Grüne zu Bildungsstandards: "Verschwendung von Zeit und Geld"

Die Grünen kritisieren, dass die Schulen nicht aus den Ergebnissen lernen könnten. Sie fordern diese als Grundlage für verpflichtende Feedbackgespräche heranzuziehen.

Gruene Bildungsstandards Verschwendung Zeit
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Gruene Bildungsstandards Verschwendung Zeit
(c) Clemens Fabry

Die Grünen fordern, dass die Ergebnisse der morgen, Mittwoch, erstmals stattfindenden Testungen zu den Bildungsstandards als Grundlage für verpflichtende Feedbackgespräche eingesetzt werden. Denn, so Bildungssprecher Harald Walser am Dienstag in einer Aussendung: "Eine so teure Erhebung zu machen, ohne dass die Schule systematisch aus den Ergebnissen lernen kann, ist eine Verschwendung von Zeit und Geld." Ein entsprechender Antrag der Grünen auf verpflichtende Feedbackgespräche liege im Parlament bereits seit drei Jahren auf Eis.

Außerdem missfällt Walser, dass die Ergebnisse weitgehend anonymisiert sein sollen. "Lehrkräfte wissen nicht, welche Schülerinnen und Schüler Probleme hatten, Direktorinnen und Direktoren wissen nicht, welche Klassen größere Defizite haben", bemängelt er. Er fordert von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) die Einführung eines verpflichtenden Feedbacks, strukturiert gesammelte Best Practice Beispiele und gezielte Weiterbildung, "damit aus der teuren Datensammlung ein Mehrwert für die Unterrichtsqualität entsteht".

Hintergrund zu den Bildungsstandards

In den Bildungsstandards wurde 2009 festgelegt, was Schüler in der vierten Schulstufe (4. Klasse Volksschule) in Mathematik und Deutsch bzw. in der achten Schulstufe (4. Klasse Hauptschule/AHS/Neue Mittelschule) in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch wissen und können sollen. Bei der ersten Testung am Mittwoch werden alle rund 86.000 Schüler der achten Schulstufe ihre Mathematik-Kompetenzen unter Beweis stellen, ab sofort werden jedes Jahr im Frühjahr die Kompetenzen aus einem bestimmten Bereich abgefragt.

Bis Dezember 2012 sollen die Ergebnisse vorliegen. Dabei werden die Schüler jeweils ihr eigenes Ergebnis (inklusive Vergleich mit dem Österreich-Schnitt sowie der Schultypen) erhalten, die Lehrer die Einzelleistungen ihrer Schüler (in anonymisierter Form), der Direktor das Ergebnis seiner Schule bzw. der einzelnen Klassen, die Landesschulbehörden die Ergebnisse ihres Bundeslands bzw. der Schulen und Schmied selbst einen Österreich-Bericht. Ebenfalls erstellt wird ein sogenannter "fairer Vergleich": Dabei werden Standorte mit Schülern von ähnlichem sozioökonomischem Hintergrund miteinander verglichen.

(APA)

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