Sexualerziehung: Eltern protestieren gegen Schulmaterialien

 (Die Presse)

Die Materialien des Ministeriums würden Mann und Frau und die "natürliche Familie" diskreditieren, so eine Gruppe von Eltern. Die darin vermittelten Werte würden "nicht der Meinung der meisten Eltern" entsprechen.

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Wien/Beba. Sexualität und Schule ist seit jeher eine heikle Kombination. Lehrmaterialien für die Sexualerziehung von Sechs- bis Zwölfjährigen, die das Unterrichtsministerium vor wenigen Monaten herausgegeben hat, sorgen nun für Wirbel. Eine lose Gruppe von Eltern rund um die Juristin und Theologin Gudrun Kugler ortet in dem Heft „Ganz schön intim“ einen „Skandal“. Die darin vermittelten Werte würden „nicht der Meinung der meisten Eltern“ entsprechen.

Die Eltern formulieren einen ganzen Fächer an Kritikpunkten: Kinder würden mit Themen konfrontiert, die eigentlich für Ältere gedacht seien; die Punkte Liebe und Beziehungsfähigkeit kämen zu kurz und – zentral: „Mann- und Frausein“ sowie die „natürliche Familie“ würden diskreditiert.

In der Tat werden Mann und Frau – gegenüber inter- oder transsexuellen Personen – und die klassische Mutter-Vater-Kind(er)-Familie nicht als die Norm dargestellt. Ein Punkt, an dem sich die Kritiker offenbar stoßen. „Lesbisch, schwul, hetero, trans wird als völlig gleichwertig verwendet“, heißt es in der Stellungnahme der Eltern. Die intensive Problematisierung der Intersexualität stilisiere „eine Sonderform zu einem dritten Weg“. Dies scheine für Kinder unangemessen. In Bildern mit je zwei hetero- und homosexuellen Paaren werde suggeriert, dass Schwule und Lesben die Hälfte der Bevölkerung ausmachen würden. Der natürliche Weg, ein Kind zu bekommen, werde zudem erst nach anderen Formen – wie Adoption – erwähnt.

 

Zentral für Prävention sexueller Gewalt

Der Verein „Selbstlaut“, der die Materialien im Auftrag des Ministeriums konzipiert hat, kontert: „Dass Minderheiten mit Mehrheitspositionen in einem Atemzug genannt werden, ist natürlich Absicht.“ Bei der Prävention sexueller Gewalt – einem zentralen Ziel der Sexualerziehung – gehe es gerade darum, Dinge zu enttabuisieren und „besprechbar zu machen“. Klar sei auch, dass die Zahl der Kinder, die mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen geboren werden, also intersexuell sind, nicht sehr hoch sei. Gerade diesen Kindern müsse aber zur Vorbeugung sexueller Gewalt ein Platz gegeben werden – „und zwar nicht als Ausnahme oder Abweichung, sondern in der Mitte der Gesellschaft“.

Zwanzig Jahre Erfahrung hätten zudem gezeigt, dass bereits kleine Kinder sexuelle Gewalt erfahren und auch Volksschüler mit Pornografie und sexualisierten Inhalten konfrontiert seien. „Darauf müssen wir Erwachsenen Antworten haben.“ Schimpfwörter und sexualisierte Sprache, die ebenfalls thematisiert werden, würden das aufgreifen, „was auf jedem Schulhof zu hören ist und leider auch in vielen Familien“.

In einem Punkt gibt sich der Verein indes selbstkritisch: Dass Leihmutterschaft thematisiert, das in Österreich geltende Verbot aber nicht erwähnt werde, könne man für eine überarbeitete Version des Hefts überdenken.

Geht es nach den empörten Eltern, sollte es eine solche gar nicht geben: Sie fordern vom Ministerium, die Materialien sofort zurückzunehmen. Das Unterrichtsressort indes steht dazu: Man habe es beim Thema Sexualerziehung mit einer Breite gesellschaftspolitischer Überzeugungen zu tun. Das Ministerium halte sich bei der Beauftragung der Materialien aber stets an anerkannte Experten.

