21.05.2013 14:21 Merkliste 0

Märk-Abberufung: Gewerkschaft klagt Ministerin Schmied

 (DiePresse.com)

Knalleffekt nach der Abberufung des designierten Rektors der PH Tirol. Die Gewerkschaft klagt, Schmied verlängert indes den bisherigen Rektor.

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Knalleffekt in der Causa Märk: Die Gewerkschaft (GÖD) Öffentlicher Dienst Tirol kündigte am Dienstag eine Klage gegen die Republik Österreich an. Sie wollen die Abberufung des designierten PH-Tirol Rektors Elmar Märk durch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) nicht hinnehmen. "Wir werden beim Arbeitsgericht auf Einhaltung des ausgestellten und de facto schon abgeschlossenen Dienstvertrages klagen", sagte der Tiroler GÖD-Landesvorsitzende Gerhard Seier (FCG) am Dienstag. Zudem klage man laut Seier die schriftliche Ausfolgung des Vertrages ein.

Schmied hält indessen dagegen: Ihr Ministerium übermittelte am Dienstag seine Personalentscheidung. Demnach soll Markus Juranek, bisheriger PH-Chef, für weitere fünf Jahre an der Spitze der PH Tirol bestätigt werden. Das dürfte eine Notlösung sein: Juranek war neben Märk als einer von drei Kandidaten für den Rektorsposten nominiert worden, Schmied hatte sich damals für Märk entschieden.

Causa Märk
Elmar Märk war von Schmied Ende Juli noch vor seinem Amtsantritt als Rektor der PH Tirol am 1. Oktober abberufen worden. Der designierte Rektor hatte sich in einem APA-Interview für die langfristige Integration der Lehrerausbildung in die Universitäten ausgesprochen. Die Bildungsministerin sprach danach von einem "massiv gestörten Vertrauensverhältnis".

"Ärger als bei Entacher"

Die Tiroler Gewerkschafter holten sich Rückendeckung von der Bundes-GÖD ihrem Vorsitzenden Fritz Neugebauer (ÖVP). Diese sei über die Vorgangsweise informiert worden und habe daraufhin einen entsprechenden Präsidiumsbeschluss gefasst, erklärte der Landesvorsitzende. Auch eine Klage beim Verwaltungsgerichtshof könnte in der Folge notwendig sein, sollte Märk wieder als Direktor an die HTL Innsbruck zurückbeordert werden, meinte Seier. Überdies behalte man sich "selbstverständlich" auch die Geltendmachung von Schadenersatzforderungen gegen die Republik vor.

"Sollte Schmied nicht doch noch einlenken, wird das einen ganzen Rattenschwanz nach sich ziehen. Das wird noch ärger als bei Entacher", spielte Seier auf die seinerzeitige Abberufung des Generalstabschefs des Österreichischen Bundesheeres, Edmund Entacher, durch Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) an. Es "erschüttere" ihn, dass Schmied keine Lehren aus dieser Causa gezogen habe, den gleichen Fehler wie Darabos mache und sich über Gesetze der Republik hinwegsetze, kritisierte der Gewerkschafter. Sie lasse reine Willkür walten, gefährde einen funktionierenden Betrieb an der Pädagogischen Hochschule Tirol und sorge für rechtliches und organisatorisches Chaos. "Es ist furchtbar. Märk war in die gesamte Vorplanung bereits eingebunden", meinte der Christgewerkschafter.

PH kritisiert "rechtswidrige Vorgangsweise"

Unterdessen kritisierte der Hochschulrat der Pädagogischen Hochschule Tirol (PH) in einer Aussendung, dass Schmied ihre "rechtswidrige Vorgangsweise" weiter fortsetze. Jegliche Gesprächsangebote des Gremiums seien bisher "ohne Rückmeldung" geblieben. Vielmehr würden "deutliche Anzeichen" bestehen, wonach das Ministerium in nächster Zukunft eine andere Person zum Rektor bestellen wird. "Gegen dieses Vorgehen des Ministeriums und insbesondere die Gesprächsverweigerung durch die zuständige Ministerin protestieren wir mit Unterstützung durch LH Günther Platter (ÖVP), der gesamten Landesregierung und aller Mitglieder des Hochschulrates sowie aller politischen Parteien in Tirol", hieß es in der Aussendung vom Dienstag.

