25.05.2013 13:23 Merkliste 0

Vorstoß: Nur fünf bis sechs Wochen Urlaub für Lehrer

 (Die Presse)

Der Druck auf einschneidende Änderungen bei Dienstrecht und Anwesenheit in der Schule steigt.

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Wien/Ett. Bei den Verhandlungen der Regierung mit den Lehrergewerkschaftern ist von Fortschritten noch keine Rede, da kommen schon viel einschneidendere Reformvorschläge aufs Tapet. Für Lehrer sollen demnach Arbeitszeiten und Urlaubsansprüche wie für alle Angestellten gelten. Darauf drängt die von ÖVP-Chef Michael Spindelegger beauftragte Initiative „Unternehmen Österreich 2025“ (siehe auch nebenstehenden Bericht). Dabei wird auch die Debatte um die langen Sommerferien der Lehrer neu angeheizt: Denn das Reformkonzept plädiert bei einer 40-Stunden-Woche für „fünf bis sechs Wochen Urlaub pro Jahr“. In Bezug auf die Anwesenheit der Lehrer wird verlangt: „Der Arbeitsplatz des Lehrers ist bei seinen Schülern in der Schule.“

Laufende Weiterbildung soll für Pädagogen verpflichtend sein. Das Dienstrecht müsse für alle Lehrer vereinheitlicht werden, bei Beamten soll das Dienstrecht generell möglichst an die Privatwirtschaft angeglichen werden. Eltern soll die freie Wahl der Schule ermöglicht werden, was Spindelegger noch für „visionär“ hält.

Vorerst schlicht nicht finanzierbar sei der Vorschlag, dass auf einen Lehrer maximal 15 Schüler kommen. Bestritten wurde, dass im Konzept ursprünglich ein Bekenntnis zur Gesamtschule, die von Spindelegger abgelehnt wird, enthalten war.

 

Zwei Kindergartenjahre

Kritisiert wird von der Initiative, dass Österreich zu wenig in den vorschulischen Bereich investiere. Zwei Kindergartenjahre sollten sicherstellen, dass die Integration von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache rechtzeitig erfolgt.

Für die Universitäten (und Fachhochschulen) gibt es eine klare Festlegung: Dort sollten von allen Studenten Studienbeiträge eingehoben werden. Stipendien und zinsfreie Studiendarlehen müssten aber garantieren, dass Talente gefördert werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.10.2012)

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237 Kommentare
 
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Gast: BigBrother
11.10.2012 15:24
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Großwetterlage

Es geht nicht um besseren Unterricht, nicht um Schule, Lehrer oder gar Schüler, auch nicht um Berufsheer und Wehrpflicht. Es geht um die Zerstörung der alten Systeme und Autoritäten zur Disziplinierung der Leute (Familie, Schule, Militär, Büro, Fabrik, Gefängnis,...). Ziel ist keineswegs mehr Menschlichkeit, sondern die totale Kontrolle zur besseren Lenkbarkeit der Masse. Und zur Konzentration von ganz viel Geld bei ganz wenigen.

Re: Großwetterlage

Aber nein. Es geht ganz einfach um finanzielle Kürzungen. Kein Idealismus, keine politischen Ziele, es geht ganz einfach um Geld und wie es die PolitikerInnen umschichten möchten, um ihre je eigenen Ziele zu verfolgen.

Gast: hulla
11.10.2012 09:47
6 1

hup

wenn der lehrerberuf so priviligiert ist wie dargestellt, dann frag ich mich warum es so einen akuten mangel gibt.

Gast: Irrwitz
11.10.2012 01:13
4 0

Genervtes Lehrpersonal mit Burn Out Syndrom

Es stimmt, sie verdienen am Laufbahnende zuviel, aber am Laufbahnbeginn viel zu wenig. Kindergärtner-innen verdienen die ganze Zeit viel zu wenig. Der pädagogische Bereich braucht sehr gut ausgebildete Leute mit verringerten Arbeitszeiten bei einem relativ moderaten Gehalt trotz Ausbildung. Bei der Arbeit mit Kindern gilt: je höher die Arbeitszeit desto schwächer die Qualität der Leistung. Diese Berufe sollten stressfrei ausgeübt werden, sonst kann das Bildungsniveau nicht verbessert werden.