Auf einen Blick

Sexualerziehung. Der Verein „Selbstlaut“ hat die umstrittenen Materialien im Auftrag des Unterrichtsressorts erstellt. Es handelt sich um eine Sammlung von Unterrichtspaketen, Übungen und Spielen für die Sexualerziehung von Sechs- bis Zwölfjährigen. Der Verein beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen. selbstlaut.org

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2012)

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212 Kommentare

Re: Was für ein ideologischer Krampf!

Ah, und ich bin nicht vom Bildungsministerium bezahlt.

Ich bin auch weder links noch rechts, sondern progressiv, d.h. ich moechte Politik die Probleme effizient und nachhaltig loest - "was funktioniert, gewinnt".

Und was funktioniert bei sexuellem Missbrauch ist den Missbrauch -> Missbrauchter -> Missbraucher Zyklus zu durchbrechen und Kindern mit einem schwierigen Verhaeltnis zur eigenen Sexualitaet rechtzeitig unter die Arme zu greifen und dem Rest beizubringen, dass der eigene Koerper einem selber gehoert und man "Nein" sagen darf wenn einem jemand angreift.

Und genau das macht die Broschuere.

Re: Was für ein ideologischer Krampf!

Ja, ich hab mich angemeldet wegen diesem Artikel.

Aber ich bin gegangen und hab mir die Broschuere reingezogen. Sie auch?

Eine Broschuere die dazu gedacht ist, Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schuetzen und ihnen ein gutes Verhaeltnis zur eigenen Sexualitaet zu geben. Die Broschuere ist hervorragend gemacht, und benutzt paedagogische Tricks damit betroffene Kinder sich drin wiederfinden.

Und das wird jetzt von einer Anwaeltin/Theologin politisiert. Und das find ich derb und destruktiv.

Nichtmal der Autor des Artikels hat sich offensichtlich die Muehe gemacht, dieses Buechlein durchzusehen um es seinen Lesern akkurat zu repraesentieren.

Re: Re: Was für ein ideologischer Krampf!

Unter Schutz vor sexuellem Missbrauch stelle ich mir ein bisschen etwas anderes vor, als den Kindern zu erklären, dass alles, was ihnen unangenehm ist, gleich schlecht wäre.
So zu tun, als wäre "durch die Haare wuscheln" qualitätiv nichts anderes als "an die Hoden greifen" (Übungen B2 und B7) ist ein Verschieben der Grenzen hin zum Missbrauch, und nicht weg davon!

Re: Re: Re: Was für ein ideologischer Krampf!

Das Haare wuscheln ist da drin als eine Moeglichkeit, unerwuenschten Kontakt zu verbalisieren zu ueben.

Und natuerlich ist alles was Kindern an koerperlicher Beruehrung unangenehm ist erstmal schlecht. Unterscheiden lernen kann man aber nur durch Konfrontation und Differenzierung dieser Gefuehle.

Darum dreht sichs. Nicht um Ihre Paranoia. Da steht nirgendwo etwas von Hoden = Haare wuscheln.

ja

wir sind genau da angekommen, wo ich schon seit einiger Zeit befürchte, dass wir ankommen werden.
Es steht nur zu befürchten, dass die schöne neue Welt der Linken nicht halten wird. Jetzt warte ich auf die Gegenbewegung der Jugend, die wieder zu den *alten* Werten zurückkehren wird. Sehr zum Ärgernis von Selbstlaut. Man muss nur abwarten.

Re: ja

Wir, und auch Sie, sollten hier nichts befürchten, sondern aktiv an dieser Gegenbewegung arbeiten.

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Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Zitat aus „Ganz schön intim“, S. 43:
„Trotz vieler Bearbeitungen von Schulbüchern und sonstigen Medien, die auf die Diversitäten der Lebensformen von jungen Menschen reagieren, hält sich das Bild der klassischen Mutter-Vater-Kind-Familie als anzustrebendes Ideal hartnäckig, ungeachtet der Tatsache, dass knapp die Hälfte aller Kinder in Österreich in anderen Verhältnissen leben.“

Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Ja, man sollt allen erzaehlen wie es sein sollte und ja nicht darauf eingehen wie es wirklich ist, richtig? Schulbildung soll ja auch nicht mehr sein als glorifiziertes Maerchenvorlesen.

