Wiens Kindergartenpädagoginnen protestieren

Bei einer Protestkundgebung am Ballhausplatz forderten die Pädagoginnen kleinere Gruppen, mehr Platz und bessere Entlohnung. Sonst sei der Bildungsrahmenplan nicht umsetzbar.

Wiener Kindergartenpaedagogen Protest fuer
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Wiener Kindergartenpaedagogen Protest fuer
(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die Wiener Kindergartenpädagoginnen haben am Montagnachmittag ihrem Unmut gegen die derzeit herrschenden Arbeits- und Rahmenbedingungen Luft gemacht. In einer Protestkundgebung am Ballhausplatz forderten die Berufsvertreter kleinere Kindergruppen, größere Betreuungsräumlichkeiten und eine bessere Entlohnung. Denn unter den vorherrschenden Umständen sei der "bundesländerübergreifende Bildungsrahmenplan" im Elementarbereich nicht umsetzbar, so der Tenor.

Organisiert wurde die Veranstaltung, zu der sich rund 100 - beinahe ausschließlich weibliche - Teilnehmende einfanden, von der "Berufsgruppe von Kindergarten- und HortpädagogInnen Wien" (BKHW). Sie versteht sich als nicht gewerkschaftliche und überkonfessionelle Interessensvertretung. Helga Hauptmann von der BKHW appellierte an die Politik, mehr Geld für den Elementarbereich - also für Kindergärten, Krabbelstuben und Krippen - in die Hand zu nehmen. Hier sei Österreich Schlusslicht in Europa.

Bundesweite einheitliche Standards gefordert

Der Bildungsrahmenplan sei schon in Ordnung, aber für die Umsetzung notwendige Strukturreformen seien darin nicht festgeschrieben. Kritisiert wurde auf der Kundgebung von mehreren Rednerinnen, dass derzeit für 25 Kinder nur eine Pädagogin zur Verfügung stehe. Gefordert wurden zwei Pädagoginnen für 16 Kinder. Außerdem brauche es mehr Platz für Bewegung und mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung seitens der Betreuer.

Die Pädagoginnen wollen zudem bundesweit einheitliche Standards für den Elementarbereich. Derzeit gebe es einen "Fleckerlteppich" an gesetzlichen Regelungen und Bezahlungsschemata, so Hauptmann.

Aktionismus mit Pappendeckelhaus

Aktionistisches ließ sich das unzufriedene, mit Transparenten und Trillerpfeifen ausgestattete Personal, das von der Gewerkschaft der Privatangestellten unterstützt wurde, ebenfalls einfallen: Um die prekäre Situation zu verbildlichen, ließen sie ein Pappendeckelhaus als Symbol für die "Bildungsbaustelle Kindergarten" einstürzen.

Die Protestierenden wollten die heutige Aktion als "Auftaktveranstaltung" verstanden wissen. Für den Herbst wurden weitere österreichweite Kundgebungen in Aussicht gestellt, wobei die Aktivisten bis dahin auf einen Schulterschluss zwischen der Berufsgruppe und möglichst allen Gewerkschaften hofften.

(APA)

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