23.05.2012 08:15 | Meine Presse Merkliste 0

Problemkinder: „Der soll in unserer Klasse bleiben?“

 (Die Presse)

Es gibt kaum einen Pädagogen, der sich in seinem Berufsleben noch nicht mit schwierigen Schülern auseinandersetzen musste. "Du bist uns wichtig" ist ein Leitfaden zur schulischen Integration von Sorgenkindern.

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Wien/Beba. „Der soll in unserer Klasse bleiben? Er ist eine Gefahr für die anderen. Und was soll ich tun, wenn er wieder auszuckt?“ Es gibt kaum einen Pädagogen, der sich in seinem Berufsleben noch nicht mit schwierigen oder aggressiven Schülern auseinandersetzen musste. Wenn Kinder keine Kritik annehmen können, sich verschließen oder schnell gewalttätig werden, ist die fehlende Integration in die Gruppe oft die (scheinbar) logische Konsequenz.

Um Problemkinder (oder „Sorgenkinder“, wie die Heilpädagogin Andrea Vanek-Gullner sie nennt) zu integrieren, brauchen Lehrer eine Fülle von pädagogischen Tricks; „Du bist uns wichtig“ ist ein Leitfaden. Von der richtigen Sitzordnung über die Frage, wie man Problemkinder während der Pause integrieren kann bis hin zur Problematik, wann die Grenzen der Integration erreicht sind („Wie viel Gewalt kann vor meinen anderen Schülern noch verantwortet werden?“) gibt das Buch praktische Tipps und zeigt mögliche Lösungswege für Lehrer auf.

Gespräche aus dem Schulalltag und die Arbeitsblätter für Kinder in Volks- und weiterführenden Schulen (etwa zu „Ich und meine Wut“, „Das kann ich einfach nicht verstehen“) sollen Pädagogen für den Alltag wappnen und sie zu neuen Wegen ermutigen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.04.2011)

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21 Kommentare
f.j.neffe
03.05.2011 20:27
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Schicksal als Chance - mit Schüler KÖNNEN lernen

PROBLEM kommt von griech. BALLEIN. Das Pro-blem ist der Ball, den uns das Leben zuspielt um uns zu sagen: "Du bist noch im Spiel!" Ohne Problem ist das Spiel aus. Das haben unsere als Unterrichtsvollzugsangestellte Ausgebildeten noch nicht geschnallt.
Die Pädagogik bildet nur zur Problemverwaltung aus aber nicht für LÖSUNG. Als Ich-kann-Schule-Lehrer sollte mich das eigentlich erstaunen. Kinder werden doch auffällig, damit uns endlich was nauffällt! Zu oft habe ich erlebt, dass genau dann, wenn man von so einem POTENTEN Kind was lernen könnte, sollte, müsste, das Kind weg muss. Dann geht alles auf dem alten, kläglichen und impotenten Niveau weiter.
Wenn dies nur oft genug praktiziert wird, dann erscheinen schon Maulwurfshügel als unüberwindliche Berge. Die tatsä#chlichen Berge, die dabei aufgetürmt werden sind aber dass man den betroffenen Kindern immer weniger MENSCHLICH gerecht wird, je mehr man sich hinter FORMALITÄTEN verkriecht.
Mit etwas Menschlichkeit sind dann selbst extreme Probleme oft sehr schnell einer Lösung zugänglich; ich habe es erlebt und zeige das ggf. auch vorort. Gerade das Lösen großer Probleme ergibt eine wunderbare basis für eine echte Gemeinschaft. Deren Bedeutung sollte die Pädagogik sich wieder einmal vor Augen führen. Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

Gast: Bin Lehren
01.05.2011 22:29
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Simpel aber nicht einfach

Es wird immer viel herumgeredet von xy Teams, abc methoden etc.
Der springende Punkt liegt aber woanders.
You get what you pay bewahrheitet sich in diesen Tagen gerade in Klassenzimmern.
Relativ schlecht bezahlte Pädagogen treffen oftmals schlecht ausgestattete, dafür umso vollere Klassenzimmer.
Man gebe noch eine Prise Problemkinder hinzu, die in den meisten Fällen erst durch unsere Gesellschaft zu dem wurden was sie sind und vielleicht noch wie die meisten Kinder unserer Zeit mit Eltern gesegnet sind, die ihr eigenes Leben nicht auf die Reihe kriegen und sich auch sonst nicht als Vorbild eignen. Insofern sollte man vielen sogar dankbar sein, dass sie sich nicht um ihre Kinder kümmern.

