23.05.2012 08:22 | Meine Presse Merkliste 0

Mogelpackung: Mängel bei der Neuen Mittelschule

von Rosa Schmidt-Vierthaler (Die Presse)

Im Schulversuch finanziert das Unterrichtsministerium viele Konzepte, die die Lehrer nicht verstehen und die in der Regelschule unmöglich sein sollen.

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Wien. Seit September ist die Hauptschule 1 in Braunau eine Neue Mittelschule. Allerdings: Der Schulversuch wird dort so frei ausgelegt, dass mancher Pädagoge vor Ort an dessen Sinn zweifelt. Wie vorgesehen werden die Hauptschullehrer zwar von ihren Kollegen aus den höheren Schulen unterstützt. Das „verschränkte Teamteaching“ findet allerdings nicht in den Hauptfächern statt, sondern in Zeichnen, Musik und Biologie. Das verstört bei einem Schulversuch zur „Neuen Leistungsschule“, wie die Unterrichtsministerin Claudia Schmied die NMS gerne nennt – deren Kern vor allem darin bestehen soll, „leistungsschwächere Schüler bestmöglich zu fördern und die stärkeren zu fordern“.

Die Lehrerschaft in der oberösterreichischen Bezirkshauptstadt kritisiert hinter vorgehaltener Hand das Konzept: Wozu in einer sogenannten „Problemschule“ mit stetig sinkender Schülerzahl und hohem Ausländeranteil nun im Musik- oder Zeichenunterricht zwei Lehrer in der Klasse stehen, hat sich ihnen noch nicht erschlossen. Auch wenn Schuldirektor Günter Skiba vollmundig von einer „Kreativwerkstatt“ spricht.

 

Fokus auf die „Randfächer“

Ist eine derartige Nutzung der zusätzlichen Mittel, die alle Neuen Mittelschulen erhalten, ein Einzelfall? Nein. Ein ähnlich gestalteter Schulversuch findet sich bereits in Gehnähe: Die NMS 2 in Braunau arbeitet ebenfalls seit Herbst mit der HLW zusammen, der höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe. Lehrer dieser Schule verstärken nun an der NMS 2 die Fächer Musik, Zeichnen und Mathematik. Wie viele andere Schulen noch ihren Fokus auf „Randfächer“ legen, ist unklar. Lange werde dies gesetzlich nicht mehr möglich sein, heißt es auf „Presse“-Anfrage aus dem Unterrichtsministerium.

Warum nutzen Direktoren die Kooperationen überhaupt für diese Fächer? Christian Eder, Direktor der NMS 2, ging die Sache pragmatisch an. Da man einen Engpass an Musiklehrern hatte, dachte er sich, es sei eine gute Möglichkeit, einen ausgebildeten Pädagogen für diesen Bereich zu bekommen. Sonst hätte ein fachfremder Hauptschullehrer den Unterricht allein übernehmen müssen. Außerdem seien Musik, Zeichnen und Mathematik ganz einfach jene Fächer gewesen, in denen die Partnerschule Lehrer zur Verfügung hatte. Denn auch, wenn das Unterrichtsministerium dies nicht gerne hört: Viele Bundeslehrer wollen schlichtweg nicht an einer NMS unterrichten.

Dazu kommt der allgemeine Lehrermangel, der in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch das Personal an den höheren Schulen knapp werden lässt. Manche Standorte behelfen sich einfach damit, zwei Hauptschullehrer in die Klassen zu stellen. So wird das Konzept von Schmieds „neuer Leistungsschule“ ad absurdum geführt – und das bei hohen Kosten.

 

NMS-Pflicht für Gymnasiallehrer

Das soll sich ändern. Teamteaching ausschließlich in Nebenfächern ist zwar jetzt noch erlaubt. „Im neuen Gesetz wird das aber anders sein“, heißt es aus dem Unterrichtsministerium. Dort macht man sich nach eigenen Angaben keine großen Sorgen, dass die Lehrer für das Prestigeprojekt (langfristig) fehlen: Während man lange Zeit auf Freiwilligkeit setzte, sollen unwillige Pädagogen künftig auch zum Einsatz gezwungen werden können: „Es ist Teil der Verträge für neue AHS-Lehrer, dass sie zum Teamteaching an NMS verpflichtet werden.“ Zudem dürfen auch Hauptschullehrer im Teamteaching eingesetzt werden, wenn sie eine Zusatzausbildung im gemeinsamen Unterricht haben.