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Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Warum wohl wünschen sich die 15 bis 20 jährigen die verteufelte klassische Familie und nicht das, "wie es wirklich ist"?

Vielleicht haben sie schlechte Erfahrungen damit gemacht? Sie habens ja in ihrer Kindheit durchlebt!

Re: Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Ja, geht mir genauso. Meine Kindheit war nicht das konventionelle Familienbild, aber das ist genau das was ich mir fuer meine Kinder wuensch. Komisch, dabei dachte ich das Argument waer man muesste Kinder danach indoktrinieren .... anscheinend doch nicht?

Aber was ich mir fuer meine Kinder auch wuensch ist, nicht in der Schule angelogen zu werden. Und wenn sie irgendwo "anders" sind als die Mehrheit, dass sie sich so fuehlen koennen als haetten sie einen ebenso berechtigten Platz auf dieser Welt.

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Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Man sollte sehr wohl erzählen, wie es ist, aber eben auch, wie es sein sollte. Und Ehe sollte sein, Ehe sollte das Ideal bleiben. Und warum? Weil sie Sicherheit gibt. Ganz abgesehen von den moralischen Vorstellungen einer Ehe, gibt sie als zivilrechtlicher Vertrag auch Sicherheit. Einerseits weil die beteiligten Partner sicherlich bei Schwierigkeiten weniger schnell "aufgeben", andererseits weil sie auch nach dem Ende der Beziehung Besuchsrechte und Unterhaltsverpflichtungen regelt. Daher halte ich den oben zitierten Satz, der eindeutig einen negativen Beigeschmack über die Ehe enthält, doch für eher bedenklich.

Re: Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Das Problem ist, dass betroffene Kinder es nicht aendern koennen (und darauf bezieht sich der kritisierte Absatz ja, dass sich Kinder nicht identifizieren koennen mit dem was ihnen erzaehlt wird).

Warum soll ich einem Kind sagen dass seine Familie "nicht ideal" ist wenn ich ihm Sexualkunde erklaer? Es ist so wie es ist, und wie es ist ist gut so, solang das Kind gluecklich ist.

Ueberzogene Moralvorstellungen auf Kosten der Realitaet im Schulunterricht ist keine Loesung fuer weniger und kuerzere Ehen.

Das Vorleben einer funktionierenden Ehe in den eigenen vier Waenden hingegen kann sehr wohl was aendern, genauso wie der respektvolle Umgang mit Kindern.

(Und lesen Sie sich mal das Material durch das hier so scharf kritisiert wird. Respektvoller geht es in meinen Augen garnicht.)

Das politisieren von Sexualerziehungskunde hilft aber wirklich niemandem.

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Re: Re: Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Doch, betroffene Kinder können es ändern. Nämlich dann wenn sie selbst erwachsen sind. So wird den Kindern nur suggeriert, dass ihre evtl. suboptimale Familie eh ganz normal ist. Man braucht diese nichtnormalen Familien zwar nicht verteufeln, aber genausowenig zum Normal-/Idealfall verklären.

Meiner Meinung nach sollte man diesen ganzen Kram aber ohnehin sein lassen. Da kann man nur verlieren, weil immer eine ideologisierte Gruppe dagegen ist und immer der Geruch nach Indoktrinierung mitschwingt. Warum muss ich den Kindern überhaupt erklären, wie eine gute Familie auszusehen hat? Kinder bekommen das meist über den Freundeskreis ohnehin mit. Bzw. wenn man in einer verkorksten Familie aufwächst, wird ein Schulbuch daran auch nichts verbessern.

Re: Re: Re: Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Ich geb Ihnen ja im Prinzip recht!

Aber lesen Sie mal den beanstandeten Absatz - da wird nichts verherrlicht oder als normal dargestellt, lediglich darauf eingegangen dass die ist-situation divergiert mit dem was in den Buechern dargestellt wird.

Das ist paedagogisch zweifelhaft, weil es sich dann fuer das Kind nicht nach etwas aus "seiner" Welt anhoert sondern wie etwas erfundenes.

