24.05.2013 11:39 Merkliste 0

Gesamtschule für Landeshauptmann Platter vorstellbar

 (DiePresse.com)

Man solle die gemeinsame Schule "durchaus offensiv andenken" sagt Tirols Landeshauptmann Platter. Auch in Verbindung mit der Ganztagsschule.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Gesamtschule ist für den Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) - entgegen der offiziellen Linie seiner Partei - vorstellbar. Eine Gemeinsame Schule solle man "durchaus offensiv andenken - auch in Verbindung mit Ganztagsschule", wurde er in einer Vorabmeldung des am Donnerstag erscheinenden Nachrichtenmagazins "News" zitiert. Letztere solle zwar nicht verpflichtend sein, aber ausreichend angeboten werden.

"Ich kann mir eine gemeinsame Schule für alle durchaus vorstellen", meinte Platter. "Es muss aber in der Schule eine Differenzierung geben, damit sich die Kinder nach ihren persönlichen Fähigkeiten weiterentwickeln können", erklärte er in dem Interview.

In den Hauptschulen am Land sei es seit jeher so, dass alle Zehn- bis 14-jährigen Kinder gemeinsam in die Schule gehen, erklärte Platter. "Diese Kinder haben auch alle Chancen der Welt. Ich habe noch nie gehört, dass jemand, der in so eine gemeinsame Schule geht, später einen Nachteil hat, wenn er studieren will."

SPÖ und Grüne erfreut über Platter-Vorstoß

Erfreut haben am Mittwoch die Grünen und Wiens Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) auf die Aussagen von Tirols Landeshauptmann Grünther Platter (ÖVP) reagiert, der sich - entgegen der offiziellen Parteilinie - für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen ausspricht.

"Es ist schön, dass sich die ÖVP bildungspolitisch langsam dem 21. Jahrhundert zuwendet und beginnt, ihre Uralt-Position zu überdenken", so Grünen-Bildungssprecher Harald Walser am Mittwoch in einer Aussendung. Allerdings müsse nun die Regierung endlich "Nägel mit Köpfen machen". Es nutze nichts, "dass man ab und zu in einzelnen Bundesländern bildungspolitische Luftblasen steigen lässt".

"Höchst erfreut" gab sich auch Oxonitsch in einer Stellungnahme: "Es ist erfreulich, dass innerhalb der ÖVP immer mehr Stimmen laut werden, die die Gemeinsame Schule befürworten. Die Gesamtschule weiter zu blockieren schadet der sinnvollen Weiterentwicklung des Bildungssystems." Er hoffe, dass sich "diese Stimmen der Vernunft" durchsetzen.

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

34 Kommentare
 
12
Gast: ganztagsschulenein
23.08.2012 22:32
1 2

Gesamtschule ja, verpflichtende Ganztagsschule nein - stimme Platter zu

Platter hat recht. Allerdings sollte die ÖVP eine Gesamtschule nur dann flächendeckend unterstützen wenn gewährleistet ist, dass Gesamtschule nicht mit Ganztagsschule gleichgesetzt wird und diese verpflichtend werden lässt.

Es sollte weiterhin möglich sein, dass Kinder nicht den ganzen Tag unnötig in der Schule verbringen, sondern sich auch nach eigenen Interessen und Fähigkeiten entwickeln können (wozu sich Schule nur sehr bedingt eignet, gleichgültig wie individuell ausgerichtet) und der Unterricht idealerweise gegen Mittag endet (abgesehen vom stundentechnisch notwendigen Nachmittagsunterricht).

Ebenso kann man Hausaufgaben weiterhin Hausaufgaben sein lassen und muss deren Bearbeitung nicht jedem Kind betreut in der Schule aufdrängen, schon der eigenen Leistungsentwicklung und Eigenständigkeit im disziplinierten und konzentrierten Arbeiten zuliebe.

