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Auslandsstudenten: Wien und Prag für EU-Lösung

13.07.2012 | 15:58 |   (DiePresse.com)

Für die Ungleichverteilung von Auslandsstudenten brauche es eine Lösung auf europäischer Ebene, sind sich Karlheinz Töchterle und der tschechische Bildungsminister einig.

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Österreich und Tschechien fordern gemeinsam eine Lösung, um das Ungleichgewicht bei der Verteilung von Auslandsstudenten innerhalb der EU auszugleichen. Das war Thema bei einem Arbeitsbesuch des österreichischen Wissenschaftsministers Karlheinz Töchterle (ÖVP) beim tschechischen Bildungsminister Petr Fiala am Freitag. Beide Minister bekennen sich grundsätzlich zur Mobilität, es brauche aber eine Lösung auf europäischer Ebene, um "ausgewogene Mobilitätsflüsse" zu erreichen, heißt es in einer Aussendung des Wissenschaftsministeriums.

Österreich beklagt schon seit längerem, dass heimische Unis ein Problem mit "asymmetrischer Mobilität" haben, weil weit mehr Studenten aus EU-Ländern - vor allem Deutschland - in Österreich studieren als österreichische Studenten im EU-Ausland. So hat sich die Zahl deutscher Studenten an Österreichs Unis zwischen 2001 und 2011 auf rund 4.800 Personen verfünffacht. In Tschechien gibt es indes einen sehr hohen Anteil slowakischer Studenten. Auf Initiative Österreichs, Tschechiens und sechs weiterer Länder wurde dieses Thema im Mai bereits erstmals bei einem EU-Bildungsrat diskutiert.

Zentrales Thema: "Horizon 2020"

Zentrales Thema beim Arbeitsbesuch des Ministers in Prag war auch das neue EU-Forschungsprogramm "Horizon 2020", das 2014 beginnt. Hier haben sich Österreich und Tschechien eine verstärkte Kooperation vorgenommen, schon beim aktuellen 7. EU-Forschungsrahmenprogramm sind bei rund 30 Prozent der Projekte mit tschechischer Beteiligung österreichische Partner an Bord.

Töchterle würdigte Tschechien bei seinem Besuch als "wertvollen Partner im Hochschul- und Forschungsbereich". Seit 1992 wird mit der "Aktion Österreich-Tschechische Republik"die bilateralen Zusammenarbeit in Hochschulbildung und Wissenschaft gefördert. Mittlerweile werden rund 700 Studenten und 200 Lehrende jährlich finanziell unterstützt, durch die Aktion ist Tschechien laut Aussendung nach Deutschland das attraktivste Nachbarland Österreichs als Ziel- bzw. Herkunftsland für Studenten, Graduierte und Lehrende in Mobilitätsprogrammen wie etwa Erasmus.

Im Wintersemester 2011/2012 studierten rund 760 Tschechen an österreichischen Unis und Fachhochschulen (FH), insgesamt bestehen 30 Kooperationsabkommen zwischen tschechischen und österreichischen Hochschulen, die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat aktuell 67 tschechische Projektpartner.

(APA)

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4 Kommentare
Gast: Klukkeiner
15.07.2012 13:41
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Auch die Holländer, Belgier, Dänen

und Luxemburger haben ein Problem mit der deutschen Studentenflut. Aber Berlin, das sich dadurch Milliarden an Uniausgaben erspart, wünscht keine faire Lösung. Genau wie beim Export der HartzIVler in alle Nachbarländer. Die haben wir zu nehmen und in unserem Sozialsystem durchzufüttern.

Re: Auch die Holländer, Belgier, Dänen

bei uns gehört auch ein Numerus Clausus eingeführt - das Problem ist erledigt. tja, aber unsere sozis wollen ja, dass jeder Depp studieren kann und nicht nur die besten köpfe. sehen ja, was herauskommt...cap mit 38 irgendwie Studium abgeschlossen, faymann nicht einmal ein paar Prüfungen geschafft und w.o. gegeben, aber dank Parteibuch...peinlich peinlich

Gast: Schweinchen Schlau
14.07.2012 09:29
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Lösungen im Sinne der Bürger

Schon beim EU-Beitritt hätte Österreich dieses Problem klären müssen. Aber da haben unsere Politiker geschlafen. Mal sehen, ob sie jetzt endlich aufwachen. Ich fürchte, sie werden wieder nichts Vernünftiges zuwege bringen.

Antworten Gast: Europarechtsexperten
16.07.2012 12:22
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Re: Lösungen im Sinne der Bürger

Unsere Europarechtsexperten haben damals erklärt, der EU-Beitritt sei kein Problem. Die Bevorzugung österreichischer Studierender würde EU-rechtlich halten.
Vielleicht könnte man die betreffenden "Experten" nun zur Verantwortung ziehen. Zumindest einen Teil ihres Honorars könnten sie rückerstatten. Aber ich glaube, sie gutachten fleißig weiter.

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