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Sucht an der Uni: Unter Drogen zur Klausur

01.03.2009 | 18:56 |  HEIDE RAMPETZREITER (Die Presse)

Aufputschmittel werden von Studenten immer häufiger zur Leistungssteigerung eingesetzt. Am beliebtesten sind jedoch Haschisch und Marihuana: Jeder Zehnte raucht regelmäßig.

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Eine Pille gegen die Prüfungsangst, ein Joint zur Entspannung oder ein Pulver, mit dem man nächtelang konzentriert durcharbeiten kann: Studenten, die zu Drogen greifen, um (vermeintlich) ihre Leistung zu steigern, die gibt es. Wie viele genau, das wisse man jedoch nicht, sagt Roland Reithofer von der Wiener Drogenberatungsstelle „Check it“. Denn Studenten, die während der Prüfungszeit Drogen wie Kokain oder „Speed“ nehmen, kämen selten zu „Check it“.

Die Dunkelziffer sei aber „sehr hoch“, sagt Reithofer. Wieso Studenten eher nicht nach professioneller Hilfe suchen, dafür kann er sich zwei Gründe vorstellen: Einerseits würde ein Teil der Studenten, die ihre Leistung mit psychoaktiven Substanzen steigern wollen, nach einer „Experimentierphase“ aufhören, ohne wirklich abhängig zu werden. Andererseits bedeute es, dass es einen sehr hohen Leidensdruck der Betroffenen brauche, um Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Oder in anderen Worten ausgedrückt: Niemand will wirklich zugeben, dass er Drogen nimmt, um durch das Studium zu kommen.

 

Motiv: Leistungsdruck

„Meine Eltern machen Druck und erwarten Studienerfolg“, erklärt ein Studierender, der anonym bleiben will, seine Gründe für den Drogenkonsum. „Ich bin nicht zufrieden mit der Studienwahl, aber schon im zweiten Studienabschnitt. Ich wollte nicht mehr wechseln“, sagt ein anderer.

Diese zwei Erklärungen hat Reithofer schon oft gehört. Druck von zu Hause und ein Studium, das nicht passt, seien die häufigsten Gründe, wieso junge Menschen zu leistungssteigernden Drogen greifen.

Viel öfter als während des Lernens konsumieren Studenten psychoaktive Substanzen allerdings in ihrer Freizeit. „Drogen werden eher dazu benutzt, um vom Stress herunterzukommen“, erklärt Reithofer. Während der Woche steht die Leistung im Vordergrund, am Wochenende wird dann „die Sau rausgelassen“. Doch die Grenzen sind fließend. Manche Studenten, die anfangs nur am Wochenende zu Pillen und Pulvern greifen, tun das irgendwann auch im Studienalltag.

„Ich habe Amphetamin ursprünglich zum Spaß beim Weggehen konsumiert. Dann eher nur mehr zur Leistungssteigerung, um länger zu lernen“, sagt ein Studierender. „Das funktioniert eine Zeit lang, dann ist es eher hinderlich.“ Das Amphetamin habe ihn „unkonzentriert und launisch, fahrig, nervös“ werden lassen, statt die Leistung zu steigern.

Drogen und Medikamente zum Lernen zu nehmen, das nennt man an amerikanischen Universitäten „Pharming“. Genaue Zahlen über diese Art des Drogenkonsums gibt es auch dort nicht. Geschätzte sieben Prozent der US-Studenten nehmen Arzneimittel, die die Leistung steigern. An manchen Universitäten sollen es sogar bis zu 25 Prozent sein.

Besonders beliebt sind die Medikamente Ritalin und Adderall (Amphetamine). Sie sollten eigentlich gegen Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität bei Kindern helfen. Bei gesunden Menschen wirken Methylphenidate, die Wirkstoffe in Ritalin, ähnlich wie Kokain auf das Hirn. Der Vorteil gegenüber Kokain: Es macht erst in extrem hohen Dosen und nach längerem Missbrauch abhängig.

Die Zahl derer, die regelmäßig in den Pillenschrank greifen, nimmt jedoch zu. An die 20.000 Menschen sterben in den USA jährlich an Medikamentenmissbrauch. Vor zehn Jahren waren es nur halb so viele. An die Medikamente zu kommen ist denkbar einfach: Viele Studenten bekommen sie vom Arzt verschrieben – ganz legal.

Drogen auf Rezept, das komme in Österreich eher selten vor, sagt Reithofer. Hierzulande ist Adderall nicht auf dem Markt, Ritalin braucht eine Suchtgiftverschreibung. Die Droge Nummer eins unter den Studenten ist der Alkohol. Mehr als ein Fünftel der Studenten betreiben erheblichen Alkoholmissbrauch, ergab eine Studie, die der Drogenexperte und Psychologe Salvatore Giacomuzzi 2007 an der Universität Innsbruck durchführte. 2,5 Prozent der Studierenden griffen gar täglich zur Flasche, 1,8 Prozent sind alkoholabhängig. Männer trinken öfter als Frauen, heißt es in der Studie. Aber auch Pillen konsumieren Studenten regelmäßig: Mehr als 28 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal im Monat Schmerzmittel zu nehmen.

