Burgstaller: Nur fünf Wochen Urlaub für Lehrer

 (DiePresse.com)

Salzburgs Landeshauptfrau Burgstaller ist für eine durchgehende Lernbetreuung in den Ferien. Die Anfangsgehälter der Lehrer sollen um ein Drittel höher sein.

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Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) spricht sich im Vorfeld der Dienstrechts-Verhandlungen für eine Urlaubskürzung bei den Lehrern aus. Lehrer sollten künftig "fünf Wochen reinen Urlaub" haben, wie "alle anderen auch", sagte Burgstaller dem "Kurier".

Sie fordert zudem, dass Lehrer in den Ferien arbeiten: "Viele Eltern müssen - vor allem im Sommer - nacheinander auf Urlaub gehen, damit ihre Kinder immer versorgt sind. Ich bin deshalb für eine durchgehende Ferienbetreuung, auch in Form einer Lernbetreuung. Dafür sollten die Anfangsgehälter der Lehrer um ein Drittel höher sein, die Gehaltskurve wäre dafür später flacher als jetzt."

AHS-Lehrergewerkschafterin Claudia Dörrich zeigte sich laut ORF.at darüber schockiert, "dass die Landeshauptfrau auf diesen populistischen Zug aufspringt." Ferienzeit sei nicht Urlaubszeit. "Wir arbeiten in der Woche weit mehr als 40 Stunden und da kommen übers Jahr gerechnet für uns auch sicherlich nicht drei Monate Urlaub heraus“, so Dörrich.

Unterstützung erhält Burgstaller von ihrem Kärntner Amtskollgen Gerhard Dörfler (FPK). "Es ist höchst an der Zeit, dass im Rahmen einer flächendeckenden Ganztagsschule für die Aufgaben der Sommerkinderbetreuung auch für Lehrer die gleichen Spielregeln gelten müssen wie für jeden anderen Arbeitnehmer in Österreich", erklärte Dörfler in einer Aussendung. "Das Lehrerdienstrecht muss dahingehend geändert werden, dass auch Lehrer zur Bildungszukunft ihren Beitrag zu leisten haben."

Grünen-Bildungssprecher Harald Walser zeigte sich dagegen wenig begeistert von Burgstallers Vorstoß. "Es ist kontraproduktiv, wenn Vertreterinnen und Vertreter der Koalitionsparteien in Sachen Lehrerdienstrecht jede Woche eine andere Sau durchs Dorf treiben. Das ist populistisch und unterstellt, dass Lehrkräfte derzeit zu wenig arbeiten."

Am Donnerstag sollen zwischen den Ministerinnen Claudia Schmied (SPÖ), Maria Fekter (ÖVP) und Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) sowie Vertretern der Lehrergewerkschaft die Verhandlungen zum neuen Lehrerdienstrecht starten.

(APA)

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516 Kommentare
 
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Gast: Andrea S
08.05.2012 21:29
1

harter Arbeitsalltag

Zum Thema Lehrerarbeitszeit war im Kurier vom Herrn Glattauer zu lesen, wie hart der Arbeitsalltag der Lehrer sei und die langen Ferien wären notwendig um sich zu erholen. Ja bitte wer erklärt mir z.B. den harten Arbeitsalltag eines Sport- oder Musiklehrers? Als Krankenschwester auf einer Intensivstation habe ich wohl einfach nicht die richtige Gewerkschaft im Hintergrund, die mir das nötige Ansehen und Verständnis für meinen harten Arbeitsalltag entgegenbringen. Von Wochenenden und Nachtdiensten will ich gar nicht reden. Also bitte - der Lehrer gehört an seinen Arbeitsplatz 8 Stunden am Tag, 47 Wochen im Jahr. Sportlehrer können für mehr Bewegung sorgen (das ist schon lange überfällig), Musiklehrer für mehr kulturelle Bildung, ebenso die Professoren der bildnerischen Erziehung. Das alles kostenlos für die Eltern, die sich dadurch viel Geld für Tennisstunden und Musikunterricht sparen. Lehrer der lebenden Fremdsprachen, Deutsch/Mathematik und natürlich Chemie, Physik,... können in den üblichen Ferienwochen Sommerkurse im Sinne von Förderunterricht, aber auch Begabtenförderung anbieten. Ich bin ja kein Experte, aber mir scheint es eigentlich nicht so kompliziert eine sinnvolle Lösung zu finden.
Das Arbeiten mit jungen , gesunden und doch auch lernbereiten Menschen sollte nicht als harter Arbeitsalltag sondern als sinnvolle und bereichernde Aufgabe gesehen werden.

