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Arbeitsmarkt: FH Absolventen haben bessere Chancen

24.06.2012 | 21:17 |  THERESA AIGNER (Die Presse)

Eine aktuelle Erhebung zeigt: Hochschulstudium ist nicht gleich Hochschulstudium. Psychologie-Absolventen verdienen am wenigsten, Fachhochschulabsolventen am meisten.

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Je höher der Bildungsabschluss, desto kürzer dauert die Jobsuche und desto höher ist das Anfangseinkommen. Zu diesem nicht unerwarteten Ergebnis kommt das erstmals vorgenommene „bildungsbezogene Erwerbskarrierenmonitoring“, das von Statistik Austria, Sozialministerium und Arbeitsmarktservice (AMS) durchgeführt und dessen Ergebnisse in der vergangenen Woche präsentiert wurden. Dabei zeigt die Studie sehr deutlich: Zwischen Absolventinnen und Absolventen verschiedener Bildungswege bestehen beträchtliche Ungleichheiten hinsichtlich ihrer Arbeitsmarktchancen. Berücksichtigt wurden nicht nur Schulkarrieren: Auch unter Absolventen unterschiedlicher Hochschulstudien ergeben sich deutliche Unterschiede.

Aber von vorn: Eine der zentralen Erkenntnisse der Studie ist, dass AHS-Absolventen die schlechtesten Berufschancen haben. Nur jeder Fünfte, der die AHS als höchsten Abschluss vorzuweisen hat, findet innerhalb der ersten drei Monate nach Abschluss einen Job. 40 Prozent suchen nach mehr als einem Jahr immer noch. Das entspricht praktisch einem Wert von Menschen, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen. („Die Presse“ berichtete). So ist es wenig verwunderlich, dass sich fast 90 Prozent der AHS-Absolventen 18 Monate nach dem Abschluss noch in Ausbildung befinden. Die meisten von ihnen an Hochschulen. Eine Zusatzauswertung des Erwerbskarrierenmonitorings zeigt, dass sich die Rahmenbedingungen aber auch mit einem Hochschulabschluss unterschiedlich darstellen. Es gibt deutliche Ungleichheiten zwischen den unterschiedlichen Hochschultypen und den unterschiedlichen Studienrichtungen hinsichtlich der Jobchancen und des Gehalts.

• Dauer bis zum ersten Job. Allgemein stellt sich die Situation für Hochschulabsolventen nicht so schlecht dar, wie die Ergebnisse des Monitorings zeigen: Zwei Drittel aller Uni- oder FH-Absolventen finden innerhalb der ersten drei Monate nach dem Abschluss einen Job. Darunter haben Informatik-Absolventen und Abgänger von technischen Studienrichtungen die besten Karten. Mehr als 65 Prozent von ihnen finden innerhalb der ersten drei Monate nach dem Abschluss einen Job, mehr als ein Jahr nach Abschluss suchen weniger als vier Prozent von ihnen noch immer nach Arbeit.

• Studienrichtung. Betrachtet man die Situation 18 Monate nach Abschluss (Diplom oder Master) und unterteilt nach ausgewählten Studienrichtungen noch einmal, werden die Unterschiede deutlicher.

 

Mediziner vor Juristen

Während mehr als 66 Prozent der Medizin-Absolventen zu diesem Zeitpunkt voll erwerbstätig sind, befinden sich 65 Prozent der Absolventen von Studienrichtungen aus dem Bereich Recht noch immer in Ausbildung. Damit weisen sie den höchsten Anteil in dieser Gruppe auf. Gefolgt werden die Juristen von Chemie-Abgängern, 58 Prozent von ihnen sind auch nach Studienabschluss in Ausbildung. Das dürfte sich so erklären, dass viele von ihnen der Universität im Rahmen von Doktorat und Forschungstätigkeit erhalten bleiben. Im Mittelfeld liegen Journalismus-Absolventen, gut 55 Prozent von ihnen sind erwerbstätig. Allerdings weisen sie mit einem Wert von 4,4 Prozent die höchste Rate an AMS-Vormerkungen 18 Monate nach dem Studium auf.

