21.05.2013 15:58 Merkliste 0

ÖGB plädiert für zehntes Pflichtschuljahr

 (DiePresse.com)

ÖGB-Präsident Foglar will eine Verlängerung der Schulpflicht von derzeit neun auf zehn Jahre. Er will auch eine Neustrukturierung der Polytechnischen Schule.

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ÖGB-Präsident Erich Foglar plädiert für die Verlängerung der Schulpflicht von derzeit neun auf zehn Jahre. Jährlich würden zwischen 6.000 und 8.000 Jugendliche nach ihrer Pflichtschulzeit keine weiterführende Ausbildung machen und deshalb aus dem Ausbildungssystem herausfallen, so Foglar bei einer Pressekonferenz mit Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) am Donnerstag. In diesen Fällen greife die Ausbildungsgarantie nicht, genau diese Gruppe habe aber kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. In diesem Zusammenhang wünschte sich der ÖGB-Chef auch eine Neustrukturierung der Polytechnischen Schule.

Änderungen im Berufsausbildungsgesetz verlangt Foglar bei der Anrechnung von Ausbildungszeiten. Es könne nicht sein, dass Absolventen einer berufsbildenden höheren Schule (BHS) etwa in einem Reisebüro wieder als Lehrlinge anfangen müssten, denen gerade einmal ein Jahr Lehrzeit angerechnet würde. "Das ist Lohnraub." Weiters verlangt der ÖGB eine "Fachkräftemilliarde" zur Finanzierung der Lehrlingsausbildung: Dabei soll ein Prozent der Bruttoentgeltsumme von den Unternehmen eingehoben werden und an jene Unternehmen fließen, die Lehrlinge ausbilden. Außerdem sollen daraus Plätze in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen finanziert werden, die derzeit der Bund über das Arbeitsmarktservice (AMS) bezahlt.

ÖGB zufrieden mit "Jugendcoaching"

Zufrieden ist der ÖGB hingegen mit jenen Maßnahmen für künftige und aktuelle Arbeitnehmer, die in den vergangenen Monaten beschlossen bzw. gestartet wurden. Dazu gehören etwa das in Wien und der Steiermark als Pilotprojekt gestartete "Jugendcoaching" für Schüler im neunten Schuljahr, die von Sozialarbeitern und Psychologen in punkto Bildungsweg beraten und entsprechend begleitet werden, sowie die verpflichtende Verankerung von Berufsorientierung und Bildungsberatung im Lehrplan in den Hauptschulen, AHS-Unterstufen, Neuen Mittelschulen und Sonderschulen.

Weiters wurde eine neue Form der Externistenprüfung etabliert, um das Nachholen von Pflichtschulabschlüssen zu erleichtern. In altersgerechter Form sollen dabei in Erwachsenenbildungseinrichtungen und Schulen Lehrgänge angeboten werden, an deren Ende vier verpflichtende Prüfungen in Deutsch, Englisch, Mathematik und Berufsorientierung sowie in zwei Wahlfächern abgelegt werden müssen. Mit dem laufenden Schuljahr wurden alle Abendschulen für Berufstätige außerdem auf ein Modulsystem umgestellt, bereits länger existiert das Modell "Lehre mit Matura".

Verschiedene Angebote für Zusatzjahr

Bei einem zusätzlichen verpflichtenden Ausbildungsjahr muss es nach Ansicht des ÖGB nach Zielgruppen verschiedene Angebote zur Absolvierung des Zusatzjahrs geben. Bereits bestehende Ausbildungswege sollen dabei eingerechnet werden, dazu müsse es mehr Plätze an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) geben und andererseits individuelle Förderungen von gefährdeten Schülern. Neu soll die Möglichkeit geschaffen werden, in der Polytechnischen Schule nach den ersten neun Pflichtschuljahren ein verpflichtendes Ausbildungsjahr zu besuchen ("Fachmittelschule"), hieß es aus dem ÖGB.

Außerdem soll der Schulversuch zur Orientierungsstufe an den BMHS ausgebaut werden sowie ein Berufsgrundbildungsjahr an der Berufsschule geschaffen werden. Dieses könnte dann später auf die duale Ausbildung angerechnet werden.

