25.05.2013 08:42 Merkliste 0

Jugendcoaches sollen beim Berufseinstieg helfen

 (Die Presse)

3300 Schüler wurden bereits betreut. Ab 2013 wird das Projekt auf ganz Österreich ausgeweitet.

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Wien/M.l. Die Eltern wollen, dass der Sohn eine Tischlerlehre macht, dieser interessiert sich aber gar nicht dafür. Ein anderer Schüler hat mehrere Fünfer im Zeugnis und keine Pläne, wie es nach der Schule weitergehen soll.

Für solche Jugendliche sind seit einem halben Jahr Jugendcoaches in Schulen in Wien und der Steiermark unterwegs: Sozialarbeiter und Schulpsychologen, die den Schülern beim Einstieg ins Berufsleben helfen sollen. „Mit 14 Jahren nach der Pflichtschule hat keiner eine klare und realistische Vorstellung von dem, was er einmal machen möchte“, sagt Alfred Weber vom Bundessozialamt.

Dazu kommen oft schwierige familiäre Verhältnisse, Lernschwächen oder Sprachprobleme. Etwa zehn Prozent der Schüler brauchen daher nach der Pflichtschule Unterstützung, schätzt das Sozialministerium.

Die Jugendcoaches versuchen, Stärken, Schwächen und Interessen der Betroffenen herauszufinden. Sie helfen bei der Jobsuche und beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen. „Alles, womit die Schüler überfordert sind“, erläutert Weber. Wichtig sei außerdem, Eltern und Lehrer einzubeziehen. Gerade Lehrer wüssten meist sehr genau, welche Jugendlichen auffällig oder besonders zurückgezogen seien. Deshalb wählen auch die Lehrer aus, welche Schüler von den Coaches betreut werden sollen. Das Angebot selbst ist aber freiwillig.

 

Evaluierung durch das IHS

Bis jetzt wurden 3300 Schüler beraten. Die Evaluierung des Pilotprojekts in Wien und der Steiermark durch das IHS (Institut für Höhere Studien) ist zwar noch nicht abgeschlossen, man habe aber bereits gute Erfahrungen gemacht, bilanziert Weber. „Natürlich müssen sich Schulen und Externe erst einmal aneinander gewöhnen.“

Ab 2013 sollen die Coaches Schulen in ganz Österreich besuchen. Dann würden bis zu 40.000 Schüler im Jahr beraten. Im Vollausbau wird das Jugendcoaching 25 bis 26 Millionen Euro kosten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.06.2012)

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4 Kommentare
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Trauriges Bild..

... für die Eltern! Der Staat muss für alles Angebote haben, damit aus den Kindern was wird.

Antworten Gast: zeitgemäß?
14.07.2012 09:54
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Re: Trauriges Bild..

14jährige haben vielleicht in den 1950er Jahren noch in Berufe gepasst, aber wir sind jetzt nunmal in der Hightech-Zeit.

Die Berufe verändern sich. Mit einem Handwerksberuf wie Industrie/Zerspanung baut man mittlerweile Hightech-Komponenten, das Wissen das vorausgesetzt wird, ist immer öfter theoretischer Natur , z.B. Kenntnisse in Mathe, Physik und IT sind wichtiger geworden.

deshalb nehmen viele Firmen dann ältere Azubis mit mehr schulischem Hintergrundwissen.

man muss sich langsam die Frage stellen: ist es noch zeitgemäß, dass 14-15jährige nur arbeiten sollen, oder brauchen die mehr Hintergrundwissen und ist das nachher die bessere "Berufsvorbereitung"

als die Gemeinde Deggendorf bulgarische Azubis angeworben hatte, freuten sich alle : "die haben sogar Abitur -- auf einmal sind denen die eigenen Schüler der Hauptschule wohl nicht mehr gut genug.

aber für die sollen doch diese Berufe sein - Gastronomie, Handwerk.

meines Wissens erhält man in vielen österreichischen Berufsschulen ja wenigstens eine höhere Qualifikation bzw. weiteren Schulabschluss ... sowas sollte man als Regelfall einführen, um das Bildungswesen gerechter zu machen - allerdings muss es ein allgemeines Abitur sein, damit diejenigen sich immer weiterbilden können und Berufe auch wechseln können.

14 Jahre passt nicht mehr in die Arbeitswelt. In dem Alter wollen manche eh noch Astronaut werden.
was erwartet man eigentlich von denen, wie war man selber denn mit 14?

Antworten Gast: Berufe verändern sich
14.07.2012 09:47
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Re: Trauriges Bild..

in dem Alter??? Das ist überhaupt nicht mehr zeitgemäß in diesem Alter von 14 Kinder in die Arbeitswelt schleusen zu wollen!

in vielen Ländern der Welt fängt Berufsorientierung erst in den Klassen 11 bis 13 an und dann ist deren Berufsvorbereitung zeitgleich auch immer wissenschaftspropädeutisch. Eine Berufedressur wie sie sich hier teilweise darstellt, findet anderswo in diesem Sinne gar nicht statt.

mit 14 Jahren handelt es sich um ein unreifes Kind - das Erwachsensein fängt eigentlich erst jenseits des 20. Lebensjahres an.

in Bayern fängt man mittlerweile schon in Klasse 5 mit Berufsorientierung/"Berufs"bildung" an, was international die absolute Ausnahme ist. In diesem Alter lernt man anderswo NUR Allgemeinbildung, also Wissensgrundlagen allgemeiner Art.

genau diese Kenntnisse fehlen den Schülern nachher, bei der ganzen Diskussion um "Ausbildungsreife" heißt es nämlich ständig, es fehlt Grundwissen Allgemeinbildung. Da war wohl nicht mehr genug Zeit für vor lauter Berufsorientierung?

http://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/nuernberg-region/schuler-sammeln-erfahrungen-aus-erster-hand-1.1356965

ich möchte auch keine 11jährigen hinter Supermarktkassen finden. Im Ausland macht man das nicht in diesem Alter.

in DE ist das Eintrittsalter Ausbildungsbeginn bereits bei 19,8 Jahren, nur noch 28% sind unter 18. Die Firmen bevorzugen Erwachsene. Viele Berufe haben sich auch verändert -- Agrar ist heute oft genug Hightech - modernste Maschinen.

Gast: Master Coach
30.06.2012 15:38
1 0

Frage?

Wann kommen endlich Coaches, die die Coaches beim coachen unterstützen?.

Eduard 2013

Schlagzeilen Bildung