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Teures Wohnen: Österreichs Studenten in der Wohnmisere

25.09.2012 | 16:36 |  von Christoph Schwarz (Die Presse)

Egal, ob im Studentenheim, allein oder in der WG: Die Wohnkosten steigen kontinuierlich. Das Uni-System reagiert allerdings nicht darauf. „UniLive“ hat nachgeforscht, wie Österreichs Studierende leben.

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Raus aus der elterlichen Wohnung, selbstständig werden, am besten in einer fremden Stadt. Was für viele Studierende gut klingt, ist so leicht allerdings nicht realisierbar. Die Wohnkosten steigen kontinuierlich. Um durchschnittlich zwölf Prozent zahlen Studierende heute mehr als noch im Jahr 2006, rund 350 Euro geben sie für das Wohnen aus – der größte Posten im Studentenbudget. Das besagt die Studierendensozialerhebung.

Wer sich eine Wohnung mieten will, kann sich das zumeist nur in Form einer WG oder – auch sehr beliebt – mit dem Partner leisten. Die Mieten in Studentenheimen sind zwar in absoluten Zahlen niedriger, die Quadratmeterpreise der spartanisch-winzigen Zimmer haben es aber in sich. Wenn das Uni-Ministerium wie geplant bald die Heimförderungen streicht, wird sich die Lage noch verschärfen. Nun ist die Tatsache, dass der Wohnungsmarkt nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage funktioniert und darin auch für Studierende keine Ausnahme macht, weder überraschend noch per se ein Problem. Das Problem liegt vielmehr im Umgang mit den Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Eine eigenartige Doppelmoral

Immer mehr Studierende arbeiten immer mehr Stunden, um die steigenden Lebenshaltungskosten decken zu können. Derzeit sind 63 Prozent berufstätig – durchschnittlich zwölf Stunden pro Woche, viele arbeiten deutlich mehr. Dass sich die Berufstätigkeit auf die Studienleistung niederschlägt, sollte eigentlich klar sein. Viele Studierende kommen – rechnet man ihr Arbeitspensum für das Studium hinzu – auf eine Wochenarbeitszeit von mehr als 43 Stunden. Ein Studium in Mindestdauer ist für viele, die nebenbei einem Job nachgehen, dennoch außer Reichweite.

Das System jedoch hat sich noch nicht darauf eingestellt, Gesellschaft und Politik legen eine eigenartige Doppelmoral an den Tag: Während der studentische Nebenjob als nahezu selbstverständlich gilt, werden jene, die – folgerichtig – länger für ihr Studium brauchen, immer noch mit dem Etikett des Minderleisters und Bummelstudenten versehen. Die landläufige Meinung, dass Studieren vor allem Vergnügen und keine ernst zu nehmende Arbeit und Bildung eher eine Gnade denn auch ein Recht sei, lässt sich so rasch nicht ändern. Die Art von Uni-Politik, die unsere Regierung betreibt, trägt dazu bei.

Wenn einige Uni-Rektoren, wie zuletzt geschehen, nun sogar darüber nachdenken, die maximal erlaubte Studiendauer zu begrenzen, dann zeigt das, dass sie das Problem nicht verstanden haben. Was es wirklich braucht, ist ein flexibles Studiensystem, das Job und Uni vereinbar macht. Was es braucht, sind eigene Regelungen für offizielle Teilzeitstudenten. Und was es braucht, ist ein Stipendiensystem, das all jenen, die leistungsfähig und -bereit sind, ihr Studium auch finanziell ermöglicht. 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.09.2012)

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27 Kommentare
 
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Sicherlich gibt es für Studenten auch

das eine oder andere Problem.

Darüber, das es aber überhaupt die Möglichkeit für fast alle gibt, zu studieren und das bis vor einigen Jahrzehnten noch nicht der Fall war, über dieses Privileg sollte ein Student vielleicht auch mal nachdenken.

