Mit der Filmmusik von "Mission Impossible" startete das erste Treffen zum Bildungsvolksbegehren, das der ehemalige SP-Vizekanzler Hannes Androsch ins Leben gerufen hat. Rund 150 Unterstützer versammelten sich um Museumsquartier in Wien, darunter etwa Philosoph Konrad Paul Liessmann, Mathematiker Rudolf Taschner oder der Chef des Instituts für Bildungsforschung, Günter Haider.
Ziel ist, die wichtigsten Positionen und Anliegen für das Volksbegehren zusammenzutragen - ein konkreter Text wird bis 3. Februar erarbeitet. Unmittelbar danach soll begonnen werden, die notwendigen 8000 Unterstützungserklärungen zu sammeln. Die Unterschriftswoche könnte dann im Mai stattfinden.
Androsch selbst legte die Latte hoch: Was Maria Theresia mit der Einführung der Volksschule, Wilhelm Humboldt mit seiner Universitätsreform in Preußen oder Otto Glöckel mit seiner Schulreform in der Zwischenkriegszeit erreicht habe, brauche man auch für die Bewältigung des 21. Jahrhunderts. "Unser System ist modernisierungsbedürftig, darüber sind wir einig."
Ganztagsschule als Fixpunkt
Fixpunkt des Volksbegehrens soll die Ganztagsschule sein, sagte Androschs Mitstreiter Beppo Mauhart. "Ganz sicher nicht" enthalten werde die Forderung nach einer Gesamtschule, die AHS-Unterstufe und Hauptschule ersetzt. So weit sei man in Österreich noch nicht, sagte Mauhart.
Die Initiative sei überparteilich, betonte Androsch: "Wir sind nicht gegen etwas oder jemand oder eine Institution, sondern für etwas." Darauf hoffen auch die Hochschülerschaftsvertreter: "Das darf kein Androsch- oder Partei-Volksbegehren werden", meinte der stellvertretende ÖH-Chef Thomas Wallerberger.
Grüne: "Kein Wahlkampf-Volksbegehren"
Die Grünen stellten ähnliche Bedingungen. "Das darf kein Wahlkampf-Volksbegehren der SPÖ werden", so die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig. Sollte die Forderung nach Studiengebühren enthalten sein, die Androsch wiederholt erhoben hat, seien die Grünen jedenfalls nicht dabei.
Der Vorsitzende des Dachverbands der Pflichtschul-Elternvereine, Gerald Netzl, erwartet sich vom Volksbegehren "Schwung und eine positive Dynamik für die Bildungsdiskussion" und hoffte auf "Reformen, die den Namen auch verdienen".
Keine Lehrer-Gewerkschafter dabei
Ungewohnt war die Zusammensetzung des Treffens: Nicht dabei waren etwa Vertreter der Lehrer-Gewerkschaft der GÖD. Mit dabei dafür etwa der ehemalige IV-Generalsekretär Herbert Kreijci, Bernd Schilcher, der Leiter der Kommission Schulreform im Unterrichtsministerium, Rektorenchef Hans Sünkel, der ehemalige Stadtschulratspräsident Kurt Scholz oder der Autor und Lehrer Niki Glattauer.
Bis 18.30 Uhr ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Dann sollen die ersten Ergebnisse präsentiert werden.
(APA)
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