Und was den zur Zeit so viel diskutierten Sportunterricht anbelangt: besser, man belässt es bei der geltenden Regelung und traut Eltern und Kindern zu, sich nach ihren Vorlieben zu bewegen, also zB im Winter Skifahren, im Sommer Radfahren etc.
Denn: nur weil x Personen gerne Volleyball spielen bedeutet dies nicht, dass dieser Sport bei allen auf Begeisterung trifft, sondern kann die Freude am Sport vielleicht sogar nachhaltig negativ beeinflussen, einfach, da vielleicht Eishockey mehr Spass machte (wozu man aber bei noch mehr (Sport-)stunden oder einer verpflichtenden Ganztagsschule nur sehr schwer wenn überhaupt Zeit fände

Antworten Gast: alibababa
25.08.2012 13:59
0 0

Weg mit der Schulpflicht

"Es sollte weiterhin möglich sein, dass Kinder nicht den ganzen Tag unnötig in der Schule verbringen..."
Wenn die Schule unnötig ist, dann kann die Konsequenz nur lauten:
Abschaffen der Schulpflicht!

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
26.08.2012 15:33
0 0

Re: Weg mit der Schulpflicht

Bei den bestehenden Fehlfunktionen des staatlichen Bildungssystems ist eine Schulpflicht tatsächlich nur noch ein Wahnsinn und sollte umgehend abgeschafft werden.

Die Schulen sollten sofort umfassend privatisiert werden, das Beamtendienstunrecht für obsolet erklärt werden. Der Staat sollte sich auf jährliche staatliche Prüfungen beschränken und korrekte Zeugnisse der Schüler sicherstellen. Wie die Fähigkeiten erreicht werden, das liegt dann bei den Bürgern selber, welche die Freiheit und Eigenverantwortung bekommen den geeigneten Weg selber zu gehen.

Gast: Klassik
23.08.2012 20:17
1 0

Gesamtschule - LH Platter

Ich hätte es dem Hr.Platter gar nicht zugetraut.Bisher war er ja auch nur der schwarze Gerwerkschaft - ÖVP Vertreter.Nur ja nichts gegen die Gewerkschaft sagen,auch dann nicht,wennder schwarze ÖVP Flügel mit seinem Latein längst am ENDE ist.Die haben noch immer NICHT kapiert,Dass es inder Schule nicht um Gewerkschaft UND POLITIK geht,sondern darum,Dass die Kinder etwas lernen.DAFÜR würde ich im Rahmen meiner Rente etwas beitragen,eventuelle gesonderte Abgabe entrichten.Aber nur um Klassen zu VERKLEINERN und nich das Gehalt der ÜBERFLÜSSIGEN LANDESSCHULRÄTE AUFZUFETTEN.Das ist alles,was dazu zu sagen ist.Es geht hier NUR UM DIE ZUKUNFT UNSERER KINDER.

Sauhaufen ÖVP...

dauernd Querschüsse, keine Disziplin, genau wie in der Gesamtschule.

Gast: 1. Parteiloser
23.08.2012 09:31
1 4

Welche Wertigkeit kann die Aussage eines pragmatisierten Exbullen schon haben?

Der Platter hat doch keine Ahnung vom realen Leben, keine Ahnung von Menschenrechten, keine Ahnung von Rechten der Kinder.

Das ist doch alles Unsinn, eigentlich gehört mit dem Misthaufen ÖAAB/GÖD endlich so abgefahren, dass die Lehrpersonen nutzbare Leistungen zu Gunsten der Schüler erbringen und die Leistungen der Schüler endlich auch einfordern dürfen.

Mit dem ganze roten Misthaufen, egal ob AK, Stadt Wien, Sozialversicherung, ÖBB, OeNB, ORF gehört endlich auch abgefahren. Vielleicht dürfen die Lehrpersonen dann endlich auch mal die in Massen fehlenden Schulreifen, Schulstufenreifen auch korrekt feststellen.

Die Dentaltechnikerkorrupten, samt angeschlossenen FPK Grausigen, die haben gleich gar keine Vorstellung von Bildung und der notwendigen Gestaltung des Bildungssystems.

Die grünen Kommunisten können auch nichts schaffen, nur GuGuTschaTscha, was den Schülern am Ende auch Nichts bringt, vielleicht noch weniger Fähigkeiten.

Von den vorbestraften Orangenen bei der Gesetzgebung ist ja kaum mehr was übrig und so können die keinen zusätzlichen Schaden anrichten.

