Lehrergehälter: Ab Jänner steigt die Schlagzahl

 (Die Presse)

Schmied, Heinisch-Hosek und Fekter fixierten den Fahrplan für das neue Lehrerdienstrecht.

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Wien/ett. Einen Tag früher als zuerst geplant kam es am Dienstagnachmittag zu einem außergewöhnlichen Treffen: Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) stimmten in einem zweistündigen konstruktiven Gespräch mit Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) ihre Linie und den Fahrplan für die weiteren Verhandlungen mit den Lehrergewerkschaftern über ein neues Dienstrecht für künftige Pädagogen ab.

Hauptkonfliktpunkt ist und bleibt die Frage eines längeren Unterrichts bei gleichzeitig höheren Gehältern für Junglehrer.
Die Schlagzahl bei den Verhandlungen mit den Lehrergewerkschaft wird nun erhöht. Im Jänner wird es daher zuerst nochmals Beratungen auf Beamtenebene und dann eine politische Runde geben. Ziel der drei Ministerinnen bleibt, rechtzeitig vor der Nationalratswahl im Herbst 2013 eine Einigung mit den Lehrergewerkschaftern zu erzielen.

In Salzburg sind gleichzeitig Verhandlungen der Landesregierung mit der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten erneut gescheitert. Das Land bietet 40 Euro im Monat mehr, die Gewerkschaft fordert 50 Euro und berät nun auch über Kampfmaßnahmen.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.12.2012)

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60 Kommentare
 
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lustig

Da ich in den Kommentaren einiges zu der Raumsituation in Lehrerzimmern lesen konnte - kleiner Hinwies - die diversen Gesetze zur Arbeitsplatzsicherheit gelten ab 2013 auch an Schulen. Nur als Beispiel - die Anpassung der UNIs kostet ca. 2 Milliarden Euro - na da werden wir bei den Schulen mit ganz anderen Kosten konfrontiert werden - denke mal von 10 Milliarden wird nicht viel abgehen - ganz lustig wird es dann bei einem neuen Dienstrecht - da schlagen dann die EU- Gesetze voll durch

Kann man diesen Pauschalarbeitszeitunsinn nicht abstellen?

Ich hätte gerne einen Kollektivvertrag, der sich an den üblichen Gehältern von Akademikern orientiert, und würde gerne nach REAL GELEISTETEN ARBEITSSTUNDEN bezahlt werden, weiters hätte ich gerne die nötige Infrastruktur für meine Arbeit an meinem Arbeitsplatz. Aber da traut sich der Dienstgeber nicht drüber, weil sie das schlicht und einfach NICHT ZAHLEN KÖNNTEN.

Re: Kann man diesen Pauschalarbeitszeitunsinn nicht abstellen?

Inhaltlich stimme ich ihnen voll zu.

Ebenso wünsche ich mir ein Lehrer - WC an Schulen. Jedes "Gasthaus" würden bei solchen sanitären Missständen, wie es sie an den Schulen gibt, vom Arbeitsinspektorat zugesperrt.

Statt dreimal null kommt nun viermal null oder fünfmal null.


Gerade das wäre die ureigenste Aufgabe des Dienstgebers, Rahmenbedingungen zu gestalten - auf der Basis bestehender Gesetze und in der Weiterentwicklung derselben.
Bisher kam - eingeleitet damals von Gehrer und von Schmied zur Perfektion geführt primitiver Populismus: Lehrer werden hingestellt als überbezahlte Minderleister, als Parasiten, als faules Pack, als Privilegienreiter, als Blockierer jeder sinnvollen Reform, als Standesdünkler usw., wobei sich diverse Leserbriefverfasser darin aufgeilen, noch drastischere Sichtweisen zu entwickeln und sich im Alkoholdunst der Stammtische gegenseitig zu bestätigen.

Ernstzunehmende Dienstrechtsverhandlungen hätten die Chance bedeutet, zeitgemäßen und künftigen Anforderungen zu entsprechen, wegzukommen von der Unsitte, Bezahlung von Gehältern auf Jahrzehnte hinauszuschieben. Und jetzt geht es anscheinend nur mehr darum, wer mehr Macht hat, den Lehrern das aufzupressen, was sie nicht wollen.
Nona, einmal ehrlich, keiner (in keinem anderen Berufsstand) begrüßt eine Gehaltskürzung um 40 % - noch dazu unter diesen Vorzeichen.

Re: Statt dreimal null kommt nun viermal null oder fünfmal null.

