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Die Krise „durchstudieren“

29.09.2009 | 16:50 |  TERESA SCHAUR-WÜNSCH (Die Presse)

Einbruch auf dem Arbeitsmarkt: Das AMS rät zum Weiterlernen.

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WIEN. Endlich raus aus der Uni, endlich rein in den Job – und dann das: Krise. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Stellenmarkt eingebrochen, die Akademikerarbeitslosigkeit um ein Viertel gestiegen. „Auch wenn die Quote noch immer gering ist: Fest steht, dass sich auch für Akademiker der Berufseinstieg erschwert hat“, konstatiert Bernhard Wundsam von Uniport, dem Karriereservice der Uni Wien.

Besonders betroffen sind Betriebswirte und Techniker – auch wenn diese Berufe immer noch die besten Chancen bieten. Die Krise hat auch so manche Verschiebung mit sich gebracht. So ortet Heike Schreiner vom ZBP Career Center der WU eine gestiegene Nachfrage nach Generalisten im Finanzbereich – Leuten, die in Unternehmen fächerübergreifend arbeiten können. In anderen Bereichen sei diese leicht zurückgegangen. Insgesamt liege die Zahl der Angebote nach zwei Boomjahren heuer auf dem Niveau von 2005/06.

Davon profitieren wiederum Bereiche, für die es in den vergangenen beiden Jahren nicht genügend Bewerber gab. „Im Finanz- und Rechnungswesen gab es einen extremen Überhang an offenen Stellen“, so Schreiner. Der wird jetzt kleiner, „junge Einsteiger sind aber weiter gefragt“. Auch Roberta Borsos von Hill Woltron sieht insbesondere im Finanzbereich großen Bedarf.

Zwar werden aus regelrechten Werbegesprächen wieder echte Vorstellungsgespräche, so Ursula Axmann vom ZBP, aber: „Wer seinen Lebenslauf während des Studiums plant, findet einen Job im gewünschten Bereich.“ Als positives Zeichen wertet sie den regen Zustrom zur WU-Karrieremesse. „Das war ein großes Fragezeichen.“

 

Ausland und Praktika nachholen

Dennoch kann es sein, dass der erste Job auf sich warten lässt. Wenn Praktika und Auslandserfahrung im Lebenslauf fehlen, ist dies der Zeitpunkt, die Lücke zu schließen. Sonst herrscht, so Axmann, im Bewerbungsgespräch nämlich Erklärungsbedarf. Bernhard Wundsam empfiehlt, Karrieremessen zu nutzen. Und sonst? „Die Krise durchstudieren“, rät Maria Hofstätter, AMS-Spezialistin für Arbeitsmarktforschung. „Und dabei möglichst nachsehen, was nach der Krise besonders gefragt sein wird.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.09.2009)

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