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Premier verweigert Zurücklegung des Doktortitels

03.07.2012 | 09:17 |   (DiePresse.com)

Trotz eines offiziellen Plagiatsurteils will der rumänische Premier Victor Ponta seinen Titel behalten. 40 Seiten wurden ohne jede Quellenangabe in die Dissertation kopiert.

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Der rumänische Premier Victor Ponta, der seit zwei Wochen wegen Plagiatsvorwürfen immer stärker unter Beschuss gerät, will trotz des offiziellen Urteils des Rates für die Anerkennung akademischer Titel (CNATDCU) und trotz seiner eigenen früheren gegenteiligen Erklärungen nicht auf den Doktortitel verzichten. Das erklärte er am Sonntag im TV-Sender "Antena 3". Die Entscheidung des CNATDCU stelle eine "mafiöse Exekution" auf Kommando des Staatschefs Traian Basescu dar, so Ponta. "Ich habe sehr viel für die Dissertation gearbeitet und bin sehr stolz darauf", sagte er.

Die CNATDCU hatte am Freitag entschieden, dass im Falle von Pontas 2003 an der Universität Bukarest abgeschlossenen Dissertation ein Plagiat vorliegt und empfahl dem Unterrichtsministerium die Aberkennung des Doktortitels. Laut dem CNATDCU-Vorsitzenden Marius Andruh sind 85 der 307 Seiten von Pontas Dissertation "leicht zu identifizierende" Übernahmen ohne Quellenangabe, wobei die Quelle zumindest im Literaturverzeichnis aufscheint. Weitere 40 Seiten wurden ohne jede Quellenangabe in die Arbeit kopiert.

Pontas Unterrichtsminister Liviu Pop hatte am Vorabend der CNATDCU-Sitzung versucht, in die Zusammensetzung des Rates einzugreifen, indem er 25 zusätzliche Mitglieder einberief. Weil die Verordnung jedoch nicht im Amtsblatt veröffentlicht worden war, tagte der Rat wie geplant. Pop behauptet nun, dass der CNATDCU bezüglich Plagiatsfragen nicht kompetent sei und die Entscheidung nicht gilt, weil die Entscheidungsmehrheit nicht gegeben war. Ponta selbst erklärte, dass allein die Ethikkommission in der Sache entscheiden könne. Die Mitglieder der Ethikkommission hatte Ponta austauschen lassen, nachdem der ehemalige Unterrichtsminister Ioan Mang (PSD) wegen Plagiatsvorwürfen gleich nach seinem Amtsantritt zurücktreten musste. Auch die Universität Bukarest ermittelt derzeit in dem Fall.

(APA)

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8 Kommentare
Gast: Bettelstudent
09.07.2012 13:07
0 0

Das Verhalten des Premiers entspricht ganz und gar dem

internationalen wissenschaftlichen Trend. Doktortitel konnen gekauft werden, wenn die Farbe stimmt.

Irgendeinen Wert haben sie nicht.

mehrere fragen

was mich etwas stört ist die tatsache, dass man nahezu jedem politiker, der einen akademischen titel besitzt, mit einem plagiats-vorwurf konfrontieren kann - jetzt stellt sich für mich die frage, ob politiker wirklich die "schlechteren menschen" sind oder, ob der vorwurf des plagiates auch als mittel des politischen auseinadersetzung gilt - was mich aber sehr nachdenklich macht ist die frage, ob man bei jedem akademiker was finden kann, wenn man nur sucht.

Gast: WolfgangWanz
04.07.2012 14:34
0 2

Ich habe sehr viel für die Dissertation gearbeitet

Natürlich ist es schlimm und dumm bei der letzten "Prüfung" / Arbeit eines Studiums zu schummeln. Aber - schließlich steht diese am Ende einer oft jahrelangen Plagerei, die schließlich auch zu bewerten ist.

Man muss aufpassen dass man nicht dann Leute, die es garnicht erst einmal versuchen sich weiter zu bilden / zu studieren dann besser dastehen als die Leute, die es versuchen; frei nach dem Motto, tu ich erst garnix, kann ich auch keinen Fehler machen.

Gerade politische Rücktritte von Ämtern scheinen da oft überzogen.

Gast: Gast-1
03.07.2012 15:53
3 0

Professorenplagiat

Weit schlimmer ist´s, wenn Professoren plagiieren und dann noch befördert werden.

Ist tatsächlich geschehen, in unseren Breiten...

naja

österreich auf dem niveau von rumänien ... oder halt umgekehrt

Gast: Lord Sinclair
03.07.2012 14:51
0 0

So geht's auch!

Das wird den Guttenberg ärgern!

Da hat er schon das EU-Niveau errreicht.


ja warum..

..sollte es nur in österreich rotzfreche politiker geben die es nichteinmal der mühe wert finden der bevölkerung etwas vorzugaukeln weils eh wurscht ist..

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