Der Hochschulrat verwies zudem auf ein kürzlich in Auftrag gegebenes juristisches Gutachten. In diesem sei unter anderem festgestellt worden, dass ein rechtskräftiger Widerruf der Bestellung von Elmar Märk zum Rektor zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorliege. Ein derartiger Widerruf benötige außerdem laut Expertise die vorausgehende Zustimmung von Hochschulrat und Studienkommission der PH.

(APA/Red.)

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27 Kommentare
 
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Gast: Sueton
30.08.2012 22:55
0 0

Und jetzt ...

... stelle man sich vor, das hätte eine schwarze Ministerin oder ein schwarzer Minister getan.

Schöne Grüße aus der Löwel-Straße und natürlich auch noch vom Küniglberg!

Gast: Brüderlein
29.08.2012 12:03
1 1

Gebrüder Märk

Es sollte eine Frage des Anstandes sein, in Tirol innerhalb einer Familie nicht ein Monopol bei bildungspolitischen Führungspositionen anzustreben. Das hätte die Familie Märk wissen müssen. Und das gilt umso mehr, wenn dieses Monopol über eine Partei wie die ÖVP erreicht werden soll, die ihrerseits auf der politischen Ebene eine erdrückende Dominanz in Tirol aufweist.

Antworten Gast: info
29.08.2012 14:58
1 0

Re: Gebrüder Märk

Beide Brüder sind parteilos!
Der Hochschulrat, der die Bestellung Märks einstimmig vorgenommen hat, enthält auch drei SPÖ-Mitglieder!

Antworten Gast: der anstand
29.08.2012 14:53
0 0

Re: Gebrüder Märk

Ich verstehe nicht ganz, wieso bildungspolitisches Engagement "unanständig" sein soll!?

Das Problem ist

dass sich Österreich eine Unterrichtsministerin leistet, die weder fachlich, noch intellektuell, noch aufgrund ihres Sozialverhaltens als Erwachsene bezeichnet werden dürfte. Ich würde sie als Arbeitgeber als Raumpflegerin einsetzen!

Antworten Gast: Offener
29.08.2012 09:11
1 5

Re: Das Problem ist

@ hofa: Na du musst die Qualifikationen von Frau Schmied ja sehr genau kennen, oder? Wahrscheinlich gleich gut wie die von Herrn Märk.
Mir bleibt grad die Hoffnung, dass du nicht wirklich Unternehmer bist, der Leute einstellt, ansonsten würde ich dir dringend Unterstützung anraten.

Antworten Antworten Gast: Betrachter
29.08.2012 09:44
1 2

Re: Re: Das Problem ist

Sehr treffend auf den Punkt gebracht! Der Fall Märk wird für billiges Schmied-Bashing missbraucht. Die Probleme liegen hier aber nicht in Wien, sondern in Tirol. Solange man das nicht einsieht, wird sich in Tirol nie etwas verbessern.

Antworten Antworten Antworten Gast: ein tiroler
29.08.2012 22:18
1 0

Re: Re: Re: Das Problem ist

AHA....das Problem in Tirol ist also, dass dort die einfältigen, ländlichen Eingeborenen sich erdreisten sich zu wehren, wenn in Wien Arbeitsrecht, Verwaltungsrecht und Verfassungsrecht mit Füßen getreten werden?!

und das ohne

volksbefragung. aber doch a bisserl wie die justiz: heute so, morgen anders. vielleicht.

Gast: Ludmilla
28.08.2012 20:37
0 8

Die sind normal nur für die arbeitsscheuen da.

Normal bin ich gegen rot. Im Schulsystem teilweise für rot.

Re: Die sind normal nur für die arbeitsscheuen da.

teilweise??? Ist 99% teilweise???

Antworten Antworten Gast: Ludmilla
29.08.2012 20:06
0 1

die roten SPÖ sind für mich nicht sozial

im schulsystem eher schon. Viellliecht kommt noch die Zeit wo der staat seine Angestellten nicht mehr bezahlen kann. Dann werdens froh sein die lehrer wenns 40 stunden Arbeiten dürfen ums halbe Geld.