Re: harter Arbeitsalltag

Und nun stellen Sie sich vor, selbsternannte Experten würden ihnen regelmässig vorrechnen, dass Sie aufgrund ihrer 12- Stunden Dienste de facto nur 3, manchmal 4 Tage die Woche arbeiten, also quasi die hälfte des Jahres frei haben (!) und erklären, dass in den Nachtdiensten ja sowieso nur geschlafen wird (weil die kennen da eine Schwester, die das mal gemacht hat) und aus Gehaltstabellen zitieren, dass Sie für Wochenends- und Feiertagsdienste bis zu 100% mehr Gehalt für die gleiche oder weniger Arbeit beziehen etc etc.

AHS-Lehrergewerkschafterin Claudia Dörrich zeigte sich schockiertt

Weil zu den Sommerferien die Weihnachts-, Semester-, Oster- und Pfingsferien von der Landeshauptfrau nicht erwähnt wurden. Auch nicht die schulautonomen freien Tage, wie zuletzt die gesamte abgelaufene Woche in den AHS in Oberösterreich.

1488 Stunden pro Jahr sind die durchschnittlichen Arbeitsstunden der Österreicher. Mit eingerechnet ALLE Teilzeitbeschäftigten. Der Vollerwerb liegt bei 1732 Jahresstunden. Mehrdienstleistungen NICHT eingerechnet!

http://ewald.walterskirchen.wifo.ac.at/fileadmin/homepage_walterskirchen/files/2006/az-iv_2006.pdf

Respekt

Und noch was liebe LehrerInnen, Respekt muß man sich auch erarbeiten. Was die Lehrer und ihre Vertreter aber machen bewirkt genau das Gegenteil davon!

Re: Respekt

dann fangen sie an.

Lehrer haben prinzipiell recht, das ist ein Naturgesetz

Wenn ich hier die Postings so lese, dann kommt es wieder klar zum Vorschein das Lehersyndrom. Lehrer habeneinach immer recht. Wiederspruch wird mit unkenntniss agbestemöelt.Lehrer sind es ihr Lebenlang nicht gewohnt widerspruch hinnezmen zu müssen. In der Klasse sind sie "Gott", und spielen diese Macht auch aus!. Im Privatleben haben sie dann meistens nichts zu melden. Dieser Umstand wird dann wiederum in der Klasse zur Machtdemonstration herangezogen.

Leider haben dann solche "immer Recht haber" noch andere Nebentätigkeiten wie Fahrprüfer, usw, wo sie ihre "angebliche" Macht erneut ausspielen. Das sind dann die sogenannten Minderwertigkeitskomplexler und Zivilvesager. Ich möchte hier noch anführen, das natürlich nicht alle Lehrer so sind, aber doch einige!

Lehrer: Nur fünf Wochen Ferien?

Sollten auch die Weihnachts-, Semester-, Ostern- und Pfingsferien eingerechnet werden?

Wie verhält es sich mit den sogenannten "schulautomomen" freien Tagen, sollten die ebenfalls eingerechnet werden?

Wenn ja, dann bleiben nur wenige Tage Sommerurlaub während der üblichen Ferien, oder?

Gast: gastlehrer
03.05.2012 19:28
2

Jahresarbeitszeitmodell

Der zutiefst populistische Vorschlag von Fr. Burgstaller ist schon deswegen sachlich nicht haltbar, weil es (zumindest im Pflichtschulbereich) das Lehrer-Jahres-Arbeitszeitmodell gibt. Um diese Diskussion über scheinbar zu niedrige Arbeitszeiten von Lehrern, die ja in schöner Regelmäßigkeit immer wieder aufflammt, zu beenden, wurde von Seiten der Regierung und der Gewerkschaft vereinbart, dass jeder Lehrer zu Schulbeginn auf die Stunde genau nachzuweisen hat, dass er die Jahres-Arbeitsstunden, gemessen an der derzeitigen Arbeitswoche aller Nicht-Selbstständig-Erwerbstätigen, mit Sicherheit erfüllt. In 3 verschiedenen Töpfen werden diese Berechnungen durchgeführt und kontrolliert. Dieses "Plansoll" wird von den Lehrern mit Leichtigkeit erfüllt, es ist sogar so, dass es nicht erlaubt ist, mehr in das Formular hineinzuschreiben, um etwaigen Ansprüchen für die geleistete Mehrarbeit zuvor zu kommen.
Damit sollte die Diskussion eigentlich beendet sein. Aber ich denke nicht, dass eine sachliche Diskussion je im Sinn von Fr. Burgstaller lag.
Neben diesen billigen populistischen Sagern stört mich besonders, dass immer wieder versucht wird, Gesellschaftsgruppen gegeneinander auszuspielen und dass das scheinbar gut gelingt. Die Frage, wie das Bildungssystem auf sinnvolle Art und Weise gefördert werden kann, bleibt dadurch wieder einmal auf der Strecke.

