Lehrer verdienen weit weniger als andere Akademiker

 (DiePresse.com)

Österreichische Lehrer verdienen zwischen 58 und 65 Prozent des Lohns anderer Akademiker. Die Kluft ist weit größer als in anderen Ländern.

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Pädagogen werden in Österreich deutlich schlechter bezahlt als in anderen Bereichen tätige Akademiker, zeigt eine nun von der OECD veröffentlichte Statistik aus der Studie "Bildung auf einen Blick" (2011). So verdienen Lehrer in Österreich nach 15 Jahren Berufserfahrung nur zwischen 58 und 65 Prozent des Durchschnittsgehalts anderer Akademiker. Im EU-Schnitt sind es hingegen zwischen 78 und 88 Prozent, im OECD-Schnitt 77 bis 85 Prozent.

Nach 15 Jahren im Job sind Österreichs Lehrer allerdings noch weit vom Höchstgehalt entfernt. Mit der geplanten Dienstrechtsreform, über die mit der Lehrer-Gewerkschaft am Montag wieder auf Beamtenebene verhandelt wird, ist geplant, die Anfangsgehälter anzuheben und die Gehaltskurve abzuflachen.

Nur 58 bis 63 Prozent

Bei der Differenz zu den Gehältern anderer Akademiker macht es derzeit in Österreich kaum einen Unterschied, ob Lehrer eine dreijährige Ausbildung an einer Pädagogischen Hochschule (PH) oder eine fünfeinhalbjährige an der Uni gemacht haben: Die an den PH ausgebildeten Volks- und Sonderschullehrer (Primarstufe) verdienen 58 Prozent anderer Personen mit Abschluss im Tertiärbereich.

In der Sekundarstufe I, wo an der Hauptschule Lehrer mit PH-Abschluss und an der AHS-Unterstufe Pädagogen mit Uni-Abschluss arbeiten, liegt das Einkommen bei 63 Prozent von jenem anderer Akademiker. Die an den Unis ausgebildeten Lehrer für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) erhalten nach 15 Dienstjahren 65 Prozent vom durchschnittlichen Gehalt anderer Akademiker.

Kluft in Österreich außergewöhnlich

Mit der geplanten Reform der Lehrerausbildung sollen künftig alle Pädagogen denselben akademischen Abschluss bekommen und die derzeitigen Unterschiede bei Ausbildung und Bezahlung je nach Schultyp aufgebrochen werden. Solche Unterschiede sind übrigens in der Mehrzahl der untersuchten Länder zu finden, in 19 von 28 OECD-Staaten, von denen Daten verfügbar waren, werden Lehrer der Sekundarstufe besser bezahlt.

Der Abstand von Lehrer- zu anderen Akademikergehältern in Österreich ist nicht nur deutlich größer als im EU-Schnitt, er ist auch innerhalb der OECD außergewöhnlich. Eine größere Differenz gibt es nur in der Slowakei (44 Prozent des Einkommens anderer Akademiker), Ungarn (45 bis 54 Prozent), Island (50 bis 61 Prozent), Tschechien (51 bis 55 Prozent) und USA (61 bis 65 Prozent).

In den meisten anderen Ländern verdienen Lehrer 80 Prozent des üblichen Akademikergehalts oder mehr: So liegt es in den Niederlanden bei 61 bis 81 Prozent und in Frankreich bei 78 bis 85 Prozent. In einigen Ländern geht es sogar über das übliche Akademikergehalt hinaus, etwa beim PISA-Spitzenreiter Finnland (85 bis 101 Prozent) oder in Deutschland (88 bis 106 Prozent). In Südkorea, Luxemburg, Portugal und Spanien liegt es generell über den Einkommen anderer Akademiker.

(APA)

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247 Kommentare
 
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Die Besten der Besten werden auf diesen Beruf einfach pfeifen -

das ist die Chance für die Besserwisser.

Und in ein, zwei Wochen

werden die h.o. Maulhelden und Ehrabschneider wieder ihre süßen Lieblinge in die Schule bringen, die Lehrer untertänig grüßgotten, freundlich lächeln, buckeln und nicken und ein weiters Jahr über schulpartnerschaftlich kuschen.

Gast: oekonom
20.08.2012 15:11
1 12

dafür ...