Eine Einschätzung, an wie vielen Schulen derzeit ausschließlich Hauptschullehrer eingesetzt werden, will das Ministerium nicht abgeben. Man habe dazu keine Zahlen, heißt es. Das Gesetz, das aus der Neuen Mittelschule die Regelschule macht, soll noch vor Weihnachten den Ministerrat passieren. Was aus den Mogelpackungen des Schulversuchs entsteht, wird sich zeigen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.11.2011)

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73 Kommentare
 
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Gast: elias 99
28.11.2011 18:04
1 0

Unterstützung....

In meiner näheren Umgebung sind 2 Gymnasien zu Hause. Ich selbst unterrichte an einer Hauptschule und finde Unterstützung durch Lehrer von höheren Schulen völlig fehl am Platz. Unsere Ausbildung ist hervorragend und es gibt keinen Mangel ,den man durch Gymnasiallehrer beheben könnte. Schwierige Unterrichtssituationen lassen sich mit Engagement, Geduld und einem guten pädagogischen Grundwissen bearbeiten und entschärfen.
In Österreich haben wir aber ein Imageproblem bei den Hauptschulen, während bei den Gymnasien vieles durchgeht, was eigentlich nicht zu tolerieren wäre.
Vielleicht sollte man aber darüber nachdenken , wie man die teils heillos überforderten "Professoren" besser unterstützen könnte.

Antworten Gast: ahs-lehrer
28.11.2011 21:53
1 0

Re: Unterstützung....

was wir in dieser situation am wenigsten brauchen, sind gegenseitige verunglimpfungen. mit ihrer ansicht, dass in gymnasien teils die falschen kinder (vielleicht auch lehrer) sitzen, mögen sie durchaus recht haben. auf jeden fall sitzt im ministerium die falsche ministerin.

Antworten Gast: Gast2011
28.11.2011 18:50
1 0

Re: Unterstützung....

Wenn in manchen Zentralräumen ganze Volksschulklassen geschlossen in das benachbarte Gymnasium wechseln (und das mit einem 90%igen Anteil an Zeugnissen mit ausgezeichnetem Erfolg), so ist die "Qualität" schon programmiert. Die Folgen sind dann eine 10%ige Druchfallquote bei Aufnahmetests an einer PH (gravierende Rechtschreibprobleme, z.B. Groß- und Kleinschreibung) und weitere 20 %, die zur Nachschulung geschickt werden müssen. Daraus entsteht dann wahrscheinlich die zukünfite Lehrereltite. Der Wert eines derartigen Maturazeunisses, das ja zur Aufnahme an jede Hochschule berechtigt, ist damit erklärt und das Zustandekommen auch.

1 0

Mal ganz ehrlich:

Das war eigentlich voraussehbar!
Ich persönlich hätte nichts anderes erwahrtet.
Deswegen war ich auch von Anfang an dagegen...

Antworten Gast: Zuschauer
28.11.2011 18:10
7 0

Re: Mal ganz ehrlich:

Zur Erläuterung ein Beispiel aus der Praxis: der erste Jahrgang einer Hauptschule wird von 48 Schüler/innen besucht, d.h. es entstehen 2 Klassen. Üblicherweise benötigen sie z. B. für den Mathemtikunterricht 12 Lehrerstunden pro Woche (je vier für eine 1., 2. u. 3. LG). Im Schulversuch NMS stellt der Bund zuzätzlich 6 Wochenstunden pro Klasse zur Verfügung. Wird jetzt der Schulversuch in das Regelschulwesen umgewandelt, können sie sicher sein, dass die Leistungsgruppen nicht mehr benötigt werden; d.h. keine Stundenzuteilung; ebenso werden die 6 Zusatzstunden verschwinden (war bisher bei allen Schulversuchen so). Die Folgen sind ganz klar: Für den oben beschriebenen Jahrgang und das genannte Fach stehen nur mehr je 4 Stunden pro Klasse zur Verfügung. Das Ziel ist erricht, die Stundeneinsparung (und damit Dienstposteneinsparung) ist gelungen. Für die verantwortlichen Entscheidungsträger sind die Schüler/innen sowiese egal.
Gute Nacht Österreich.

