Länder, in denen Schulen an alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von deren Voraussetzungen hohe Erwartungen stellen, erreichen beim internationalen Bildungsvergleich PISA die besten Ergebnisse. "Sie lassen sie (die Schüler, Anm.) keine Klassen wiederholen, versetzen sie nicht in andere Schulen und unterteilen sie nicht je nach Leistung in verschiedene Klassen", heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Sonderauswertung "PISA in Focus".
Unabhängig vom Wohlstand würden jene Staaten besser abschneiden, die sich politisch wie finanziell zur bestmöglichen Förderung all ihrer Schüler verpflichten, als jene, in denen Schüler mit schwächeren Leistungen, Verhaltensproblemen oder speziellen Bedürfnissen separat unterrichtet werden.
Kein Zusammenhang zu Ausgaben
Keinen Zusammenhang mit dem Abschneiden bei der Leistungsstudie für 15- und 16-Jährige hat hingegen in den reicheren Staaten die Höhe der Bildungsausgaben. "Größerer Wohlstand oder höhere Ausgaben für Bildung garantieren keine besseren Ergebnisse der Schüler", heißt es in dem Papier über Länder mit einem BIP pro Kopf über 20.000 Euro. Ob ein Land für die Ausbildung eines Schüler zwischen sechs und 15 Jahren mehr als 100.000 Euro ausgibt (USA, Schweiz, Luxemburg) oder aber nur die Hälfte davon (Estland, Polen, Ungarn) habe kaum Auswirkungen.
Entscheidend ist allerdings, wie das Geld investiert wird: Unter den reicheren Ländern schneiden nämlich jene am besten bei PISA ab, die durch bessere Bezahlung und hohes berufliches Ansehen die besten Studenten für den Lehrerberuf gewinnen können. Keine positive Auswirkungen hat hingegen die Senkung der Schülerzahl pro Klasse.
In ärmeren Ländern gelten indes andere Regeln: Dort schneiden Staaten wie Polen oder Lettland deutlich besser ab als etwa Aserbaidschan oder Peru, wo das BIP pro Kopf nur etwa halb so groß ist. In ärmeren Ländern ist auch kein Zusammenhang zwischen der Leistung der Schüler und dem Status und Einkommen von Lehrern festzustellen.
(APA)
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