Deswegen zipft mich dieser Artikel so an. Der Autor hat sich offensichtlich nicht das Material das hier beanstandet wird angesehen, geschweige denn es dem Leser repraesentativ beschrieben. Und die Kritiker sind de facto *irgendwer* - eine Anwaeltin mit Theologiestudium? Was hat das mit Sexualerziehung von Kindern zu tun? Hat sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt? Alternative Unterlagen ausgearbeitet?

Nein, sie hat sich ein paar paedagogische Tricks rausgepickt die verwendet werden um Kinder die "anders" sind das Gefuehl zu geben, in Ordnung zu sein. Und darauf wird ideologisch erbittert hingehackt. Und wenn dann die Autoren (zu recht) anmerken, dass das Familienbild mit dem unterrichtet wird nicht der Realitaet entspricht und sich damit das Material von den Kindern entfernt und unzugaenglich wird, dann bricht der Anti-Ehen Verfolgungswahn aus.

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Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Nein, man sollte durchaus erzählen, wie es ist. Aber Ehe ist mMn doch immer noch der Idealzustand - und dass dann in dieser Broschüre der "Idealzustand" als Humbug abgetan wird, ist doch wohl auch nicht richtig.
Und warum ist Ehe der Idealzustand? Weil sie Sicherheit gibt. Man gibt sicher bei Schwierigkeiten sicherlich weniger schnell auf; und wenn die Beziehung trotz aller Bemühungen doch schiefgeht, dann sind Besuchsrechte und Unterhalt zumindest gesetzlich gesichert.
Dies mal ganz abgesehen von den moralischen Werten.

Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Wenn Sie unter Bildungsauftrag verstehen nur Realitäten aufzuzeigen und keine Lösungen anzubieten, dann sind Sie also dafür, dass die Familie noch mehr geschwächt und zurückgedrängt wird, damit die Gesellschaft noch rasanter altert. Die nachfolgenden Generationen müssen damit halt fertig werden, gell? Hauptsache Sie können sich selbstverwirklichen auf Teufel komm raus...

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Re: Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Die Familie kann dadurch weder gestärkt noch geschwächt werden!
Endweder ein Kind ist hetero oder es ist schwul....es KANN NICHT schwul werden aufgrund einer Broschüre!
Was für ein Unfug!

Es geht doch darum ALLE Lebensformen die es nun mal gibt gleichwertig darzustellen und das ist auch GUT so und schadet Ihren Kindern in keinster Weise, sonst werden die auch so kleinkariert wie Sie!

Re: Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

Was wäre denn eine Lösung? so wie in den Vierziger und Fünfziger Jahren Frauen, die versuchen sich von gewalttätigen Männern scheiden zu lassen, mit einem 'Versöhnungsauftrag' Heim zu schicken? ist meiner Grosmutter mehrfach passiert- der Mann hat sie und die Kinder dann Fröhlich weiter geprügelt....

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Re: Re: Re: Zerstörung des traditionellen Familienbildes

1. gibt es seit Jahrzehnten keinen signifikanten und nachhaltigen Rückgang der Geburtenrate.

2. hat die Anzahl der Eheschließungen bzw. -scheidungen keinen Einfluss auf die Geburtenrate.

3. haben Homosexuelle keinen Einfluss auf die Geburtenrate, vielmehr hat die restriktive Gesetzgebung bezüglich künstlicher Befruchtung einen solchen

4. sind weder Eheschließung noch -scheidung, noch Homosexuelle 'schuld' daran, dass Menschen älter werden

ergo ergibt sich weder aus der Ablehnung, Homosexualität als normal anzusehn, noch aus der Propagierung der Ehe, ein Vorteil in Bezug auf die Bevölkerungspyramide; einer Selbstverwirklichung (wie sie das Wahrnehmen des Rechts auf Selbsteigentum nennen) steht also nichts im Wege


Da sind welche in den 68ern hängen geblieben ...

damals begann die Gleichmacherei mit gleichzeitigem Sexismus in der Rechtschreibung die heutzutage schon fast ins Lächerliche abdriftet mit all ihren künstlichen Wortendungen und komischen Ausdrucksweisen.
Doch kippt derzeit die Gesellschaft schleichend wieder in die andere Richtung aufgrund der damals gleichzeitig beginnenden Staatsverschuldungen, deren katastrophale Auswirkungen nun ein Umdenken in allen Bereichen bewirken.