• Erste Erwerbstätigkeit. Das Monitoring hat auch erhoben, wo die Abgänger der verschiedenen Studienrichtungen ihre erste Erwerbstätigkeit verrichten. So sind mehr als die Hälfte der Absolventen aus dem Bereich Recht in der öffentlichen Verwaltung beschäftigt.

Demgegenüber verrichten fast 50 Prozent der Absolventen aus wirtschaftswissenschaftlichen Studienrichtungen ihre erste Erwerbstätigkeit im Dienstleistungssektor.

Wenig verwunderlich ist, dass ein Großteil (55 Prozent) der Medizin-Absolventen nach dem Studium im Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigt ist, dabei werden sie aber dicht gefolgt von Abgängern der Psychologie – 52 Prozent von ihnen sind in ebendiesem Bereich tätig. Obwohl sie sich im gleichen Sektor bewegen, gibt es einen großen Unterschied zwischen ihnen, der sich schon beim Einstiegsgehalt, spätestens aber zwölf Monate nach dem Abschluss bemerkbar macht (siehe Grafik).

(c) DiePresse

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• Einkommen. Schon beim Einstiegseinkommen zeigen sich beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschultypen. So verdienen 43 Prozent der Uni- bzw. FH-Absolventen 2400 Euro brutto oder mehr. Schlüsselt man auch dies noch einmal auf, sind die FH-Abgänger eindeutig die Topverdiener unter den Absolventen. 46 Prozent von ihnen verdienen 2400 Euro brutto und mehr.

Hingegen hält der Anteil von Abgängern pädagogischer Hochschulen, die sich im höchsten Einkommenssegment befinden, bei 20 Prozent. Die meisten von ihnen verdienen unter 1200 Euro brutto. Das erklärt sich aus dem fixen Gehaltsschema, an das jene, die in den Lehrerberuf einsteigen, gebunden sind. Dafür können sie sich auf fixe Gehaltssprünge verlassen. Nach Studienrichtung gereiht sind die Psychologen die größten Verlierer bei den Einkommen.

Auf einen Blick

Das bildungsbezogene Erwerbskarrierenmonitoring ist eine Erhebung über Bildungsverläufe und damit zusammenhängende Karrierechancen, die von der Statistik Austria, dem Sozialministerium und dem Arbeitsmarktservice erstmalig durchgeführt wurde. Für das Monitoring wurden die Verwaltungsdaten von allen 221.000 Personen, die 2008/09 eine formale Ausbildung absolviert haben, berücksichtigt und Informationen von Statistik Austria und AMS miteinander verknüpft. Dieses Monitoring soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden, um Zeitreihen zu erstellen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2012)

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43 Kommentare
 
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Gast: frustriert
04.09.2012 22:14
0 0

wahh

also ich habe Psychologie studiert, machte anschließend eine weitere Ausbildung wobei der theoretische Teil 2700 Euro kostete und dann noch 1,5 Jahre für 340€ arbeiten musste (gleiche Arbeit wie die Angestellten dort)....und was hat man davon? Arbeitslosengeld mit Aussicht auf einen 20h Job, meist nur Karenzvertretungen, befristete Verträge....von dem Gehalt mal ganz abzusehen

Gast: BattlingBitch
26.06.2012 14:31
0 2

hm

lol, für 2400€ steh ich morgens nichtmal auf. arm sowas.

Antworten Gast: tsi
26.06.2012 16:26
0 0

Re: hm

Seit wann verdient man mit Trollen das große Geld?

Antworten Gast: Bohr
26.06.2012 15:49
0 0

Pffff

Am besten mal den Korken rausziehen und ein bisschen die Aufgeblasenheit rauslassen ;-)

Gast: BB7F
26.06.2012 14:03
1 0

Seltsam, wenn man

das direkt vergleicht (zB FH-Techniker mit TU-ler) kommen die Uniabsolventen viel besser weg. Nimmt man den Gesamtbrei, ziehen natürlich die rein wissenschaftlichen Uni-Studien den Durchschnitt hinunter ...