Gast: defender
28.11.2011 15:23
3 0

Hat jemand

von dieser BM etwas anderes erwartet.
Husch, Pfusch und WischiWaschi, ist alles was die Dame kann und die will die Bildungskompetenz von den Ländern - an jedem Stammtisch gibt's mehr Nähe zur Realität!

Gast: dreamerinvienna
28.11.2011 11:25
7 0

neue mittelschule

ausser enormen kosten scheint dieser schultyp absolut nichts zu bringen. wer zahlt diese idiotischen experimente, die auf dem rücken unserer zukunft, unserer kinder, ausgetragen werden?

xdriver
28.11.2011 11:15
4 0

Einfach nur kurz nachdenken ...

... wieso die Hauptfächer außen vor bleiben: Es gilt einfach nur kleinformatiges Niveau (Krone, Österreich, Heute) bei Abschluss zu erreichen, um den Text unterhalb der Bilder zu verstehen und die Blätter anhand der Seitennummerierung beim Zerfallen der Zeitung wieder richtig zuordnen zu können.

Obere Grenze des Zählens stellen die Körpermaße der Halbnackten auf Seite 5 dar, was dreistellige Werte bis auf eine geringe Überschreitung ausschließt.

Nebenbei wäre es absolut undenkbar, wenn der Versuch scheitern würde - das müsste Konsequenzen unserer Politiker nach sich ziehen, und letztere sind kollektiv unfähig dazu.

Antworten Gast: prof. drahdiwaberl
28.11.2011 13:46
0 0

Re: Einfach nur kurz nachdenken ...

So lange man den Wärnaa auf Seite 3 von der Sabrina auf Seite 5 und der Schönbrunn-Nonya auf Seite 9 unterscheiden kann, genügt's.

greebo
28.11.2011 10:39
3 1

Kaputtgekürzt

Die NMS ist grundsätzlich eine gute Idee und funktioniert auch, wenn sie richtig umgesetzt wird.

In Österreich versucht man wieder einmal eine hingepfuschte Schmalspur-Version. Man will die Vorteile haben, aber bitte zur Hälfte der Kosten, die es sonstwo braucht, um die NMS vernünftig zu führen.

Und genau diese Haltung - Bildung ist eigentlich nichts wert - ist es, woran es im ganzen Schulsystem krankt. Es wird nicht in die Gebäude investiert (siehe Containerklassen), die Gehälter für Junglehrer sind am untersten Bereich für Akademiker (ob man so die Besten kriegt?), Schulbücher etc. werden den Schülern gratis nachgeschmissen und auch dementsprechend behandelt, und anstrengen sollen sich die Kinder bitte auch nicht, weil ein halbwegs gutes Zeugnis sollen sie haben, ob sie sich nun bemühen oder nicht. Für die Uni brauchen sie keine guten Noten, damit sie hineinkommen, und wenn die Schulbildung eben nicht reicht, gibts eine gut gepolsterte Mindestsicherung, wo sich das Arbeiten im Niedriglohnsektor schon gar nicht mehr auszahlt.

Und dann soll noch jemand glauben, Bildung ist in Österreich etwas Wichtiges.

Gast: Exschüler
28.11.2011 09:32
2 0

Der Name der Rose

Warum sollte sich in unserem Schulsystem etwas ändern, wenn man den Namen ändert?
Wenn ich Pampelmuse zur Grapefruit sage, schmeckt sie genau so bittersauer.