Es stellt sich die Frage, wann die Lehrpersonen endlich den Parteien / Politikern die Verantwortung aus der Hand nehmen und das Bildungssystem im Sinne der Gesellschaft, besonders der Kinder und Jugendlichen, korrigieren. Wahrscheinlich sind die Lehrpersonen dazu aber zu faul, zu ignorant, zu präpotent, auch wird die notwendige Courage fehlen.

Antworten Gast: alibababa
25.08.2012 14:02
0 0

Hallo!

Zurück aus dem Urlaub?
Wie war es in der Türkei?

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
26.08.2012 15:33
0 0

Re: Hallo!

Ja, zurück aus dem Kurzurlaub. Konnte dieses Jahr nur 5 Tage. War aber dann doch ein Urlaub mit der Yacht in der Adria. Zum interessanten Türkeiurlaub, im der Grenzregion zu Georgien, Armenien und Irak wäre ein längerer Urlaub notwendig gewesen. Selber würde ich aber eher die Mongolei als noch interessanter sehen.

Gast: pol Beobachterin
23.08.2012 08:27
3 0

Herr Platter, bitte differenzieren !

Eine "nicht verpflichende Gesamtschule", bitte was soll denn das sein?( Entweder es sind alle dort, oder es ist keine Gesamtschule)

Mit den Landhauptschulen hat er durchaus Recht.

Und auch eine "Gesamtschule"ist vorstellbar, aber nicht nach soz. Modell (alle in einer Klasse, innere Differenzierung-> großer, unnötiger Durcheinander).

Es muss differnziert und mMn in homogene
Gruppen eingeteilt sein. (Für alle Teilnehmer befriedigend, weil: nicht langweilig, nicht unverständlich)

Das kann durchaus in einem gemeinsamen Rahmen sein.( zB gemeinsame Stammklasse eines Jahrganges, dann Kurssystem...)

Antworten Gast: asdfghjp
25.08.2012 14:05
0 0

PISA-Test "Sinnerfassendes Lesen" nicht bestanden!

"Eine Gemeinsame Schule solle man "durchaus offensiv andenken - auch in Verbindung mit Ganztagsschule", wurde er in einer Vorabmeldung des am Donnerstag erscheinenden Nachrichtenmagazins "News" zitiert. Letztere solle zwar nicht verpflichtend sein, aber ausreichend angeboten werden."

Das Wort "Letztere" in dem Zitat bezieht sich auf die Ganztagsschule.

Passt gut zur Fußfessel für

rückfallsgfährdete Sexualstraftäter - eine neue Parteilinie?

Antworten Gast: asdfghjp
25.08.2012 14:08
0 0

Justiz fest in ÖVP-Händen?

Wissen Sie da Genaueres?
Das würde erklären, wieso KHG noch immer nicht im Gefängnis sitzt ;-)

Antworten Gast: 1. Parteiloser
23.08.2012 08:19
0 0

Re: Passt gut zur Fußfessel für

Logisch, weil weniger Arbeit für die ÖAAB/GÖDler!

Das ist doch schon lange Parteilinie.

Die ÖVP muss aufpassen,

dass sie nicht noch einen Teil ihrer bisherigen Wähler verliert. Was bedeutet die Abschaffung des Gymnasiums? Die Entstehung eines florierenden Privatschulsektors für alle, die es sich leisten können - und dies werden dann all diejenigen sein, die ihren Kinderm bessere Chancen eröffnen wollen und können...
Herr Platter dürfte ja selbst kein Gymnasium besucht haben...

Antworten Gast: pol. Beobachterin
23.08.2012 08:35
0 4

Re: Gymnasium nicht zwingend notwendig, wenn

man in einer Gesamtschule tatsächlich die Besten des Jahrgangen in homogen Gruppen, ev. Kurssystem, einteilt.
(Wäre wahrscheinlich effizienter als so manches Gymnasium, entspricht aber nicht dem Plan von Rot und Grün.)

Die Gesamtschule funktioniert ungefähr so gut wie

ein Gesamtschulschikurs, bei dem alle - vom blutigen Anfänger bis zum Könner - in eine einzige Gruppe gezwungen werden. Die Folge ist, dass alle Beteiligten voll draufzahlen.

0 4

Re: Die Gesamtschule funktioniert ungefähr so gut wie

Nicht alles, was hinkt...