Senken wir die Klassenschülerhöchstzahlen und versuchen wir Leute in den Beruf zu bekommen die Top sind. Das kostet zwar zunächst, wird aber auf mittlere und lange Sicht einiges abwerfen und zudem werden sich viele Probleme dadurch von alleine lösen.
Wir brauchen weder Ganztages- noch Einheitsschulen.
Was wir brauchen sind würdige Bedingungen und Menschen die die notwendige soziale Intelligenz aufbringen um Vorbild sein zu können.

Gast: kaan79
01.05.2011 21:47
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tolles buch

sehr lesenswert.

im gegenteil zu manchem weltfremden und beschämenden kommentar hier.

lg kaan

Gast: eilanem 97
01.05.2011 21:37
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traurig

was einige leserInnen hier zum besten geben.
wie darf ich die aussage verstehen, valerie, dass diabetes und homosexualität entwicklungdefizite und ein soziales problem darstellen??
das größte problem liegt aber meines erachtens wiedermal an der ignoranz und intoleranz einiger mitmenschen. problemkinder...wenn ich diesen ausdruck schon höre... so etwas gibt es nicht!!

wenn mensch endlich akzeptiert, dass jeder mensch, jedes kind anders ist, anders lernt, anders denkt, anders sieht, fühlt, riecht... dann wird man begreifen, dass unser herkömmlicher regelunterricht jedes kind, das nicht 100%ig dem klischeebild von kind entspricht zum problemkind.
beginnen wir endlich nicht nur am papier zu differenzieren und individualisieren, wird man schnell merken, dass es gar keine problemkinder gibt.
in schulen, in denen das schon passiert, hört man auch viel weniger von sogenannten "problemkindern" als da, wo noch wie im 19. jahrhundert unterrichtet wird.

Gast: system
27.04.2011 18:40
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multiprofessionale teams

wir müssen nicht das rad neu erfinden. in den skandinavischen ländern sowie in gb gibt es in zahlreichen schulen multiprofessionale teams die genau diese problemkinder auffangen und betreuen.
übrigens werden "problemkinder" ein massenphänomen werden.....

Gast: Valerie99
26.04.2011 19:58
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Sie haben sich ihr Leben nicht ausgesucht.

Die Problemkinder haben sich ihre Probleme nicht ausgesucht, sie wurden hineingeboren in eine problembeladene Welt voller Defekte und Defizite deren Opfen sie wurden. Sie sind diejenigen, die am wenigsten verstehen, warum die Eltern, die Lehrer, die Mitschüler immer so böse zu ihnen sind, warum sie keine Liebe bekommen, warum niemand ihre Freundschaft sucht.

Wenn der Staat eine Schulpflicht für alle ausruft und die Schule aus Steuergeldern bezahlt, dann ist er verpflichtet eine Schule anzubieten die mit allen Kindern zurechtkommt.

Soziale Probleme sind Entwicklungsdefizite wie Wahrnehmungsstörungen, Down Syndrom, motorische Defizite, Diabetes, Homosexualität, spastische Lähmungen, Seh- oder Gehörschwäche, usw.. Die Natur ist da sehr erfinderisch.

Es wäre schön, wenn die Lehrer und Eltern (von perfekten Kindern) das endlich begreifen würden und die Kinder, die mit ihren Defiziten schon genug gestraft sind, nicht auch noch so hässlich und arrogant beschimpfen. Die Kinder können nichts dafür und sie sind nicht gefragt worden, ob sie in die Schule gehen wollen, sie müssen in die Schule gehen! Sie müssen hingehen und sich laufend beschimpfen lassen und sagen lassen, dass man sie nicht mag, dass man sie loshaben möchte, dass sie stören, dass sie dumm sind, dass man sie erdulden muss, obwohl man sie am liebsten ........


Antworten komajo
27.04.2011 06:33
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Re: Sie haben sich ihr Leben nicht ausgesucht.

In einem Punkt haben Sie ganz Recht. Die Schulpflicht ist abzuschaffen. Aber die Schule, die für alle passt, wird es nie geben. Es muss ein breites Angebot für die verschiedenen Lern-, Sozial- und Bildungsgruppen geben.