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Re: Da sind welche in den 68ern hängen geblieben ...

Es ist richtig:
Die 68er haben versagt, die Ernte der „Früchte“ hat schon begonnen: Unermessliche Staatsverschuldungen, Überalterung der Gesellschaften.
Bleibt den nächsten Generationen tatsächlich die Frage:
Was war eigentlich deren Leistung?

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pipi langstrumpf wird verboten

und der käse kommt unters volk.

heimat bist du grosser söhne...

Schon schade

dass die Kommentatoren hier es anscheinend vorziehen wuerden, dass ihre Kinder verklemmt aufwachsen statt sich mit ihrer Sexualitaet zurechtzufinden.

Mich erinnert das ein wenig an die Haltung in den 50ern, wo man sich Homosexualitaet einfach als Krankheit wegrationalisiert hat.

Ich wuerde jedem hier empfehlen, einen Blick in das frei zugaengliche und kostenlos runterladbare Buechlein zu werfen. Entgegen des Tons hier, ist das naemlich vollkommen apolitisch.

Hier geht es nicht zwischen links und rechts, sondern um Kinder die sich und ihrer Gefuehle gewahr sein koennen sollen. Um Kinder, die "Nein!" sagen koennen wenn jemand sie angreift. Um Kinder, die sich in ihrer Haut wohl fuehlen koennen sollen. Um weniger Mobbing. Um mehr Selbstsicherheit.

Dass in der Sexualkunde die "Ehe" fehlt ist selbstverstaendlich - das waere tatsaechlich eine politische Aeusserung. Diese _Wertvorstellung_ kann immer gerne von der Familie daheim ergaenzt werden - in die eine, wie in die andere Richtung.

Zu raunzen, dass Homosexualitaet oder Transexualitaet als "gleichwertig" hingestellt werden, ist, zu raunzen dass Kinder nicht zielgerichtet verklemmt erzogen werden. Sexualitaet *ist* - egal wie sie *ist*.

Wenn ein Kind sich in seinem Koerper nicht wohl fuehlt, soll es moeglichst frueh wissen dass das in Ordnung ist - dass es gleichwertig ist.

Das hat nichts mit Politik oder Homosexuellenehe zu tun - sondern mit gluecklichen Kindern.

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Re: Schon schade

Sie haben offensichtlich die Broschüre nicht gelesen. Kritisiert wird nicht die Beschreibung männlicher, weiblicher Körper (die eigentlich ganz nett gemacht ist), sondern Dinge wie diese:

S. 124: Wie kommt man zu einem Baby?

An erster Stelle wird Adoption und Pflege, angeführt, erst weiter unten Schwangerschaft nach einer natürlichen Zeugung. In Wien werden jährlich 16-17000 Kinder geboren, davon werden 30 adoptiert und 140 kommen in Pflegefamilien, es geht hier um 0,002 bzw 0,008 %!

- Nach künstliche Befruchtung und Babyklappe folgt in dieser Aufzählung die Leihmutterschaft als anscheinend gleichwertige Methode. Diese ist in Österreich verboten (§ 2 und §3 FMedG, Fortpflanzungsmedizingesetz idgF, BGBl. 275/1992).

Die 6. Möglichkeit sei Folgende:
„Menschen die gut befreundet sind und sich dazu verabreden ein Kind zu zeugen. Manche Männer geben auch ihr Sperma einfach weiter an eine Bekannte oder gute Freundin die gerne schwanger werden möchte."

Das klingt so easy, man sollte den Kindern aber evtl auch sagen, daß das zu Unterhaltsverpflichtungen für den Spermaverschenker und Erbansprüchen für das Kind führt.

