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Unis und Fachhochschulen: "Die Grenzen werden verschwimmen"

24.06.2012 | 18:27 |  THERESA AIGNER (Die Presse)

Die Novellierung des FH-Gesetzes zwingt die Fachhochschulen dazu, Leitungskollegien einzurichten, und gibt ihnen die Möglichkeit, Rektoren zu ernennen.

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An den Fachhochschulen sollen künftig die Wissenschaftlichkeit und das Akademische mehr Gewicht bekommen. Und dafür sollen sich insbesondere die Rektorinnen und Rektoren der heimischen Fachhochschulen einsetzen, sagt jedenfalls Kerstin Fink, Rektorin der FH Salzburg. Diese konzentriert sich durch eine spezielle Aufgabenverteilung innerhalb der Hochschulleitung seit einiger Zeit auf den konsequenten Ausbau der Forschungstätigkeit, wie Fink erklärt.

So sind strategische Entscheidungen, die die Hochschulentwicklung betreffen, auch im Rektorat angesiedelt. Darunter fallen alle Fragen zur Forschungsstrategieentwicklung sowie die Weiterentwicklung von Curricula und Studiengängen. Alle Agenden, die die Internationalisierung betreffen, sind in Salzburg Chefinnen-Sache.

Fink ist zuversichtlich, dass ihre FH nicht die einzige bleiben wird, an der das Rektorat mit zusätzlichen Kompetenzen ausgestattet wird. Denn durch die jüngste Novellierung des FH-Studiengesetzes müssen alle 21 österreichischen Fachhochschulen Kollegien mit einer bestimmten Zusammensetzung einrichten. („Die Presse“ berichtete). Nur diese sind berechtigt, die akademischen Geschäfte zu führen. Dadurch besteht auch die Möglichkeit, in Anlehnung an die Unis den Titel „Rektor“ zu verleihen und ihn bzw. sie mit zusätzlichen Kompetenzen auszustatten.

 

Antrittsvorlesung, neuer Master

An der FH Salzburg arbeitet Fink daran, die Wissenschaft stärker sichtbar zu machen. So gibt es seit kurzem an der FH Salzburg so genannte Antrittsvorlesungen, die an den Universitäten bereits eine lange Tradition haben. Das bedeutet, dass die berufenen Studiengangsleiter ihre eigene Forschungsarbeit einem breiten Publikum an der Fachhochschule vorstellen. „Nachdem das eine Idee vom Rektorat war, habe ich selbst natürlich auch den Studierenden meine Forschungsarbeit präsentiert“, erzählt Fink, die selbst zu den wenigen habilitierten FH-Mitarbeitern gehört. Ein anderer Ansatz, die Wissenschaftlichkeit zu fördern, ist ein gemeinsamer Masterstudiengang mit der Universität Salzburg, der im Herbst starten wird und der erste seiner Art in Salzburg ist. Der Trend gehe allerorts in Richtung Kooperationen zwischen den Institutionen. „Solche Konzepte werden notwendig und die Grenzen werden verschwimmen“, zeigt sich Fink zuversichtlich.

Der gemeinsame Masterstudiengang bedeutet überdies auch einen Ausbau der Disziplin der Ingenieurswissenschaften, zu der der neue Studiengang zählt. Und das ist ganz im Sinne von Fink, denn auch die Bündelung aller Studiengänge ihrer Fachhochschule in vier Disziplinen ist einer ihrer Bausteine, wenn es darum geht, das Profil zu schärfen und die Forschungstätigkeit der FH auszubauen. Denn das wird Finks nächster Schritt sein: Forschungs- und Internationalisierungsstrategien für diese Disziplinen zu entwickeln.

Auf einen Blick

Die Fachhochschule Salzburg bietet in den vier Disziplinen Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurswissenschaften, Medien Kunst und Design sowie Gesundheitswissenschaften Bachelor- und Masterstudiengänge an. Derzeit sind rund 2200 Studierende an der FH Salzburg inskribiert. Ab Herbst bietet die FH Salzburg gemeinsam mit der Uni Salzburg den ersten gemeinsamen Master „Applied Image and Signal Processing“ an.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2012)

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8 Kommentare
Gast: Fachuni
24.06.2012 20:29
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Gleich eingeholt

Wenn man sieht, wie wenig an manchen Fakultäten geforscht wird (ich meine qualitativ hochwertige, vorzeigbare Forschung), dann werden die FHs diesen Vorsprung der Unis, wenn es überhaupt einen gibt, gleich einholen.

Und dann wird sich für viele Institute und Fakultäten die Frage der steuerfinanzierten Existenzberechtigung stellen.

Re: Gleich eingeholt

"Auf der Basis des jeweils gültigen Fachhochschul-Entwicklungs- und Finanzierungsplans verpflichtet sich der Bund die Kosten einer vereinbarten Zahl von Studienplätzen zu übernehmen"

Zitat: http://www.fhr.ac.at/fhr_inhalt/02_qualitaetssicherung/finanzierung.htm

Re: Gleich eingeholt

Nix gegen FHs, ich hab selber in einer abgeschlossen. Aber: Sie glauben doch nicht wirklich, dass die FHs OHNE Steuergeld finanziert werden, oder?

Antworten Antworten Gast: Gast772
25.06.2012 09:02
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Re: Re: Gleich eingeholt

Das ist zutreffend. Aber die FHs erbringen für diese Steuerfinanzierung auch eine Leistung und sie werden auch in der Forschung erfolgreich sein.

An den Unis gibt es hingegen keine wirksamen Leistungskontrollen; die Evaluierungen sind oft die reinste Gaukelei. Es gibt Uni-Professoren, deren Publikaitonsliste im Netz zum Lachen ist.

Antworten Gast: 28334
24.06.2012 23:54
0 0

Quantitativ

werden das die FHs bald einholen, das stimmt. Nur hinsichtlich der wissenschaftlichen Qualität ...

Antworten Antworten Gast: Tatze7
25.06.2012 09:16
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Re: Quantitativ

Na ja, wenn es mit der Qualität der universitären Forschung so gut steht, wieso fallen die österreichischen Unis in den Rankings dann immer weiter zurück?

Antworten Antworten Antworten Gast: NP
25.06.2012 11:48
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Re: Re: Quantitativ

Weil es bei den "Rankings" nicht um Forschung an sich, sondern um "Seilschaften" geht, in die man praktisch nicht eindringen kann - und vor allem um Geld, Geld und nochmals Geld, das den österr. Unis leider nicht zur Verfügung gestellt wird!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: WS207
25.06.2012 14:02
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Re: Re: Re: Quantitativ

Solange so etwas möglich ist, reden wir lieber nicht über Leistungskontrolle an österreichischen Unis und über ungerechte Rankings:

http://diepresse.com/home/recht/rechtallgemein/755333/Aufregung-um-Stelle-an-Uni-Innsbruck?from=suche.intern.portal


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