Gast: Gast51
26.04.2011 13:25
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Wie kommen Nicht-Problemkinder dazu ...

sich den Unterricht stören zu lassen?

sich mit der x-ten Wiederholung eines einfachen Sachverhaltes beschäftigen zu müssen, weil ein Problemkind gar nicht vorhat etwas zu lernen?

zur Kenntnis nehmen zu müssen, dass daher der Unterrichtsstoff z. B. in Mathematik nicht zur Gänze durchgenommen werden kann?

die durch den Frust der Problemkinder entstandenen Aggressionen aushalten zu müssen?

Antworten Gast: SD
02.05.2011 13:25
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Re: Wie kommen Nicht-Problemkinder dazu ...


Bei der Integration von Sorgenkindern in Regelklassen geht es aber doch um viel mehr, als den bloßen Unterrichtsstoff, und wie weit man damit kommt!!!
Besonders in Volksschule, aber auch in der Sekundarstufe geht es auch darum sich in einem sozialen Gefüge zurecht zu finden und darin leben zu lernen. Davon können, bei richtiger und liebevoller Führung, alle profitieren! Man lernt doch nichts dazu, wenn alles immer einfach und "normal" abläuft und gerade die Kinder können so viel menschliches und soziales davon lernen, wenn in einer Klasse offen mit Sorgenkindern umgegangen wird, es wachsen und erfreuen sich alle daran, wenn ein Kind aus seinem Panzer ausbrechen kann.

Und Kinder wollen nicht "nicht lernen", ein gesundes Kind will die Welt erfahren und entdecken mit all seinen Facetten und gerade die Lehrer haben es in der Hand den Sorgenkindern zu helfen.

Der Punkt mit dem Unterrichtsstoff, der zum x-ten Mal wiederholt wird ist, in meinen Augen, irrelevant. Hier ist es auch die Sache einer qualifizierten Lehrperson den Stoff der Klasse methodisch und didaktisch gut aufbereitet und differenziert(!) anzubieten..

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Re: Wie kommen Nicht-Problemkinder dazu ...

Selbst wenn ich als Problemkind lernen wollte, keine Chance. Denn: Bei mir ist das Problem körperlich sichtbar. Hätte ich ein geistiges gehabt, wär's nicht so schlimm gewesen, weil es von Vorteil wäre, dumm zu sein, ich wäre nicht groß aufgefallen. Aber so war ganz klar: Du bist behindert, wehe du bist besser.

freeman
26.04.2011 10:50
1 0

Du bist uns nicht wichtig.

Warum muß man unbedingt den Schwerpunkt auf die Integration der Problemschüler legen?

Die Botschaft, die man damit implizit aussendet ist: "Willst Du Aufmerksamkeit, werde selbst Problemkind."

Die Mehrheit der "normalen" Schüler bleibt so - ein weiteres Mal - auf der Strecke.


Antworten Gast: SD
02.05.2011 21:00
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Re: Du bist uns nicht wichtig.

Jedes Kind verdient Aufmerksamkeit! Kinder sind nicht von Natur aus bösartig und Kinder wollen auch keine Probleme erzeugen. Jedes Kind sucht sich seine Wege zur Aufmerksamkeit, manchmal sind diese Wege lauter, wilder und ungeordneter, als es gesellschaftlich akzeptiert ist, manchmal bringt das Kind sich und andere psychisch und physisch in Gefahr, ABER: WO und WIE sollen diese Kinder lernen "normal" zu sein, als im geschützten Umfeld einer "normalen" Klasse unter der Führung und in Begleitung einer kompetenten, mutigen Lehrperson? Denn in jedem dieser Kinder steckt das Potenzial respektvoll mit sich selbst und seinem Umfeld umzugehen, man muss ihm nur ermöglichen dies auch zu lernen!
Da bleibt niemand auf der Strecke, die Lehrperson nicht, die "Problemkinder" nicht und schon gar nicht die "normalen" Kinder - hier wird auf der sozialen und emotionalen Ebene gelernt und das soll ja nicht so unwichtig sein, wie man so hört ;)

Gast: Eleonora K.
26.04.2011 10:32
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Problemkinder

Fragt sich eigentlich niemand, wie lernbereite und lernwillige Kinder dazukommen, die Störungen durch Problemkinde ertragen zu müssen? Es ist richtig, sich um auffällige Schüler zu kümmern, aber vielleicht sollte man Einrichtungen schaffen, in denen Unbelehrbare oder wie immer zu Bezeichnende unterrichtet werden, bis sie sich wieder in den üblichen Unterricht einfügen können. Durch die Störungen bleibt sehr wenig Zeit zur Bearbeitung des Lerhrstoffes, und man braucht sich über die schlechten Schulergebnisse nicht wundern.

