21.05.2013 11:54 Merkliste 0

Schulsystem für FPÖ "durchaus durchlässig"

 (DiePresse.com)

FPÖ-Bildungssprecher Rosenkranz beruft sich auf den hohen Anteil früherer Hauptschüler unter den BHS-Maturanten.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Das österreichische Schulsystem ist trotz der Differenzierung in AHS-Unterstufe und Hauptschule "durchaus durchlässig". Diesen Schluss zieht FP-Bildungssprecher Walter Rosenkranz aus der Beantwortung einer umfangreichen parlamentarischen Anfrage durch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ), wonach in den Jahren 2000 bis 2011 jeweils mehr als die Hälfte der Maturanten einer berufsbildenden höheren Schule (BHS) in der Sekundarstufe I eine Hauptschule besucht hat.

Konkret haben 55,9 Prozent der männlichen und 65,8 Prozent der weiblichen HAK-Maturanten im Alter von zehn bis 14 Jahren eine Hauptschule besucht, an den HTL sind es 61 bzw. 57,3 Prozent, an den HBLA 47 bzw. 67,6 Prozent. Lediglich an den AHS-Oberstufen (Langform) war die Mehrheit der Schüler davor in einer AHS-Unterstufe. Insgesamt kommen rund 56 Prozent der Maturanten von einer BHS. Für Rosenkranz ist damit das Argument von Befürwortern von Gesamtschule bzw. der Neuen Mittelschule (NMS) "widerlegt", dass das differenzierte Schulsystem für die Zehn- bis 14-Jährigen nicht durchlässig ist und damit Kinder aus wirtschaftlich schlechter gestellten Familien benachteiligt werden.

Kritik an Neuer Mittelschule

Eine weitere Anfragebeantwortung durch Schmied gibt Rosenkranz Anlass zu Kritik an der NMS, die bis 2018/19 die Hauptschule ersetzt: Nur elf der 698 NMS-Standorte im Schuljahr 2012/13 befinden sich an einer vormaligen AHS. Für Rosenkranz stellt sich deshalb die Frage, "ob damit nicht eine der Säulen der NMS-Konzeption schlichtweg nicht existiert".

Die Neue Mittelschule wurde 2008/09 eingeführt. Sie sollte mit stärkerer Differenzierung - etwa durch Teamteaching, bei dem zwei Lehrer gemeinsam in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch unterrichten - sowohl Schüler mit als auch ohne AHS-Berechtigung anziehen. Für diese stärkere Differenzierung, also mehr Rücksicht auf Interessen und Können der einzelnen Schüler, bekommen die Schulen zusätzliche Ressourcen vom Unterrichtsministerium. Kritiker wie die FPÖ werfen Schmied jedoch vor, sie habe mit der NMS lediglich Türschilder gewechselt.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

15 Kommentare
Gast: har
21.08.2012 09:19
0 0

Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Unabhängig vom NMS-Geplänkel:
Herr Rosenkranz nennt hier ganz Bewusst die falschen Zahlen. Wenn er nämlich darstellen will wie durchlässig das Schulsystem ist, dann muss er angeben wie viele Hauptschüler eine BHS machen und nicht wie viele BHS-Schüler in der Hauptschule waren.

Beispielsweise frage ich ja auch nicht: "wie viele Krebspatienten rauchen?", sondern "wie viele Raucher haben Krebs?".
Beide Werte können stark voneinander abweichen!

Die Werte "in die andere Richtung" anzugeben ist ein gaaaanz alter statistischer Trick, der einem Presse-Reporter eigentlich auffallen sollte.

2 0

Re: Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Es gibt auch andere Statistiken, die beispielsweise angeben, wie viel Abgänger von HS und in der Folge von BORG`s studieren und das sind nicht wenige. Das differenzierte Schulsystem ist durchlässig! Es muss aber nicht gezwungenermaßen jeden durchlassen, der absolut nicht für "Köpfchenarbeit" geeignet ist. Wenn alle aus der HS gleich gescheit wie AHS Schüler wären, wäre das ein "Wunder" und die Gesamtschule wäre die logische Folge- die Natur "spielt" aber nicht so. Die Diskussion um die Durchlässigkeit ist eine reine sozialistische Propaganda für die Gesamtschule.

Antworten Antworten Gast: har
21.08.2012 15:47
0 0

Re: Re: Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Unabhängig von der "Propaganda", sollten dennoch die "richtigen" Werte angegeben werden.

Ein Beispiel: Wir waren in der HTL am Anfang 36 Schüler und ich glaube wir hatten eine handvoll Gymnasiasten dabei (HTL in ländlicher Gegend). Also sind das rund 85% Hauptschüler.

Wenn ich mir aber beim Hauptschulklassentreffen ansehe, wie viele Leute die Matura gemacht haben sieht es ganz anders aus. Ich schätze wir waren etwa 5 von 25. Also nur mehr 20%.

Herr Rosenkranz hat aber den ersten Wert angegeben und das ist einfach nicht richtig. Auf Wikipedia ist das sehr schön nachzulesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bedingte_Wahrscheinlichkeit

0 0

Re: Re: Re: Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Leider "biegt" jede Partei die Statistiken zu ihrem Gunsten. In diesem Fall verzeihe ich es dem Hrn. Rosenkranz, weil mir dieses sozialistische Geschwafel von den gleichen Chancen für alle und dem ach so diskriminierenden Schulsystem auf die Nerven geht. Unser Schulsystem ist eines der Besten in Europa, wenn nur die Theoretiker es nicht ständig verschlechtern würden.