Antworten Gast: bergziege
28.11.2011 19:39
0 0

Re: Der Name der Rose

Absolut richtig. Auf den Inhalt kommt es an. Attraktive Verpackung macht mäßigen Inhalt auch nicht besser bzw. ändert ihn.

Kritias
28.11.2011 08:45
8 0

Wir zahlen es

Der Gedanke war, dass die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik von AHS-Lehrer/innen unterrichtet werden. Jetzt zahlen wir besser bezahlte Lehrer/innen, die Zeichnen unterrichten?
Alles noch vor dem Hintergrund, dass die Ideen zur neuen Lehrerausbildung ohnehin alle auf das Niveau schlechter Hauptschullehrer hin ausbilden!

Antworten Gast: Erfahrene
28.11.2011 15:05
1 0

Re:

Ich finde die Idee, auch wenn sie sich aus organisatorischen Gründen so ergeben hat und nicht bewusst eingesetzt wurde, vom Kreativunterricht her das Niveau zu heben, nicht schlecht. Problemschüler- und schülerinnen brauchen mehr Selbstbewusstsein, brauchen mehr kleine Erfolge im konkreten(!) Tun, um auch in den abstrakteren und anspruchsvolleren Fächern dann auf ein höheres Niveau einzusteigen, sich motivieren zu lassen....

Gast: 1. Parteiloser
28.11.2011 08:32
5 0

Passt perfekt!

Das Verwirtschaften wegen Unfähigkeit passt perfekt zur SPÖ!

So wie diese Typen agieren, so würde Österreich ja Milliarde von Reichen brauchen, welche die SPÖ dann abkassieren kann um das Verwirtschaften zu finanzieren. Das hat sicher keine Zukunft. Keine Zukunft für Österreich und die Österreicher, auch keine gute Zukunft für die Kinder Österreichs. Die neue Mittelschule zeigt diese Versagen wieder einmal deutlich auf.

Die schwarzen Kommunisten sind aber auch kaum besser. Die haben zwar eine Ahnung was diese tun und wirtschaften auf Kosten der anderen Österreicher schon viele Jahre in deren geschützten Bereichen. Das gilt für die Agrarwirtschaft (vor allem Nahrungsmittelverarbeiter) genauso wie für die Großunternehmen und deren Herrschaftsbereiche in den geschützten Bereichen. Die Wirtschaften ja auch nur auf Kosten der anderen Österreicher, also kann man diese Typen die schwarzen Kommunisten nennen. Dieses kranke Verhalten kann man auch bei der neuen Mittelschule beobachten. Es sind ja immer die anderen Schuld, dass man nicht arbeiten will (kann?). Die Blockadehaltung im Bildungsbereich ist die Hölle für Österreich.

Diese beiden Extrempositionen, welche beide gegenüber Österreich nur ein Versagen bringen können, das kommt vor allem aus den Parteien und kaum von den Lehrpersonen, welche von den Parteien missbraucht und instrumentalisiert werden.

Warum stehen die Lehrpersonen nicht auf und schütteln diese Mist, im Sinne der Kinder, endlich ab?

Antworten greebo
28.11.2011 10:24
3 0

Re: Passt perfekt!

Die Lehrer werden einfach mit allen möglichen schwachsinnigen "Reformen" zugeschüttet. Und wenn sie wegen irgend etwas allzu lästig werden (siehe Protest gegen die Zentralmatura), dann kommt zur Ablenkung wieder ein Vorschlag zum Dienstrecht, bei dem sie weniger verdienen sollen. Dann ist die Gewerkschaft wieder beschäftigt, die Proteste gegen die neuen "pädagogischen" Ideen aus dem Ministerium sind durch Proteste gegen die Änderungen im Dienstrecht vertuscht, und die Öffentlichkeit sieht die Lehrer wieder als Blockierer.

Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
28.11.2011 10:58
0 3

Re: Re: Passt perfekt!

Sie meinen also, dass die 124.000 Lehrpersonen so bedauernswert sind, weil die mit schwachsinnigen Reformen zugechüttet werden und so geringe Entlohnungen haben?

