22.05.2013 01:42 Merkliste 0

Die Probe aufs Exempel: Zum Unterrichten in die Praxis

CLAUDIA DABRINGER (Die Presse)

Unterrichten ist keine Kunst? Angehende Lehrer fühlen sich auf den Kontakt mit Kindern und Jugendlichen oft nicht ausreichend vorbereitet.

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Anspruchsvoll und anerkennenswert – so wird das Berufsbild des Lehrers oft beschrieben. Doch Zweiteres stimmt nur dann, wenn man mit ganzem Herzen hinter dieser Berufswahl steht. Und das ist nicht immer der Fall. Der Bildungswissenschaftler Johannes Mayr, Leiter des Projektes Career Counselling for Teachers – CCT, hat vor einem Jahr die Zahl jener, die als Pädagogen ungeeignet sind, auf 20 Prozent geschätzt. Damit wäre jeder fünfte Lehrer beruflich am falschen Platz, für sich selbst und für die Schüler. Um dem entgegenwirken zu können, sollen ab Herbst 2013 Eignungstests für angehende Lehrer eingeführt werden. An pädagogischen Hochschulen sind Aufnahmetests obligatorisch, bei Universitätsstudien ist das bislang unüblich. Herausfinden, ob man dem Umgang mit Kindern und Jugendlichen gewachsen ist, kann man allerdings schon während des Studiums.

 

Fordern und fördern

„Praxiserfahrungen sind essenziell für die Studierenden, denn nur so können sie eine Verbindung zwischen Theorie und Praxis herstellen und das Gelernte überprüfen“, sagt Elisabeth Seethaler, Vizerektorin der Pädagogischen Hochschule Salzburg. Ab dem ersten Semester sind die Studenten im praktischen Einsatz, schließlich sind sie diejenigen, die nach dem Abschluss unmittelbar in die Schulen gehen. Für zusätzliche Unterrichtspraxis bleibt da oft keine Zeit. Trotzdem: „Nachdem sich immer mehr junge Menschen ihr Studium selbst finanzieren müssen, arbeiten viele beispielsweise in Jugendzentren oder Sommercamps“, erzählt Seethaler. Für Johannes Mayr sollte man die zusätzliche Praxis während des Studiums an einer pädagogischen Hochschule nicht übertreiben. Denn entgegen der landläufigen Meinung komme es weniger darauf an, viel praktische Erfahrung zu sammeln, „wichtiger ist die Reflexion der in den Praktika gemachten Erfahrungen“. Sie können der Überprüfung der eigenen Berufswahl dienen und zeigen, welche Stärken und Schwächen vorhanden sind.

 

Sprachassistenz im Ausland

Wer beispielsweise an der Universität Salzburg studiert und das Lehramt ausüben möchte, kommt im zweiten Semester erstmals mit theoretischen pädagogischen Inhalten in Berührung. Praktisch ist im ersten Studienabschnitt ein dreiwöchiges Erkundungspraktikum vorgesehen. Im zweiten Abschnitt sind neun Wochen mit 135 Praxisstunden vorgesehen. „Ich finde es sehr wichtig, dass man sich darüber hinaus Betätigungsfelder sucht, denn man sollte auf die Klasse vorbereitet sein“, sagt Lisa Lahnsteiner. Sie studiert Englisch und PP an der Universität Wien und ist als Sprachassistentin nach England gegangen.

Ausgehend von der Servicestelle für das Mobilitätsprogramm des BMUK hat man damit die Möglichkeit, als Studierender erste Unterrichtserfahrung im Ausland zu sammeln. Die Sprachassistenten unterstützen Deutschlehrer in deren Unterricht und sollen die Schüler zum Sprechen motivieren. „Ich war an drei Schulen tätig und hatte vor allem mit Kindern zu tun, die ganz unterschiedliche kulturelle Hintergründe hatten. Dabei habe ich viel über Toleranz gelernt“, erzählt Lahnsteiner. Auch vom fremden Schulsystem habe sie profitiert. „Die spielerische Unterrichtsweise mit Gruppenarbeiten und Competitions ist ganz anders als das, was wir gewohnt sind.“ Zwischen sechs und zehn Monaten dauert eine Sprachassistenz, möglich sind sie an Schulen in 13 Ländern zwischen Nordirland und Russland. Wer sich bewerben möchte, sollte mindestens vier Semester studiert haben und die österreichische Staatsbürgerschaft haben. Auch Studenten aus Südtirol, die in ihrer Heimat keinen Job anstreben, können teilnehmen. „Begleitete, reflektierte Praxis ist notwendig für die Ausbildung und Professionalisierung von Lehrern“, sagt Silvia Flotzinger-Aigner, Teamleiterin für Sprachassistenzprogramme bei Kulturkontakt Austria. Rund 200 Studierende und Absolventen nehmen diese Möglichkeiten jährlich in Anspruch.

