20.05.2013 21:14 Merkliste 0

Lehrerdienstrecht: "Relativ weit auseinander"

 (DiePresse.com)

Derzeit wird auf Beamtenebene über die strittigen Punkte diskutiert. Die Gewerkschafter wollen dringend wieder mit der Ministerin persönlich verhandeln.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Noch immer "relativ weit auseinander" liegen die Positionen von Regierung und Gewerkschaft beim Lehrerdienstrecht. Die "Knackpunkte" sollen nun in häufiger tagenden Untergruppen behandelt werden, so der Chef der ARGE Lehrer in der Gewerkschaft, Paul Kimberger (FCG), nach der auf Beamtenebene geführten Verhandlungsrunde am Montag. Diese Runde soll sich am 20. August wieder treffen, zusätzlich hält es Kimberger für "höchst an der Zeit", dass auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sich demnächst wieder in die Verhandlungen einschaltet. Auf dem Tisch lägen Dinge, die die politische Ebene entscheiden müsse - und das möglichst bald im Herbst.

Differenzen gibt es etwa nach wie vor in der Ausbildungsfrage, bei der Besoldung, der Arbeitsplatzbeschreibung sowie dem Unterstützungspersonal für Lehrer. Außerdem habe man Leistungskomponenten für Schlüsselfunktionen wie den Klassenvorstand, den Schuldirektor und die Fachkoordinatoren eingefordert, verwies Kimberger auf von Schmied ausdrücklich gewünschte Gegenvorschläge der Gewerkschaft.

Abschluss auf Masterniveau gefordert

Bei der Ausbildung verlangen die Lehrervertreter nach wie vor einen Abschluss auf Masterniveau. "Etwas anderes kommt nicht in Frage und kann auch auf internationaler Ebene nicht argumentiert werden", so Kimberger. Bei der Besoldung könne es nicht sein, dass künftige Lehrer mehr arbeiten und weniger verdienen sollen. "Ich bin sehr dafür, dass die Einkommenskurve gekippt wird", so Kimberger. Das heiße aber auch, dass es zu keinem Verlust bei der Lebensverdienstsumme kommen dürfe. Derzeit habe man aber ein "Lehrersparpaket" mit Verlusten zwischen zehn und 30 Prozent auf dem Tisch.

Die von Regierungsseite vorgelegte Arbeitsplatzbeschreibung eines Lehrers ähnle wiederum jener eines Verwaltungsbeamten, so Kimberger. "Das hat mit der Arbeit eines Pädagogen nix zu tun." Nach wie vor warte man außerdem auf ein Konzept für das angekündigte Unterstützungspersonal für Lehrer wie Sozialarbeiter und Psychologen, damit sich die Lehrer auf Unterricht und Erziehung konzentrieren könnten. Außerdem verlangt die Gewerkschaft für Lehrer einen "Schutzmechanismus in Form eines öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses".

Kein baldiger Abschluss erwartet

Letztendlich mache man aber in jeder Verhandlungsrunde Fortschritte, meinte Kimberger -"insofern, dass sich der derzeitige Vorschlag als nicht geeignet herausstellt". Die Regierungsseite signalisiere immerhin, dass "der Gesetzesentwurf nicht der Weisheit letzter Schluss ist". Einen baldigen Abschluss erwartet der Gewerkschafter nicht: Es gehe "um ein derartig großes Paket, dass es Zeit braucht".

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

5 Kommentare
0 0

Drei Damen

Mir drängt sich der Vergleich mit de "Drei Herren" in einem Film auf, der von drei Herren handelt, die nicht ganz in der Wirklichkeit stehen. Haben diese drei Damen- Vertreter der Beamten, der Lehrer, der FRAUEN und der "Marie" ganz vergessen, dass im Lehrberuf sehr viele Frauen tätig sind, denen sie mit ihrem angedachten Dienstrecht ordentlich schaden, denn sie werden keine Zeit mehr für Familie haben-keine Kinder, vergrämte Männer und viele Scheidungen.

Gast: 1. Parteiloser
24.07.2012 07:19
1 18

Muahahaha, in Österreich machen sich die Beamtengewerkschaften das Recht selber!?

Ohne deren Zustimmung kommt doch schon lange kein Gesetzesentwurf mehr ins Parlament. Erst dann, wenn alles nach dem Wunsch der Beamtengewerkschafter ist, dann darf der Gesetzesentwurf mit der Beamtendominanz im Parlament zu geltenden Recht werden.

Österreich hat doch eine Beamtendespotie, wenn sich die Beamten das Recht in eigener Sache machen können.

Die Österreicher sollten schnellstens mit diesem Demokratiefeindlichen, Österreichfeindlichen Menschenrechtsfeindlichen Misthaufen abfahren. Das sind doch nur noch subversive Elemente, welche eigentlich schon eine Schattenregierung gebildet haben und so die Verfassung real ausgehoben haben.

Wahrscheinlich bleiben die Verantwortlichen aber weiter verblendet. Das wird bedeuten, dass irgendwann die Österreich mit dem Misthaufen abfahren, genauso wie mit dem Clans rund um Ben Ali, Gaddafi und Mubarak abgefahren wurde. Diese Clans haben sich den kommenden Volksaufstand nur 6 Monate vorher auch nicht vorstellen können.

Re: Muahahaha, in Österreich machen sich die Beamtengewerkschaften das Recht selber!?


Es gibt im Prinzip exakt zwei Optionen:

A) Man entscheidet sich für ein saudeppertes System, das man mit Gewalt von oben diktiert, das alle Betroffenen verhöhnt und dazu führen wird, dass sich kein intelligenter Mensch mehr allen Ernstes für diesen immens wichtigen Beruf entscheidet.

B) Man entscheidet sich für ein modernes und vernünftiges System und kann nachher behaupten, dass alle dieses mittragen - zum Wohl unserer Kinder und der Zukunft unseres Landes.

Unser 1. Parteiloser unterstützt ersteres.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
27.07.2012 21:31
0 0

Re: Re: Muahahaha, in Österreich machen sich die Beamtengewerkschaften das Recht selber!?

A) gibt es nicht, weil der Personalstand an Lehrpersonen so hoch ist wie noch zuvor in Ö.

B) Existiert auch nicht ansatzweise, weil dann die Resulate keine Katastrophe wären. Mittrage Stimm auch nicht, alles muss verpflichtend gemacht werden, wie
die Bürger sonst in Massen flüchten würden.

Ich würde ein freies, leistungsfähiges Bildungsysteem für die Schüler und für die Gesellschaft unterstützten. Nur, solange die Gesetzgebung der Beamten ein Bildungsystem für die Beamtem, gegen die Menschen, macht, solange wird es ein Traum bleiben.

Vollkommen richig!

... und die süßen roten Stricherln sind ganz sicher nicht von Beamten ;-))

Es ist erschreckend, dass ein Arbeitgeber (!) seine Mitarbeiter fragen und mit ihnen verhandeln muss, welche Reformen umgesetzt werden dürfen!

Gott GÖD wird aber bald der Teufel holen, denn der Wahnsinn ist schlicht und einfach nicht mehr zu bezahlen!

Eduard 2013

Schlagzeilen Bildung