Das sind die Gründe für das Abschütteln der Verantwortung gegenüber den Kindern Österreichs und der Österreichischen Gesellschaft?

Dann muss ich aber doch die Frage stellen, warum das Kollektiv der Lehrpersonen Österreichs solche Lulu sind?

Diese Frage kommt auch daher, weil meine Mitarbeiter sich ordentlich einbringen und sich, Gott sein Dank, auch nicht scheuen ordentliche Kritik bei mir anzubringen und auch notwendige Verbesserungen durchsetzen. Ich kann das kollektive Verhalten der Lehrpersonen Österreichs einfach nicht verstehen, der Argumente auch immer weniger.

Wahrscheinlich ist es aber doch so, dass die Menschen aus den geschützten Bereichen die Sache richtig sehen und die Menschen in erfolgreichen Unternehmen niemals diese Richtigkeit erkennen können.

Antworten Antworten Antworten Gast: johannes5
28.11.2011 12:14
0 0

Re: Re: Re: Passt perfekt!

aus welchen schulen kommen den bitte die menschen in den erfolgreichen unternehmen? bestimmt nicht alle aus finnland, sondern bestimmt hauptsächlich aus unserem schulsystem, dass die derzeitigen lehrer am liebsten behalten würden, weil skeptisch, ob das neue funktionieren wird.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
28.11.2011 12:47
0 2

Re: Re: Re: Re: Passt perfekt!

Nur leider, in meinem Unternehmen kommt kein einziger Mitarbeiter aus dem Ö Schulsystem, weil das Unternehmen im Ausland ist. Aber auch dort war es erforderlich wesentliche Schwächen der staatlichen Ausbildung durch Zuwendung an die neuen Mitarbeiter zu kompensieren.

Das Ö Schulsysttem funktioniert nachweislich immer schlechter. Nicht nur Pisa zeigte das deutlich, auch die Rückmeldungen der Wirtschaft und Uniprofessoren deuten auf stark gefallene Fähigketen von Absolventen hin.

Kommt doch zurück in die Realität!

Dass die Lehrpersonen das akutelle System in Ö behalten wollen, das glaube ich gerne. Bein einem Personaleinstaz von 2,2 Lehrpersonen pro Schulklasse muss man ja eher voneinem Hobby sprechen als von Arbeit.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: dirge
28.11.2011 13:56
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: Passt perfekt!

das wissen wir schon. wie auch, es gibt kein unternehmen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: 1. Parteiloser
28.11.2011 14:38
0 1

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Passt perfekt!

Du darfst glauben was immer Du willst, immerhin haben wir Religionsfreiheit.

Nur, den Kindern die Zukunft zu stehlen, weil Du im Irrglauben bist, das darfst Du nicht!

Gast: Nashwin
28.11.2011 08:19
11 1

So funktioniert der Sozialismus.

Wenn sich die Individuen nicht so verhalten, wie sich das der zentrale Planer gedacht hat, dann muss man eben Zwang ausüben.

Das wird auch super für die Schüler werden, wenn sie von Lehrern unterrichtet werden, die dazu gezwungen wurden.
Die NMS scheint ja wirklich ein echtes Erfolgsmodell zu sein.

Wer es sich irgendwie leisten kann, wird in die Privatschulen flüchten, was das Niveau in den öffentlichen Schulen noch weiter senken wird, was noch mehr Leute in die Privatschulen treiben wird...

Aber dann muss der allwissende Planer einfach nur die Privatschulen verbieten.
Nur wohin schicken dann die ganzen SPÖ-Politiker ihre Kinder?