Werden im Gegensatz dazu Politikergehälter ab Jänner nicht erhöht?
Jeder, der über Lehrer hierzieht, sollte einige Zeit vor einer Klasse mit allem Drum und Dran stehen. Ich denke, dass so mancher staunen würde. Und danach möglicherweise schweigen.

Re: Re: Statt dreimal null kommt nun viermal null oder fünfmal null.


Die Politik ist an keiner sachlichen Klärung von offenen Fragen interessiert.
Es geht um Ergebnisse, mit denen man beim Stammtischpöbel punkten und um Geld, das man abzweigen kann.

Schlagzahl

Statt dreimal null kommt nun viermal null oder fünfmal null.

Gerade das wäre die ureigenste Aufgabe des Dienstgebers, Rahmenbedingungen zu gestalten - auf der Basis bestehender Gesetze und in der Weiterentwicklung derselben.
Bisher kam - eingeleitet damals von Gehrer und von Schmied zur Perfektion geführt primitiver Populismus: Lehrer werden hingestellt als überbezahlte Minderleister, als Parasiten, als faules Pack, als Privilegienreiter, als Blockierer jeder sinnvollen Reform, als Standesdünkler usw., wobei sich diverse Leserbriefverfasser darin aufgeilen, noch drastischere Sichtweisen zu entwickeln und sich im Alkoholdunst der Stammtische gegenseitig zu bestätigen.

Ernstzunehmende Dienstrechtsverhandlungen hätten die Chance bedeutet, zeitgemäßen und künftigen Anforderungen zu entsprechen, wegzukommen von der Unsitte, Bezahlung von Gehältern auf Jahrzehnte hinauszuschieben. Und jetzt geht es anscheinend nur mehr darum, wer mehr Macht hat, den Lehrern das aufzupressen, was sie nicht wollen.
Nona, einmal ehrlich, keiner (in keinem anderen Berufsstand) begrüßt eine Gehaltskürzung um 40 % - noch dazu unter diesen Vorzeichen.

ich warte schon auf die nächste krankenstandstatistik

die wird wahrscheinlich bis zur wahl unter verschluss gehalten.

Der Poster "Florianus" ...

... sollte bei der Qualität seiner Postings eher den Nickname "asinus" übernehmen, der würde besser passe.

Re: Der Poster "Florianus" ...

muß erhebliche Probleme in der Schule gehabt haben, wenn er so ein Lehrerhasser ist !

Andererseits, wenn er meint, daß dieser Berufsstand so viele Privilegien hat, so überbezahlt ist bei nur Teilzeitarbeit, warum ist ER DENN NICHT LEHRER GEWORDEN ???

Ab Jänner steigt die Schlagzahl

Gegen diese Ministerin?

Bashing

Beim Lesen der meisten Lehrer-Bashing Kommentare kommt einem wie mir, der für die Ausbildung zukünftiger Lehrer einen Teil beitragen darf, das kalte Gruseln. Junge Menschen auf einen mittlerweile völlig unattraktiven Beruf vorzubereiten, macht nachdenklich.

Woran es liegt, dass viele Menschen sich das Recht herausnehmen, völlig unqualifizierte Kommentare zu einer einzelnen Berufsgruppe abzusondern, mach nachdenklich - ist es wirklich nur Neid - nur worauf sind Sie wirklich neidisch ? Primäre wird es so sein - aber da muss mehr sein. Ich denke, dass es auch an der latent vorhandenen Bildungsfeindlichkeit in Österreich liegt. Einen wesentlichen Beitrag zum Lehrer - Bashing liefert auch die Politik - BM Schmied und ihre unwissenden Mitstreiter liefern ständig beeindruckende Belege für ihre Abneigung gegenüber ihren "Mitarbeitern".

Es scheint heute so zu sein, dass die Akteure des Lehrer-Bashings ihre eigenes Unvermögen zu kaschieren versuchen - Eltern, die ihre Kinder nicht erziehen können, Schulversager früherer Jahre, uninformierte Politiker.

Re: Bashing

Die Kritik richtet sich nicht gegen Lehrer, sondern gegen Privilegien!

Niemand sonst hat so viel Urlaub und einen derart hohen Stundenlohn bei vergleichbarer Ausbildung!

Die Lehrer sind zu den größten Jammerern in Österreich geworden, weil sie ihren stressfreien Hoch-Lohn-Job nicht zu schätzen wissen.

Re: Re: Bashing

Sie haben genauso viel Urlaub wie jeder andere auch und den Stundenlohn einer Putzfrau (wenn man sich die Mühe macht Stunden zu zählen).