Re: Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Es ist leider eine Tatsache, dass der Herr Rosenkranz kein Dummer ist - das mit der Statistik war ganz klar beabsichtigt - ich geb zu, auch ich bin ihm schon mal auf den Leim gegangen. Es wäre aber wirklich interessant zu wissen, wieviel Hauptschulabsolventen zur Matura kommen - sicher nicht mehr als 20%.

Antworten Antworten Gast: LSI
21.08.2012 15:37
0 0

Re: Re: Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Es gibt leider keine Statistiken aber wenn die Hälfte der Maturanten aus der Hauptschule kommen und etwa 2/3 aller Schüler eine Hauptschule absolvieren, ergibt sich, dass ca. 50% der Hauptschüler auch maturieren (gleich viele, wie AHS-Schüler) - ich glaube allerdings, dass es etwa 35% sein werden. Dazu kommen noch die Leute mit Berufsreifeprüfung. Nicht zu vergessen die vielen Hauptschüler, die eine BMS besuchen.

Antworten Antworten Antworten Gast: har
21.08.2012 15:58
0 0

Re: Re: Re: Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Das können Sie so leider nicht sagen. Sie brauchen dazu die absoluten Zahlen. Wenn Sie die Anzahl der diesjährigen Maturanten haben und die Anzahl der Hauptschüler (besser noch die vor 4 und 5 Jahren) dann können Sie die Anzahl der "Hauptschul-Maturanten" und der Gesamtzahl der Maturanten in Beziehung setzen.

voilà

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: LSI
22.08.2012 14:07
0 0

Re: Re: Re: Re: Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Noch einige Zahlen: 2011 waren ca 50.000 Schüler/innen in den 4. Hauptschulen. 28.000 in der 4. AHS. In Maturaklassen waren 44.000. Wenn 50% der Maturant/innen aus der HS kommen, waren das 22.000 - ergibt - wenn man schätzt, dass vor 4 - 6 Jahren mehr in der 4. HS waren, etwa 37% der HS-Absolvent/innen, die Matura machen - ohne Berufsreifeprüfung.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: LSI
21.08.2012 21:23
0 0

Re: Re: Re: Re: Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Problem ist nur, dass es diese Zahlen nur bei im Rahmen des Bildungs-Dokumentationsgesetzes gibt - und die sind anscheinend soooo geheim. Damit bleiben nur die Schätzungen - aber anhand der Aufahmezahlen in den BHS, BORG und BAKIPs lässt sich schon einiges sagen. Besonders am Land ist die große Mehrzahl der Schüler/innen vorher in die Hauptschule gegangen (manche Klassen haben überhaupt niemanden aus der AHS - auch weil die sich ja wie wild dagegen wehrt, Schüler/innen zu verlieren.

Antworten Antworten Gast: Gast yxyx
21.08.2012 14:23
0 0

Re: Re: Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Da muss ich Ihnen ganz heftig widersprechen: Mein Sohn besuchte eine HTL mit starkem einzugsgebiet aus dem Waldviertel. Eine überwiegende Mehrheit seiner MitschülerInnen besuchte vorher eine HS - und die gehörten durchaus nicht zu den schlechteren Schülern. Der Großtel von ihnen m atuerierte auch erfolgreich.
Das ist ja eine lang bekannte Tatsache, dass die Schüler aus den ländlichen HS teilweise bessere Leistungen erbringen als ihr Alterskollegen aus den AHS-Unterstufen. Die Leistungen (und Einstellungen) der Hauptschüler aus Städten kann man damit gar nicht vergleichen.

Re: Statistik ist nich sein Ding (oder vl. doch?)

Es ist leider eine Tatsache, dass der Herr Rosenkranz kein Dummer ist - das mit der Statistik war ganz klar beabsichtigt - ich geb zu, auch ich bin ihm schon mal auf den Leim gegangen. Es wäre aber wirklich interessant zu wissen, wieviel Hauptschulabsolventen zur Matura kommen - sicher nicht mehr als 20%.

Gast: hari s.
21.08.2012 08:25
0 0

Durchlässig aber nicht für HC

Der große Vorsitzende der FPÖ hat die Schule ja nicht gepackt und abgebrochen...aber vielleicht hat er eine Matura des Freiheitlichen Bildungsinstituts (kurz FBI)?

0 1

Dinge sind nun mal..

so, wie sie umgesetzt werden. Es liegt also an den Pädagogen, diese Umsetzung so positiv wie möglich zu gestalten. Aller Anfang ist schwer, wenn man aber nur alles negativ bewertet, wird sich nie etwas ändern. Daher auf, zu einem neuen Schulversuch. In 25 Jahren - so lange waren die Leistungsgruppen das Maß aller Dinge - sind wir dann alle klüger. Die betroffenen Schüler hoffentlich auch. Lasset uns die guten Dinge freudig beginnen!

Gast: pol Beobachterin
20.08.2012 17:03
1 0

Tja, wo er Recht hat, hat er Recht.


hört mit dem märchen "stärkere differenzierung" in der nms auf

das gegenteil ist der fall. die nms ist einheitsbrei, sonst gar nichts.

Eduard 2013

Schlagzeilen Bildung