 

Unterrichtspraxis für Nichtlehrer

Die Teilnahme an diesen Programmen ist übrigens auch für Nicht-Lehramtstudierende möglich. Denn wer etwa mit einem Auge auf einen Job in der Wirtschaft schielt, kann durch den Umgang mit jungen Menschen anderer Sprachwelten viel lernen und Führungskompetenzen entwickeln. Den Umgang mit herausfordernden Situationen lernen und daraus für das Berufsleben lernen – darauf setzt auch das Programm „Teach for Austria“. Es bietet Bachelors mit hervorragendem Abschluss aus den unterschiedlichsten Domänen die Möglichkeit, zwei Jahre lang in Schulen zu unterrichten. Als sogenannte Fellows treffen sie auf bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche, bei denen sie Begeisterung wecken sollen und damit deren schulische Leistungen und das Selbstbild verbessern. „Viele junge Leute verfolgen den beruflichen Patchwork-Gedanken. Und da spielt Unterrichten eine wichtige Rolle“, sagt Gründer Walter Emberger. In Großbritannien bei Teach First UK etwa sei es unter Oxforder Studenten eines der höchsten Ziele, zwei Jahre zu unterrichten. „Und für die Unternehmen sind diese Fellows sehr attraktiv“, sagt Emberger. Im September ist das österreichische Pendant in Wien und Salzburg gestartet.

Auf einen Blick

Die verschiedenen Mobilitätsprogramme für Pädagogen und solche, die darauf hinarbeiten, werden an folgenden Terminen vorgestellt:

22. bis 24. November 2012 im Rahmen der Interpädagogica, Messezentrum Salzburg

12. Dezember 2012 im Rahmen des Seminar Mehrsprachigkeit, Germanistik, Universität Wien von 15.30 bis 17 Uhr

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.interpaedagogica.at

www.teachforaustria.at

www.weltweitunterrichten.at

www.cct-austria.at

www.phsalzburg.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.10.2012)

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24 Kommentare
Gast: Franz Josef Neffe
25.10.2012 10:52
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Unterrichten richtet nach unten

Nach meinem Lehrerstudium bot eine Studentengruppe bezeichnenderweise die Veranstaltung an: "Was mache ich am ersten Schultag?"
Hat man dafür jahrelang Pädagogik studiert, dass man als frischgebackener Lehrer in der Schule oft nicht einmal das Klo findet?
Als Ich-kann-Schule-Lehrer bin ich not amused, dass man junge Menschen so zu LEHRERn macht, dass sie dann einen Kontakt zu ihren Schülern als Lehrer suchen müssen. Das bedeutet ja praktisch, dass sie den Kontakt von Mensch zu Mensch während des Studierens systematisch VERlernt haben.
Dabei wird man LEHRER indem man selbst ein mitreißendes Vorbild für LERNEN ist. Und LERNEN bedeutet: Fährten des Lebens verfolgen, eigene ErFAHRungen sammeln.
Im Vergleich zur Ich-kann-Schule wird deutlich, dass unsere Schulen gar keine Schulen sind; sie sind Unterrichtsvollzugsanstalten. Lehrer haben mit Kindern, denen sie außerhalb der Schule begegnen nicht dieselben Probleme wie mit Schülern. Das Problem ist, dass sie darauf dressiert sind, in der Schule als Lehrplanvollstrecker aufzutreten. Das erniedrigt den Menschen zum Objekt und fordert seine Überlebenskräfte ständig heraus.
Es gibt viel zu lernen, bis Schule nicht mehr das Gegenteil von Schule ist.
Guten Erfolg!
Franz Josef Neffe

die 20 % fehlbesetzungen

sind deutlich zu niederig geschätzt!

