23.05.2012 08:10 | Meine Presse Merkliste 0

Streit um Studentenkindergarten am Wiener Uni-Campus

 (DiePresse.com)

Die ÖH wirft dem Trägerverein falsche Priorität bei Hortplatzvergabe vor und will die Einrichtung notfalls mit anderer Leitung weiterführen.

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Ein seit mehreren Jahren schwelender Konflikt zwischen der HochschülerInnenschaft (ÖH) der Universität Wien und dem Verein StudentInnenkinder rund um die Platzvergabe im elternverwalteten Studentenkindergarten im Alten AKH droht zu eskalieren. In Medienberichten vom Mittwoch äußert der Verein die Befürchtung einer Schließung der Einrichtung am Uni-Campus durch die ÖH bis Herbst. Die Studierenden sehen ihre Anliegen jedoch falsch dargelegt - und die Studenten bei der Vergabe der Hortplätze benachteiligt. "Unser Ziel ist es, dass auch im Herbst eine Kinderbetreuungseinrichtung für sozial benachteiligte Studierende besteht", heißt es vonseiten der ÖH - wenn nötig jedoch mit einem anderen Trägerverein.

Hintergrund: 1972 als Betreuungseinrichtung für Kinder von Studierenden gegründet, umfasst das älteste von Eltern selbstverwaltete Kindertagesheim Österreichs heute zwei Kindergarten- und eine Hortgruppe. 67 Kinder werden hier betreut, 24 davon sind Volksschulkinder im Hort. Die Vergabe der Kindergartenplätze erfolgt direkt über die ÖH Uni Wien, die dem Verein jährlich 30.000 Euro zuschießt, während die Uni die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und die Stadt Wien den Betrieb ermöglicht.

Studierende Eltern bei Hort abgewiesen

Während die Kindergartenplätze ausschließlich an Kinder von Studierenden geht, stößt sich die ÖH an den im Frühjahr 2011 vom Verein formulierten Kriterien zur Hortplatzvergabe. Diese wiegen laut ÖH Elternengagement und den Faktor, ob bereits ein Geschwisterkind in der Einrichtung ist, schwerer als das Kriterium der studierenden Eltern. Vor allem alleinerziehende Studenten würden nicht berücksichtigt. Die ÖH sei "den Studierenden verpflichtet", betont die ÖH, "Verein und Studieninteressen" hätten sich nach beinahe 40 Jahren nun "auseinanderentwickelt".

"Konkret sind im Wintersemester zum wiederholten Male Eltern zu uns gekommen, weil von fünf freigewordenen Hortplätzen vier an Nicht-Studierende vergeben wurden", so Kübra Atasoy (VSStÖ) vom ÖH-Uni-Wien-Vorsitzteam. Der Verein soll daraufhin seinen Mitgliedern nahegelegt haben, sich nachträglich zu inskribieren. Nach gescheiterten Gesprächen zur "problematischen Vergabepraxis" wandte sich die ÖH Uni Wien in einem Schreiben an die betroffenen Eltern und legte ihnen nahe, sich gegebenenfalls nach anderen Hortplätzen umzusehen.

Der Verein reagierte mit einem "SOS-Auruf", wonach die Betreuungsplätze und elf Arbeitsplätze in Gefahr stehen, und äußerte öffentlich Kritik an dem "Ultimatum". Mit dem Gang an die Presse sieht nun wiederum die ÖH das bereits angeschlagene Vertrauensverhältnis weiter belastet. Demnächst sei ein Meditationsgespräch angesetzt, bis März wünscht sich Atasoy eine Lösung. "Wenn es keine Einigung geben sollte", sagt sie, "ist es möglich, an dem selben Standort einen Kindergarten unter unseren Kriterien mit einem anderen Verein fortzuführen." Denn "keine Kinderbetreuung dort zu haben, können wir nicht verantworten".

Plätze für Studierende als Uridee

Die Uni Wien gibt an, derzeit "keine aktive Rolle" in der Diskussion zu spielen. Man habe Interesse an der baldigen Klärung der Situation und stehe weiterhin für eine "sinnvolle Raumnutzung" und zur "Uridee, Plätze für Studierende anzubieten". Ewig zu diskutieren mache keinen Sinn, "dann muss man überlegen, ob es eine dritte oder vierte Lösung gibt", so eine Uni-Sprecherin. Die oppositionelle AktionsGemeinschaft (AG) der Uni Wien wirft dem Vorsitzteam aus VSStÖ, Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) und Kommunistischem StudentInnenverband - Linke Liste (KSV-LiLi) indes in einer Aussendung "politische Opportunität" bei der Platzvergabe vor. Ultimaten seien der "verfehlte Weg" zu einer konstruktiven Lösung.

(APA)

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2 Kommentare
Gast: Peter ruft
09.02.2012 11:08
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AG muss Kindergarten verteidigen...

Was für eine Schande für GRAS ect, sprich der handelnden ÖH Exekutive, dass ausgerechnet die AG den bestehenden Kindergarten verteidigt und die Vorgehensweise der ÖH kritisiert. Tatsache ist, dass dieser Kindergarten und dieser Hort derart gut arbeiten, dass es immer mehr Interessenten geben wird als aufgenommen werden können. Diese Arbeit kaputtzumachen, könnte sich dann GRAS und VSSTÖ auf ihre Fahnen heften. Na bravo!

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Re: AG muss Kindergarten verteidigen...

Die AG sieht die Möglichkeit, billig Propaganda zu machen, sonst nichts.

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