Früher wurden Kinder nach der Pflichtschule arbeiten geschickt, da die Familien aus den unteren Schichten es sich nicht leisten konnten, Kindern eine so lange Ausbildungszeit zu finanzieren.

Gast: Berufstätige Studentin
28.09.2012 21:07
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So ist es!

"
Wenn einige Uni-Rektoren, wie zuletzt geschehen, nun sogar darüber nachdenken, die maximal erlaubte Studiendauer zu begrenzen, dann zeigt das, dass sie das Problem nicht verstanden haben. Was es wirklich braucht, ist ein flexibles Studiensystem, das Job und Uni vereinbar macht. Was es braucht, sind eigene Regelungen für offizielle Teilzeitstudenten. Und was es braucht, ist ein Stipendiensystem, das all jenen, die leistungsfähig und -bereit sind, ihr Studium auch finanziell ermöglicht."

Bravo! Meine vollste Zustimmung!

Gast: doppelmoral
26.09.2012 22:17
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Bitte Umdenken!

Jammern über 350 Euro?! Wie schon unten erwähnt, ist dieser Betrag, im Vergleich zu anderen Städten, absoluter Luxus für Studenten! Dazu kommen noch Familienbeihilfe und Stipendien.

Ich war neben meinem Doppelstudium (Jus und ein Sprachstudium) geringfügig angestellt und habe mir durch weitere Jobs, zB wöchentlich mehrere Stunden Nachhhilfe Geld dazu verdient.
Ja, es war hart und es bleibt wenig Freizeit, aber es ist möglich.

Was wir brauchen sind Studiengebühren sowie Aufnahmeverfahren.
Ich verstehe nicht, wieso man die logische Rechnung von 0+0=0 nicht versteht. Man zahlt für eine Leistung, für Wissen. Wenn man nichts investiert, dann bekommt man auch nichts und das Studium ist eine Investition für die Zukunft.

Wir wissen alle, wie peinlich weit unten die Universität Wien in allen Uni-Rankings ist. Wie kann man nicht verstehen, dass das derzeitige System falsch ist und nur dazu führt, dass man durchschnittlich qualifizierte Studienabgänger hat, die im internationalen Feld aufgrund der derzeitigen, selbstverschuldeten miserablen Uni-Situation nicht kompetitiv sind.

Antworten Gast: uhhhlala
27.09.2012 10:56
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Re: Bitte Umdenken!

Mit Verlaub und ohne Ihnen nahe treten zu wollen, aber Jus und ein Sprachstudium ist leider nicht das selbe wie ein Informatik/Medizin/Bauing etc Studium, also nicht so sehr von sich auf andere schließen;-)

Gast: Armer Student
26.09.2012 15:16
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Schuster bleib bei deinen Leisten

Aufgabe der Uni ist es, sich um den IQ der Studenten zu kümmern. Die finanzielle Situation der Studenten gehört nicht zum Geschäft der Universitäten. Das ist Aufgabe der Politiker, des Finanzamtes, des Sozialamtes usw.

Die Uni soll aber auch nicht vorschreiben, wieviel Zeit man für das Studium aufwendet. Wer seltener in der Uni ist und seltener eine Prüfung ablegt oder ein Seminar besucht, der belastet die Uni auch weniger. Im Gegenteil, wenn jeder Student einen Studienbeitrag von 50 oder 100€ monatlich leistet, dann sind es grad die langsamen Studenten welche die Uni unterstützen ohne entsprechende Leistung in Anspruch zu nehmen. Das Beste was der Uni passieren kann ist, dass möglichst viele Studenten viele, viele Jahre lang regelmäßig ihren Studienbeitrag bezahlen und ganz selten in der Uni sind.

Gast: Halbwissen
26.09.2012 13:24
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Ohne Kapital geht halt nichts !

Und da ist es egal ob es sich um Kapitalismus oder Kommunismus handelt.