Re: Genervtes Lehrpersonal mit Burn Out Syndrom

prinzipiell stimme ich ihnen zu. allerdings muss ich anmerken, dass die "verringerte" arbeitszeit nicht nur die arbeitszeit mit den kindern und jugendlichen meinen sollte. ein ahs-lehrer bereitet vor und nach, auch ein hs- oder vs-lehrer. sogar kindergärtner tun dies..vor allem im letzten bereich hat sich VIELES zum guten verändert.

Der Lehrerberuf kann mittlerweile Stressfrei ausgeübt werden!

Beim aktuellen Stundenaufkommen, ist Stress nur für jene machbar, die der Aufgabe nicht gewachsen sind. Und diese dann am Peter Prinzip leidende Lehrer sollten sich einer anderen Aufgabe widmen. Ihnen und den Schülern zuliebe!

Antworten Antworten Gast: sostelltsichder
11.10.2012 14:35
4 0

Re: Der Lehrerberuf kann mittlerweile Stressfrei ausgeübt werden!

so stellt sich der kleine Maxl Schule vor--warum stellen Sie sich nicht selbst in eine Klasse zu verhaltenskreativen Kids, wie es sie in diesem Ausmaß noch nie gegeben hat?- (ein Teil ist verhaltensoriginell, der andere spricht kein Wort Deutsch, oder hat zwei gänzlich linke Hände)
Dieser anspruchsvolle und notwendige Job ist sowohl unterbezahlt, als auch wenig gewürdigt. Medial geschürt wird eine ganze Berufsgruppe nicht nur von der Öffentlichkeit sondern auch vom eigenen Dienstgeber als Privilegienritter, Minderleister... diskreditiert und somit massiv gebasht.
Unter diesen Voraussetzungen bin ich froh und dankbar eine andere Berufswahl getroffen zu haben.

Re: Der Lehrerberuf kann mittlerweile Stressfrei ausgeübt werden!

Darf ich Sie fragen, woher Sie dieses "Wissen" haben? Es wäre vielleicht eine Schlüsselerfahrung für Sie, einmal die Arbeitssituation an einer normalen Wiener Hauptschule kennenzulernen ...

Gast: Eulenspiele
11.10.2012 00:56
4 1

Keine Sorge

Wenn die Lehrer die neuen Regelungen (5 Wochen Urlaub, 40 Stunden in der Schule) erst einmal ausprobiert haben, werden sie nicht mehr tauschen wollen.

Die Lehrer sollten die "einschneidenden Änderungen" nicht als Drohung sondern als Chance verstehen und sofort zugreifen, ehe die Reformer Bedenken haben und nur Teile anbieten.

Keiner wird sich mehr in der Klasse verausgaben oder hüpfen müssen, keiner wird jemals erschöpft das Haus verlassen, keiner wird Arbeit und Sorgen mit nach Hause nehmen, keiner wird für seine eigenen Freizeitaktivitäten zu müde sein.

Konferenzen, Schulveranstaltungen, Fortbildung und viele selbstverständliche Kleinigkeiten fallen endlich in der Dienstzeit. Auch der private Arztbesuch. Es wird das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz gelten.


Einspruch

So wie das jetzt von diesen "Experten" konzipiert wäre, würde sich die jetzige Arbeit für den Un terricht zeitlich nicht in den 40 h ausgehen - wir müssten aus Zeitgründen Qualität reduzieren (weniger korrigieren, weniger individualisieren, weniger zeitaufwendige alternative Unterrichtsformen wie Projekte usw.). Es geht natürlich, aber damit wäre ich nicht sonderlich zufrieden ...

Wieso setzen sie Experten in ""?

Wir wissen mittlerweile dass sie an ihre Allwissenheit glauben, aber die kollektive Lehrerphobie gegenüber Experten finde ich schon interessant.

In allen anderen Berufsgruppe ist man dankbar um Expertenmeinung bemüht, nur Lehrer wissen immer alles besser - komisch nicht?

