Am Arbeits- und Sozialgericht Salzburg wurde heute, Montag, der Prozess in der Causa des von der Universität Salzburg gekündigten Molekularbiologen Robert Schwarzenbacher mit der Befragung von Rektor Heinrich Schmidinger fortgesetzt. Der Molekularbiologe, dem Datenmanipulationen vorgeworfen werden, bekämpft die Auflösung seines Arbeitsverhältnisses vor Gericht. Die Verhandlung unter Richter Hannes Lienbacher wurde auf den 26. September vertagt.
Im Mittelpunkt der Aussagen des Rektors, des Leiters der Personalabteilung sowie von Vertretern des Betriebsrats standen formale Fragen rund um die Kündigung des Wissenschafters. Einer der Vorwürfe des Molekularbiologen gegen die Universität Salzburg lautet, dass der Zentralbetriebsrat der Universität nicht rechtzeitig von der Kündigung verständigt worden sei. Es ging um die Frage, ob bei der Kündigung der Ablauf der Frist für den Betriebsrat zur Stellungnahme abgewartet wurde oder nicht.
"Einvernehmliche Lösung angeboten"
Die Kündigung war erfolgt, nachdem Vorwürfe aufgetaucht waren, der international anerkannte Forscher habe in einer wissenschaftlichen Publikation über die Struktur von Birkenpollenallergenen Daten manipuliert. Ein US-Wissenschafter hatte die Manipulationen aufgedeckt, die Agentur für wissenschaftliche Integrität in Wien das wissenschaftliche Fehlverhalten bestätigt. Danach kam es zur Kündigung. "Ich habe in allen Gesprächen klargemacht, dass ein Verbleib an der Universität Salzburg unmöglich ist", sagte Schmidinger bei seiner Befragung. Er habe Schwarzenbacher eine einvernehmliche Auflösung angeboten, doch dazu sei es nicht gekommen, berichtete der Rektor.
Der Vertreter von Schwarzenbacher, Stefan Jöchtl von der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, beantragte die Befragung weiterer Zeugen. Der nächste Termin findet am 26. September statt.
(APA)
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