Gast: PolisTyrolensis
28.08.2012 20:09
7 0

Karrieren in Tirol

Der Fall Märk war sicherlich bitter für alle Beteiligten, aber dennoch hat er wertvolle Einsichten erbracht in die Funktionmechanismen eines Landes, das noch immer "fern von Europa" ist.

Es ist erschütternd zu sehen, wie der ganze Fall Märk nur als Politikum diskutiert wird. Wo bleibt hier die Frage der fachlichen Qualifikation? Entscheidet allein das Parteibuch?

Und wie ist es möglich, dass ein Gutachten beim Angestellten des Bruders (!) in Auftrag geben wird - mit Steuermitteln? Wen will man damit überzeugen? Glaubt man, dass das in Wien nicht durchschaut wird?

Interessant auch die Stellung von Ivo Hajnal: Senatsvorsitzender an der Universität Innsbruck und Mitglieder des Landesschulrats. Königsmacher auf zwei Ebenen und zum Zuge kommt ein Brüderpaar.

Wohl in keinem Bundesland gibt es solche personelle Verquickungen wie in Tirol.

Re: Karrieren in Tirol

Neeeein sicher nicht, das gibt nuuuuur in Tirol. Das die gesammte Stadt Wien inkl. Heute, Krone, Echo Verlag, Stadtwerke, Faymann, Ostermayer etc. miteinander verbandelt sind ist sicher nur Zufall.

Wann wird diese Dame

endlich in eine Bank entsorgt?

Z.B. als Raumpflegerin.

Gast: Tonus
28.08.2012 18:55
4 3

Antike

Verbissene Sappho

schade!

dass es bei Ministerinnen keine "Fristlose" gibt ...

Gast: xbrou
28.08.2012 17:33
7 2

schmied

Warum rüffelt der Bundesheinzi Schmied nicht ?

Die Frau Ministerin Schmied


ist rücktrittsreif.

Sie hat keine Handschlagqualität. Man kann mit ihr nicht mehr zusammenarbeiten, besonders dann nicht wenn man andere Meinungen wie sie vertritt.

Das Thema "Bildung" ist viel zu wichtig, als dass es von einer Dialog-Verweigerin im Ministeramt repräsentiert wird.

Gast: Lammer H
28.08.2012 16:48
6 2

Schmied und Darabos

gehören fristlos entlassen aus dieser Roten Meute, nicht Entacher und Märk!

Gast: info
28.08.2012 16:41
3 0

Juranek war übrigens vom Hochschulrat drittgereiht

...und nicht einfach "einer von drei Kandidaten"

Schmied&Darabos - ein Sittenbild.


Gast: Lämpel
28.08.2012 15:25
4 2

Teamfähigkeit und Sozialkompetenz

Ja, nun stellen sich alle ÖVP-dominierten Institutionen hinter den Märk-Bruder und fordern mit Entrüstung seine Wiedereinsetzung.
Würde mich wundern, wenn für einen einfachen Lehrer, der vielleicht noch das Pech hat, der falschen Partei anzugehören, ebenso viel Aufwand betrieben würde. Dann ist das Argument der fehlenden Teamfähigkeit und der unzureichenden Sozialkompetenz rasch zur Hand. Diese Eigenschaften sind gar in der Schule sehr wichtig und wir nehmen sie sehr ernst, heißt es dann stets. Und der Betreffende ist dann schneller auf der Straße, als er sich es sich versieht.

1 1

Re: Teamfähigkeit und Sozialkompetenz

...sowie aller politischen Parteien in Tirol..
Aber oft liest man nur das, was man lesen will.

Antworten Antworten Gast: Politikon
28.08.2012 16:27
5 1

Re: Re: Teamfähigkeit und Sozialkompetenz

Gibt es in Tirol noch andere Parteien neben der ÖVP?

Antworten Antworten Antworten Gast: info
28.08.2012 17:04
2 3

Re: Re: Re: Teamfähigkeit und Sozialkompetenz

drei der fünf Mitglieder des Hochschulrats (der ja die Bewerbungsgespräche geführt und die Reihung nach Qualifikation durchgeführt hat...und sich EINSTIMMIG nach wie vor für Märk auspricht) sind übrigens direkt von der Ministerin selbst bestimmt und somit SPÖ-nahe!
http://ph-tirol.ac.at/de/content/hochschulrat

 
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Eduard 2013

Schlagzeilen Bildung