Nachholen von Pflichtschulabschlüssen soll erleichtert werden

 (DiePresse.com)

Noch im Juli soll das Gesetz beschlossen werden, das künftig das Nachholen von Pflichtschulabschlüssen erleichtern soll.

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Mit einem altersgerechten Modell zum Nachholen von Pflichtschulabschlüssen sollen Schulabbrecher neue Perspektiven im Bildungssektor bzw. am Arbeitsmarkt erhalten. Zentraler Punkt eines "Bundesgesetzes über den Erwerb des Pflichtschulabschlusses durch Jugendliche (ab 16 Jahren, Anm.) und Erwachsene", das am Dienstag den Ministerrat passiert hat, ist dabei eine in Anlehnung an das Modell der Berufsreifeprüfung konzipierte Externistenprüfung.

In altersgerechter Form sollen dabei in Erwachsenenbildungseinrichtungen und Schulen im Rahmen der Teilrechtsfähigkeit Lehrgänge angeboten werden. An deren Ende stehen vier verpflichtende Prüfungen in Deutsch, Englisch, Mathematik und Berufsorientierung. Zusätzlich sind aus vier Wahlprüfungsgebieten ("Kreativität und Gestaltung", "Gesundheit und Soziales", "Natur und Technik" sowie eine weitere Sprache) Prüfungen in zwei Gebieten abzulegen.

Kein Textiles Werken für 25-jähirge

Wer den Kompetenzanforderungen entspricht, erhält einen Abschluss der achten Schulstufe, ohne dabei zu sehr schulischen Gegebenheiten zu unterliegen. So wird etwa vermieden, dass 25-Jährige das Fach "Textiles Werken" nachholen müssen. Mit dem Abschluss verbunden sind - je nach den Anforderungen der grundlegenden oder vertiefenden Allgemeinbildung - die gleichen Berechtigungen für die Aufnahme in weiterführende Schulen bzw. die berufliche Ausbildung wie mit einem Abschluss einer Neuen Mittelschule.

Fast 280.000 Österreicher zwischen 15 und 64 Jahren haben keinen Pflichtschulabschluss, jedes Jahr verlassen 3.500 bis 5.000 Jugendliche ohne Abschluss das Schulsystem. Für das Nachholen von Kompetenzen und Abschlüssen stellen Bund und Länder laut einer im Jänner beschlossenen Vereinbarung 54,6 Mio. Euro zur Verfügung, pro Kopf gibt es maximal 6.600 Euro Förderung.

Das Gesetz soll noch im Juli vom Nationalrat beschlossen werden.

(APA)

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5 Kommentare
Gast: dirge
13.06.2012 08:25
0

man denkt sich

politiker sind nie in die schule gegangen.

Prävention statt Reparatur!

Welch tolles Geschäft muss es sein, diese Lehrgänge durchzuführen! Hunderte working-poor-Psychologen bekommen einen Job und verringern die Akademikerarbeitslosenzahl. Die bekannten nichtstaatlichen Bildungseinrichtungen erhalten (zum kommoden Überleben) staatliche Gelder: und das nicht zu wenig.
Wer in die Schulsysteme der vielgelobten europäischen Staaten geübt hineinschaut, wird sehen, dass dort die Fehlervermeidung, nicht die Fehlerreparatur im Vordergrund steht.
Bei uns will man sichtlich am Versagen der Jugend verdienen!
Das System "produziert" nach und nach 25% Chancenlosigkeit für unsere Jugend. Man stelle sich das einmal bei weitaus weniger wertvollen Aufträgen wie der Autoproduktion vor! 25% Ausschuss! >>>25% Bildungsversager!!!

Gast: (beobachtende) Lehrerin
12.06.2012 19:24
2

Vielleicht sollte zum 25.Geburtstag jedem automatisch der Schulabschluss zugeprochen werden

Warum muss ein/e 14- Jährige textil werken können um den Schulabschluss zu erhalten und ein/e 25-jährige nicht? Die Logik erklär mir mal einer.
Für gleiche Qualifikation muss Gleiches verlangt werden. Wenn Tex.Werken u.a. nicht wichtig ist, braucht man es auch mit 14 nicht.

Gast: baro palatinus
12.06.2012 17:30
2

durch die migrationsnivellierung

unseres pflichtschulsektors klagen arbeitgeber jetzt schon über mangelnde grundfertigkeiten der abgänger. statt leseschwäche gibt's jetzt halt analphabeten für die wirtschaft. hut ab.

Gast: auf zum erfolg !
12.06.2012 17:29
0

vielleicht bringt das ja auch verbesserungen in unserer politikerlandschaft mit sich ;-)


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