Wien/Apa/Red. Sommerzeit soll für heimische Lehrer künftig stärker (auch) Fortbildungszeit sein – jedenfalls, wenn es nach SPÖ-Unterrichtsministerin Claudia Schmied geht. „Ich wünsche mir durchaus mehr Interesse, Angebote im Sommer anzunehmen“, sagte Schmied gestern, Donnerstag, bei einer Pressekonferenz. Es gebe hier noch „reichlich Potenzial nach oben“.
In der Tat werden derzeit nur knapp fünf Prozent aller Weiterbildungen im Juli und August absolviert. Lediglich 18.700 der österreichweit rund 120.000 Pädagogen bilden sich im Sommer weiter. Immerhin: Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von sieben Prozent. Die meisten Anmeldungen im Verhältnis zur Lehrerzahl gibt es im Burgenland, in Nieder- und Oberösterreich, die wenigsten in Kärnten und Wien.
Insgesamt ist das Interesse an Fortbildungen um 14 Prozent gestiegen: Im vergangenen Schuljahr gab es rund 437.000 Anmeldungen. Das dürfte mit von Schmied angestoßenen Neuerungen zusammenhängen, Stichwort Zentralmatura.
Lehrervertreter verweisen außerdem auf die internationale TALIS-Studie aus dem Jahr 2009. Dort gaben 97 Prozent der befragten österreichischen Lehrer an, in den anderthalb Jahren zuvor Weiterbildungen besucht zu haben. Dass sich wenige im Sommer fortbilden, liege nicht am mangelnden Interesse, sondern am geringen Angebot. Schmied will dieses nun ausbauen. Die Frage, wann und in welchem Ausmaß sich Lehrer fortbilden müssen, ist außerdem Thema der Dienstrechtsverhandlungen.
Neues Aufnahmeverfahren an PH
In der Debatte um die Lehrerbildung verteidigte Schmied am Donnerstag einmal mehr die Pädagogischen Hochschulen (PH): Die Lehrerbildung brauche eine institutionelle Heimat. Ab 2013 soll es an den PH ein neues Aufnahmeverfahren geben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2012)
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