 

2,2 Prozent nehmen Kokain

Anders als in Wien gibt es in Innsbruck jedoch auch Zahlen zum Konsum von verbotenen Substanzen. Die Liste der illegalen Drogen führt Hanf an: 11,1 Prozent der Innsbrucker Studenten konsumieren mindestens einmal im Monat Marihuana oder Cannabis. Dahinter folgen Halluzinogene (2,4 Prozent) und Kokain (2,2 Prozent).

Ein Konsumtrend lasse sich unter Österreichs Schülern und Studenten deutlich ablesen, sagt Reithofer. Wenn sie zu Drogen greifen, dann nehmen sie sehr viel.

AUF EINEN BLICK

Als Motiv für den Drogenkonsum an der Uni geben Studenten oft Leistungsdruck an. Laut Experten bleibt die Mehrzahl der Betroffenen nicht an der Substanz „hängen“.

Beliebteste illegale Drogeunter Studenten ist Marihuana (bzw. Haschisch). Laut einer Studie der Uni Innsbruck rauchen 11,1 Prozent regelmäßig Hanfprodukte. 2,4 Prozent konsumieren Halluzinogene, 2,2 Prozent die „harte“ Droge Kokain.

Alkohol ist das mit Abstand am häufigsten konsumierte Rauschmittel unter Studenten. Mehr als ein Fünftel betreibt demnach erheblichen Alkoholmissbrauch. 2,5 Prozent greifen sogar täglich zur Flasche.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.03.2009)

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15 Kommentare
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gesoffen haben wir studenten auch

schon vor fast 60 jahren und nicht zu knapp. der begrenzende faktor war damals aber, dass wir alle zusammen fast kein geld hatten - na mit schulden bis zu den nächsten ferien ging es auch. einige sind dem drop out zum opfer gefallen, die anderen haben sich im beruf ganz anständig durchgebissen - auch wenn sie gesoffen haben wie die löcher: also was solls heute gibt es eben etwas mehr als den guten alten alk.

Gast: Österreicher
04.04.2009 21:07
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Besonders Jus-Professoren der UNI Wien leiden an elitären Komplexen:

Sie haben die früher sehr hilfreichen Paukerkurse in div. Rechtskursen, die wenigsten lerntechnisch geeignete Skripten zur Verfügung stellten, kaputt gemacht, um selbst ihre oft für die Vorbereitung zu Prüfungen kaum brauchbaren Lehrbücher verkaufen zu können. Natürlich empfehlen sie für die Prüfungen ivor allem ihre eigenen Bücher (ein Schelm, wer sich da was Böses denkt!).
Die Prüfungsergebnisse sind dementsprechend katastrophal. Um vom Balast der Prüfungstätigkeit entsprechend entlastet zu werden, ist man gerne sehr streng, sodaß die Kandidaten auf andere Professoren ausweichen ... Man wundert sich, wie leidensfähig Studenten sein können.

Auf diesem Humus gedeihen natürlich die Bestrebungen mancher Studenten, der Auffassungsgabe durch die Chemie ein bißchen nachzuhelfen: Weckamine am Morgen, Beruhigungs- bzw. Schlafmittel am Abend, um die Wirkung wieder zu beseitigen!

Was sagt Darabos zu diesem Thema?


Antworten Gast: (k)eine Österreicherin
05.04.2009 16:53
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Re: Besonders Jus-Professoren der UNI Wien leiden an elitären Komplexen:

Bin am Juridicum nun beinahe mit dem Studium fertig - war in keinem einzigen Rechtskurs, musste eine einzige Teildiplomprüfung wiederholen (ok, die dafür zwei Mal...), war immer mindestens im Ausmaß von 30 Wochenstunden berufstätig, vor der Prüfung aus Bürgerlichem überhaupt Vollzeit...
Bis auf einen Zivilrechtsprof (der, der ständig und prinzipiell eine Andermeinung vertreten muss und sich für den schönsten Mann von Wien hält und tatsächlich massiv auf das von ihm geschriebene Skriptum besteht) kann ich Ihre Aussagen wirklich nicht nachvollziehen.

Gast: Somnifex
02.03.2009 18:24
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Huh, was für Neuigkeiten ;)

Solche Zahlen sind immer mit äußerster Vorsicht zu genießen. Die Dunkelziffer, was Drogenkonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen betrifft, würde wirklich schocken.

Solang man weiß, was man tut, seh ich aber keine grundsätzlichen Probleme, wenn man sich mal einen Ofen oder ein Naserl gönnt.

Gast: gast
02.03.2009 12:21
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wir basteln uns ein bild

Danke füs ausführliche zitieren eines experten, der in seinem kämmerlein sitzt und hofft, dass auch mal ein bekiffter student vorbeikommt. Ich glaube nicht, dass der abseits von seiner beratung irgendwie mit der wirklichkeit in berührung kommt, genauso wenig wie der autor.

weil die eltern so einen argen leistungsdruck aufbauen, oder weil ich mich damals im fach verwählt hab, kiff ich jetzt jeden tag, und dann nehm ich speed dazu: so ein schwachsinn...

kennen sie persönlich studenten, die harte drogen konsumieren? ganz sicher nicht. falls ja: machen die das aus gründen, die irgendwas mit dem studium zu tun haben? Das ich nicht lache.

