jahr präsentieren die Kinder im Rahmen einer Aufführung ihre Bewegungskünste. Daneben, so heißt es, „sollen auch alle anderen Aufgaben eines Kindergartens nicht zu kurz kommen“.

Schon bisher bot das Tanzstudio bewegungsfreudigen Kindern in den Schulferien ganztägige Feriencamps. Den Tanzkindergarten soll es nun auch mit Nachmittagsbetreuung geben, die für Volksschulkinder ebenfalls zur Verfügung steht.

Auf einen Blick

riOriO heißt der neue Tanzkindergarten des Wiener Tanzstudios arriOla, der am 7. Jänner in der Schottenfeldgasse eröffnet. Er bietet halb- bzw. ganztägigen Kindergarten und eine Nachmittagsbetreuung für Volksschüler. Die Kosten betragen 150 bis 280 Euro pro Monat. Informationen: www.riorio.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.01.2013)

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2 Kommentare

Solang...

... die Kinder Spaß drann haben und sich sicherlich dann auch ausreichend bewegen, kann ich dem ganzen nur positives abgewinnen.

Tanz als Urtrieb..

es gilt ja als gesichert, dass die Menschen vor 5000 Jahren ihre Beutetiere zu Tode tanzten. So eine Art "Mordwalzer" oder "Killerpolka"! oder man könnte es auch so formulieren .. " der Gesellschaft auf der Nase herumtanzen.. "

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