21.05.2013 17:48 Merkliste 0

Erste Freizeitpädagogen starten Ausbildung

 (DiePresse.com)

Die neue Berufsgruppe wurde geschaffen, um trotz Lehrermangels den Personalbedarf beim Ausbau der Ganztagsbetreuung decken zu können. Erste Absolventen könnten schon im Herbst eingesetzt werden.

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Am Wochenende haben an der Pädagogischen Hochschule (PH) Niederösterreich in Baden die ersten Kandidaten die Ausbildung zum "Akademischen Freizeitpädagogen" begonnen. Die neue Berufsgruppe wurde von der Regierung geschaffen, um trotz Lehrermangels den Personalbedarf beim Ausbau der schulischen Tagesbetreuung decken zu können. Von den 86 Bewerbern wurden 72 aufgenommen. Mit dem Sommersemester will mit der PH Wien noch eine zweite Pädagogische Hochschule den Hochschullehrgang anbieten.

Der Kurs umfasst 60 ECTS, was dem Arbeitspensum von zwei Semestern entspricht. Allerdings verfügen laut PH Niederösterreich "sehr viele" Teilnehmer bereits über Ausbildungen, die ihnen angerechnet werden und die die Lehrgangsdauer dementsprechend verkürzen: So sind darunter diplomierte Legasthenie-Trainer, Erziehungs- und Bildungswissenschafter, Caritas-Mitarbeiter, Lern- und Freizeit-Coaches, Hortpädagogen, Jugendbetreuer sowie Leiter von Theater- oder Sportgruppen.

So mancher der Teilnehmer könnte also trotz der Lehrgangsdauer von zwei Semestern schon ab Herbst dieses Jahres an Schulen arbeiten. Wie viele es sein werden, ist aber erst klar, wenn die PH die Anrechnungen abgeschlossen hat.

Planungshoheit bei Ländern und Gemeinden

Der österreichweite Bedarf an Freizeitpädagogen kann im Unterrichtsministerium nicht beziffert werden, da die Planungshoheit bei Ländern und Gemeinden liegt. Diese können selbst entscheiden, ob sie im Freizeitteil der Tagesbetreuung Freizeitpädagogen oder aber Lehrer, Hortpädagogen und Erzieher einsetzen. Im Gegensatz zu den bereits existierenden Erziehern ist ein Freizeitpädagoge laut Gesetz nur für "verschiedene Arten einer sinnvollen Freizeitgestaltung (sportlich, musikalisch, künstlerisch usw.)" zuständig.

In der individuellen Lernzeit, in der die Schüler unter fachlicher Hilfestellung ihre Hausaufgaben erledigen, können weiterhin nur Erzieher oder Lehrer bzw. für das Wiederholen von Lernstoff ausschließlich Lehrer eingesetzt werden.

Matura für Ausbildung keine Voraussetzung

Prinzipiell soll aber jede Person ab 18 Jahren zum Freizeitpädagogen ausgebildet werden können, wobei "Interesse und Eignung" von der Hochschule im Rahmen von Informations- und Orientierungsworkshops sowie bei Hospitationen an mindestens zwei Schularten abgetestet werden. Die Matura ist keine Voraussetzung, allerdings muss eine erfolgreich absolvierte berufliche oder außerberufliche Vorbildung vorhanden sein. Als "öffentlich-rechtliches Qualifizierungsangebot" ist der Lehrgang kostenlos.

Das Gehalt für Freizeitpädagogen soll an Bundesschulen dem "Erzieher-Gehalt" von Hortpädagogen entsprechen. Diese unterscheidet sich allerdings je nach Land, in Wien liegt das Einkommen am Anfang etwa bei rund 1.900 Euro brutto. An Landesschulen legt die Gemeinde als Schulerhalter das Gehalt fest. Nur die Lehrer-Personalkosten werden vom Bund übernommen.

(APA)

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4 Kommentare
Gast: bildung ist ein hohes gut
18.01.2012 19:57
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auch in österreich

ist es nicht aussagekräftig genug zu wissen, dass die anmeldung zu diesem lehrgang bereits genügt um dieses amt ausüben zu dürfen?

also ungefähr so wie wenn jemand der sich zum jusstudium anmeldet bereits als anwalt arbeiten darf???


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Verzweiflung?


Gast: Klara I
16.01.2012 13:38
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Nicht zu fassen.

Meine Kinder würde ich keinem Freizeitpädagogen anvertrauen, da neben einem Schnellsiederkurs im pädagogischen Bereich auch die moralisch, sittliche und persönliche Integrität gegeben sein muss.

Ist der nächste Schritt von diesen Ahnungs und Verantwortungslosen, dass arbeitslose beim AMS auf Hobbypädagogik umgeschult werden??

Gast: 1. Parteiloser
16.01.2012 13:12
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Das Ausbildungsdefizit sollen nun die Freizeitpädagogen in Ganztagsschulen richten?

Und, nur sollen für die Bildung und Ausbildung der Kinder Österreichs Freizeitpädagogen ausgebildet werden.

Den Verantwortlichen für Österreich sind doch die letzten Sicherungen durchgebrannt!

Es scheint schon länger so zu sein, dass die Verantwortlichen für Österreich, welche sich auch um die Verantwortung beworben haben, nur noch gegen Österreich entscheiden.

So wird es nicht mehr sehr lange dauern bis jeder Österreicher zu 100% auf Kosten seiner Mitmenschen leben wird wollen. Nur, es wird niemand mehr da sein, welcher sich die Rechnung schicken lässt, bzw. die notwendigen Leistung dafür erbringen wird.

Eduard 2013

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