Gast: alibababa
22.10.2012 21:39
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Wissenschaftliches und nichtwissenschaftliches Schätzen

"Der Bildungswissenschaftler Johannes Mayr, Leiter des Projektes Career Counselling for Teachers – CCT, hat vor einem Jahr die Zahl jener, die als Pädagogen ungeeignet sind, auf 20 Prozent geschätzt"

Ich, als Presseleser, "schätze" die Zahl jener, die als Bildungswissenschafter ungeeignet sind, auf mehr als 20 Prozent. Und das nicht erst seit einem Jahr ;-)

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Es würde auch diversen Bildungspolitikerinnen nicht schaden,

wenigstens einmal im Leben einige Wochen unterrichtet zu haben.
Das würde allen sehr helfen.

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um genau zu sein...

... bestehen die Aufnahmeprüfungen an den PHs darin, sich musikalisch, sportlich und auf Englisch beweisen zu müssen (Kinderlied vorsingen und Rhythmus nachklatschen, Felgeaufschwung und auf eine Stange klettern, kleiner Dialog auf Englisch); zumindest für zukünftige Volks- und Sonderschullehrer.
Das sagt aber leider nichts darüber aus, ob jemand sich als Lehrerpersönlichkeit qualifiziert. Ein psychologisches Aufnahmegespräch über die Beweggründe etc. und ein Überprüfen der Team- und Kommunikationsfähigkeit in einer Gruppensituation wäre um einiges wichtiger.

Antworten Gast: dirge
22.10.2012 11:50
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Re: um genau zu sein...

team- und kommunikationsfähigkeit in der gruppe wird also vorausgesetzt, um lehrer zu werden. warum nicht gleich den fertigen lehrer als voraussetzung für das lehramtsstudium fordern.

Antworten Antworten Gast: 2Cent
24.10.2012 06:32
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Re: Re: um genau zu sein...

Team- und Kommunikationsfähigkeit sind Charaktereigenschaften. Ich hoffe doch sehr, dass die Lehrerausbildung nicht charakterverändernd ist. Wir wollen ja keine verbogenen Menschen in den Klassen wirken haben.

Gast: Max_Huber_ VI
21.10.2012 19:55
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Ungeeignet? - Wer bestimmt das?

"Der Bildungswissenschaftler Johannes Mayr, Leiter des Projektes Career Counselling for Teachers – CCT, hat vor einem Jahr die Zahl jener, die als Pädagogen ungeeignet sind, auf 20 Prozent geschätzt"

Ich bin mir sicher dass, Hr. Mayr nie in einer Klasse stand und dem Druck seitens der Vorgesetzten bzw. der überforderten Eltern ausgesetzt war.

Da kann man leicht schätzen, wenn man nie an der Front war Herr Bildungswissenschaftler ARMCHAIR GENERAL!

Solche Experten würden nach einigen Stunden in I - Klassen das Klassenzimmer fluchtartig verlassen und weitere Jahre an haltlosen Thesen im stillen Kämmerlein weiterarbeiten.

Diese Kollegen wollen sich immer nur profilieren, um ihren eigenen Marktwert zu heben, da sie auch nur mit "Wasser kochen".
Die Institute welchen sie angehören brauchen auch Budegtmittel und diese müssen auch gerechtfertigt sein. Es geht ihnen sicht um die Sache sondern um ihre eigenen Ziele!

Antworten Gast: Insider1
21.10.2012 23:44
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Re: Ungeeignet? - Wer bestimmt das?

in der Biographie (von Prof. Mayr) vorher kurz nachschauen, zahlt sich aus:
* LA-Studium für VS in Linz

* Lehrtätigkeit an VS und HS

* Studium ...

Stand also doch in der Klasse, der Herr Bildungswissenschaftler - auch wenn es schon länger her ist.