(APA)

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49 Kommentare
 
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Lehrberuf Gewerkschafter ist die bessere Lösung!

Kostet den Staat nichts, und alle unqualifizierten Schulabgänger sind dennoch in guten Händen.

Antworten Gast: Parteibuch
21.07.2012 14:46
0 0

Re: Lehrberuf Gewerkschafter ist die bessere Lösung!

Mit dem richtigen Parteibuch schafft man es als Lehrling auch sehr weit !

Antworten Gast: Parteibuch
21.07.2012 14:46
0 0

Re: Lehrberuf Gewerkschafter ist die bessere Lösung!

Mit dem richtigen Parteibuch schafft man es als Lehrling auch sehr weit !

Gast: bergziege
20.07.2012 12:12
4 0

AHA

läuft das unter dem Motto "kein Jugendlicher soll auf der Strasse sein"? Schulen als Jugendzentren? Dazu brauchen wir keinen
ÖGB-Präsidenten Foglar. So weit sind wir auch schon mit neun Schuljahren. Die Hauptsorgen der Schülervertreter meiner Schule sind, wann und wie Schulveranstaltungen, z.B. der Schulball stattfinden sollten. Fragen zum Lernen gehören selten zu ihrem Repertoire. Ein zehntes Schuljahr würde die Sache nur um ein weiteres Jahr verlängern. Einen positiven Aspekt sehe ich nicht.

Gast: johnnychestefield
20.07.2012 10:14
3 1

und wieder wird mir übel

meine lieben schreiberInnen, matura zu haben bedeutet rein gar nichts. es erfreut mich immer wieder, mit welcher präpotenz manche von ihnen leute angreifen, die "nur" eine lehre gemacht haben. um es hart zu formulieren: definieren sie sich als "bessere" menschen, weil sie maturiert haben? akkzeptieren sie nur meinungen zum thema bildung von hochgebildeten? na dann prost mahlzeit. wir sehen ja, wohin uns das zur zeit bringt!

Antworten Gast: Übelkeit
20.07.2012 17:57
1 0

Re: und wieder wird mir übel

Es geht nicht darum, ob jemand Matura hat oder nicht, aber es geht darum, dass Leute in Positionen nichts zu suchen haben, für die sie keine Ausbildung mitbringen. Wahrscheinlich waren sie nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort und das ist keine Qualifikation !!

Antworten Gast: Mir wird auch übel
20.07.2012 17:21
1 0

Re: und wieder wird mir übel

Mir wird auch übel, wenn ich Ihren Blödsinn lese !! Nur blablabla und heisse Luft !

Versager

ÖGB SPÖ ÖBB alles rote Taugenichtse

Dieses zusätzliche Schuljahr...

hätte Foglar und Co enorm gut getan!

Späte Einsicht.

Gast: Gast yxyx
19.07.2012 21:08
8 2

zehntes Pflichtschuljahr

Wenn sich Leute wie Foglar - gelernter Werkzeugmacher ohne jede weitere schulische Qualifikation - Verbesserungsvorschläge zum österreichischen Schulsystem bringen, ist das schon pikant.
Er hat doch selbst bewiesen, dass alleine die Zugehörigkeit zur richtigen Partei wesentlich ist, um erfolgreich zu sein.

Antworten Gast: Lehrlinge
20.07.2012 07:19
5 2

Re: zehntes Pflichtschuljahr

Beim ÖGB gibt es viele in den oberen Rängen, die keine ordentliche Schulausbildung haben, und die mit ihrer Lehre in der Privatwirtschaft keine Chance gehabt hätten, in den oberen Etagen mitzumischen. Und darum finde ich es so lustig, wenn die dann über Schule und Ausbildung quatschen !!!

Gast: Gast yxyx
19.07.2012 21:07
4 1

zehntes Pflichtschuljahr

Wenn sich Leute wie Foglar - gelernter Werkzeugmacher ohne jede weitere schulische Qualifikation - Verbesserungsvorschläge zum österreichischen Schulsystem bringen, ist das schon pikant.
Er hat doch selbst bewiesen, dass alleine die Zugehörigkeit zur richtigen Partei wesentlich ist, um erfolgreich zu sein.