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Re: Schon schade

"Wenn ein Kind sich in seinem Koerper nicht wohl fuehlt, soll es moeglichst frueh wissen dass das in Ordnung ist - dass es gleichwertig ist."
Tut mir leid, aber ich möchte meinem Kind nicht vermitteln, dass es in Ordnung ist, wenn man sich nicht wohl fühlt.

Sexualität ist - da stimme ich Ihnen zu. Die Frage ist aber, ob sich ein 6-jähriges Kind damit auseinandersetzt, ob es denn nun homo-, hetero- oder transsexuell ist. Oder ob man da nicht letztlich ein Thema aufgreift, mit dem die Kinder noch überhaupt nicht umgehen können und man sie damit letztlich "übersexualisiert".

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Es wäre prinzipiell interessant ...

... was Ehe mit Sexualkundeunterricht zu tun hat?

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Re: Es wäre prinzipiell interessant ...

Bei der vorliegenden Broschüre fragt man sich auch ob nicht eventuell auch Liebe etwas mit dem Aufklärungsunterricht zu tun haben sollte.
Kommt nämlich auch nicht vor.


Re: Es wäre prinzipiell interessant ...

was hat sex mit dem menschen zu tun? die tiere tuns doch auch. hihi ihre frage gefaellt mir.

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Re: Schon schade

Die Presse Leser wollen keine glücklichen Kinder sehen, sie wollen nur in ihrer intoleranten Meinung bestätigt werden.

Von mir gibt es auf jeden Fall ein grünes Stricherl.

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Re: Schon schade

aufrecht und klar gesprochen !

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... Ministerium halte sich an anerkannte Experten

Sich unkritisch an "Experten" zu halten, hat zu unglaublichen Verirrungen und Unheil geführt, bitte mal googlen: Odenwald Schule/ Professor Hartmut von Hentig, Universität Göttingen, Sozialpädagoge Prof. Dr. Helmut Kentler u.v.a.

Hm ..

gibt es eigentlich einen mann an der seite der frau ministerin ?

'Ehe' existiert nicht in 'Ganz schön intim'

Wenn man das als PDF-Datei zur Verfügung stehende Unterrichtsmaterial mit der Adobe-Suchfunktion etwas analysiert erkennt man die Einseitigkeit des Materials:

Die beiden Begriffe 'Ehe' und 'Heirat' kommen kein einziges Mal vor, Begriffe zur Intersexualität (wie Mädchenjunge, Intergeschlechtlichkeit) aber 27 Mal!

Hier wird die Lebensrealität komplett verzerrt dargestellt. Warum sollen sich außerdem Kinder im Alter von 6 - 12 Jahren mit 'Intersexualität' auseinandersetzen, einem Begriff, den sicher nur wenige Erwachsene kennen?


Re: 'Ehe' existiert nicht in 'Ganz schön intim'

Dieses Zeug habe ich zwar nicht gelesen, aber es duerfte sich um Propagandamaterial handeln.

Ich hoffe, es finden sich kompetente Kreise, welche dieses Programm unterbinden.


Re: 'Ehe' existiert nicht in 'Ganz schön intim'

Die Woerter Heirat und Ehe tragen nichts zum Verstaendnis der individuellen Sexualitaet bei und liegen ausserhalb der Erfahrung von Kindern in dem Alter.

Ausserdem ist es eine Wertvorstellung, die eher von der Familie als der Schule getragen werden sollte.

Oder faenden Sie es in Ordnung wenn die gesetzlich fehlende gleichwertige Homosexuellenehe thematisiert wuerde?

Nein? Eben.

Wortanalyse von 'Ganz schön intim'


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Kindergender

Solange von Politik und Medien das "Gendermainstreaming" als Ausgeburt linksextremer Ideologie, völlig außer Kritik gestellt verbreitet wird, darf man sich über solche Machenschaften nicht wundern.

jedem das seine,

nur möchte ich bitte selbst für mein Kind festlegen, was normal ist oder nicht.

Wenigstens solange, bis mein Kind fähig ist, eine eigene Meinung zu bilden.

Sechsjährigen zu vermitteln, das Homosexualität normal ist, finde ich viel zu früh!

Und für mich ist es nicht normal, meine freie Meinung.