Antworten Gast: antworter
26.04.2011 11:49
1 0

Re: Problemkinder

sie haben völlig recht - die sogenannten "normalkinder" bleiben längts auf der strecke. die ursache? die schwierigen kinder, die von sonderpäd. zentren betreut werden müssten - gegebenfalls auch aus der schule zu nehmen wären - werden aus einsparungsgründen in das regelwesen gedrückt, ohne dass etwas passiert, wo sie in der regel den unterricht zerstören (oft auch die lehrerinnen) wir nähmen uns gerne um sie an, nur in diesem bereich hat man die betreuungstsunden in den letzten jahren um 50% (!!! - sie lesen richtig) gekürzt. das problem steht erst am beginn der eskalationsstufe...

Gast: Gscheitert
26.04.2011 09:12
2 0

wieder

wieder ein obergscheiter, der aus der ferne ratschläge gibt und sich nicht täglich mit solchen kindern herumraufen muss. anstatt die speziell dafür ausgebildtenen pädagoGinnen mit ausreichenden ressourcen (stunden, handlungsmöglichkeiten ) zu versorgen wird eingespart, damit noch mehr bürokratInnen gscheite Elaborate schreiben können.
man kann es nicht mehr hören. FRau Vanle Gullner sparen sie die paar Bäume ein, die das Buch papier verschlingt, gehen sie selbst TAGTÄGLICH an die Basis, statt uns zu belehren , wie es angeblich geht

Antworten Gast: Pädagoge
01.05.2011 20:45
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Re: wieder

Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass Frau Dr. Vanek-Gullner studierte Volks- und Sonderschullehrerin ist und diesen Beruf viele Jahre ausgeübt hat. Meines Wissens nach, hat sie auch lange in Sonderschulen und Sonderpädagogischen Zentren und Integrationsklassen unterrichtet. Es würde nicht schaden, wenn Sie sich über Personen, über die Sie hier herziehen, zuerst einmal kurz informieren würden! Die Autorin ist jedenfalls eine Pädagogin mit viel Praxiserfahrung, keine, die im "Elfenbeinturm" sitzt.

gofy
26.04.2011 09:00
3 0

fragt auch jemand die opfer von solchen

problemschülern?
kümmert man sich auch um die opfer oder nur um die täter?

komajo
26.04.2011 06:59
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Weil

die Lehrer nicht mehr Herren in ihren Klassen sind, kann sich der Terror ungehindert ausbreiten.
Es macht Spaß anderen Kindern einen Bleistift in den Körper zu rammen. Die Lehrer müssen dem Treiben zuschauen. Oft bis zu einem halben Jahr lang.

Antworten Gast: Tellmywill
26.04.2011 20:01
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Re: Weil

Haben wir nicht vor ein paar Tagen lesen müssen, dass es die lieben braven Kinder sind, welche die anderen am meisten terrorisieren? Die Ungeliebten trauen sich das sowieso nicht.

Antworten Antworten komajo
27.04.2011 06:41
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Re: Re: Weil

Sie haben wieder nicht richtig gelesen.
Es wird von mir nicht behauptet, dass die Schlimmen den Rest der Klasse ungestraft terrorisieren.
Weil es so ist, dass die Lehrer bei solchen Anlässen keine Entscheidungsbefugnis haben (Gefahr in Verzug) und solche Sachen bis in die Landeschulräte und vor die Amtsärzte kommen, kann sich Disziplinlosigkeit und Terror bis hin zu tödlicher Messerstecherei ungehindert fortentwickeln.

Gast: Cecile
25.04.2011 22:36
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Ich will bitte wissen, wie das Arbeitsblatt "Ich und meine Wut" ausschaut, aber ich will das Buch nicht lesen müssen.

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