Antworten Antworten Antworten Gast: expertundreal
11.10.2012 14:47
2 0

Re: Wieso setzen sie Experten in ""?

nun da unterliegen Sie einem gravierenden Irrtum--
ExpertInnen werden in der Wirtschaft vielfach von den Unternehmensverantwortlichen zur Untermauerung der eigenen Wünsche und damit zur besseren Durchsetzung bestimmter Interessen geholt. Dies ist auch hier der Fall. Die Schulbehörde und die Politik setzt auf willfährige ExpertInnen, die um Anschlussaufträge rittern.
Der Großteil der LehrerInnen hat mit den sogenannten Expertenmeinungen keine sonderlich guten Erfahrungen gemacht, da sie Praxisfremd und Realitätsfern von den tatsächlichen Gegebenheiten sind.
Die Interessen der Schulbehörde und der Lehrerschaft divergieren außerdem im Anspruch- Der Behörde geht es um kognitive Mindeststandards, die mit möglichst geringen Mitteln zu erreichen sind, der Lehrerschaft um individuelle Qualitätssicherung, die auch die Persönlichkeitsstruktur der Ihnen anvertrauten Kids inkludiert (ist auch im Schug so vorgesehen)

Re: Wieso setzen sie Experten in ""?

Experten sind Menschen, die über ein bestimmtes Wissensgebiet weit überdurchschnittliches Wissen bzw. weit überdurchschnittliche Erfahrung haben. In der Initiative „Unternehmen Österreich 2025“ befinden sich 29 Personen, vornehmlich aus der Wirtschaft, die über solches Wissen / solche Erfahrungen im schulischen Bildungsbereich nicht verfügen. Erfahrene LehrerInnen, die erfolgreiche innovative Konzepte umgesetzt haben und über den österreichischen Tellerrand hinausblicken können - DAS wären Experten.

Mit Kritik auf Kriegsfuß, stimmts? ;-))

lehrer sind nicht zu kritisieren, sie sind an keinem feedback interessiert, geschweige denn wollen sie supervidiert werden.
und das ist jene einstellung, die jedwede qualitätsverbesserung und sicherung perfekt verhindert.

lehrer sind keine experten und redet man mit menschen die als solche bezeichnet werden dürfen, dann kommen diese zu ähnlichen veränderungsvorschlägen wie die gruppe der övp, wie immer die jetzt zusammengesetzt ist.

Re: Mit Kritik auf Kriegsfuß, stimmts? ;-))

Sie antworten auf sachliche Argumente immer mit Polemik - das disqualifiziert sich wohl von selbst.

Alles nur Störfeuer, solange es Neugebauer und Kimberger gibt.


Wirklich interessant sind die Postings.

Wer nicht "Lehrer-Erfahrung" hat, soll nicht über Lehrer urteilen.

Die Lehrer befinden über die Privatwirtschaft, haben aber keine "Privatwirtschaft-Erfahrung".

Für beide Seiten: ein Besuch der Landesausstellung OÖ, insbesondere Schloss Mattighofen würde zur Versachlichung beitragen.

Weil, zurück zu den Wurzeln.

Re: Alles nur Störfeuer, solange es Neugebauer und Kimberger gibt.

Durchaus viele Lehrer haben auch einmal in der Privatwirtschaft gearbeitet. Ich habe schon in vielen Bereichen gearbeitet, vom Schichtbetrieb in einer Papierfabik bis zur Kundenbetreuung in einer Bank. "Lehrer-Erfahrung" ist, finde ich, gar nicht nötig, um diesen Beruf zu verstehen, nur etwas Hausverstand. Man kann ja einmal ein Themengebiet, dass man gut beherrscht, so aufbereiten, dass man das einer Gruppe tendentiell nicht interessierten Jugendlichen näherbringen kann - dann bekommt man erstmal einen Eindruck von der Zeitaufwendigkeit der Vorbereitung. Und: Nein, man kann NICHT jahrelang die gleiche Vorbereitung ohne Rücksicht auf die veränderten Klassen verwenden.

