20.05.2013 09:09 Merkliste 0

Kurz: Schmied blockiert Integration

JULIA NEUHAUSER (Die Presse)

Der ÖVP-Staatssekretär attackiert die SPÖ-Unterrichtsministerin. Der Ernst der Lage in Schulen würde nicht erkannt. Das Ressort wehrt sich und will „Kurz-Wahlkampfshow“ verhindern.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) holte am Dienstag zum Rundumschlag aus. Adressatin seiner Kritik: Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ). Sie blockiere seine Integrationsinitiativen im Schulbereich, so der Vorwurf.

Ein Beispiel dafür sei das Projekt der „Integrationsbotschafter“. Noch vor rund einem Jahr startete Kurz dieses mit der Unterstützung des Unterrichtsministeriums. Dabei besuchen prominente Migranten Schulen, um vorhandene Vorurteile abzubauen und für Motivation zu sorgen. Nun verbiete Schmied diese Schulbesuche aber, sagt Kurz im Gespräch mit der „Presse“. Viele Schulen hätten zwar Interesse, dürften aber nach Angaben einiger Direktoren nicht mehr besucht werden. Teilweise könne das Projekt in ganzen Bundesländern nicht mehr durchgeführt werden.

Der Staatssekretär vermutet, dass das mit dem „Vorwahlkampf“ zu tun hat – ein Vorwurf, den das Ministerium zurückweist. Die prominenten Integrationsbotschafter seien weiter in den Schulen willkommen. Auf den Staatssekretär treffe das hingegen nicht zu. Man wolle eine „Sebastian-Kurz-Wahlkampfshow“ – und damit eine parteipolitische Beeinflussung der Schüler – verhindern.

Dabei könne man sich sogar auf das Gesetz berufen, heißt es aus dem Büro der Ministerin. Im Gesetz sind klare Kriterien für den Besuch von Politikern in Schulen festgelegt. Demnach dürfen nur die Unterrichtsministerin, die einzelnen Landeschefs und die Landesschulratspräsidenten Schulen besuchen. Kurz selbst zeigt sich empört: „Wenn das Projekt jetzt der Parteipolitik zum Opfer fällt, weiß ich nicht, was ich dazu sagen soll.“

 

„Problembewusstsein fehlt“

Das Gesprächsklima zwischen der Unterrichtsministerin und dem Staatssekretär scheint schon seit Längerem rau zu sein. Als Kurz vor wenigen Wochen ein Vorschuljahr für Kinder mit Deutschdefiziten forderte, wehrte Schmied diesen Vorstoß prompt ab. Über „Ghettoklassen“ brauche man nicht zu diskutieren.

Der Staatssekretär gibt dennoch nicht auf: „Ich hoffe, dass die Möglichkeit besteht, mit Ministerin Schmied darüber zu verhandeln.“ Es sei nicht tragbar, dass ein großer Teil der Schüler bei der Einschulung Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hat. Ob alle den Ernst der Lage erkannt haben, wisse er nicht, sagt Kurz. Im Ministerium fehle jedenfalls teilweise das Problembewusstsein („Zu sagen: ,Es passt eh so, wie es ist‘, ist zu wenig“). Deshalb verstehe er, Kurz, es als seine Aufgabe, auch unangenehme Themen anzusprechen. Was die Sprachförderung betrifft, sieht Schmied aber weiter keinen Diskussionsbedarf.

Kritik übte der Staatssekretär auch an Schmieds Arbeitstempo. Bereits vor dem Sommer habe die Regierung beschlossen, die Strafen für Schulschwänzer zu erhöhen. Auf den entsprechenden Gesetzesentwurf warte man aber noch immer, so Kurz. Dabei hätte dieser bereits spätestens im September vorliegen sollen.

 

Kritik ist „Charakterfrage“

Dieser Vorwurf blitzt an der Unterrichtsministerin ab. Der geforderte Gesetzestext sei bereits fertig. Es gehe nur noch um die interministerielle Abstimmung mit Jugendminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP). Noch im Herbst soll das Gesetz im Parlament beschlossen werden. Damit wird nicht nur die Verdopplung der Strafen für Schulschwänzer auf 440 Euro durchgesetzt, sondern auch ein Stufenplan zur Bekämpfung des Schulschwänzens festgeschrieben.

Dass der Integrationsstaatssekretär die Streitigkeiten über die Medien austrägt, ärgert die Ministerin: Das zu tun, sei eine „Stil- und Charakterfrage“. Es sei aber offenbar die Strategie des Staatssekretärs, jemanden in der Öffentlichkeit anzupatzen, in der Hoffnung, dass bei den Menschen etwas hängen bleibt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

71 Kommentare
 
12
Gast: hgfsdfpoi
12.10.2012 18:09
0 0

Kurz schadet mit seinen Äußerungen, Auftritten und seinem Verhalten der ÖVP

Kurz selbst zeigt sich empört: „Wenn das Projekt jetzt der Parteipolitik zum Opfer fällt, weiß ich nicht, was ich dazu sagen soll.“
Genau deshalb hat auch weiterhin zu gelten: die Sache ist wichtig, nicht Herr Kurz!