Irgendjemand muß den Studierenden Kapital zur Verfügung stellen wenn sich die Gesellschaft weiterentwickeln will.
Da aber nicht alle Studierenden die Gesellschaft weiterbringen sollte die Gesellschaft nur jene fördern von denen sie auch einen Nutzen hat.
Die anderen können machen was sie wollen wenn sie ( oder die Eltern ) es sich leisten können.
Daher braucht es ein ordentliches Stipendiumsystem.

develop or die


Antworten Gast: Armer Student
26.09.2012 15:20
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Re: Ohne Kapital geht halt nichts !

Das Problem ist nur, dass man vor dem Studium nicht wissen kann, ob ein Studierender die Gesellschaft nach dem Studium weiterbringt. Es soll sogar arbeitslose Akademiker geben die der Gesellschaft auf der Tasche liegen. Es gibt aber auch Menschen die nie eine Uni von innen gesehen haben und trotzdem hervorragende Leistung für die Gesellschaft erbringen.

Für manche ist die Entscheidung natürlich ganz leicht: Für die Gesellschaft wichtig ist, wer das richtige Parteibuch hat.

kaum leistbares Leben

und dann ein Mac am Tisch...

Ich studiere und arbeite ebenfalls. Es ist in der Tat nicht einfach aber machbar. Und aus eigener Erfahrung sowie der meiner Kommilitonen kann ich sagen, dass wen man sein Budget planen muss, Mac's darin nicht vorkommen sofern man nicht zusätzlich von den Eltern querfinanziert wird.

Natürlich könnte man mit verschiedenen Prioritäten argumentieren, aber die meisten jammern schlicht und einfach auf einem Niveau um das sie locker von 90% der Weltbevölkerung beneidet werden.


Antworten Gast: uhhhlala
27.09.2012 11:03
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Re: kaum leistbares Leben

1. Nur keinen Neid aufkommen lassen

2. Die anschaffung eines Macs bringt auch vorteile mit sich, zweitens kann man sich einen Mac um den selben preis wie einen Windows Laptop kaufen (zB U-Book oder sonstige aktionen bei Saturn oder MM)
Ein Laptop in dieser Preisklasse ist immer eine Frage der geplanten verwendung, in meinem studium zB hüpf ich mit einem 500€ Windows Laptop nicht weit, wei einfach zu schwach!

Re: kaum leistbares Leben

oder man ist so schlau und kauft sich einmal einen gscheiten Laptop der einfach funktioniert und nicht kurz vorm fertigstellen der Diplomarbeit einen Bluescreen anzeigt und dann alles für die Katz war ;)

Antworten Antworten Gast: hulla
26.09.2012 21:02
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Re: Re: kaum leistbares Leben

trotz jahrelanger intensiver windows nutzung habe ich schon seit ewigkeiten (seit win2000) keinen bluscreen mehr gesehen...

Antworten Gast: Halbwissen
26.09.2012 13:25
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Re: kaum leistbares Leben

das ist nur ein Symbolbild

Lehrjahre sind keine Herrnjahre

Man muss sich auch im späteren Leben durchbeißen. Man kann das nicht früh genug lernen.

Re: Lehrjahre sind keine Herrnjahre

quatsch. aber die studenten sollten sich gegen die kalte progression wehren. damit werden sie und das restliche volk verarscht!

Antworten Antworten Gast: Armer Student
26.09.2012 15:22
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Re: Re: Lehrjahre sind keine Herrnjahre

Die kalte Progression erwischt jeden, das ist kein Problem der Studenten.

Wohnen ist günstiger geworden!

Wenn die Wohnkosten seit 2006 um nur 12% gestiegen sind, dann ist das weniger als die Inflation seit damals. Somit ist wohnen günstiger geworden. Liebe Presse, das müsstet ihr wissen. Peinlich, peinlich.