Gast: Ex-FHler
25.06.2012 23:30
0 0

Ich habe es gewusst!

JAWOHL!

Re: Ich habe es gewusst!

naja, in absoluten Zahlen verdienen FHler weniger, auch wenn die in der Gruppe 2400 die Mehrheit bilden...

den schnitt der Akademiker reißen theather"wissenschaft"und Konsorten runter

Antworten Antworten Gast: wobitte
27.06.2012 19:45
0 0

Re: Re: Ich habe es gewusst!

Wo bitte gibt es eine Theater-FH?

Gast: har
25.06.2012 18:25
0 0

Statistik in die Redakteursausbildung aufnehmen - Jetzt!

Liebe Redaktion!

Zum Satz über die Absolventen der pädagogischen Hochschulen: "Die meisten von Ihnen verdienen unter 1200 Euro brutto"

"Die meisten" heißt über 50%! Nur weil ihr eure Daten in 4 Klassen eingeteilt habt, und die Klasse "< 1200€" bei der Pädagogischen Hochschule die größte Klasse ist, heißt das noch nicht, dass die meisten Pädak Absolventen weniger als 1200€ verdienen!

In der tat verdienen die meisten mehr als 1200 Euro, und knapp die hälfte verdient mehr als 1800€.

Mein gut gemeinter Rat: bitte stellt euch einen Statistiker an

Antworten Gast: Gast yyyyyyyy
25.06.2012 21:40
0 1

Re: Statistik in die Redakteursausbildung aufnehmen - Jetzt!

Ich hoffe sehr, dass Sie nicht zu den PH-Absolventen gehören - also LehrerIn sind. Sonst würde ich Ihre Empfehlung so formulieren: Bitte mit der deutschen Rechtschreibung befassen!

Gast: sisi
25.06.2012 10:08
1 0

sehr eigenartig...

als arzt über 3000€ einstiegsgehalt? davon kann jeder arzt wohl nur träumen....

und ein fh-abgänger hat nicht zwangsläufig bessere chancen, überhaupt einen job im gewünschten fachbereich zu bekommen. da gehört schon ein wenig glück dazu.

also pauschal: jede ausbildung ist etwas wert, aber was man daraus macht, ist immer noch das persönliche engagement

Antworten Gast: KK83
26.06.2012 14:05
0 0

3000 EUR

abzüglich Kammerbeiträgen, Versicherungen und für 20 Überstunden pro Woche. FHler hingegen zahlen das nicht und machen in den typischen FHler-Jobs keine Überstunden.

Antworten Gast: Leon
25.06.2012 11:37
1 0

Re: sehr eigenartig...

Liebe Sisi,
3000 € >>BRUTTO<<Einstiegsgehalt für Ärzte ist durchaus gängig. Am Ende schaut zwar idR nicht mehr als 1800€ raus, aber ist nun mal so.

Antworten Antworten Gast: sisi
25.06.2012 12:32
0 0

Re: Re: sehr eigenartig...

dann scheinen viele meiner freunde wohl im falschen umkreis zu arbeiten. die sind von 3000€ brutto (das war mir schon klar) deutlich entfernt.

Das war aber eh logisch, oder?

FH Studien sind eher Berufsausbildung, Unistudien sind Bildung.
Während die einen dafür da sind, dass man nach dem Studium sofort ins Berufsleben einsteigt, sind die anderen auf eine wissenschaftliche Karriere ausgelegt, d.h. dafür, dass man nach dem Bachelor noch einen Master und dann den PhD anhängt (ohne Doktorat kann man eine wissenschaftliche Karriere nämlich vergessen).

Und dass die Nachfrage auf dem Markt auch die Gehälter regelt, sollte jedem Menschen mit ein bisserl Hausverstand klar sein. Je mehr Absolventen einer Studienrichtung und je weniger Arbeitsplätze, desto geringer das Gehalt. Logisch: denn um die wenigen Arbeitsplätze prügeln sich haufenweise Interessenten, und das drückt die Gehälter.

Antworten Gast: Gastqwertzuo
26.06.2012 22:02
0 0

Re: Das war aber eh logisch, oder?