Re: jedem das seine,

Ich moechte hier zu bedenken geben dass Sie nach aktuellen Erkenntnissen hier das falsche tun.

Nicht weil Sie schlechte Eltern sind, absolut das Gegenteil ist der Fall - nur gute Eltern sorgen sich um die Einfluesse die auf das Kind wirken.

Aber viele jetzt Erwachsene die mit aehnlichen familiaeren Gegebenheiten aufgewachsen sind, leiden sehr darunter.

Ein Kind bekommt seine Moral von seinen Eltern, aber seine Sexualitaet "ist" - da gibt es keine Meinung zu bilden, oder etwas "dazu" zu lernen.

Es ist weit verbreitet, Kindern zu sagen dass Homosexualitaet nicht normal ist (Heteronormativitaet). Das Ergebnis sind aber nicht Kinder die dann halt nicht homosexuell werden, sondern Kinder die verklemmt sind, einen schlechten Bezug zu ihrem Koerper entwickeln, Schuldgefuehle haben usw, und dann nicht zu gluecklichen Erwachsenen werden.

Niemand sollte den Eltern vorschreiben wie sie ihr Kind erziehen, aber einem Kind beizubringen, dass es in Ordnung ist "nein" zu sagen, warum Selbstbefriedigung sich gut anfuehlt, oder das Homosexualitaet eine Moeglichkeit ist aendert daran nichts - es gibt dem Kind nur Wissen (und damit Macht) ueber sich selbst und seine Umwelt.

Und das ist ja schliesslich Ziel einer Schulbildung.

Re: Re: jedem das seine,

"... (und damit Macht) ueber sich selbst und seine Umwelt", soll das Ziel von Schulbildung sein? Da passt der darauf folgenden wohl Freud'sche Versprecher "...‘einer‘ Schulbildung" sehr gut dazu.

Erstens müssen Sie mal erklären, was Sie unter „Umwelt“ verstehen. Sind das die Pflanzen, die Tiere? Oder meinen Sie die „Mitwelt“, die „Gesellschaft“, die „Menschen“?
Zweitens: Meine Kinder wurden, so wie ich übrigens auch, zu selbstbewusstem, überlegtem Handeln, Stolz auf die eigene Familie und Toleranz anderen gegenüber erzogen.
Drittens: Mittels mehrerer (und nicht nur „einer“) Schulbildungen übrigens und auch nicht dahingehend, dass sie aufgrund ihrer Erziehung und Bildung über sich oder andere oder gar die Umwelt, die Natur (?) "Macht" ausüben sollen.
Und viertens: Sich davor zu hüten Zeitgeistigem ohne genauer Prüfung des Für und Wider zu schnell zu folgen oder nachzugeben, weil das schon sehr oft ganze Gesellschaften kurz oder mittelfristig in fatale Abhängigkeiten getrieben hat.

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Re: Re: Re: jedem das seine,

es gibt keinen Plural zum Nomen Schulbildung, weshalb zwar das 'einer' auch nicht korrekt ist (eher umgangssprachlich); allerdings ist es befremdlich, das Wort Schulbildung*en* von jemandem zu lesen, der offensichtlich seine Bildung aus mehreren Bildungseinrichtungen bezogen hat.

1 0

Re: Re: Re: Re: jedem das seine,

cool, rote Stricherln für die deutsche Sprache :-)


Das Ministerium halte sich bei der Beauftragung der Materialien aber stets an anerkannte Experten.

Mit den Millionen, die Schmied dubiosen EXPERTEN hineinschiebt, hätte sie längst den Schulbereich reformieren können.

Aber anscheinend hat sie die gleichen Ziele wie bei der Kommunalkredit!

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Re: Das Ministerium halte sich bei der Beauftragung der Materialien aber stets an anerkannte Experten.

Bankerin und Schule, wie soll das funktionieren?

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Das darf doch nicht wahr sein...

Das Unterichtsministerium hat den Auftrag für dieses Machwerk irgendeinem Verein namens "Selbstlaut" übertragen???? Haben die denn keine Experten für Bildungsfragen? Darf ich daraus schließen das dort nur Dodeln arbeiten?