"mit ganzem Herzen hinter dieser Berufswahl"


Wenn man "mit ganzem Herzen hinter dieser Berufswahl" steht, muss man schon einiges in Kauf nehmen:

- Z. T. Katastrofale Rahmenbedingungen
- fehlende Anerkennung vonseiten der Politik
- Ständige Zwischenrufe von "Experten"
- Ständige Behauptungen nicht nur aus dem Dunstkreis der Stammtische, sondern auch aus dem namhaften Politiker und "Experten", man sei ein überbezahlter Minderleister, und das trotz einem bescheidenen Einkommen und hoher Arbeitsleistung
- Direktoren und Schulaufsichtsbeamte, die einem in den Rücken fallen, wenn man korrekt sein möchte
- Politisch besetzte Direktoren
- Politisch besetzte Schulaufsichtsbeamte
- Leistungsfeindliche Kinder
- Aggressive Eltern, die mit Rechtsanwalt und Direktor und Landesschulinspektor anrücken, falls man eine fehlende Schülerleistung auch als solche ansieht ...

In Wien ist genau das der Ist-Zustand.

Re: "mit ganzem Herzen hinter dieser Berufswahl"

was fehlt bei den Lehrern ist MUT zu widersprechen

Antworten Antworten Gast: bergziege
21.10.2012 20:48
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Re: Re: "mit ganzem Herzen hinter dieser Berufswahl"

Wer widerspricht, bekommt ziemlich bald Probleme. Das System darf nicht infrage gestellt werden. Ich habe es erlebt. Den Mund lasse ich mir trotzdem nicht verbieten.

Re: Re: "mit ganzem Herzen hinter dieser Berufswahl"


Das nimmt man ihnen übel.
Wer widerspricht, gehört in die Ecke der Betonierer, die eine sinnvolle Entwicklung behindern, motivert von Faulheit und Unfähigkeit.

Ein Junglehrer steht grundsätzlich einmal alleine da - ist oft schlicht und ergreifend fassungslos ob der an ihn herangetragenen Beschwerden.
Hinzu kommt, dass er natürlich nur mit befristetem Vertrag angestellt ist ...

Re: Re: Re: "mit ganzem Herzen hinter dieser Berufswahl"

Das Junglehrer, die gegen das herrschende System auftreten und so Probleme bekommen, liegt oft am völligen Versagen der Personalvertretungen - denn solange diese Tätigkeit der Eintritt in den höheren Schuldienst ist, wird sich vieles nicht ändern - andererseits soll Engagement für die Kollegenschaft auch kein Hindernis für den höheren Dienst sein. Im Prinzip nimmt die Anzahl der "Hosensch..." im Schuldienst zu - ich kenne Auseinandersetzungen im Schulbereich von allen Seiten - als ehem. Lehrer - als Vater. Als ich Junglehrer war hatte mein Direktor schon nach ca. zwei Jahren Angst vor mir - und darauf werde ich immer stolz sein. Direktor und LSI ärgern war neben dem Unterreichten und dem Arebeiten mit Kindern das Schönste am LEben in er Schule - und nie vergessen - LSIs sind der natürliche Feind des Lehrers.

Re: Re: Re: Re: "mit ganzem Herzen hinter dieser Berufswahl"


Drum bist du auch ein Ehemaliger.

Es gibt aber auch welche, die mit Kindern wirklich arbeiten wollen.

Gast: res asd pztzt
20.10.2012 21:41
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Den schlechten Lehrer gibt es nicht - lernen kann man von allen etwas (zumindest solange es Methoden- und Bildungsvielfalt der Lehrer gibt)

Lernen kann man von allen Lehrern / Menschen etwas - es handelt sich immer um Kombinationen sozialer und fachlicher Interaktion.

Der gute Lehrer ist nicht immer der gute, vor allem dann nicht, wenn zwar sein Unterricht "ankommt", aber niemand in der Folge in diesem Bereich beruflich aktiv sein kann / möchte. Auch vom angeblich schlechten Lehrer kann man sehr viel lernen, zudem dieser ja auch nur für einen gewissen Prozentsatz in einem ganz spezifischen Bereich / Inhalt "schlecht" ist, nie jedoch für alle Lernenden indiskutabel ist. Da sich ein jedes Individuum selbst am besten kennt, kann es als Schüler etc. immer versuchen, sich auf für ihn Fremdes bewusst einzulassen, oder aber hinzunehmen, sich für etwas nicht zu begeistern / interessieren / Zeit zu haben (zu nehmen).