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abschaffen, nicht verlängern ...

schafft endlich die Schulpflicht ab! Wir leben im dritten Jahrtausend und nicht in der Zeit Kaiserin Thresl. Schafft im Volk ein Bildungsverlangen, indem der besser Ausgebildete wirklich besser gestellt erscheint. In Österreich lernen die Kinder und Jugendlichen aber ständig das Gegenteil: Beziehungen, Partei-, Bünde- und sonstige -zugehörigkeit ist die Grundlage von Erfolg in jeder Hinsicht. Und vernetze dich, dann hast du ausgesorgt. Ohne Matura, ohne akademische Titulierungen. Und lerne das Sprichwort aus Afrika zu deiner Lebensgrundlage zu machen: suche deine Feinde stets im Schatten deines Hauses.
Meide Ehrlichkeit, Handschlagqualität, Treue und Bildung. Sie hindern dich, wenn auch eine religiöse Gruppierung das Heil darin verspricht, auf dem Weg nach Oben. Außer du planst schon für das Leben nach dem Irdischen!

Antworten Gast: Knut J.
20.07.2012 08:41
1 0

Re: abschaffen, nicht verlängern ...

Solange das staatliche Monopol dafür sorgt, dass Bildung auf derart niedrigem Niveau abläuft, wäre eine Abschaffung der Schulpflicht eine Katastrophe für Österreich. Die Abschaffung der Schulpflicht könnte aber an zweiter Stelle stehen.
An erster Stelle soll eine Änderung dahingehend durchgeführt werden, dass nicht die Schulen sondern die Schüler das Schulgeld als Schulscheck erhalten und diesen Schulscheck auch für privaten Unterricht einlösen können.

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Gut gesagt!


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HAK-Matura

Die Situation der HAK-Absolventen ist eine Frechheit. Sie sind um Welten besser ausgebildet als Lehrlinge in kaufmännisch-administrativen Berufen, werden aber wie komplette Anfänger behandelt, weil die Unternehmen so zwei Jahre lang nur die Lehrlingsentschädigung und nicht ein reguläres Gehalt zahlen müssen. Dass die HAK-Matura nicht mehr (wie bis vor etwa 10 Jahren üblich) auch als Lehrabschluss einer ganzen Reihe von Berufen gilt, ist ein Irrwitz.

Teilweise wird den Schülern sogar geraten, die Schule abzubrechen und eine Banklehre zu starten. Kurzfristig verlockend, aber danach fehlt die Matura und die Lehre ist, wie in den Medien vor nicht allzu langer Zeit berichtet, die Sackgasse schlechthin. Aber das juckt die Unternehmen nicht, die so Nachwuchsmitarbeiter bekommen, die talentierter sind als die regulären Lehrlinge. Absoluter Zynismus und rücksichtsloses Spielen mit der Zukunft von jungen Menschen.

Und die WKO ist natürlich dagegen, dass hier etwas geändert wird, weil das a) ihre Mitglieder um billige aber gute Arbeitskräfte bringt und b) das WIFI-System untergräbt, was der WKO Geld bringt.

Antworten Gast: Realität
20.07.2012 07:02
4 0

Re: HAK-Matura

Genauso ist es. Da die Firma, in der ich Jahrzehnte mit HAK-Matura beschäftigt war, aus politischen Gründen den Bach hinunterging, konnte ich mich nur mit der Altersteilzeit bis 58,5 Jahren (Frau) hinüberretten und muss dann noch als Dank für die ausgezeichnete Ausbildung lebenslang 10 % Abschläge (danke Hr. Hundstorfer, toll gemacht !) hinnehmen. Frauen, die in den 60er-Jahren nur Lehrling waren oder meistens gar nichts gelernt haben, konnten mit 55 Jahren abschlagsfrei in Pension gehen !!! Und das ist eine Schweinerei sondergleichen.

Re: HAK-Matura

das traurige ist ja, dass jeder den jungen sagt: schule ist wichtig, bilde dich gscheit, dann wird auch was aus dir!

aber das geld, das man schon mit 15/16 verdient und jenes, das man durchs pfuschen bekommt, muss man mal im leben einholen...

das entscheidende in österreich ist noch immer, ob man irgendwo nicht evtl. jemanden kennt oder ob jemand, jemanden kennt, der jemanden kennt, leider!