... haben sie aber auch weniger arbeitsstunden (auch wenn immer vorgegeben wird sie müssen zu hause sooo viele tests/schularbeiten usw. machen!)

p.s.: und diese 60 % sind für diese leistung noch zuviel!

Antworten Gast: bergziege
20.08.2012 20:40
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Re: dafür ...

Als "oekonom " haben Sie z.B. in einer HAK/HAS die allerbesten Chancen. Schlimmstenfalls müssen Sie WIPÄD nachholen. Für Sie wahrscheinlich eine Lapalie. Dann kann es los gehen. Versuchen Sie es! Posten Sie Ihre Erfahrungen.

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weniger verdienen ist ok - dafür gibts ja ferien!


Re: weniger verdienen ist ok - dafür gibts ja ferien!

noch einmal für sie: die sommerferien werden nicht bezahlt! 10 monatsgehälter werden einfach addiert und dann durch 12 gerechnet, damit man monatlich ausbezahlen kann und niemand zum AMS muss und somit mehr bekommen würde...

Ich wische mir die Lachtränen aus den Augen und kommentiere das Ganze einmal...


Liebe Lehrer,

seid mir nicht böse, ich mag euch doch. aber warum genau solltet ihr gleich viel verdienen wie andere Akademiker? Immerhin reißt ihr nicht, wie bei BWL-"Absolventen" üblich, täglich Banken in den Ruin. Ihr dürft lediglich unsere Kinder in verhaltensgestörte Jungterroristen verwandeln. Das Gehalt muss ja Leistungsbezogen sein.

Im Gegensatz zu Ärzten dürft ihr ja auch keine gesunden Körperteile amputieren oder Leute mit infizierten Nadeln umbringen. Ihr verteilt maximal Kopfnüsse und Ohrfeigen. Das steht doch in keiner Relation und sollte sich auch im Gehalt niederschlagen.

Gast: gleichemittel
20.08.2012 09:15
7 2

die gehalter muessen halt um eindrittel auf normalniveau angehoben werden/ waere aufgabe der gewerkschaften. da muessen die bankenkozerne u eurolobbys eben auf a bisserl was verzichten.


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Absurde Vergleiche...

bei dieser Vergleichs"studie" geht es ja nur um die ersten 15 Erwerbsjahre; bekanntlich sind die Lehrer in Ö nach dem klassischen Beamtenschema bezahlt, also beginnend mit ca. 2000 brutto, die letzten Jahre mit über 5000 brutto! Das Lebenseinkommen eines Lehrers ist in Ö ausgesprochen gut; aber absurderweise verdiene sie eben dann erst gut, wenn die eigenen Kinder schon wieder ausser Haus sind....

der dauerklassiker

entwicklungen, die über die dauer der gewählten legislaturperiode hinausgehen werden nicht angegangen. was zählt ist das hier und jetzt, her mit der mare, her mit der kohle und hintermmir die sintflut.

ist ja nicht nur bei der bildungsministerin so.

Selbstaussage

wie sagten viele Bekannte mit Lehramtsstudien in Studienzeiten zu mir: Auch Studienwahl ist Intelligenzsache. Ich sage hier nun: Stimmt.
Sie hatten eine tolle Studienzeit, nur leichte Prüfungen und die viel diskutierten Ferien auch um Job.
Wir verdienen halt nun mehr mit allem was daraus resultiert.
Also: So what?

Re: Selbstaussage

Eigenartig!
Weshalb wurden mir dann meine betreffenden LVs aus dem Lehramt 1:1 für das Diplomstudium angerechnet?
Das hätte ja nach ihrer Aussage gar nicht sein dürfen?

Re: Selbstaussage

Nur leichte Prüfungen? Sie glauben aber nicht ernsthaft dass im LA- Studium nur auf Matura- Niveau geprüft wird, oder?

Gast: Argesauge
19.08.2012 15:37
6 14

Vorschlag

40h/Woche
5 Wochen Urlaub

bei schlechter Leistung --> Weiterbildung zwingend!

Vorbereitung, etc. in der Arbeitszeit.

Entlohnung je nach Qualifikation und Arbeitsmarkt --> Chemielehrer verdient dann halt mehr, etc.

Doch das verhindert die Gewerkschaft !

ein erster Anfang wäre es wenn die Lehrer in den 8 wochen sommerferien zumindest 4 wochen für Nachhilfe zur verfügung stünden - bezahlt werden sie ja angeblich dafür!