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Re: wir basteln uns ein bild

Für die Presse sind Eltern das Feindbild schlechthin. Es wird keine Gelegenheit ausgelassen, die Eltern schlecht zu machen. Wenn von 1000 Studenten einer die Eltern als Problemursache angibt, wird die Presse diesen einen zitieren und die anderen ignorieren. (Übrigens ist das ein Trick der schon vor 80 Jahren gerne angewendet wurde, nur gegen eine andere Bevölkerungsgruppe. Alt aber immer noch wirkungsvoll.)

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drogensucht ist eine krankheit.

es hilft: der dealer.

Alexl5
02.03.2009 08:55
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Nach der Klausur gleich mal zum Drogentest,

dann hat man sicher genauere Zahlen.

Antworten Gast: 1234
02.03.2009 09:24
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Re: Nach der Klausur gleich mal zum Drogentest,

Super! Dann hast du den Absolventen gleich mal ihre Zukunft verbaut! Gratuliere! Noch mehr Bevölkerung die arbeitslos ist und dem Sozilastaat auf der Tasche liegt! Lasst sie doch muss eh jeder selber wissen was er tut!
Es liegt einfach in der Natur des Menschen sich zu betäuben. Der eine mit Alkohol der andere mit Hanf, wer hat das Recht darüber zu richten?????

Teutone
02.03.2009 08:31
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Alkohol in Studentenkreisen..

..na so etwas, da hat sich ja seit meinerzeit extrem viel geändert........

Gast: gast
02.03.2009 06:37
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Überschrift passt nicht zum Inhalt

Die Überschrift suggeriert Drogensucht an den Unis - wo kommt das bitte im Text vor? Im Gegenteil, es wird sogar erwähnt, dass (manche) Studenten eben NICHT süchtig werden. DiePresse auf Krone-Niveau.

Gast: Student
02.03.2009 00:09
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"Mehr als 28 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal im Monat Schmerzmittel zu nehmen."

Das muss nichts mit dem Studium zu tun haben. Menstruation wäre auch ein guter Grund

Gast: gast
01.03.2009 22:00
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ohne verharmlosen zu wollen....

zu den schmerzmitteln: ca. 1/3 aller frauen in meinem umfeld nehmen gegen ihre periodenschmerzen ibuprofen oder ähnliches. dazu noch ein paar grippalinfekte und fälle von leichter migräne, ein paar verkaterte tage und 28%, die monatlich mindestens einmal schmerzmittel konsumieren können mich nicht schrecken.

ich denke, dass binge-drinking unter jungen leuten insgesamt viel zu normal ist - von schülern über lehrlinge bis zu studenten. aber da machen mir die studenten am wenigsten sorgen, das war doch immer schon so, und die meisten kennen doch irgendwo die grenzen und fahren außerdemmeist nicht auto. schlimmer sind 14-jährige besoffene.

marihuanakonsum unter studenten ist meiner persönlichen erfahrung nach in ö weniger verbreitet als z.b. in frankreich, spanien, italien, etc.

aufputschmittel? in meinem umfeld eindeutiger spitzenreiter: red bull und espresso.

und sonst?

ich kenn erschreckend viele, die antidepressiva nehmen, dauerhaft. das find ich am besorgniserregendsten

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Re: ohne verharmlosen zu wollen....

ich muss wirklich lachen, die wenigsten Studenten würden sich in Österreich, wo es absolut keine wirklichen Beschränkungen für Studienrichtungen gibt, ja sogar der leistungsschwache Student die höhere Wahrscheinlichkeit hat eine LV zu bekommen, Gedanken darüber machen ob sie jetzt wirklich totale Versager sind weil sie ihr Studium 30% über Mindeststudienzeit auf miserablen Schnitt abschließen...

ich spreche aus Erfahrung und ich habe einen sehr großen Bekanntenkreis: Drogen zum lernen niemals, so wichtig könnte es den meisten Sudenten gar nicht sein.

Ich persönlich bin der einzige der sich schon überlegt hat mal Antidemenzmedikamente in Kombo mit Ritalin zu probieren um meinen Schnitt etwas zu heben, habs aber dann doch noch nicht gebraucht. Aber Rausch brauch ich keinen beim lernen Speed, Koks.. Krone Niveau

dermartino
04.04.2009 22:10
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Re: Re: ohne verharmlosen zu wollen....

Wenn du dich mit ihrem Posting jetzt vom Durchschnittsstudenten abheben wollten, dann ist das eher in die Hose gegangen...

Letztlich bin ich froh, dass du kein Ritalin genommen hast. Wie medikamentengläubig muss man eigentlich sein um so etwas ernsthaft in Erwägung zu ziehen?

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