Re: Re: Bashing

Werden Sie Lehrer und genießen Sie die Privilegien! Nach einem halben Jahr reden wir weiter.

Re: Re: Bashing

hier muss ich widersprechen - bei den meisten Kommentaren steht der "Lehrer als Individuum" im Mittelpunkt der Kritik.

Re: Re: Bashing

Sie haben überhaupt keine Ahnung !!!

Re: Bashing

In meiner Verwandtschaft gibt es ein Lehrerehepaar, die haben bereits das Handtuch geschmissen und sind in andere Berufe gegangen !
Beide waren Hauptschullehrer (15 Jahre lang bzw. 20 Jahre lang ) haben beide gefragte Fächer wie Physik/Chemie, Informatik, Englisch. Weder Politik noch Öffentlichkeit noch Arbeitgeber haben jemals ihre wirklich motivierende mindestens 60 Wochenstunden - Arbeit für die Schule anerkannt und so sind sie ernüchtert, burnout geflüchtet !
Allein die gute Nachrede, gute Verbindung zu Eltern, Schülern und ehemaligen Schülern haben sie überhaupt solange in der Schule gehalten ! Mittlerweile haben sie gute Jobs in Medien und Erwachsenenbildung.
Jetzt arbeiten sie weit weniger und verdienen mehr. Die Ferien gehen ihnen überhaupt nicht ab, im Gegenteil. Sie können jetzt auch in billigen Nebensaisonen Urlaub machen.
Das heutige Schulsystem und die öffentliche Respektlosigkeit vertreibt die besten Lehrer zum Schaden der Kinder.

Ich fordere:

2000 Euro brutto Einstiegsgehalt für alle Lehrer
40 Stunden Anwesenheit an der Schule (Nachmittagsbetreuung etc.)
5 Wochen Urlaub statt Ferien

Re: Ich fordere:

Sie dürfen dann unter den von Ihnen geschilderten Bedingungen diesen Job gerne machen. Ich sicher nicht mehr. Und von Lehrerarbeit und Lehrerarbeitszeit haben Sie ganz offensichtlich KEINE Ahnung.

Re: Ich fordere:

Denkbar ist jede Forderung.

2 Wochen zu Weihnachten, 1 zu Ostern und 2 Wochen im Sommer - müsste reichen.

40 Stunden Anwesenheit - nicht konzentrierte Arbeit - lassen Zeit und Raum für erfrischende Leerläufe, Kaffeepausen etc. Nach 16 Uhr wird jeder erholt den Arbeitsplatz verlassen. Burnout ist dann Geschichte.

Ob 2000 brutto für eine Magistra ein faires Angebot ist? Wo bekommt sie mehr? Im Notfall könnten geschulte Zivildiener aushelfen.


Re: Re: Ich fordere:

Ich fordere Schulen, wo Ihre Wünsche erfüllbar sind.

Re: Re: Ich fordere:

Es wird dann keine Heftekorrekturen mehr geben, die bis jetzt an Abenden und Wochenenden stattfinden.
Starrheit statt Flexibilität - das nenne ich Fortschritt.

Re: Re: Ich fordere:

In der Privatwirtschaft gibts für einen frisch gebackenen Magister auch nicht mehr! Ich hab bei meiner Forderung bewusst Fairness walten lassen!

PS: Fragen Sie mal einen Turnusarzt, einen RA-Anwärter, einen jungen BWLer usw. Alle verdienen ca. 2000 brutto! Warum verdienen ausgerechnet die Lehrer mehr?

Re: Re: Re: Ich fordere:

In der Privatwirtschaft gilt Angebot und Nachfrage. Weil es viel zu viele frisch gebackene Magister gibt und viel zu wenige handwerklich geschickte Fachleute, bekommt so mancher Magister weniger bezahlt als z.B. ein Koch oder ein Installateur ohne Mag. Titel !
Weil es bald zu wenige Lehrer gibt, werden die Lehrgehälter sogar noch viel besser werden müssen !

Re: Re: Re: Re: Ich fordere:

Angebot und Nachfrage! Ganz recht so! Und:
"Weil es bald zu wenige Lehrer (männliche!) gibt (Der Prozentsatz der Lehrerinnen steigt stetig.), werden die Lehrergehälter (m) sogar noch viel besser werden müssen (als die der Lehrerinnen)."

Aber das ist vermutlich eine andere Geschichte.
Auch ohne die Frage: Wozu Männer?

 
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