Lehrer kritisieren neues Notensystem für NMS

Die Gewerkschaft sieht Präzisierungsbedarf bei der Verordnung zur Leistungsbeurteilung an den Neuen Mittelschulen. Diese sei teilweise verwirrend.

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Lehrer kritisieren neues Notensystem
(c) Clemens Fabry

Seit Beginn des Schuljahrs gibt es an den Neuen Mittelschulen (NMS) für Schüler der dritten und vierten Klasse ein neues Notensystem in Deutsch, Mathematik und Englisch: Wer in diesen Fächern die Basisbildung erreicht, wird nach der Notenskala für "grundlegende Allgemeinbildung" beurteilt - wer komplexere Sachverhalte beherrscht, nach der Skala für "vertiefte Allgemeinbildung". In der Praxis stellt das neue Benotungssystem Lehrer vor Probleme, berichtet Lehrergewerkschafter Paul Kimberger (FCG).

Ob ein Schüler das "grundlegende" oder "vertiefte" Niveau erreicht, wird im Zeugnis ausgewiesen und entscheidet, ob er zum Übertritt in eine AHS oder berufsbildende höhere Schule (BHS) berechtigt ist. Durch die Unterscheidung entsteht eine neue Bewertungsskala mit sieben Noten: Bei der vertieften Bildung reicht sie de facto nur von "Sehr Gut" bis "Genügend", denn ein "Nicht Genügend" in diesem Beurteilungsschema entspricht einem "Befriedigend" nach "grundlegender Allgemeinbildung". Die Skala bei der "grundlegenden Allgemeinbildung" reicht indes nur von "Befriedigend" bis "Nicht Genügend".

Bei der Anwendung dieses neuen Schemas tut sich so mancher Lehrer schwer, schildert Kimberger. "In manchen Bundesländern gibt es eine Auslegung und Durchführung, die nicht im Sinne des Erfinders und der NMS ist." Es sei klar, dass eine Verordnung wie jene für die Leistungsbeurteilung immer einen gewissen Spielraum zulassen müsse - teilweise hätten jene, die die Verordnung als verwirrend und nicht nachvollziehbar bezeichnen, aber recht. "Man kommt bei jeder neuen Sache im System drauf, dass man gewisse Dinge besser anders machen sollte", so Kimberger. Er fordert nun vom Unterrichtsministerium eine Präzisierung der Regelung: "Es muss klipp und klar sagen, wie die Verordnung zu vollziehen ist."

Schmied: "Glasklare gesetzliche Regelung"

Im Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) kann man Kimbergers Aufforderung hingegen überhaupt nicht nachvollziehen: "Es gibt eine glasklare gesetzliche Regelung, die für alle gilt." All jene Lehrer, die dennoch Fragen zur Auslegung haben, seien aufgefordert, sich an die NMS-Landeskoordinatoren zu wenden.

Derzeit gibt es 698 NMS-Standorte in ganz Österreich. Für 2013/14 sind 923 NMS prognostiziert, für 2014/15 1.082 und für 2015/16 1.181. Vorarlberg ist das erste Land, in dem mit dem laufenden Schuljahr alle Hauptschulen auf NMS umgestellt wurden, das Burgenland folgt nächstes Jahr. Bis zum Schuljahr 2018/19 werden alle Hauptschulen auf NMS umgestellt.

 

(APA)

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