Antworten Antworten Gast: alibababa
25.08.2012 14:11
0 0

Re: Re: Die Gesamtschule funktioniert ungefähr so gut wie

Jetzt müssen Sie aber noch erklären, warum der Vergleich mit dem Sport hinkt!
Die meisten Sportarten verlangen gute Koordination und dies ist eine Gehirnleistung, genauso wie es eine Gehirnleistung ist, eine Fremdsprache einigermaßen zu beherrschen.
Wo sehen Sie da die markanten Unterschiede?

Typisches Täuschungsmanöver von Günther P.

Günther P. hat uns alle reingelegt: er spricht immer von der "gemeinsamen" Schule, während die Interviewer, der rote Bildungsstadtrat und der grüne Bildungssprecher beim Zuhören ihre Bildungslandschaftsskizzen von vorgestern im Kopf haben (GB der Sechzigerjahre!!).
Es gibt ja kaum eine Schule, in der die Kinder nicht "gemeinsam" am Unterricht teilnehmen. So weit reichen Günther P.'s Erfahrungen; und das versteht er auch.


Antworten Gast: Erdmensch
25.08.2012 14:17
0 0

Re: ---

Es ist richtig, dass die meisten Länder Europas ein Gesamtschulsystem haben.
Deutschland wurde von der OECD bereits in den 70er-Jahren ein Niedergang des Bildungssystems vorausgesagt, da es ein differenziertes Schulsystem habe.
Sieht man sich die wirtschaftlichen Eckdaten Deutschland und Österreichs an, kann daa differenzierte Bildungssystem - zumindest aus Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung - doch nicht ganz so schlecht sein.
Ich bin gespannt auf Ihre Gegenargumente.

Gast: Abdisu (kein Lehrer)
22.08.2012 22:17
11 1

Solche Leute haben der ÖVP gerade noch gefehlt.

Kann der Mann seinen Blödsinn nicht dem Alaba in gebrochenem Englisch mitteilen? Die ÖVP meldet sich wirklich in einem wahren Höllentempo ab.

10 1

Die Wirtschaft braucht billigste Arbeiskräfte -

Gesamtsonderschulabsolventen sind da die erste Wahl!

In den Hauptschulen gab es früher A- und B-Zug -

die Gesamtschulidiotes schießen förmlich aus dem Boden.

13 1

am material mangelt´s

diese ganze diskussion würde sich in luft auflösen, hätten wir genügend lehrkräfte. perfekt wäre wirklich, man würde im team unterrichten, jede stunde, so könnte man den unterricht auch dann und wann splitten oder eben gemeinsam führen. die nms steht nur scheinheilig für dieses teamteaching, da es aufgrund der stundenplankonstellation oftmals dazu kommt, dass ein ausgebildeter deutschlehrer als teamteacher in den physikunterricht mitkommt. natürlich nehmen die kinder an, dass der lehrer ihre fragen beantworten kann, aber naja!
der riesenvorteil der HSen am land waren die leistungsgruppen! ob ein lehrer 8-15 gescheite kinder, und damit meine ich wirkliches gymnasialniveau, unterrichtet oder 25, ist eben ein unterschied!!! die kinder der HSen, sofern sie in der 1. leistungsgruppe waren, waren dann in vielen bereichen den gymnasialkindern, denn diese trafen sich in der bhs oftmals oder in der oberstufe, oftmals überlegen.
wir müssen darauf achten, dass wir den lehrerjob attraktiver machen, dass mehr junge leute lehrer werden wollen. dann kann man auch die klassenverbände bzw. die lerngruppen kleiner gestalten, was sicherlich effektiver ist. die lehrer könnten sich intensiver mit jedem einzelnen schüler beschäftigen, ihn fordern und fördern.

Re: am material mangelt´s

dieses teamteaching ist zu vergessen. zeitaufwendig, ungerecht (it's essential, it allows you to blame someone else), bringt unruhe hinein und bringt für den lernfortschritt nichts.
die ungerechtigkeit bei der entlohnung wird, so es eine gibt, größer. im schlechtesten fall verlässt sich der gemütliche auf den fleißigen.

 
12

Eduard 2013

Schlagzeilen Bildung