Benediktinerabtei Michaelbeuern sperrt Internat zu

Für das kommende Schuljahr habe es keine einzige Anmeldung für das Internat gegeben. Das Tagesheim der Privathauptschule wird ausgebaut.

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(c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)

Es geht dem Ende zu mit den katholischen Internaten, hieß es von der Superiorengemeinschaft erst kürzlich. Und tatsächlich: Wie das Stiftsgymnasium Kremsmünster und dei Ursulinen in Innsbruck wird nun auch die Benediktinerabtei Michaelbeuern in Salzburg ihr Bubeninternat mit Herbst auflassen. Der Grund: mangelndes Interesse. Für das kommende Schuljahr habe es keine einzige Anmeldung für die seit 1963 existierende Internat der Privathauptschule gegeben, so Abt Johannes Perkmann. Das Internat sei damit wirtschaftlich nicht mehr führbar. Im Gegenzug werde das Tagesheim der Privathauptschule, das gut ausgelastet sei, ausgebaut.

Derzeit sind etwa 25 Schüler im Internat untergebracht. Es gebe seit längerem eine sinkende Nachfrage für das Internat, sagte Perkmann. Das sei ein gesellschaftlicher Trend, den man seit Jahren beobachte. Das Bekanntwerden von Missbrauchsfällen in Heimen habe sicher einen zusätzlichen Beitrag dazu geleistet, dass das Interesse an Internatsplätzen gering sei. Seit Jahren gehe die Zahl der Anmeldungen zurück. Dass es allerdings keine einzige Neuanmeldung für den Herbst mehr gebe, habe ihn überrascht. Jene Schüler, die derzeit im Internat sind, könnten im Tagesheim aufgenommen werden, für die anderen werde mit den Eltern nach Alternativen gesucht.

Nicht von Missbrauchsvorwürfen betroffen

Wenn man glaubwürdig vermitteln könne, dass es klare Verhaltensregeln, Vertrauenslehrer und Präventionsarbeit gebe, sei das Vertrauen der Eltern gegeben: "Die Eltern schauen sich sehr genau an, wohin sie ihre Kinder geben." Michaelbeuern war das einzige Pflichtschulinternat für Buben in Salzburg. Von aktuellen Missbrauchsvorwürfen war das Internat nicht betroffen. Es habe im Jahr 1970 einen Fall gegeben, der damals zu einer Suspendierung und gerichtlichen Verurteilung geführt habe, sagte Perkmann.

Die Privathauptschule der Benediktinerabtei wird derzeit von 300 Buben und Mädchen besucht, rund 70 Kinder sind im Tagesheim. In Zukunft werde man das Tagesheim ausbauen und dafür bisherige Internatsräumlichkeiten nützen, kündigte Perkmann an. Die Schule werde von externen Schülern aus der gesamten Region besucht.

(APA/Red.)

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