Somit sind die Sachlichkeit der BM und die durchaus korrekte Haltung in der Frage, wer Zugang zu den Schülern haben soll, sehr zu schätzen.
"Wahlkampf" und Populismus haben in Schulen nichts zu suchen, somit auch nicht Herr Kurz!


dachte immer

die unfaehigste ministerin hiess gehrer

Gast: der stilfrager
11.10.2012 07:41
2 0

wie immer: passt schon

Von wegen Ghettoklassen: im Regelschulbereich 90-95% muttersprachliche Ausländer- meint Frau Schmidt die Ghettoisierung der Österreicher? Wer nichts für den deutschen Spracherhalt tut, betreibt die "Abschaffung Ö.`s". Bleiben wir einmaql bei Klartext und lassen wir-wie Kurz-die Schönrederei.

Gast: netzwerker5
10.10.2012 23:02
5 0

behalten sie charakter, herr kurz

Der Ernst der Lage in Schulen würde nicht erkannt.Zitatende. Es dürfte schlimmer sein: man weiss es schon lange, aber es wird systematisch verschwiegen und schöngeredet.
Schönreden heißt in diesem Fall: die Bevölkerung bewußt belügen. Herr Kurz, bitte lassen sie nicht locker, denn es ist allerhöchster Handlungsbedarf. Was bisher passiert, war tatsächlich Integrationsbehinderung!!!

5 0

Eine Frage stelle ich mir noch immer:

Ist Frau Schmied so unfähig oder macht sie das absichtlich? Wenn ja, welche Absicht steckt dahinter?

10 0

Die Frau Milliardenpleitier will uns einreden,

dass jetzt auf ein Mal kein Schuldirektor den Besuch von Jukic & Co wünscht.

Abgedreht, wegen zu großen Erfolges, was sonst!

Und dann lädt sie ihn großzügig ins Theater ein.

Wann beteiligt sie sich an dem von ihr mitzuverantwortenden Schaden? Ich lese immer, Vorstandsgagen seien wegen der Verantwortung so hoch.

Antworten Gast: netzwerker5
10.10.2012 20:16
5 0

Re: Die Frau Milliardenpleitier will uns einreden,

Schmierentheater haben wir alle genug gesehen- wir wollen jetzt endlich politische Arbeit mit sinnvollen Vorschlägen bezüglich Bildungspolitik sehen. Kurz ist der Einzige, der die zuständigen Bildungspolitverant-wortlichen an Ihre Aufgabe und ihre Pflicht erinnert. Wie weit soll die verschlampte Bildungspolitik noch den Bach hinuntergehen? Jeden Tag kämpfen wir beruflich mit den Sprach- und Verständigungsproblemen.

11 0

Frau Minister wollen nicht.

Frau Minister blockieren Vorschläge zur Sprachausbildung mit fadenscheinigen Vorwänden.
Frau Minister drehen Initiative zur Vorbildwirkung prominenter MiHis wegen zu großen Erfolges ab.

Frau Minister fühlen sich angepatzt.
Frau Minister laden überheblich den - ihrer Meinung nach - Rotzbuben großzügig ins Theater ein. Damit Burli was lernt.

Frau Minister haben in Ihrem Lebenslauf schon einige Milliarden Schaden für den Steuerzahler als Vorstand stehen.

Was lassen wir Frau Minister noch durchgehen.

Da war ja die Handarbeitsliesl noch ein Genie!!!!!

Gast: Hellmesberger (kein Lehrer)
10.10.2012 16:39
4 0

Der Mann ist nicht schlecht.


da gibt es endlich einmal einen engagierten jungpolitiker und dann wird er wieder von den Spoe SED genossInnen intrigiert!

es wird zeit, dass auch bei uns diese SED durch eine Wende hinweggefegt wird.

Experten gesucht

Es ist immer leicht zu kritisieren, besonders in den Foren. Da kann ich mich hinter der Anonymität verstecken und alles ausspucken.
Österreich hat unzählige Experten (im Internet und am Stammtisch) aber die Arbeit will letztendlich keiner machen. Und der Strache wird's auch nicht richten, weil dann schimpfen die gleichen Experten über ihn und er hat niemanden den er dann die Schuld geben kann.

Antworten Gast: mitdiskutant
10.10.2012 18:07
4 0

Re: Experten gesucht

Es ist immer leicht zu kritisieren.....die Arbeit will letztendlich keiner machenZitatende.
Ist es nicht die Aufgabe der Politiker, anstehende Probleme des Gemeinwesens zu lösen? Das ist-mit Verlaub-deren Beruf.
Immer öfter hat man allerdings den Eindruck, dass unsere Politiker ihren Beruf nicht ernst nehmen. Und da setzt jetzt berechtigte Kritik ein.