Nicht jeder FHler ist nur auf Berufsbildung aus, Leute wie ich studieren auf der FH weil sie keine Lust auf überfüllte Hörsääle haben und gute Ausrüstung wollen. Gibt auch FH-Studenten die dann an einer Uni Ihre Doktorarbeit schreiben (soll auch Vorteile im Berufsleben bringen), ist aber sicher die Minderheit.

Antworten Antworten Gast: ex-fhler
27.06.2012 19:47
0 0

Re: Re: Das war aber eh logisch, oder?

Ich hatte auch keine Lust auf Überfüllung und daraus folgenden Qualitätsverlust.

Antworten Gast: Gast yxyx
25.06.2012 21:47
0 1

Re: Das war aber eh logisch, oder?

Sie wollen doch nicht wirklich behaupten, dass jeder, der an einer Uni studiert, auf eine wissenschaftliche Karriere aus ist - Unsinn wie so vieles, was die "Senferin" von sich gibt!

Re: Re: Das war aber eh logisch, oder?

Übrigens ist das kein Grund für einen persönlichen Angriff. Gehen Ihnen die sachlichen Argumente aus? Wenn ja, dann denken Sie nach und üben Sie noch ein bisschen, bevor Sie hier etwas schreiben.

Antworten Antworten Antworten Gast: trotzdemm
27.06.2012 19:48
0 0

Re: Re: Re: Das war aber eh logisch, oder?

Trotzdem: Sie wollen das Angesprochene nicht wirklich behaupten, oder?

Re: Re: Das war aber eh logisch, oder?

Nein, die Studenten sind nicht darauf aus - und genau das ist der Fehler. Sie erwarten sich nämlich von einem Universitätsstudium eine Berufsausbildung - was es aber in den meisten Fällen nicht ist. Ein Studium ist Bildung - nicht mehr, und nicht weniger (bis auf wenige Ausnahmen wie Medizin, Jus, Veternärmedizin...).

Nicht umsonst ist es so, dass die meisten Uniabsolventen eben nicht so viel verdienen, wie sie gerne würden.

Antworten Antworten Antworten Gast: wieerklaerensiesichdas
27.06.2012 19:49
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Re: Re: Re: Das war aber eh logisch, oder?

An einer TU soll es aber schon eine Berufsausbildung sein, oder?

Gast: SGast
25.06.2012 08:51
3 0

Aber geh -

... beim Besuch der AHS hat man Zeit für Netzwerkpflege (AKS, UHS ...) und nach der Matura - womöglich erst mit 20 - steht einer steilen politischen Karriere nichts mehr im Weg!
In Wiener Netzwerken und mit Grinsen und JA-sagen zum richtigen Zeitpunkt kann man als Langzeitschüler mit AHS-Matura sogar Bundeskanzler werden!

Gast: GEFE nn
25.06.2012 07:49
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Ist doch klar

Ich kann doch kein Soziologie-, Kunst-, Philosohphie- Politikwissenschaften- und Publizistikstudium ( Gruwi- Sowi.- Schei..) mit einem technischen Studium vergleichen. Mann braucht sich auch nur die Studenten dieser Alibistudienrichtungen ansehen.
Was die Politiker unserer Regierung zum Großteil studiert haben, sieht man auch an deren "großartigen Leistungen".
Ein Hoch den technischen Studienrichtungen, diese schaffen Arbeitsplätze und Wohlstand. Den anderen Schmuh kann man sich auch in der Freizeit reinziehen, wenn man es unbedingt braucht.

Re: Ist doch klar

naja, mit irgendwas muss man das Triste "Sklave-des-Computer"-Dasein als Informatiker etc. ja rechtfertigen. Informatiker oder ähnliches sind die neuen besseren Fließbandarbeiter. Heftig wird's nur, wenn die Blase irgendwann platzt. Spätestens wenn dann der "Markt" für technische Studienabsolventen gesättigt ist.

Antworten Antworten Gast: merkensie
27.06.2012 19:50
0 0

Re: Re: Ist doch klar

Merken Sie: jedem das Seine.

 
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Schlagzeilen Bildung