Re: Das darf doch nicht wahr sein...

Haben Sie sich die Materialien angesehen? (sind kostenlos runterladbar)

Die sind naemlich von enorm guter Qualitaet. Ich bin sehr froh dass das nicht irgendein Apparatschik gemacht hat.

2 0

Re: Re: Das darf doch nicht wahr sein...

Teilweise sind sie garnicht schlecht!
ZB Erklärung von Zyklus, Geschlechtsorgane.

Anderes ist grauslich (Spielchen mit Schamhaaren), und manches nicht vereinbar mit Ö Gesetzen.

Eine eigenartige Aussage zur Kinderprostitution findet sich auf S. 23 unten:
“Es ist verboten, wenn Erwachsene Sex von Kindern und Jugendlichen kaufen oder verlangen… -Eigentlich können Kinder gar keine Huren oder Stricher oder Sexarbeiter_innen sein, weil sie noch keinen Beruf haben.“

Eine absurde Begründung! Und zum Thema sexuelle Integrität findet dieser Verein, der sich Kampf gegen sexuellen Mißbrauch auf die Fahnen schreibt, kein Wort.

Merkwürdig ist auch:
„Menschen die gut befreundet sind und sich dazu verabreden ein Kind zu zeugen. Manche Männer geben auch ihr Sperma einfach weiter an eine Bekannte oder gute Freundin die gerne schwanger werden möchte."
Das klingt so easy, man sollte den Kindern aber evtl auch sagen, daß das zu Unterhaltsverpflichtungen für den Spermaverschenker und Erbansprüchen für das Kind führt.

Nach künstliche Befruchtung und Babyklappe folgt in dieser Aufzählung, wie man zu Kindern kommt, die Leihmutterschaft als anscheinend gleichwertige Methode.
Diese ist in Österreich verboten (§ 2 und §3 FMedG, Fortpflanzungsmedizingesetz idgF, BGBl. 275/1992).


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Das Problem in dieser Sache ..

.. sind für mich nicht die Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen, das Problem sind diejenigen welche in dieser Welle der "political correctness" mit einer unheimlichen Penetranz versuchen sie als die Norm darzustellen, und dabei den klassischen heterosexuellen Familienvater zunehmend vergessen, ja teilweise vielleicht sogar als zweitrangig betrachten.

Re: Das Problem in dieser Sache ..

das hat nichts mit PC zu tun, sondern damit dass man Kindern moeglichst nicht sagt dass sie "abnormal" sind, sondern das Gegenteil. Damit sie gesund aufwachsen koennen und so.

Das als Angriff gegen den Familienvater zu sehen braucht schon einiges an Paranoia.

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Re: Das Problem in dieser Sache ..

ich darf sie darauf hinweisen, dass die Definition der Homosexualität als abnormal von feudalistischen und absolutistischen Regimen über Jahrhunderte als 'political and religious correctness' perpetuiert wurde.

Die Annahme, diese Auffassung sei eine natürliche ist völlig arbiträr und überlebt den historischen Befund in keinem Fall.

Die "Befreiung" von dieser Zwangs-Definition als 'unheimliche Penetranz' zu bezeichnen entspricht etwa der Aussage, der Kampf gegen das, von denselben Regimen, internalisierte Ständeverständnis sei 'penetrant' gewesen (oder andere religiös und von Machterhaltung motivierte "Anomalien" - sie können sich denken was ich meine, mir liegt es aber fern hier irgendwelche, oft falsch verstandenen Vergleiche anzustellen).

Und die "Zweitrangigkeit" ist ja nun nichts weiter als eine Erfindung jener, die die 'political and religious correctness' jener abrahamitischen Zwangstradition noch ein bisserl am Leben halten wollen.

LOL

Als ich den Titel gelesen hab dachte ich, es ginge mal wieder um die empörten Menschen in den USA, die ja auch die Evolutionstheorie nicht in den Schulbüchern haben wollen. Aber nein, Österreich! Im Österreich des 21. Jhdt. gibt es tatsächlich Menschen, die Homosexualität als „nicht normal“ betrachten, und die dürfen auch noch wählen...

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