Gast: netzwerker5
10.10.2012 15:02
2 0

verlorene generation

Obige Schlagzeile einer Tageszeitung ist die Bankrotterklärung für unser sogenanntes Bildungsministerium. Kurz möge dranbleiben, diese Diskussion muss höchste Priorität bekommen, und die parteipolitisschen Mätzchen gehören endlich als solche bezeichnet. Gibt es bei Politikern noch Verantwortung?

Gast: Susanne K.
10.10.2012 14:57
9 2

Rücktritt von Schmied (und Darabos)

Erlöst uns endlich von diesen Losern!

Re: Rücktritt von Schmied (und Darabos)

und bitte nimm auch faymann und Laura mit.

2 0

Jemandem etwas über die Medien auszurichten...

....ist einfach schlechter Stil. Eines muss garantiert sein: Keine Politiker in die Schulen

tante Zenzi, geht's uns gut heute?


3 2

So gehts sicher nicht!!

So lange Schmied ihr Ministerium als 2ter Wahlkampfzentrale ansieht wird sich in unserem System sicher nichts ändern. Auch nicht wenn alle Lehrergewerkschafter zufällig alle in die Pension gehen würden.

Gast: Das dritte Auge
10.10.2012 08:43
8 2

Aber Rote Gewerkschafter an Schulen schicken

ist schon in Ordnung oder ??

Bitte nicht falsch verstehen ich halte nicht zu Kurz.
Aber dieses Verhalten der Ministerin ist absolut lächerlich.

Zuerst wird sie ständig von der ÖVP blockiert, danach wird sie von der eigenen Partei verkauft und nun will sie Kurz unterstützen in Sachen Integration und jetzt blockiert sie selber?

Wobei ihr Verhalten ist absolut Verständlich sie rechnet offenbar auch nicht mehr damit dass die SPÖ bei der nächsten Wahl irgendwo in den ersten 4 Reihen sein wird.

Nein ich rechne auch nicht damit :)

PS: Dieser massiven konzentration an Arroganz (ÖVP und SPÖ) muss endlich die Rechnung präsentiert werden.
Denken Sie daran liebe Wählerinnen und Wähler!

Beides Holzköpfe

Er glaubt, man könne unser Integrationsproblem lösen, indem man schlecht Deutsch sprechende Promis in die Schule holt.

Sie glaubt, die Lösung besteht in der Aufschiebung aller Reformen bis das Volk endlich sogar ihre Gesamtschulpläne als geringeres Übel akzeptiert.

Gast: Sueton
10.10.2012 07:06
17 2

Ein weiblicher Darabos!

Das Reservoir der SPÖ für derartig inkompetente NasenbärInnen ist scheinbar endlos. Wo und wie züchtet man solche NullenInnen?

11 2

Re: Ein weiblicher Darabos!

in der KommunalKredit als GENIALManager.

Die Kritik an Fr. Schmied zeigt ihr wirkliches Gesicht

Sie will sich durch ihren Ministerposten:
- ideologisch verwirklichen
- sich vor der Strafverfolgung wegen ihren Geldversenkungsaktionen in Zypern retten

Sie vergißt dabei vollkommen auf die Auszubildenden und die Zukunft des Landes ist ihr egal.

Das Schlimmste daran ist, dass ihre Partei und die Wähler das akzeptieren!

Gast: blaise pascal
10.10.2012 06:33
9 0

Dass dieser Kurz seine Taktik auch nicht und nicht ändert!

Der braucht doch der Schmied nur unterzujubeln, wie wichtig seine Integrationsideen für die Neue Mittelschule sind - und schon bekommt er alles, was er will.
Denn - wie wir inzwischen ja alle wissen - ist die Neue Mittelschule die Lösung für alle Probleme Österreichs, oder etwa nicht?

Gast: total crash
10.10.2012 03:02
15 3

Herr Kurz!

Nur eine Lektüre lesen.
Von Bezirks Bürgermeister,

Herr Heinz Buschkowsky

Neu Kölln,Berlin,Deutschland.

* ultikulti ist gescheitert.

Da steht alles drin ,so wie`s auch der Großteil der österr.Bevölkerung sieht,kein sinnbefreites Schöngeschwafel,sondern Tatsachen aus dem Munde eines gestandenen Politikers der endlich sagt wies ist;o(


Antworten Gast: sogar spd
10.10.2012 20:22
3 0

Re: Herr Kurz!

Neukölln ist überall, jaja. Wer noch lesen kann, kann es lesen. Wer noch hören will, hört es überall. Und unsere Führungsriege schaut immer noch weg. Blöderweise sind diese Probleme nicht auszusitzen, sie werden nur größer. Herr Kurz, bleiben sie dran.

 
12

Eduard 2013

Schlagzeilen Bildung