Auch wenn der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) zuletzt einen neuen Anlauf für eine Verländerung der Schulverwaltung genommen hat - was in der Opposition für heftige Kritik sorgte, will Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sich auf keine neuerliche Diskussion über die Kompetenzaufteilung einlassen. Die Ministerin wolle sich "auf das Machbare konzentrieren", heißt es aus ihrem Büro. Begonnen werden soll mit einer Auflösung der Bezirksschulräte als eigene Verwaltungsebene. Damit könnten pro Jahr 5,5 Mio. Euro und damit rund 5,5 Prozent der Personalkosten in der gesamten Schulverwaltung eingespart werden.
Insgesamt sind laut Unterrichtsministerium rund 1270 Personen für die Verwaltung, Management und Qualitätssicherung in Ländern und Bezirken zuständig, zusätzlich gibt es etwas über 600 Mitarbeiter im Ministerium. In den Bezirksschulräten sind derzeit 155 Personen als Verwaltungspersonal des Bundes angestellt, deren Aufgaben sollen künftig vom Landesschulrat übernommen werden. Die 117 Bezirksschulinspektoren könnten künftig als "regionale Qualitätsmanager" im Landesschulrat für die Qualitätssicherung und Schulaufsicht vor Ort zuständig sein.
Doppelgleisigkeiten beseitigen
Für die Schulverwaltung auf allen Ebenen (Bund, Landes- und Bezirksschulräte sowie die jeweiligen Schulinspektoren und 123 Schulpsychologen) werden derzeit 101 Mio. Euro pro Jahr ausgegeben. Demgegenüber stehen Personalausgaben für die 120.000 Lehrer und sonstiges Schulpersonal (Schulwarte etc.) von 6,3 Mrd. Euro pro Jahr. Außerdem auf der Agenda der Regierung stehen - wie schon im Regierungsprogramm - die Beseitigung von Doppelgleisigkeiten, mehr Effizienz, mehr Verantwortung am Schulstandort und die Schaffung der Möglichkeit, mehrere Schulen zu leiten. Über diese werde man nun verhandeln.
(APA)
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