Wo ist das Problem?


Mehr Wissen schadet niemandem, nur sollten die Schulen endlich reformiert und für das 21 JHD fit gemacht werden.

Das wäre dtl wichtiger!

Antworten Gast: das ist das Problem
19.07.2012 17:23
2 0

Re: Wo ist das Problem?

Wenn es die Verantwortlichen wirklich begriffen hätten, gäbe es diesen Bildungsnotstand nicht. Von Politikern sollte man Entscheidungen und zukunftsorientierte Problemlösungen erwarten können. Bei uns wird dzt parteipolitisch taktiert und die Zukunfts-gestaltung ist in einigen Gesellschaftsbereichen bereits verschlafen worden. In jedem Beruf gibt es Verantwortlichkeit - nur nicht bei Politikern.

Antworten Antworten Gast: bergziege
20.07.2012 12:25
0 0

Re: Re: Wo ist das Problem?

Begreifen kann man von den derzeitigen Politikern nicht erwarten. In welchem unserer Ministerien sitzen Leute, die in der Sparte, für die sie verantwortlich sind, aktiv gearbeitet haben? Was die Schule betrifft, so ist Schmied unendlich weit entfernt davon, um zu wissen worauf es dort ankommt. Schulen zu besuchen bringt gar nichts. Außenstehenden wird meistens die Sonnenseite präsentiert. Was hinter den Kulissen stattfindet, sehen Besucher offiziell nie. Lernen ist trotz allem nichts Negatives. Jeder braucht monatlich einen bestimmten Betrag, um gut leben zu können. Die geistige Nahrung des Lernens darf aber trotzdem nicht hinuntergespielt werden. Wer mehr weiß ist flexibler und kann die Folgen seiner Handlungen besser abschätzen.

vollkommen richig!

die verantwortlichkeit ist bei den politikern, aber auch bei den gewerkschaftsvertretern, v.a. im DÖ zu suchen, denn traurigerweise zählt hier das privilegiendenken der günstlinge mehr als zukunftsnotwendige reformen!

klar durchschaubar!

man will die statistik der jungendarbeitslosigkeit, wenn es leicht geht, noch schnell vor den nr-wahlen 2013 behübschen!

jugendliche haben nach 9 schuljahren oft keinen bock mehr in die schule zu gehen!
da ist ein 10. jahr sicherlich sehr "angenehm" - für alle beteiligten!

Gast: Hans im Glück
19.07.2012 15:06
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Es reicht!!!

Die einen wollen die Pflichtschuljahre ausweiten.
Die anderen die Pflichtkindergartenjahre.
Mit der Neuen Mittelschule sollen die Kinder gleich den ganzen Tag in der Schule bleiben.

Die Indoktrination der Menschen soll ausgebaut werden.

Das ist ein Irrsinn.

Die wollen nur brave Dienstnehmer züchten.

Wir brauchen dringend fehige Unternehmer. Selbsständige, mündige Bürger sind der Gleichmacherei durch das Bildungssystem zu bevorzugen.

Antworten Gast: es reicht wirklich
19.07.2012 17:37
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Re: Es reicht!!!

Leider haben sie für ihre berechtigten Wünsche die Zeit verpasst. Die Familien sind schon Ausnahmeerscheinungen, die Frauen gehen arbeiten, die Landessprachkompetenz nimmt ab, das Bildungsniveau ist bereits niedrig - es gibt keinen soliden Grundstock mehr. Alle predigen den Egoismus und leben ihn auch, Solidarität ist ein Fremdwort geworden.
Dieser Irrsinn macht es nötig, wieder von vorne zu beginnen. Und weil wir in keinem Bereich Transparenz mögen, glauben alle noch, es passt schon. Die Heilsprediger werden in Europa ohnehin immer mehr. Und dann werden alle überrascht sein.

Antworten Antworten Gast: Hans im Glück
20.07.2012 13:26
0 0

Re: Re: Es reicht!!!

Der wirtschaftliche Abschwung wird die Familien wieder vereinen.

 
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Eduard 2013

Schlagzeilen Bildung