Re: Vorschlag

na sie sind ja ein ganz ein wiffzackiger mit ahnung und erfahrung! die antworten erfolgen zu ihren absätzen:

40h: da die JAHRESARBEITSSTUNDEN bei mir etwas höher ausfielen als jene eines normalen ASVGlers, muss ich hier ob der unmöglichkeit etwas schmunzeln. wenn korrekturen, etc. anstehen, dann habe ich sicherlich keine 40h-woche! zudem werden lehrer für 10 monate bezahlt, wobei die summe durch 12 dividiert wird, damit man jedes monat geld überweisen kann. hinzu kommen UB und WR. demnach sind juli und august kein bezhahlter urlaub, sondern eine dienstfreistellung!

schlechte leistung: wie wollen sie diese messen?

vorbereitung in der arbeitszeit: die vorbereitung IST ARBEITSZEIT! oder meinen sie unterrichtszeit, denn das wäre äußerst amüsant...

wow: das wäre ja wirklich fair, so finden sie. sie wären aber der erste, der sich dann darüber aufregt, dass ein turn- und physiklehrer für 18 abgehaltene stunden 3000 netto im 2. dienstjahr bekommen würde, oder?!

ja hoffentlich verhindert das die gewerkschaft, aber es steht ja nicht einmal zur disposition, logischerweise!

ich habe kein problem mit ihrem letzten punkt, wenn ich dafür bezahlt werden würde. siehe oben der punkt mit den 10 monatsgehältern!

Warum angeblich?

Ich gehe schon davon aus, dass ich für die drei Stunden bezahlt worden bin.

Re: Vorschlag

wau, direkt vom stammtisch! sie haben das zeug zum politiker!

naja, sie habe auch nachweislich

weniger stunden haben über Jahrzente eine schlechte Performance - vom Ergebnis her.

als ziemlich ermüdend, diese Diskussion

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Gleiches Recht für alle

Den Schmäh mit der Vorbereitungszeit werde ich in meiner Firma auch einmal bringen-dazu 10 Minuten Pause pro Stunde und 3 Monate Urlaub nehmen. Bin schon gespannt, wie die Chefs reagieren. Nebenbei möchte ich schon unkündbar bleiben.

Antworten Gast: bergziege
20.08.2012 20:43
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Re: Gleiches Recht für alle

Als Lehrer sind Sie nicht automatisch unkündbar. Die meisten sind ASVG versichert. Sie sprechen von den älteren Lehrern. Unter ihnen sind viele pragmatisiert.

Re: Gleiches Recht für alle

ist berufswahl also doch intelligenzsache?
keine angst, dafür verdienen sie (bei gleicher qualifikation ja eh mehr als ich z.b. ; 3000 euro netto, nach 20 dienstjahren, für knapp 1,5 lehrverpflichtungen); oder sie haben in ihrer jugend zu wenig fleissig gelernt; in beiden fällen sind sie selbst ihres glückes schmied...
schöne grüße aus meinen wohlverdienten ferien! ;-)

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Re: Gleiches Recht für alle

Du meine Güte!
Haben Sie mal einen Vortrag, ein Seminar etc vorbereitet?

Re: Re: Gleiches Recht für alle

Und wie oft gestaltet man Unterrichtsmaterialien neu? Jedes Semester neu? Jedes Schuljahr? Klären Sie mich auf bitte.

Re: Re: Re: Gleiches Recht für alle

genau genommen jede stunde, denn man unterrichtet nicht jede stunde denselben stoff...

ansonsten passt man sich am klientel an ums mit dem jargon der PW auszudrücken :)

ich kenne aber auch leute aus der PW, die sehr sehr oft (an die 30 mal mind.) ein und dieselbe 30-60-minuten-präsentation halten! bin ich jetzt der experte der PW, weil sie einer der "geschützten arbeitswelt" sind?

Re: Re: Gleiches Recht für alle

ja, wissenschaftliche Vorträge mit eigenen Studienergebnisse. Trotzdem habe ich im Schnitt eine 55 Stunden Woche!!!

Re: Re: Re: Gleiches Recht für alle

Dativ, Dativ,
warum bist du kein Akkusátiv?

 
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