Antworten Gast: oma
26.09.2012 07:52
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Re: Wohnen ist günstiger geworden!

aber mehr als die löhne für studentenjobs gestiegen sind. die sind quasi seit 2000 gleich. auch die studienbeihilfen usw. also + inflation auf lebensmittel usw. -- Sie sehen hoffentlich das problem

Re: Re: Wohnen ist günstiger geworden!

wenn das so ist, dann sind die löhne geringer geworden. aber trotzdem ist das wohnen deshalb nicht teurer geworden. ich bewerte hier nicht studenten-probleme, sondern sage nur, dass die fakten nicht stimmen.

Antworten Antworten Antworten Gast: KaiserChef
26.09.2012 16:59
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Re: Re: Re: Wohnen ist günstiger geworden!

Wohnen ist vielleicht günstiger geworden (im vergleich zu anderen ausgaben) aber es ist nicht billiger geworden (absolut). daher spricht man bei inflation auch von... und jetzt kommts: teuerung.

wohnen ist also sehr wohl teurer geworden. klar soweit?

Gast: jyo
26.09.2012 00:53
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€ 350? Wohnmisere?

In New York kostet ein Sub-standard Zimmer mit undichten Fenstern, 5 Mitbewohnern und Schimmelwänden $1,200. Wien ist ein Luxus für Studenten und belegt Platz 5 im Ranking 2012 World's Best Student Cities (http://www.topuniversities.com/student-life/best-student-cities/2012/)!

Antworten Gast: KaiserChef
26.09.2012 17:02
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Re: € 350? Wohnmisere?

im gegensatz dazu gibts in NY auch ein funktionierendes stipendien system. bei uns wird alles teurer und die unterstützung wird weniger. einen bildungskredit gibts bei uns auch nicht... also verlgeichen sie bitte nicht äpfel mit birnen.

klar ist wohnen in NY und Paris teurer... dort verdient man aber ausgelernt auch 5 mal (und die zahl ist geschätzt) soviel wie in wien.

Re: € 350? Wohnmisere?

Na und? In Paris und London ist Wohnen auch nicht günstig... aber zu sagen, dass es anderen Leuten noch schlechter geht, war ja bekanntlich noch nie eine Lösung.

(das wäre wie hungerleidenden Menschen in Uganda zu erklären, dass es den Menschen in Somalia noch schlechter geht)

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Die armen Studenten

Wirklich? Mehr als 43 Stunden? Insgesamt? Na wenn das keine nordkoreanischen Fronarbeitsverhältnisse sind... Wo kann ich spenden?

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Re: Die armen Studenten

spenden sind nicht nötig - DANKE!
aber eine Änderung der Grundeinstellung. Studenten leisten sicher weit mehr als nur die 43h! immerhin übernimmt ein großer Teil der Studenten und Studentinnen ehrenamtliche und soziale Aufgaben und das ohne Bezahlung (freiwillig - gratis) und so Verantwortung für die Gesellschaft! solch ein Engagement sollte bei den Überlegungen zur Förderung und Unterstützung mit einfliessen.

Antworten Antworten Gast: Armer Student
26.09.2012 15:28
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Re: Re: Die armen Studenten

Dass ein großer Teil Studenten ehrenamtliche, soziale unbezahlte Aufgaben übernimmt wage ich zu bezweifeln. Wenn jemand knapp bei Kassa ist und zuviel Zeit hat, sollte er die Zeit nützen um in kürzerer Zeit zu studieren oder um sich etwas Geld zu verdienen.

Antworten Gast: JungerAkademiker
26.09.2012 08:50
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Re: Die armen Studenten

Am besten in die Spendenkasse des Vereins "Möchtegern Zyniker für Arme".

Wenn der Artikel zu kompliziert für Sie war, hier die Kurzzusammenfassung:

Studenten haben Niedrig Lohn Jobs. Keine Ausbildung daher kaum Gage.
Studenten Brauchen aber Gage um Wohnung zu zahlen. Die wird teurer. Das beudeutet, mehr arbeiten für mehr Gage.
Mehr Arbeiten bedeutet aber weniger Zeit für Uni. Und weniger Zeit für Uni bedeutet "Bummelstudent".

Und die werden ganz und gar nicht geliebt!

 
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