Gast: Bedenker
11.10.2012 00:04
1 0

Das ist die Lösung

So lange die Arbeitszeit und die Arbeitsbedingungen nicht an die Standards der (Büro-)Beamten herangeführt sind, solange wird keine Ruhe sein, das Ansehen der Lehrer ramponiert bleiben.

wie viel arbeit muss gesehen werden, damit sie für gut empfunden wird?

bei lehrern geht es doch in erster linie darum: sie sollen das wissen gut vermitteln können, so gut, dass die schüler auch gerne lernen. die arbeitszeit, die dahintersteckt, sieht kaum jemand. oft kennt sie der lehrer nicht einmal selbst! warum? weil er auf ein ziel hinarbeitet und nicht auf geleistete arbeitsstunden.

ein lehrer steht einen relativ geringen teil seiner arbeit in der klasse. vergleichen wir die arbeit mit herrn koller, derzeit österreichischer fußball-nationaltrainer. wir können guten gewissens sagen, dass er bislang hervorragende arbeit leistet! was sehen wir von dieser arbeit? wir sehen in nur, wenn er in der öffentlichkeit steht, d.h. beim training, beim match und bei pressekonferenzen. die stunden innerhalb des teams, vor dem fernseher zwecks analyse, taktiküberlegungen, etc. sehen wir nicht. wir wissen daher auch nicht, wie viel er wirklich arbeitet und ob sein gehalt gerecht ist! koller würde nicht besser werden, wenn man ihm die vorbereitungszeit rauben würde und ihn länger auf den trainingsplatz schickt, er braucht nämlich diese vorbereitungszeit!

Endlich eine bahnbrechende Maßnahme !

Wird Zeit, die Lehrer an eine normale Arbeitszeit heranzuführen !
Diese Maßnahme dient nicht nur dem Wohl der Schüler sondern auch dem Ansehen der Lehrer in unserer arbeitenden Bevölkerung...

Re: Endlich eine bahnbrechende Maßnahme !

ich bin zufällig lehrer und weiß daher sehr genau, was und wie viel ich arbeite. ich habe daher nicht ihren beruf. aufgrund dieser tatsache maße ich mir nicht an, zu sagen, was und wie viel sie arbeiten.

Antworten Gast: schreker
10.10.2012 21:57
8 1

Re: Endlich eine bahnbrechende Maßnahme !

Gut, dann garantieren wir den Lehrern aber auch ihre gesetzlich festgelegten 10 Minuten Pausen pro Stunde. Und Rauchpausen. Und regelmäßiges Abschalten und Zurücklehnen. Und schlechte Tage, an denen sie einfach untätig im Büro herumsitzen dürfen. Ich finde, jeder, der mitreden will, soll sich selber mal einen Tag lang hinstellen. Lehrer haben nämlich während der Dienstzeit nicht eine ruhige Minute, sondern müssen ununterbrochen Programm abliefern und stehen dabei unter permanenter Beobachtung - mit kurzzeitigem Abschalten zwischendurch geht da nix. Das unterscheidet sie von normalen Arbeiten.

Re: Endlich eine bahnbrechende Maßnahme !

Könnten Sie mir erklären warum es zum Wohl der Schüler ist, wenn ein Lehrer in dem nicht vorhanden Büro sitzt, wenn die Schüler gerade von einem anderen Kollegen unterrichtet werden oder daheim Hausaufgaben machen.

so sicher nicht


Genau darin könnte ja eine kompetente Dienstrechtsverhandlung bestehen, dass man sich darauf einigt, welche Aufgaben man sich konkret erwartet, ebenso wann und wo man sich deren Erledigung vorstellt und was man bereit ist dafür zu bezahlen.
Anscheindend kann man mit vernünftiger Sachpolitik nicht punkten, sondern muss mit Schwachsinn auffallen, der in den Dunstkreis der Stammtische passt, aber nicht in eine verantwortungsvolle Wahrnehmung der von der Gesellschaft übertrgenen Aufgaben.

hm ...


Das heißt, dass Korrekturen von Schularbeiten und Hausübungen künftig im Sommer stattfinden. Die Schüelr werden davon sicher profitieren.

Re: hm ...

geben sie in Religion, Leibesübungen und Biologie oft Hausübungen?

Wieviele Schularbeiten schreiben sie in Chemie, Musik oder Werken?

googeln sie mal "Polemik"

 
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Eduard 2013

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