Re: Jahresarbeitszeitmodell

Was ich gerne wüßte, ist, von wievielen Jahren-Arbeitsstunden wird hier gesprochen, bzw. was wurde vereinbart?

1488 Stunden sind es in Österreich, wobei Teilzeitbeschäftige NICHT heraus gerechnet sind.

http://ewald.walterskirchen.wifo.ac.at/fileadmin/homepage_walterskirchen/files/2006/az-iv_2006.pdf

Gast: dirge
02.05.2012 20:56
0

heuer wird wohl nichts mehr draus

nächstes jahr sind wahlen, also auch nichts. übernächstes jahr kommt eine neue regierung in wahrscheinlich gleicher zusammensetzung.
warten wir ab wie jedes jahr um diese zeit mit den gleichen wortspenden vor dem sommer.

Gast: Eulenspiele
02.05.2012 20:47
0

Nur 462 ?

Das ist eine große Enttäuschung. Nur 462 Kommentare zu "Fünf Wochen Ferien".
Wo sind all die Fachleute geblieben?

Im Ernst:Fünf Wochen sind für Schüler und Lehrer genug. Auch der Fremdenverkehr wird dadurch entlastet. Eine bessere "Staffelung" wäre möglich.

Re: Nur 462 ?

Kennen Sie einen anderen Beruf in dem man sich die Urlaubstage nicht aussuchen kann?

Re: Re: Nur 462 ?

Alle Grossbetriebe mit Werksferien.

Re: Re: Nur 462 ?

Bei neun Wochen Schulferien können sich die wenigsten Eltern von schulpflichtigen Kindern den Urlaub aussuchen - die müssen nämlich im Sommer abwechselnd ihre Kinder betreuen...!

Re: Re: Nur 462 ?

Bitte nicht jammern, dass Sie sich bei 14 Wochen Ferien den Zeitpunkt nicht auch noch aussuchen können. Das ist eine Verhöhnung aller anderen Arbeitnehmer. Oder war die Frage sarkastisch gemeint?

Re: Re: Nur 462 ?

Ordinationshilfe

Wochenstunden ungleich Qualität

Bevor wir darüber diskutieren wie viel Stunden gerechtfertigt sind sollten wir uns viel mehr Sorgen darüber machen, dass unser Bildungssystem den Bach runter geht.

Solang es nur wenige Lehrer mit viel Engagement gibt hilft es auch nichts wenn Lehrer 60h in der Woche arbeiten.
Was hilft es wenn der Lehrer 70% seiner Unterrichtszeit nicht im Raum ist?
Mir ist bewusst ist ein extremes Beispiel (Leider trotzdem in meiner Schulzeit erlebt)
Und wenn Lehrer jetzt 40h die Woche unterrichten empfinden das viele als gerechter.
Nur unser Hauptproblem ist das Bildungsniveau und nicht unausgeglichene Wochenstunden. Schließlich steht es jedem frei eine Karriere als Lehrer anzustreben.

Nur wie steigert man die Qualität eines Unterrichts?
Wenn ein Lehrer nicht will ist es ein leichtes sich einen ruhigen Alltag zu schaffen. Keine Hausübungen, leichte Tests. Führt sicher zu einem guten Notenschnitt
Und dann gibt es noch jene Direktoren die meinen ein guter Notendurchschnitt repräsentiert einen guten Lehrer (Bei einem Bekannten ist das so, da bekommen die Mathelehrer regelmäßig eine am Deckel weil sie so schlechte Notenschnitte haben wobei dieses sich den Arsch aufreisen für die Schüler und sich jeder Zeit auch außerhalb der Dienstzeit zeit für ihre Schüler nehmen)

Ich muss ehrlich sagen ich sehe auch keine Möglichkeit die Qualität prüfbar besser zu gestalten, aber das wäre mal ein Thema wo es sich auch lohnt Millionen von Steuergelder hinein zu pumpen

Re: Wochenstunden ungleich Qualität

Guter Kommentar, bin ganz Ihrer Meinung!