Ein bekanntes Statement besagt, dass derjenige Lehrende, der ausschließlich gute Bewertungen hat, schlecht sein muss, da der Einheitsbrei so durchschnittlich ist, dass er bei allen ankommt und der vermittelte Inhalt gar nicht weiterführend divergent aufgebaut ist, geschweige denn langfristig Vorausgedachtes vorweggenommen hat, sodass noch (auf unbekannte Zeit) offen im Raum stehend bis zur aktiven Anwendung im Alltag / Berufsleben etc.
Dies gilt zumindest für den wirtschaftswissenschaftlich (universitären) internationalen Bereich. Der Schulbereich (sowie alle anderen Berufssparten, in denen "inkompetente" Fachkräfte agieren) dürfte nicht wesentlich anders funktionieren!


und weil 20% deplaciert sind,

sind die restlichen 80% natürlich auch fehl am Platz.

Diese Paretogrenze gilt doch bitte für die gesamte Berufswelt!

Den Satz kann man nur bei Politikern umkehren! Da sind 80% im falschen Job!

die praxis

täte den experten auch gut, die lehrern dauernd sagen, wie das unterrichten geht.

Re: die praxis

der Herr Salcher z.B. hat nie auch nur eine Stunde als Lehrer unterrichtet

Antworten Antworten Gast: Eulenspiele
20.10.2012 21:05
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Re: Re: die praxis

Deshalb gilt er auch als EXPERTE.

Im gegenteiligen Fall wäre er ein Praktiker.

Aber Praktiker stören die Arbeit der Experten nur. .....


Re: Re: die praxis

das sagt er auch ganz offen und ehrlich! ich gehe demnächst auch zum mechaniker und sage ihm, er arbeite schlecht, denn ich hab viele autos in vielen filmen gesehen...

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solche Standpunkte lösen bei mir nur Kopfschütteln aus ...

stell dir vor, du wirst Tischler und bekommst während der Ausbildung nie ein Stück Holz in die Hand?
Fachwissen ist gut, doch viel wichtiger ist, wie bringe ich mein angelerntes Verhalten aus der Idealwelt in die Realwelt. Denn, Praxisschulen der Ausbildung sehen oft anders aus als die Schule, an der ich dann täglich - ohne Coach - meinen Unterricht halten werde. anders ausgedrückt: an der Front lernt man den Krieg, nicht in der geheizten Stube.

Re: solche Standpunkte lösen bei mir nur Kopfschütteln aus ...

Man wird wohl ein vernünftiges Maß finden müssen, das sicher nicht darin bestehen kann, dass man alle über einen Kamm schert.

Es gibt große Unterschiede in den pädagogischen und fachlichen Anforderungen, je nach Alter der Kinder, Ausbildungszielen, Bildungszielen, Standort.
Wichtig ist die Bereitschaft zu lernen.

Antworten Gast: bergziege
20.10.2012 23:32
1 0

Re: solche Standpunkte lösen bei mir nur Kopfschütteln aus ...

Das ist absolut richtig. Neben dem fachlichen Wissen, dass klarerweise vorausgesetzt werden muss, ist es wichtig, sich auf Schüler einlassen zu wollen. Autoritäre Lehrer haben während der Stunden zwangsläufig Ruhe. Sie werden aber nie erfahren, was und wie ihre Schüler denken und sie zu Jasagern erziehen. Versucht man den Schülern zu vermitteln, dass es in ihrem eigenen Interesse ist, bei der Mitarbeit konzentriert dabei zu sein, zwischen Frontalunterricht und dem aktiven Einbinden der Schüler in die Erarbeitung des Unterrichtsstoffs wechselt, Übungsphasen und gerade Aktuelles einbaut, wird es zeitweise wahrscheinlich etwas lauter sein. Wenn nicht alle auf einmal reden sollten, muss man dahinter sein. Die Erfahrung wird zeigen, dass die meisten Schüler mitmachen, wenn sie sich akzeptiert und ernst genommen fühlen. Dass Fehler gemacht werden dürfen, ist wohl keine Frage. Handy & Co. bleiben dann während des Unterrichts auch meistens unbeachtet. Das sind echte Störfaktoren. Wie gut ein Lehrer mit seinen Klassen auskommt, liegt nicht zuletzt an Konsequenz und Einfühlungsvermögen. Kochrezepte gibt es keine. Außer, dass man junge Leute mögen muss und zeitweise viel Geduld braucht.

Eduard 2013

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