Gast: johnnychesterfield
28.11.2011 07:56
14 0

was zu erwarten war

meine lieben damen und herren,
es wird noch schlimmer kommen! wenn das inkusionsmodell platz greifen wird. dann nämlich gehen alle, wirklich alle, in eine gemeinsame schule. vom hochintelligenten bis zum schwerstbehinderten.
verstehen sie mich bitte nicht falsch: ich bin für behindertenintegration, aber wie es in den schulen aufgezogen werden soll, schlägt dem fass die krone aus. ein beispiel: stellen sie sich vor: zwei sehbehinderte, ein hörbehinderter, ein spastischer, drei verhaltensauffällige, ein grenzdebiler und ein schwerstbehinderter schüler zusammen mit ihren kindern in einem raum. dazu eine lehrkraft, die sich um alles kümmern muss...
hmm: in diesem fall würde ich mein kind - gott sei dank ist es schon erwachsen - in eine privatschule schicken, wo dieser ganze schmonzes nicht stattfindet. ich komme aus dem regelschulwesen, bin aus einer arbeiterfamilie, habe ahs und bhs besucht. ich konnte damals nicht erkennen, dass ich in einem diskrimminierenden system groß wurde! meine schwester ging in die hs in wien und wurde optikerin.
wissen sie was? dadurch, dass die sprache immer mehr verkümmert, dadurch, dass mammon wert nr.1 in unserer gesellschaft wurde, dadurch ist alles den bach hinuntergegangen. wir lehrer weisen darauf schon seit 15 jahre hin! was war der endeffekt: 4 stunden wurden 2002 weggekürzt und sind seitdem nie mehr zurückgegeben worden.
begründung damals: schülerentlastung.
d.h. wir waren anscheinend alle überlastet damals!! haben sie auch das gefühl?

Antworten Gast: biserl
28.11.2011 09:02
2 0

Re: was zu erwarten war

Leider ist es so, daß alle Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht (d.h. die nicht als Heimunterricht zählen und gültige Zeugnisse ausstellen dürfen) die Lehrer genauso vom Staat "bekommen".

Aber da wir in diesem schönen Land der großen Töchter usw. sind, ist für die Zuteilung der Lehrer eher die Motivation des Schulleiters und die guten Beziehung zum Landesschulrat relevant. Wenn beides stimmt, dann haben sie Teamcoaching in den Hauptfächern mit >90% motivierten Pädagogen, die auch die Verantwortung für die Vermittlung des Stoffes übernehmen. (und ehrlich gesagt ist es mir hier egal ob es AHS Lehrer sind, ein motivierter HS Lehrer ist 100x besser als ein unmotivierter AHS Lehrer).

D.h. unter Umständen hat eine Privatschule miesere Lehrer als eine öffentliche Schule. (Eigenerfahrung als Jugendlicher)

Allgemein ist festzuhalten das es leider anscheinend einen Leistungsverfall (zumindestens in den MINT Fächern) von Lehrplan zu Lehrplan zu geben scheint. Weniger Stunden, noch weniger Stoff => bei gleichem oder geringeren Resourceneinsatz bessere "Statistik".

Zusätzlich ist die Kombination von Bezahlung, defakto Unkündbarkeit, zentrale Planung (die Lehrer werden vom Landesschulrat zugeteilt), ist das Schulerlebnis in AT sehr bescheiden, ein Großteil der Lehrer ist unmotiviert/inkompetent/psychopathisch/überfordert/..., und an der typischen Schule sind positiv erlebte Lehrer Einzelfälle.

Antworten Antworten Gast: johannes5
28.11.2011 12:18
1 0

Re: Re: was zu erwarten war

glaub ich nicht, dass die unfähigen lehrer die mehrzahl sind. ein lehrer pro jahrgang genügt, damit er das leben vieler schüler zur hölle macht. ganz einfach: ein direktor soll einen lehrer kündigen können. egal, wie lang er im gschäft ist. das wäre die einzig konstruktive dienstrechtsreform, die aber nie kommen wird.

Antworten Antworten Antworten Gast: bergziege
28.11.2011 19:58
0 0

Re: Re: Re: was zu erwarten war

Sollte ein Direktor Lehrer kündigen dürfen, muss dessen Seriosität zuvor gewährleistet sein. Es soll nämlich auch Direktoren geben, welche Bossing perfekt beherrschen. Mein pensionierter gehörte zu dieser Gruppe. Ein Glück, dass er nicht mehr aktiv ist.

 
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