Re: Wochenstunden ungleich Qualität

Volle Zustimmung!
(Ich bin selber Lehrer)

Gast: Konservativer
02.05.2012 20:00
1

Ich wäre für die vollständige Privatisierung des Schulsystems.

Die Schulen gehören privatisiert, private Anbieter sollen im Wettstreit gegeneinander die beste Leistung erbringen, und nicht irgendwelche Staatsapparate, die den Steuerzahler unnötig Geld kosten.

Man nenne mir EIN EINZIGES Beispiel, wo privat geführte Betriebe nicht tausendfach besser, effizienter etc. funktionieren als staatliche. Nur ein einziges.

Antworten Gast: leistungsträger/sozialschmarotzer
03.05.2012 23:20
0

Re: Ich wäre für die vollständige Privatisierung des Schulsystems.

@ Konservativer

Ja! Man sollte wirklich ALLES privatisieren: Denn Gewinnmaximierung ist noch immer der beste Garant für die Qualität eines Produktes, nicht? Da müssen dann die Eltern entscheiden, ob sie sich die "Markenschule" mit hübschen Räumlichkeiten leisten können, oder ob sich doch nur die "Clever-Variante" ausgeht. Und wenn die Kosten für den einzelnen Kunden=Schüler bis zum geht nicht mehr gedrückt sind, werden bald auch die Ergebnisse bald wieder stimmen, lauter Einsteins werden den Arbeitsmarkt überfluten. Und wer sich keine Schule leisten kann, hat sie auch nicht verdient. Schulpflicht? Wozu! Zum stempeln braucht man ja nicht lesen können. Ja, privat ist ein Zauberwort. Wenn ich erst daran denke, welch edlen Tropfen Diesels ich erst heute wieder zu einem Schnäppchenpreis ergatterte... Man sollte wirklich auch Wasser in dieser Qualität bekommen!! Mit freundlichen Grüßen!

P.S. Steuern zahlen wir dennoch gerne: Unseren Politikern wird schon eine Verwendung dafür einfallen.

Re: Ich wäre für die vollständige Privatisierung des Schulsystems.

Dem kann ich nicht zustimmen. Bildung muss allen Menschen in gleicher Weise zur Verfügung stehen, unabhängig vom Einkommen und auf das würde es dann ja wohl hinaus laufen. Mir ist schon klar, dass es schon jetzt möglich ist, durch Privatschulen den öffentlichen Schulen auszuweichen, aber ich fürchte, wenn der ganze Sektor privatisiert wäre, würden viele Kinder durch den Rost fallen. Nicht einmal in den "unsozialen" USA ist der Sektor Pflichtschule privatisiert.

Antworten Antworten Gast: Konservativer
03.05.2012 17:34
0

Re: Re: Ich wäre für die vollständige Privatisierung des Schulsystems.

Tut mir leid: Ich stimme nicht zu. Wer mehr zahlt, soll auch mehr bekommen. Das ist nur fair.

Es gibt auch keine staatliche Förderung für die Mitgliedschaft in Yacht- und Golfclubs.

Das Leben ist hart. Jeder soll selber die Ärmel hochkrempeln müssen.

Nanny state: Nein danke!

Antworten Gast: Papa4711
03.05.2012 10:50
0

Re: Ich wäre für die vollständige Privatisierung des Schulsystems.

Darf ich raten - Sie haben keine Kinder, für die Sie Schulgeld zahlen müßten?!

Antworten Antworten Gast: Konservativer
03.05.2012 12:10
0

Re: Re: Ich wäre für die vollständige Privatisierung des Schulsystems.

Darf ich raten - Sie sind Sozialist, weil sie mit frecher Selbstverständlichkeit annehmen, der Staat und damit der Steuerzahler (arbeiten Sie überhaupt?) müssten für Ihre Probleme aufkommen?

kennen sie lehmann bros.?

nur, so zum anfang?

 
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